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DAX daily: Der Gegenwind nimmt weiter zu – Wochenausblick

DAX daily: Der Gegenwind nimmt weiter zu - Wochenausblick

Die Wirtschaftsdynamik lässt nach und die Inflation steigt weiter – nimmt der Gegenwind für den Dax zu? Die saisonal ungünstige Zeit im September macht sich mittlerweile am deutschen Aktienmarkt bemerkbar. Zuletzt schwächelte der Leitindex und verlor seit Beginn des Monats bereits 1,5 Prozent. Damit ist er von seinem Rekordhoch bei 16.030 Punkten knapp 3 Prozent entfernt. Zum Wochenschluss hat der Dax zwar einen Erholungsversuch gestartet, dieser wurde aber von den US-Börsen abgewürgt. Zunächst stabilisierte sich das deutsche Börsenbarometer über die Hürde von 15.600 Punkten und überwand sogar zeitweise die 15.700er Marke. Die Ergebnisse der EZB-Sitzung hatten ihren Teil dazu beigetragen.

Die Geldschleusen bleiben weiterhin offen, auch wenn die EZB für das vierte Quartal eine Rekalibrierung der Anleihekäufe angekündigt hat. Aus geldpolitischer Sicht bleibt also alles so wie gehabt. Mit der Eröffnung der Wall Street rutschte der Deutsche Aktienindex jedoch wieder in die Verlustzone, da US-Anleger vor dem Wochenende Gewinne mitgenommen haben. Zuvor gelang es dem US-Index Nasdaq den Dax für einen kurzen Augenblick nach Punkten zu überholen. Zum Wochenschluss stand schließlich ein kleines Minus von 13 Punkten bei 15.609 Zählern zu Buche.

Lieferkettenprobleme belasten die Konjunktur

Größere Kurssprünge sollten Anleger derzeit nicht einplanen. Sowohl die bevorstehende Bundestagswahl als auch die nachlassende Wirtschaftsdynamik könnten sich in den kommenden Wochen als Bremsklotz für den Dax erweisen. Nicht nur bei uns mehren sich die Anzeichen auf einen Konjunkturabschwung, wie der jüngste ZEW-Index gezeigt hat, auch in China und den USA ebbt die Wirtschaftserholung deutlich ab. Ein entscheidender Grund dafür sind die weltweiten Lieferkettenprobleme und die steigenden Kosten für Rohstoffe und Vorprodukte. Dies dürfte kurz- und mittelfristig die Gewinnerwartungen der Unternehmen belasten. Daher ist für das dritte und gegebenenfalls auch für das vierte Quartal mit einer schwächeren Bilanzsaison zu rechnen. In China wankt zudem der riesige Konzern Evergrande. Der Immobilienentwickler hat sich mit Immobilien verspekuliert und dabei ca. 200 Milliarden USD Schulden angehäuft. Eine Pleite hätte ein riesiges Ausmaß, dass sich auch auf andere Märkte auswirken würde.

Bundestagswahl als Risikofaktor

Hierzulande könnte sich die bevorstehende Bundestagswahl als Belastungsfaktor erweisen. Nicht nur, weil die Wahl sehr eng werden könnte, wodurch der Regierungsbildungsprozess länger dauert, sondern auch weil ein Machtwechsel eine Wende in der Wirtschafts- und Steuerpolitik mit sich bringt. Allzu große Rücksetzer dürfte es dennoch keine geben. Aufgrund der aktuellen Geldpolitik bleiben Aktien alternativlos. Außerdem habe die europäische Wirtschaft im Vergleich zu den USA und China noch Aufholpotenzial. Auch die günstigeren Bewertungen im Dax und Co. könnten ausländische Investoren anlocken.

News und Konjunkturdaten

Angesichts der nahenden Fed-Stizung dürften Anleger ihr Augenmerk auf die US-Verbraucherpreise am Dienstag richten. Nachdem hierzulande die Inflation auf 3,9% angestiegen ist, kann man davon ausgehen, dass die US-Inflationsrate sehr hoch bleibt. Am Donnerstag stehen dann die viel beachteten US-Einzelhandelsumsätze auf dem Programm. Da der Konsum circa 70% der US-Wirtschaft ausmacht, dürften die Daten Hinweise über die aktuelle Konjunkturverfassung liefern. Zum Wochenschluss erscheinen schließlich die Verbraucherpreise der Eurozone sowie Stimmungsdaten aus den USA. Hinzu kommt, dass am Freitag Futures und Optionen auf Indizes und Einzelaktien verfallen. Am sogenannten Hexensabbat könnten die Kurse im Dax und den US-Indizes stärker schwanken. Zudem ist der Dax-30 dann Geschichte, am darauffolgenden Montag umfasst der Deutsche Aktienindex bereits 40 Titel.

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Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Schwache Vorgaben aus Asien belasten den Dax, dieser ist im frühen Handel wieder unter die 15.600er-Marke gerutscht. Um die Erholung fortzusetzen, muss der Index den Widerstand bei 15.601/609 überwinden. Im nächsten Schritt könnte das Nachthoch bei 15.632 attackiert werden. Ein Anstieg darüber bringt den Dax zum Pivot R1 bei 15.655 und zum Freitagshoch bei 15.702. Hier könnte die Kraft der Bullen nachlassen. Die Lage hellt sich erst wieder auf, wenn der Dax die 15.755 überwindet.

Unterhalb von 15.600 bleibt der Dax anfällig. Eine erste Unterstützung liegt im Bereich von 15.555/542. Drücken die Bären den Dax darunter, dann dürfte auch die 15.500 fallen. Die nächsten Anlaufpunkte wären die Tiefs bei 15.453 und 15.423. In diesem Bereich könnte es zu einer Gegenreaktion kommen. Ein Bruch des Tiefs bei 15.423 würde jedoch weiteres Abwärtspotenzial eröffnen.

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DAX daily: Tagesausblick 13.09. (H1) - weiter auf Richtungssuche

Dax Unterstützungen (US)

15.554/542 – horizontale US (H4/D1)

15.490 – Punkt 2 der Bodenbildung (M15)

15.453 – Tagestief 09.09.

15.423 – Tagestief 27.07.

15.358 – mehrfache US/WS

15.304 – Tagestief 08.07.

Dax Widerstände (WS):

15.601 – Pivot Punkt

15.632 – Nachthoch

15.702 – Tageshoch 10.09.

15.755 – Tageshoch 08.09.

15.802/810 – 161er Ext. Bodenbildung / Pivot R2

15.843 – Gap 07.09.

15.915 – horizontaler WS

15.930/940 – WS-Zone

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