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DAX daily: Der Leitindex startet mit einem kräftigen Abwärts-Gap

DAX daily: Der Leitindex startet mit einem kräftigen Abwärts-Gap

Montag gleich Schontag, so kann man den gestrigen Handelstag im Dax am besten beschreiben. Am Ende des Tages schloss der Deutsche Leitindex unverändert bei 15.400 Zählern. Nachbörslich kam allerdings nochmal Schwung in die Aktienmärkte. Im späten US-Handel haben die Meldungen über einen Raketenangriff der Hamas auf Jerusalem und die Warnschüsse eines US-Kriegsschiffs auf iranische Schnellboote auf der Straße von Hormus die Aktienmärkte belastet. Darüber hinaus gab es noch zwei weitere Belastungsfaktoren. Erstens die massiven Verluste bei Technologiewerten, zweitens der Anstieg der Rohstoffe, der die Inflationssorgen weiter geschürt hat. Infolgedessen rutsche der Dax auf ein Tief bei 15.310 Punkten. Zuvor konnte der Dow Jones noch auf ein neues Rekordhoch ansteigen und hat zum ersten Mal in der Geschichte die Marke von 35.000 Punkten geknackt. Aber an den US-Börsen läuft auch nicht alles rund, besonders die Techwerte bleiben mächtig unter Druck.

Im Schatten der Rekordjagd von Dax und Dow Jones spielt sich ein regelrechter Crash bei den Pandemie-Gewinnern ab. Zahlreiche Highflyer-Aktien wie zum Beispiel Baidu, Palantir und BYD sind kräftig unter die Räder gekommen, zudem ist die Blase bei den Wasserstoff-Aktien wie Nel Asa, Plug Power und Ballard Power geplatzt. Die genannten Titel büßten inzwischen 50 bis 70% von ihren Hochs ein. Unter der Oberfläche brodelt es also, insbesondere die hochbewerteten Tech-Titel gaben zuletzt kräftig nach. Ein ähnliches Phänomen zeigt sich auch beim hiesigen TecDax, der mittlerweile 8% unter seinem Hoch von Mitte Februar notiert. Starke Konjunkturdaten, Inflationssorgen und vermehrte Diskussionen über ein Tapering der Notenbanken haben den Reflations-Trade wiederbelebt. Die Umschichtung von den Pandemie-Gewinnern in zyklische Werte ist demzufolge immer noch in vollem Gange.

News und fundamentale Daten

Hierzulande stehen heute die ZEW-Konjunkturerwartungen im Fokus. Zuvor wurden aber bereits Inflationsdaten in China veröffentlicht. Der Verbraucherpreisindex ist um 0,3% zum Vormonat gefallen (Prognose -0,2%), im Jahresvergleich hat die Teuerungsrate jedoch um 0,9% zugelegt. Währenddessen sind die Erzeugerpreise um beachtliche 6,8% angestiegen (Prognose 6,5%, vorher 4,4%). Den Termin um 11:00 Uhr sollten sich Dax-Anleger vormerken, dann erscheint nämlich der ZEW-Index. Die Prognose für den wichtigen Frühindikator liegt bei einem Wert von 72 (vorher 70,7). Am Nachmittag erscheint um 14:00 Uhr noch der kurzfristige Energieausblick (STEO), danach folgen um 16:00 Uhr die JOLTs Stellenangebote in den USA.

Darüber hinaus stehen wieder zahlreiche Quartalsberichte auf der Agenda. Aus dem Dax legt aber nur der Energiekonzern E.On seine Zahlen vor. Allerdings öffnen eine Menge an Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe ihre Bücher. Dazu gehören die Quartalszahlen von Evotec, 1&1 Drillisch, Aareal Bank, Cecenomy, Dürr, Fraport, Hochtief, home24, Jenoptik, TyssenKrupp und viele mehr.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Der deutsche Leitindex musste sowohl im nachbörslichen Handel Verluste verbuchen, als auch während des asiatischen Handels. Dabei markierte er in der Nacht ein Tief bei 15.191 Punkten. Folglich wird der Dax mit einem Abwärts-Gap in den Handel starten. Damit hat er ein Island-Gap im Chart hinterlassen, dieses gilt auch als Umkehrformation. Daher sollte der Dax schleunigst das Gap schließen, ansonsten droht Ungemach. Der Bereich bei 15.190 könnte zunächst für Halt sorgen. Bricht der Index jedoch die Unterstützung, dann könnte es noch etwas tiefer gehen. Die nächsten Ziele liegen bei 15.142 und 15.106. Darunter befindet sich noch das 61,8% Retracement bei 15.072. Fällt der Dax auch noch darunter, dann trübt sich das Chartbild deutlich ein.

Gelingt es dem Dax bei 15.191 einen Boden auszubilden, dann könnte wir eine Erholung sehen. Dafür muss er zunächst die Marke von 15.238 überwinden. Die nächsten Hürden liegen dann bei 15.270 und dem 38er Retracement bei 15.298. Bezwingt der Leitindex anschließend die Widerstandszone bei 15.312/320, dann hellt sich die Lage wieder auf. Der nächste Widerstand wartet dann bei 15.362, dort liegt auch das 61er Retracement der jüngsten Abwärtsbewegung. Oberhalb von 15.362 könnte der Dax das gestrige Tageshoch bei 15.419 ansteuern.

Der Börsen Jäger

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Dax daily: Ausblick 11.05. (M30) - Abwärts-Gap

Dax Unterstützungen (US)

15.192 – 261,8% Extension (Hoch 15.466)

15.172 – Gap 06.05.

15.142 – horizontale US-Zone

15.106 – mehrfache US (H4)

15.072 – 61,8% Retracement (14.830 – 15.466)

Dax Widerstände (WS):

15.238 – Nachthoch

15.270 – 38,2% Retracement

15.312/320 – WS-Zone

15.362 – 61,8% Retracement (15.466 – 15.191)

15.419 – Tageshoch 10.05.

15.457 – 161,8% Ext. (Tief 15.092)

15.466 – außerbörsliches Hoch

15.501 – Allzeithoch

Disclaimer

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1 Kommentar

  1. Also bei den Wasserstoffaktien ist der Stoff draussen und übrig bleibt nur noch Wasser.Bei vielen Luftaktien ist aber die Luft noch drin.Bei Wasserstoff ist mindestens etwas Reales dahinter und trotzdem der Verfall. Da gibt es also noch viel Fallhöhe bei hochgejubelten Werten mit Null Hintergrund.Zur Erinnerung, die Mini- US- Hypokrise von 2008 ist volumenmässig nur ein Mückenschiss zur heutigen weltweiten ALLESBLASE.

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