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DAX daily: Die Bären geben auf – keine Grenzen auf der Oberseite!

Stefan Jäger

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am

Das heutige Highlight ist die Rede vom Fed-Vorsitzenden Powell sowie die Maßnahmen, die er verkünden wird. Am gestrigen Mittwoch hat sich der Dax nach seiner kurzen Verschnaufpause gestärkt gezeigt und konnte folglich die wichtige Marke bei 13.100 zurückerobern. Angetrieben durch die Fed-Hoffnung und weiterhin dynamischen US-Börsen, wurde ein Tageshoch bei 13.192 erzielt. Zuvor lag das Tagestief noch knapp über der runden 13.000er Marke bei 13.010. Schließlich ist der deutsche Leitindex mit einem Zugewinn von 128 Punkten (+0,98 %) bei 13.190 aus dem Handel gegangen.

Die Schlagzeile, die ich gestern am häufigsten gehört bzw. gelesen habe, hatte die Überschrift „die Bären geben auf“. Unter anderem hat Markus Koch hier darüber berichtet. Die überschwängliche Stimmung von Analysten und der Medien sollten alle Bullen in Alarmbereitschaft versetzen. Demzufolge fehlt eigentlich nur noch ein Artikel in einer deutschen bekannten Zeitung (mit 4 Buchstaben), in dem zum Aktienkauf aufgerufen wird.

Die Hoffnung und die Euphorie in den Märkten ist grenzenlos, das sieht man derzeit auch beim Fear and Greed Index. Besonders da dieser nur noch einen Punkt vor „Extreme Greed“ notiert. Zudem deutet das Sentiment darauf hin, dass eine große Gruppe von Pessimisten in den letzten Tagen in das Lager der Optimisten gewechselt ist. Unter dem Strich spricht all das für eine anstehende Korrektur. Aber wann es so weit ist, dass weiß nur die Glaskugel. Soll man deswegen gleich short gehen? NEIN, für alle Händler gilt es entscheidende Trigger-Marken beim Dax im Auge zu behalten und nicht unbedacht in den Anstieg Short-Positionen zu eröffnen.

News und fundamentale Daten

Zwar sehen wir heute erneut keine Konjunkturdaten aus Deutschland, dafür sind die Daten aus den USA umso spannender. Zuerst erscheinen um 14:30 Uhr die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und die Folgeanträge. Nachdem in der Vorwoche wieder ein Anstieg vermeldet wurde, wäre eine weitere Zunahme ein schlechtes Zeichen für die aktuelle Konjunktur. Außerdem erscheinen zeitgleich die Daten zum Bruttoinlandsprodukt (Q2), dafür liegt die Prognose bei -32,5 %. Danach folgt um 15:10 Uhr noch die Rede von dem Fed-Vorsitzenden Powell, die für Volatilität in den US-Indizes und dem Dax sorgen könnte. Erwartet wird, dass die Fed künftig auf eine konkrete Inflationsrate verzichtet, sondern einen Durchschnittswert anstrebt. Das bedeutet, dass man von einer sehr langen Phase extrem niedriger US-Zinsen und noch mehr Wertpapierkäufen der Fed ausgeht. Damit ist kein Ende der Markt-Manipulation durch die Notenbanken in Sicht. Zuletzt gibt es um 16:00 Uhr noch die Daten zu den Schwebenden Hausverkäufen (Jul).

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Gestern konnte der Dax nach eine kurzen Verschnaufpause die Rally fortsetzen. Um die „Wall of Worry“ weiter zu erklimmen, muss der Dax die Widerstände bei 13.217 und 13.270 rausnehmen. Dadurch wäre der Weg zum Juli-Hoch bei 13.313 frei. Es wird zwar kein leichtes dieses zu überwinden, schafft er es dennoch, dann könnte man mit einem Short-Squeeze rechnen, da zahlreiche Leerverkäufer ihre Stops über den Hochs platzieren. Weitere Hürden liegen am Pivot Punkt R1 bei 13.337 und der 261,8 % Extension bei 13.380. Darüber liegt noch die 423,6 % Extension bei 13.425, an dieser Stelle wäre eine volle Bewegung abgeschlossen und es sollte eine kurzfristige Korrektur einsetzen.

Legen die US-Indizes aufgrund von schwächeren Konjunkturdaten oder einer enttäuschenden Rede von Powell eine Pause ein, dann könnte es auch für den Dax wieder abwärts gehen. Eine erste Unterstützung liegt am Pivot Punkt bei 13.172. Danach folgt die Marke bei 13.100, hier entscheidet sich kurzfristig, ob es weiter long oder short geht. Ein Unterschreiten führt den Dax zum Pivot Punkt S1 bei 13.083. Darunter liegt ein wichtiger Unterstützungsbereich bestehend aus dem 38,2 % Retracement bei 13.019, dem gestrigen Tagestief bei 13.010 und der psychologischen Marke von 13.000. Hält der Bereich nicht, wäre das ein bärisches Signal. Dies könnte den Dax zu den weiteren Unterstützungen bei 12.945 (50 % RT), 12.919 (PP S2) und dem großen 61,8 % Retracement bei 12.871 führen.

Dax daily: Tagesausblick 27.08. - Rede vom Fed Vorsitzenden

Dax Unterstützungen (US):

13.172 – Pivot Punkt

13.101 – vorheriger Widerstand

13.083 – Pivot Punkt S1

13.019 – 38,2 % Retracement

13.010 – Tagestief 26.08.

12.945 – 50 % Retracement

12.919 – Pivot Punkt S2

12.871 – 61,8 % Retracement

Dax Widerstände (WS):

13.217 – Punkt 2 vom Juli-Top

13.270 – Fibo Extension

13.313 – Juli-Hoch

13.337 – Pivot Punkt R1

13.380 – 261,8 % Extension

13.425 – 423,6 % Extension

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstigen Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Finanznews

Inflation und das Paradox der Erwartungen! Marktgeflüster (Video)

Eines scheint für die Investoren klar zu sein: wenn die Coronakrise überwunden ist, kommt die Inflation. Aber das wäre besonders schlecht für den Reflations-Trade!

Markus Fugmann

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Eines scheint für die Investoren klar zu sein: wenn die Coronakrise überwunden ist, kommt die Inflation – deshalb spielen alle Investoren den „Reflations-Trade“ und kaufen vor allem Aktien aus den Sektoren Energie, Industrie und Materialien. Es sind aber vor allem diese Sektoren, die eine besonders hohe Verschuldung aufweisen – und aufgrund der Politik der Notenbanken dennoch derzeit extrem günstig Schulden machen können. Aber wenn die Inflation wirklich steigt, dann beginnen die Kapitalmarkt-Zinsen zu steigen – und das erschwert die Tragfähigkeit der Schulden jener Unternehmen, die derzeit im Reflations-Trade gekauft werden. Im Grunde ist das ein Paradox: wenn die Inflation wirklich käme, wären diejenigen Aktien die Verlierer, die im Reflations-Trade derzeit immens nach oben gekauft werden..

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Rüdiger Born: Nachbesprechung für Nasdaq-Szenario

Rüdiger Born

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Gestern hatte ich im Video und im Trade des Tages ein Aufwärtsszenario im Nasdaq besprochen. Heute folgt sozusagen die Nachbesprechung. Wie geht es weiter im Nasdaq? Mehr dazu in diesem Video.

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Biden sei dank: Märkte glauben an die große Rettung – Risiko war gestern

Claudio Kummerfeld

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Joe Biden tritt heute sein Amt als US-Präsident an. In Windeseile wird er sich offenkundig daran machen sein 1,9 Billionen US-Dollar schweres Stimulus-Paket durch den US-Kongress zu bekommen. Die dortige Mehrheit ist zwar hauchdünn. Aber die Märkte sind frohen Mutes. Woran man das sieht? Schauen wir auf den folgenden Chart im Tweet. Er zeigt die Rendite für US-Schrottanleihen (Junk Bonds). Dies sind Anleihen, bei denen das Ausfallrisiko besonders hoch ist. Da Anleger für ein hohes Risiko entschädigt werden wollen und müssen, erhalten sie höhere Renditen als Inhaber von (vermeintlich sicheren) Staatsanleihen. Die Rendite fungiert hier also als Risikoprämie.

Die Höhe der Risikoprämie zeigt an, für wie ausfallgefährdet der Markt diese Anleihen hält. Je höher die Rendite, desto höher ist in den Augen des Kapitalmarkts das Risiko, dass die begebende Firma dahinter pleite geht, und somit die Anleihe nicht zurückzahlen kann. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2010 den Verlauf der Rendite bei US-Schrottanleihen. Zum Start der Coronakrise im März 2020 schoss die Rendite von 5 Prozent auf über 11 Prozent in die Höhe. Und danach beruhigte sich die Lage wieder, aktuell auf nur noch 4,13 Prozent – ein Rekordtief! In den letzten Monaten kamen die Impfstoff-Hoffnungen auf. Und jetzt seit einigen Tagen wird der große Stimulus in den USA immer konkreter. Wie gesagt, Joe Biden wird heute vereidigt. Und wie seine neue Finanzministerin Janet Yellen gestern klar machte, wird man die US-Volkswirtschaft kräftig mit Geld fluten.

Und wie sie sagte, sei das kräftige Schuldenmachen im Augenblick wichtiger als der Blick auf eine zu hohe Staatsverschuldung. Die müsse man zwar später mit höheren Unternehmenssteuern wieder abbauen, aber kurzfristig müsse man sich stark neu verschulden und die Konjunktur anfeuern. Und ja, der Kapitalmarkt scheint fest daran zu glauben, dass somit die Schrottunternehmen weiterhin im Spiel bleiben, und ihre Schulden weiterhin bedienen können. Wenn nur genug frisches Geld vom Staat kommt, geht die Party also weiter? Dieser Chart zeigt es jedenfalls an. Die Risikoprämie sinkt immer weiter, auf wie gesagt ein Rekordtief von nur noch 4,13 Prozent.

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Blick nach Deutschland

Aber schauen wir auch mal nach Deutschland. Hier sehen wir im folgenden Langfristvergleich seit dem Jahr 2010, wie die Rendite für deutsche Staatsanleihen immer weiter fällt, und der Dax (orange) immer weiter steigt. Das immer weiter sinkende Zinsniveau (in Deutschland dank hoher Bonität deutliche Negativrendite) treibt die Anleger in Aktien, Immobilien etc. Aktuell notieren die Aktienmärkte an ihren Allzeithochs. Heute hat auch der deutsche Staat mal wieder für 30 Jahre laufende Anleihen verkauft, mit einem Bruttovolumen von 1,5 Milliarden Euro. Die Nachfrage lag bei einem Volumen von 1,79 Milliarden Euro.

Und (wie gesagt 30 Jahre Laufzeit) die Emissionsrendite lag bei minus 0,13 Prozent, nach minus 0,06 Prozent im November. Immer weiter sinkende Zinsniveaus, immer mehr Stimulus – da wird die Lücke doch gut aufgefangen oder besser gesagt aufgefüllt, die Corona gerissen hat? Und diese Rettungsorgie wird vor allem in den USA kräftig weiter gehen, davon darf man ausgehen. Und so könnte man glatt sagen, dass „Risiko“ bei Anleihen irgendwas war, dass man mal kannte – aber heute gibt es das nicht mehr?

Chart zeigt Vergleich von Dax gegen Anleiherenditen

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