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Indizes

DAX daily: Dax mit schwachem Wochenstart – hängt die Hürde zu hoch?

Stefan Jäger

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am

Anders als in den Wochen zuvor notiert der Dax an einem Montagmorgen tiefer. Die Hürde bei 13.300 Punkten scheint derzeit zu hoch zu hängen. Nach einer langen Durststrecke gelang es dem Dax am vergangenen Freitag erstmals wieder über der 13.300er Marke zu schließen. Damit ist die letzte Handelswoche mit einem Plus von 1,5 % bei 13.335 Punkten zu Ende gegangen. Auf Monatssicht konnte der deutsche Leitindex sogar 15 % zulegen, bleibt es dabei, dann wäre das der erfolgreichste November seiner Geschichte. Obwohl der November bisher so fantastisch lief, was hauptsächlich der Impfstoff-Hoffnung zu verdanken ist, hoffen viele Anleger weiterhin auf eine Jahresendrally. Vielleicht wurde diese aber einfach nur vorgezogen und der Großteil ist bereits gelaufen?

Zahlreiche Indikatoren deuten nämlich auf eine baldige Verschnaufpause hin. Die Kontraindikatoren wie Fear & Greed Inex, Sentiment und Put-Call-Ratio sind alle kurz vor Anschlag, außerdem zeigt der RSI Divergenzen auf. Auch wenn das Allzeithoch im Dax bei 13.795 nur noch knapp über 3 % entfernt ist, scheint es kurzfristig dennoch in weiter Ferne zu liegen. Infolge des Ausbruchs aus der Setitwärtsrange wäre auf der Oberseite noch Potenzial bis 13.450/13.600, während auf der Unterseite Abwärtspotenzial bis 13.000 und 12.700 besteht. Gleichwohl könnten positive Impfstoff-Nachrichten für Impulse sorgen und die Börsen weiter antreiben. Man muss jedoch bedenken, dass die Märkte zuletzt sehr heiß gelaufen sind, es fehlt nur eine negative Meldung und der Dax dürfte schnell unter Druck geraten.

News und fundamentale Daten

Datenseitig steht diese Woche wieder einiges auf dem Programm. Zum einen werden die Einkaufsmanagerindizes (EMI) sowohl aus Deutschland und Europa, als auch aus China und den USA veröffentlicht. Den Auftakt für das verarbeitende Gewerbe haben letzte Nacht die Chinesen gemacht. Der Einkaufsmanagerindex ist mit 52,1 besser als erwartet ausgefallen (Prognose 51,5, vorher 51,4). Am Dienstag folgen dann die Daten aus Deutschland, der Eurozone und den USA, bevor am Donnerstag die EMI-Daten für den Dienstleistungssektor erscheinen.

Das Highlight der Woche folgt erst am Freitag, wenn die US-Beschäftigungszahlen außerhalb der Landwirtschaft (Nonfarm Payrolls) veröffentlicht werden. Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen und der daraus resultierenden Beschränkungen dürfte es zu einem abschwächenden Stellenwachstum kommen. Die am Mittwoch erscheinenden ADP-Arbeitsmarktdaten könnten bereits einen Hinweis darauf geben. Den morgigen Dienstag sollte man sich auch im Terminkalender markieren, denn dann nimmt Fed-Chef Jerome Powell vor den US-Kongress Stellung. Je nachdem, ob er Hinweise auf die zukünftige Geldpolitik gibt, könnte es zu Volatilität an den US-Börsen und im Dax kommen.

Aus Deutschland sehen wir heute zudem die Verbraucherpreise um 14:00 Uhr. Am Dienstag folgen dann die Daten zur Veränderung der Arbeitslosigkeit und die Arbeitslosenquote. Gespannt schaut man hierzulande auch auf die Einzelhandelsumsätze am Mittwoch und die Auftragseingänge in der Industrie (Okt) am Freitag. Nachdem die Märkte in den vergangenen Wochen von den Impfstoff-Meldungen getrieben waren, könnte der Fokus der Dax-Anleger diese Woche wieder auf den Konjunkturdaten liegen.

Auch die Brexit-Gespräche werden diese Woche fortgesetzt, dabei zeigen sich die Parteien weiterhin uneinig. Während sich London optimistisch äußert, hat man seitens der EU immer noch Bedenken was eine Einigung angeht. Zu den wichtigsten Streitpunkten zählen die fairen Wettbewerbsbedingungen, die Fischereirchte sowie die Instrumente gegen mögliche Verletzungen des künftigen Abkommens. Diese Punkte gilt es zeitnah zu lösen, ansonsten droht das Worst-Case-Szenario.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Am Freitag deutete noch alles auf einen Ausbruch hin, als der Dax bis 13.364 anstieg. In der Nacht war der Kurs sogar auf ein Hoch bei 13.397 angestiegen, bevor er geradewegs bis unter die 13.300er Marke rutschte. Damit beißt sich der Dax weiterhin die Zähne an dem Widerstand aus und handelt erneut in der Range. Wie zuvor muss er also die Hürde bei 13.300 bis 13.340 überwinden, um weitere Ziele auf der Oberseite anzulaufen. Gelingt der Ausbruch, dann folgen die nächsten Widerstände im Bereich von 13.370 und 13.460.

Fällt der Dax allerdings unter die 13.235, dann könnte sich der Abwärtsdruck erhöhen. Darunter befinden sich Unterstützungen an der 13.210 und an der 13.140. Findet der Dax dort auch keinen Halt, dann dürfte ein Test der Unterkante der Range bei 13.050/13.004 bevorstehen. Ein Ausbruch auf der Unterseite würde den Dax zunächst zur 12.870 führen, später könnte es dann noch zur 12.700 gehen.

Der Börsen Jäger

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Dax daily: Tages- und Wochenausblick 30.11. - H1-Chart - ist die Hürde zu hoch?

Heutige Pivot Punkte (PP):

13.410 – Pivot Punkt R1

13.325 – Pivot Punkt

13.282 – Pivot Punk.t S1

13.197 – Pivot Punk.t S2

Dax Unterstützungen (US):

13.235 – Tagestief 25.11.

13.137 – Schlusskurs 20.11.

13.054 – Tagestief 20.11.

13.004/020 – Doppelboden (Tief 13.11. / 12.11.)

Dax Widerstände (WS):

13.300 – neuralgischer Punkt

13.340 – mehrfacher WS

13.397 – Nachthoch

13.460 – September-Hoch

13.600 – Ausbruchsziel Seitwärtsrange

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – die Woche der Quartalszahlen

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Er bespricht die nun anstehende wichtigste Woche bei den Quartalszahlen in den USA.

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Dax: Wieviel Luft ist jetzt noch nach oben?

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Die zurückliegenden Tage konnte den deutschen Leitindex Dax 30 Performance, nicht wirklich zu einer richtungsweisenden Entscheidung hinreißen. Wie der Chart es zeigt, hat sich die seit geraumer Zeit laufende seitliche Performance weiter fortsetzen können. Der Chart zeigt ein relativ zerklüftetes Bild, dessen Grundaussage auch mit Nervosität tituliert werden kann. Mit Hinblick auf die Geschehnisse in den Vereinigten Staaten, kann man diesem Bild sehr schön ablesen, dass politische Entscheidungen so gut wie keinen Einfluss auf das Treiben an den Finanzmärkten nehmen. Das war auch 2016/12/08 und so weiter und so fort so!

Ausblick für den Dax:

Mit der Ausbildung von (B) ist der Dax nunmehr seit Ende Oktober beschäftigt. Die aktuelle Situation deutet auch nicht daraufhin, dass der Trendabschluss unmittelbar bevorsteht. Aktuell hat der Dax auf der 0.38-Unterstützung bei 13.712 Punkten Platz genommen. Der ausgebliebene nachhaltige Bruch dieser Supportline lässt auf die baldige Wiederaufnahme des Aufwärtstrends schließen. Diese Unterstützung ist im Grunde eine Art Limes, denn ein eventueller schlusskursbasierter Bruch würde das lehrbuchhafte Anforderungsprofil an eine Welle „4“ infrage stellen.

Wieviel Luft hat der Dax noch nach oben?
Diesen Schritt sehe ich indes nicht, zumindest nicht auf absehbare Zeit. Auf der anderen Seite sind auch keine astronomischen Ausflüge beim Dax zu erwarten. Denn mit dem größeren 1.38-Retracement (14.315 Zähler) liegt eine für sich genommen sehr mächtige Barriere in überschaubarer Entfernung. Bis zum Erreichen dieser Linie wird sich die zerrissene Performance weiter etablieren können. Größeres Ungemach kann ich dem Chart nicht ablesen.

Fazit:

Der Dax bewegt sich weiterhin in einer aufwärtsgerichteten Korrektur. Dieser Aspekt sollte Beachtung finden, weshalb ich aktuell von einer erneuten Positionierung abrate..

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Aktienmärkte: Haben sie sich von der Realwirtschaft entkoppelt?

Jedermann spricht von der großen Rally der Aktienmärkte: haben sie sich inzwischen von der Realwirtschaft komplett entkoppelt?

Wolfgang Müller

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Jedermann spricht von der großen Rally der Aktienmärkte, von den Kursfahnenstangen bei Tesla, Plug Power oder dem Bitcoin. Von der wundersamen Hausse des Nebenwerte-Index Russel 2000. Die marktbreiten Indizes sind im Monat Januar gar nicht so stark gestiegen, selbst der viel beachtete Januareffekt (so wie der erste Monat, so das Gesamtjahr), ist noch nicht in trockenen Tüchern.

Aktienmärkte: Der positive Start ins Jahr 2021

Das neue Jahr hat begonnen, wie das alte geendet hat, mit Kursanstiegen. S&P 500 und Dax kletterten noch bis zum Ende der ersten Woche, aber anschließend ging es nicht mehr richtig weiter, außer beim Nasdaq, in dem einige „Stay-at-Home-Titel“ infolge der Lockdown-Maßnahmen wieder an Dynamik gewannen. Und natürlich die Nebenwerte, die zum einen weiter die Branchenrotation widerspiegeln, aber auch zum Spielfeld der vielen Kleinanleger wurden, die zum Teil frisches Geld zum wilden Zocken verwenden.

Bisherige Performance nach drei Wochen des neuen Jahres:

Dax plus 1,2 Prozent, S&P 500 plus 4,1 Prozent, Nasdaq plus 5,6 Prozent und Russell 2000 plus 10 Prozent.

Die Aufwärtstrends der Aktienmärkte sind noch intakt, allerdings haben sich die schon oft beschriebenen Risiken im Vergleich zu den Vorwochen nicht wesentlich verändert. Geblieben ist die große Euphorie bestimmter Anlegergruppen (speziell in den USA), die ungesunde Call-Spekulation, die Übertreibungen bei Nebenwerten (Russell 2000) sowie die Spekulationsblasen zum Beispiel in Wasserstofffirmen oder im Bereich der Elektromobilität. Vor allem auch bei die Hyperspekulation mit Penny-Stocks, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Totale Entkoppelung Wirtschaft – Aktienmärkte? „Jein“

Klar befinden sich Teile der US-Aktien in einer Bubble, allen voran Tesla, Wasserstoff- und Solarwerte, vielleicht auch der Russell 2000 mit seinem exorbitanten Anstieg seit November 2020 und viele Pennystocks. Aber auch der breite S&P 500, der 75 Prozent der US-Aktienmärkte abdeckt? Er liegt mit seinem Kurs/Gewinn-Verhältnis (2021) bei 23, der historische Durchschnitt beträgt 17. Dabei ist aber der Vergleichsmaßstab, der US-Anleihemarkt, nicht zu vernachlässigen.

Die Aktienmärkte haben es im Jahr 2020 eingepreist: Die fallenden Zinsen, die Geldflut der Notenbanken und die Erholung der Wirtschaft bis zu einem unvollständigen „V“. Jetzt hat es in den USA der Einkaufsmanagerindex „Verarbeitendes Gewerbe“ gezeigt. Er steht auf einem 6-Jahreshoch – und das inmitten der zweiten Coronawelle. Dass es vielen Unternehmensbereichen im Dienstleistungsbereich (Restaurants) schlecht geht, wird zum einen durch Helikoptergeld (fünf Rettungspakete) und zum anderen durch die niedrigen Zinsen ausgeglichen.

Was nach wie vor immer wieder fehlinterpretiert wird, ist der Vergleich Gegenwart in der Wirtschaft und Aktienmärkte: Letztere blicken sechs bis neun Monate in die Zukunft, bei gleichzeitiger Berücksichtigung des Zins- und Inflationsniveaus. Hatten wir denn nicht in den Monaten April, Mai und bis in den Juni 2020 hinein den größten Anstieg der Aktienmärkte, fast weltweit, obwohl wir parallel den größten Wirtschaftseinbruch in der Nachkriegszeit erlebten. Deshalb ist die öfters zu vernehmende Mahnung von der Inkongruenz zwischen aktueller Wirtschaft und Börsenkursen oft irreführend. Wenn sich Wirtschaft und Zinsen aber anders entwickeln, als es die Aktienmärkte auf lange Sicht zu antizipieren versuchen, kommt es zur sehr raschen Anpassung. Wenn sich also das Delta zwischen Wirtschafts- und Zinslandschaft der Gegenwart und der Zukunft verkleinert. Immer wieder schön erkennbar auch im Kleinen: Wenn ein Unternehmen für ein Quartal Rekordergebnisse meldet, aber die Zukunftsaussichten nur ein bisschen zurücknimmt – sofort kommen zum Teil heftige Gewinnmitnahmen.

Kurseinbrüche geschehen sehr viel schneller als die Kursanstiege.

Wie wurden zum Jahresende 2020 die Aussichten für die durchschnittlichen Gewinne aller Unternehmen im S&P 500 im Vergleich dargestellt?

2019: 162,93 Dollar

2020: 135,66 Dollar

2021: 167,24 Dollar

Der amerikanischen Aktienmärkte blicken aber langsam schon in Richtung 2022 – und da könnte sich Absonderliches abzeichnen. Zum Beispiel, dass die Kurse im laufenden Jahr fallen, eben, weil sich die US-Wirtschaft in allen Bereichen nach Covid-19 wieder erholt, „Sell on News“ stattfindet und man sich um das Wachstum, die Zinsen und die Inflation im Jahr 2022 sorgt.

Nicht überall Aktienmarkt-Bubbles

Die schwere Aufgabe der Notenbanken nach Covid-1: Klar manipulieren die Notenbanken mit ihren Anleihekäufen den Zinsmarkt als Konkurrenz für Aktienmärkte und heben ihre Bilanz auf nie gesehene Höhen. Immer wieder schön erkennbar an einem Chart, der die globale Geldmenge in Relation zum S&P 500 darstellt.

Und so lange es der Zentralbank gelingt, die Renditen von Anleihen und die Inflation im Zaum zu halten, wird es den großen Einbruch der Aktienmärkte nicht geben. Der Anstieg der Renditen war fast immer der Auslöser für Rezessionen seit dem Zweiten Weltkrieg (Ausnahme Februar/März 2020 mit der Pandemie). Aber wird dies auch gelingen, sollte sich der Lockdown-bedingte Nachfragestau nach Monaten der Entbehrungen im weiteren Verlauf des Jahres 2021 entladen? Damit verbunden könnte sich die Gefahr für die Aktienmärkte entwickeln, abseits der nicht antizipierbaren medizinischen Gefahren von Covid-19?

Renditeanstieg der 10-jährigen US-Staatsanleihen

Betrachtet man nur die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe in den letzten 25 Jahren, so erkennt man eindeutig die Ursache für das große TINA („There is no Altenative“) der Kapitalmärkte.

Die Spanne bei den Renditen verlief in dieser Zeitspanne zwischen 6,5 (2000) und 0,511 Prozent (2020), der Durchschnitt lag etwas unter 3 Prozent. Das heißt, dass das Kurs/Gewinnverhältnis vor dem Platzen der Bubble 2000 bei 15/16 und vor der Finanzkrise bei 20 gelegen hat. Da gab es eine Alternative. Heute hat sich die Rendite von ihrem Tief bei 0,51 Prozent (KGV 195) auf 1,10 Prozent erholt, man lag auch schon bei 1,19 Prozent, was einige Marktteilnehmer sichtlich erschreckt hatte.

Was noch als nach geringer Rendite aussieht, ist jedoch die Gefahr für die Aktienmärkte schlechthin: der bekannte Analyst von Pimco, Mohamed-El-Erian, spricht schon von einer Schwelle, die bei 1,5 Prozent für die 10-Jährigen liegen könnte. Der Auslöser könnte zeitgleich auch von einer anderen Seite kommen.

Inflationsanstieg?

Noch ist ein unglaublicher deflatorischer Effekt durch die Corona-Krise erkennbar und China überschwemmt weiterhin die Welt mit billigen Gütern. Aber wie oft gingen kleine aber auch sehr große Inflationsschubs von den steigenden Energie- und Rohstoffpreisen aus? Müssen diese nicht zwangsläufig auf die Inflationsrate durchschlagen, wenn die Weltwirtschaft wieder anspringt – vor allem, wenn ein Vergleich mit dem Pandemie-Quartal Q2 des Jahres 2020 ansteht?

Erst recht in Deutschland mit dem Anstieg der Energiepreise (CO2-Abgabe), der Mehrwertsteuererhöhung – und wer hat sich schon einmal die Anhebung der Kommunalgebühren für Müll, Kanal, Wasser u.v.m. betrachtet, den Strompreis oder in Erwägung gezogen, dass verschiedene Branchen im Sommer an der Preisschraube drehen könnten, um die monatelangen Ausfälle zu kompensieren? Ich wage zu prognostizieren, dass wir ab dem Spätsommer die größte Reisewelle seit langer Zeit in Deutschland sehen werden, wenn alle impfwilligen Ü50-Bürger an der Reihe waren und sich viele Ältere nach der Eindämmung der Pandemie fragen: Wofür soll ich sparen, das Leben kann so schnell vorbei oder zumindest eingeschränkt sein, wie man gerade schmerzlich erleben musste? Den vielen Menschen, denen heute schon die Decke auf den Kopf fällt, zuhause – das kann nur eine entantiodrome Situation nach sich ziehen.

Was die Vereinigten Staaten betrifft, lag bei der Inflation die Wohlfühlzone in den letzten Dekaden bei 1 bis 3 Prozent. Stieg die Inflationsrate über diese Marke, musste die Notenbank einschreiten „Gesetzlicher Auftrag: Gewährleistung der Preisstabilität“ und es kam zu Einbrüchen der Aktienmärkte.

Fazit

Die Aktienmärkte sind auch im Januar 2021 weiter gestiegen – aber nicht so stark, wie in manch anderen Phasen des Vorjahres. Was den Januareffekt betrifft, könnte es in den nächsten Handelstagen noch zu Überraschungen kommen. Die Überspekulation der vielen übermütigen Anlegern (RobinHooder) in Pennystocks und Call-Optionen sowie die Übertreibungen vieler Investoren in den Biden-Effekt, könnten jederzeit zu einer Marktabkühlung führen.

Dies zeigt auch eine Statistik über typische Börsenreaktionen nach dem Beginn einer Amtsperiode eines neuen US-Präsidenten.

Aktienmärkte in den USA nach Antritt eines neuen Präsidenten

Den großen Einbruch der Aktienmärkte sollte es aber aktuell nicht geben, zu stark sind noch die monetären Kräfte (Geldmengenanstieg). Wurde nicht letzten Donnerstag sogar von einem Lagarde-Put gesprochen, in Anlehnung an den berühmten Greenspan-Put zur Unterstützung der Märkte? Aber langfristig sind die Gefahren für die Hausse schon jetzt spürbar, sie liegen im Umfeld von Zinsen und Inflation und in der Asymmetrie von Wirtschaft und Börsenkursen. Was hilft ein „Sugar Rush“ in der Wirtschaft im zweiten Halbjahr 2021, wenn es bald darauf wirtschaftlich zu einem Anpassungsschock kommt? Auch wenn die Börse kein absolut zuverlässlicher Indikator sein kann, gibt es doch keinen Signalgeber, der schneller in der Perspektive auf Änderungen des wirtschaftlichen Umfelds reagiert. Nicht im Bereich der „Religionsgemeinschaft“ bei diversen Einzeltiteln, wie es der Chefredakteur von FMW immer wieder bezeichnet. Aber wie oft gab es eine Rezession, ohne dass diese durch die Aktienmärkte vorher nicht angezeigt wurde oder auch Aufschwünge, die nicht vorher in den Kursen absehbar waren – externe Schocks ausgenommen?

Haben sich die Aktienmärkte von der Realwirtschaft entkoppelt?

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