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DAX daily: Dax zündet eine Kursrakete – aber ist die Rally nachhaltig?

Stefan Jäger

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Die gestrige Impfstoff-Hoffnung hat eine Kursrakete im Dax gezündet und ihn bis an die 13.300er Marke katapultiert. Heute muss der Leitindex zeigen, dass die gestrige Rakete nicht zum Rohrkrepierer wird. Auf der Suche nach einem Covid-Impfstoff haben die beiden Unternehmen Pfizer und Biontech erfolgsversprechende Ergebnisse gemeldet und dadurch die Märkte regelrecht euphorisiert. Insgesamt konnte der Dax um satte 615 Punkte (4,94 %) zulegen, schließlich ist er bei 13.095 über die Ziellinie gegangen. In der Spitze war der deutsche Leitindex sogar bis an die Marke bei 13.297 angestiegen, das Tagestief lag zuvor noch bei 12.670 Punkten. Das hohe Niveau konnte der Dax allerdings nicht halten, nachdem sich die Euphorie am Nachmittag etwas gelegt hatte. Während des US-Handels ging es zwar langsam, aber stetig abwärts. Dabei wurde obendrein noch die 13.000er Marke unterschritten, der 22:00 Uhr Schlusskurs lag bei 12.992.

Die Impfstoff-Meldung konnte besonders die Aktien beflügeln, die in den Monaten zuvor durch die Corona-Pandemie verprügelt wurden. Dementgegen mussten die vorherigen Krisengewinner Federn lassen. Zum Beispiel haben der deutsche TecDax und der US-Technologieindex Nasdaq trotz der enormen Rally Kursverluste verzeichnet. Demgegenüber konnten insbesondere der Dax und Dow Jones aufgrund der Übergewichtung an Value-Aktien profitieren. Sollte sich die Impfstoff-Hoffnung als nachhaltig erweisen, dann dürfte sich die Umschichtung von Tech in Value fortsetzen. Zu den Gewinner gehörten unter anderem die Aktien von MTU, Fresenius, Airbus, Lufthansa, TUI, BASF, also all die Unternehmen, die während der Corona-Krise auf der Verliererseite standen.

News und fundamentale Daten

Der Auslöser der gestrigen Börsen-Rally waren die erfreulichen Zwischenergebnisse einer gemeinsamen Studie von Biontech und Pfizer. Die Unternehmen teilten mit, dass der entwickelte Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19 bietet. Auf dem Weg zu einem hoffentlich baldigen Impfstoff waren dies natürlich freudige Nachrichten. Es handelt sich jedoch „nur“ um ein Zwischenergebnis, dass die Märkte dermaßen euphorisiert hat, dass man gar nicht so schnell schauen konnte, wie die Kurse nach oben explodiert sind. Wie Markus Fugmann in seinem gestrigen Marktgeflüster dargelegt hat, gibt es auch eine Kehrseite. Sollte nämlich bald ein Impfstoff kommen, dann dürfte der bisherige Treibstoff der mehrmonatigen Corona-Rally, also die geldpolitischen und fiskalischen Stimuli, eingeschränkt werden.

Datenseitig steht heute das Highlight der Woche an, um 11:00 Uhr werden die viel beachteten ZEW-Konjunkturerwartungen veröffentlicht. Der ZEW-Index dient als Frühindikator für die künftige wirtschaftliche Entwicklung. Gleichzeitig erscheinen zudem die ZEW-Daten der Eurozone. Aus den USA sehen wir zusätzlich noch den kurzfristigen Energieausblick um 13:00 Uhr. Dieser beschreibt die kurzfristigen Perspektiven der wichtigsten Energieträger sowie Marktanalysen für die Öl- und Gasmärkte. Zuletzt erscheinen um 16:00 Uhr die JOLTs Stellenangebote.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Eine Stunde vor Börseneröffnung hat der Dax die 13.000er Marke zurückerobert. In der Nacht ging es bis an die 12,871 herunter, damit wurde bereits ein Großteil der gestrigen Impfstoff-Rally konsolidiert. An der 12.871 hat der Leitindex bereits einen Boden ausgebildet. Solange er den Punkt 1 bei 12.956 verteidigt, sieht es gut aus für Long. Kann er auch die 13.000er Marke halten, dann dürfte es zur 13.060 und zum möglichen Gap-Close bei 13.095 gehen. Dort muss man wieder beobachten, ob der Dax das Niveau halten kann oder den Rückwärtsgang einlegt. Es wäre möglich, dass er dann einen Seitwärtsrange ausbildet. Ansonsten befinden sich weitere Ziele auf der Oberseite bei 13.140 und 13.190. Darüber liegt dann noch das gestrige Tageshoch bei 13.297.

Kommt bei der Eröffnung Abwärtsdruck in den Dax, dann könnte es nochmal in Richtung des Tiefs bei 12.871 gehen. Aber solange er sich über der 12.956 hält, sollte man die Aufwärtsseite präferieren. Fällt er allerdings unter das Nachttief, dann dürfte es zur 12.759 gehen. An dieser Stelle könnte bereits wieder nach oben abdrehen. Wenn nicht, dann folgen die nächsten Unterstützungen erst bei 12.670 und 12.600.

DAX daily: Tagesausblick 10.11. - M15-Chart- Impfstoff-Hoffnung beflügelt den Dax

Heutige Pivot Punkte (PP):

13.346 – Pivot Punkt R1

12.936 – Pivot Punkt

12.575 – Pivot Punk.t S1

Dax Unterstützungen (US):

13.000 – psychologische Marke

12.956 – Punkt 1 Bodenbildung (12.871)

12.871 – Nachttief

12.790 – 161,8 % Extension (13.297)

12.759 – vorbörsliche Hoch 09.11.

12.670 – Tagestief 09.11.

12.600 – 261,8 % Extension (13.297)

Dax Widerstände (WS):

13.060 – 38,2 % Retracement des gestr. Aufwärtsimpuls

13.095 – Gap 09.11.

13.140 – M15-Chart

13.190 – 261,8 % Extension (12.871)

13.297 – Tageshoch 09.11.

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Wall Street: Experte Markus Koch über die Jahresendrally

Markus Fugmann

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Die Wall Street ist in Party-Laune – gestern der Leitindex S&P 500 sowie der Nasdaq 100 mit neuem Allzeithoch. Kommt jetzt die große Jahresendrally – und das nach dem Rekord-Monat November mit zweistelligen Gewinnen bei den großen Indizes der Wall Street?

Wall Street: Comeback der Tech-Aktien zum Jahresende?

Derzeit, so Markus Koch in einem Interview mit „Mission Money„, sei es schlicht schwer, die Bullenherde an der Wall Street aufzuhalten. Das Problem sei, dass die Investoren extrem optimistisch seien, das Sentiment sei euphorisch. Insgesamt aber bleit auch Markus Koch optimsitisch für die Entwicklung der Wall Street – auch im Jahr 2021:

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Markus Koch über die Wall Street und die Jahresendrally

 

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Aktienmärkte: Bringt der dreifache Hexensabbat eine Wende?

Wolfgang Müller

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Das Geschäft mit Optionen wird für die Aktienmärkte immer bedeutsamer, speziell in den USA, wo in der jetzigen Euphoriephase die Umsätze bei Call-Optionen geradezu explodieren. Ungeachtet dessen blickt man stets gespannt auf den viermal in einem Jahr, jeweils am dritten Freitag im Montag stattfindenden großen Hexensabbat entgegen. Der Verfall von Terminkontrakte, wie Futures und Optionen sorgt oft im Vorfeld für große Kursschwankungen, weil Marktteilnehmer die Kurse durch Käufe und Verkäufe von Assets so zu bewegen versuchen, dass die Termimkontrakte Gewinne abwerfen. Was wird im Vorfeld zum 18. Dezember an den Märkten geschehen, zu Zeiten größter Call-Euphorie bei gleichzeitig geringen Depotabsicherungen?

Aktienmärkte: Die große Call-Spekulation

Der November des Jahres 2020 hatte es in sich. Der Ausgang der US-Wahlen, der nicht zu einem befürchteten Chaos geführt hat und die Impfstoffentwicklung, beginnend mit der BioNTech/Pfizer-Meldung am 9. November und dem darauffolgenden Wettlauf um den Termin einer Notzulassung.

Das alles führte zu einem Game Changer für die Aktienmärkte mit zahlreichen Konsequenzen: Verkaufoptionen und Leerverkäufe auf Corona-geschädigte Titel wurden in Windeseile eingedeckt (Stichwort Short Squeeze), Nebenwerte und Value-Titel hingegen in großem Umfang gekauft. Obwohl sich die Käufe nach der Monatsmitte wieder beruhigten (bis auf einige Titel wie Tesla oder Impfstofffirmen) schnellte eines gewaltig in die Höhe – der Optimismus der Anleger (FMW berichtete laufend über die heißgelaufenen Indikationen).

Ob ein Angstbarometer wie der Fear&Greed-Index, das ständig im Bereich extremer Gier um die 90 Punkte notiert, US-Aktienindizes weit oberhalb ihrer Aufwärtstrends, oder ein Dow Jones oberhalb der psychologischen Marke von 30.000 Punkten. Die Hausse nährt die Hausse, wieder einmal, und die Gier sorgt im Optionshandel für außergewöhnliche Konstellationen.

Wie Markus Fugmann in einem seiner letzten Videos festgestellt hat, wurden in der letzten Woche in den USA viermal so viele Calloptionen gekauft, wie es im Durchschnitt der Fall ist. 40 Prozent der Umsätze an der New York Stock Exchange waren Optionen. Hierunter aber kaum Put-Optionen, also sichert man sich nicht ab – im Bewusstsein von Rettungsschirmen durch die Notenbanken (Sitzungen am 10. und 16. November vor dem Hexensabbat) und den Stakkato-artig eintrudelnden Meldungen von der Impfstofffront: Wirksamkeitsstudien, Zulassungsanträge und Hinweise auf den Start der Impfungen. Eine selten positive Konstellation von „Good News“ – und dies in der guten saisonale Phase der Aktienmärkte zu Jahresende. Aber was passiert mit den vielen Call-Optionen (35 Millionen allein vor Thanksgiving) in den nächsten Tagen?

Die ungewöhnliche Anzahl an Calls hat die Market Maker gezwungen, über ihr Delta Hedging immer mehr die zugrunde liegenden Titel zu kaufen. Manchmal öffneten die Märkte mit einem Gap, so dass man ständig gezwungen war, Aktien am Markt nachzukaufen. Desto stärker die Hebelwirkung (größeres Delta) bei den Calls, desto größer das Hedging der Gegenseite.

Was passiert aber, wenn die Kurse einen Rücksetzer machen, oder viele Kontrakte am Verfallstag auslaufen? Die Market Maker werden die Werte verkaufen, die sie zum Zwecke der Absicherung gekauft haben und den Abwärtstrend verstärken. Ein Thema, welches noch bedeutsam werden könnte, denn Put-Optionen gibt es kaum, die beim Schließen der Position zum kursstabilisierenden Kauf des Basiswertes führen würden, der bekannten Short Squeeze.

Was werden die Inhaber der Call-Optionen in der letzten Woche vor dem großen Verfall tun? Die Kontrakte verlängern über das Jahresende und die sehr häufig positive Aktienphase hinaus, hinein in einen Monat Januar, der sehr häufig mit Rückschlägen endete?

Übersicht: Keiner hat bald mehr Puts

Dire Aktienmärkte euphorisch, kaum Put-Absicherungen

Grafik: northmantrader.com

Fazit

Der Optimismus der Aktienmärkte ist übergroß und schreit nach einer Korrektur. Eine riesige Herde an Zockern, die mit Kaufoptionen schnell reich werden wollen und die Gegenseite, die Stillhalter, die in die Basiswerte getrieben werden.

Das wird zu Reaktionen führen müssen, Optionen haben ein Verfallsdatum und reagieren auf die implizite Volatilität.

Was mir aber nicht einleuchtet ist, dass die jetzige Situation immer wieder mit historischen Zyklen verglichen wird. Corona hat eine absolute Sondersituation geschaffen und ein Impfstoff in großer Verfügbarkeit ändert vieles in dem für die Aktienmärkte relevanten Zeitraum. Wie sagte der Chef einer französischen Großbank? Wir haben eine Gesundheitskrise, keine Wirtschaftskrise – sehr optimistisch, aber da ist etwas dran. Für die Aktienmärkte zählen nicht die nächsten vier Wochen oder das neue Quartal. Das Kommende wird immer dann interessant, wenn Fakten präsentiert werden, die die lange Sicht ändern – das Delta zwischen eingepreister und veränderter Erwartung.

Tourismus und Luftfahrt liegen stärker im Minus als in Kriegssituationen, die Maschinen, Hotels und Einrichtungen sind aber nicht zerstört und wenn es in einem halben Jahr eine Impfung der Bevölkerung geben hat, so werden manche Industrien wie Phoenix aus der Asche auftauchen. Die Messung eines aktuellen KGVs ist nicht so bedeutsam, wenn die Aktienmärkte mindestens sechs bis neun Monate in die Zukunft blicken.

Der zweite Fakt ist der monetäre: Wieso sieht man nicht die 35 Billionen Dollar an Anleihen, die real negativ verzinst sind oder die Durchschnittsrendite der 7 bis 10-jährigen Staasanleihen, die noch vor ein paar Wochen 0,18 Prozent Rendite abwarf? Das Dilemma für die Finanzbranche schlechthin. Wieso soll es angesichts weiterer zugesicherter Notenbankkäufe größere Umschichtungen von Aktien in Anleihen geben, auch bei leichten Zinsanstiegen?

Und wieso vergleicht man das KGV der Aktienmärkte von 2020 mit dem KGV von 2000, bei der Dotcom-Bubble? Damals lagen die Zinsen bei über 6 Prozent, das KGV der lang laufenden Anleihen bei 15 – und heute? Jeder spricht über die Euphorie infolge der Impfstoffentwicklung, die eine Pandemie in Monaten beenden kann, mit all den Folgewirkungen. Klar, die Call-Positionierung ist zu hoch und wird abgebaut werden. Wieso aber immer die Geschichte von den überteuren Aktienmärkten? Anleihen sind superteuer dagegen.

Natürlich kann sich die Konstellation Anleihen – Aktien ändern und sie wird sich auch, wenn das billionenschwere Stimulusprogramm der Demokraten in die Tat umgesetzt würde. Aber in der jetzigen Situation? In der „Endphase“ von Corona mit einem nochmaligen Anschwellen der Infektionszahlen und mit den großen Notenbankentscheidungen.

Ein Anspringen der Wirtschaft, ein Anstieg der Inflation und neue Schuldenpakete, das wäre der Stoff für eine Neubewertung der Aktienmärkte.

Bringt der Hexensabbat eine Wnede für die Aktienmärkte?

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Finanznews

Aktienmärkte: 1929, 1999, heute – Geschichte reimt sich! Videoausblick

Markus Fugmann

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Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich – und so erinnert die derzeitige Euphorie der Aktienmärkte an die Stimmung von 1929 (Boom kurz vor der Weltwirtschaftskrise) und 1999 (Dotcom-Blase). Die Erwartungen an die Wirtschaft nach der Coronakrise sind immens, eine perfekte Welt ist eingepreist. Gestern aber kurz vor US-Handelsschluß dann ein deutlicherer Rücksetzer, nachdem Pfizer bekannt gab, nur die Hälfte des Impfstoff-Volumens im Dezember liefern zu können. Eigentlich ist das ziemlich unbedeutend – zeigt aber, wie empfindlich die Aktienmärkte reagieren, wenn die Impfstoff-macht-alles-wieder-gut-Euphorie hinterfragt wird. Unterdessen verschärft sich die Coronakrise in den USA weiter mit neuen Rekorden, es drohen immer breitflächigere Lockdowns..

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Anmeldestatus

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