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DAX daily: Die Dax-Rally könnte zunächst ins Stocken geraten

Stefan Jäger

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am

Der Dax konnte im gestrigen Handel seine Gewinne nochmals ausweiten. Ungeachtet der enormen Vortagsrally legt der deutsche Leitindex erneut um 67 Punkte (0,51%) zu und beendet den Handel schließlich bei 13.163 Punkten. Trotz eines eher durchwachsenen Starts in den Handelstag, mit einem Tagestief bei 13.018, konnte der Index im Folgenden zum Tageshoch bei 13.237 ansteigen. Dazu beigetragen haben sicherlich auch die erfreulichen Zwischenergebnisse des Pharma-Unternehmens CureVac. Obwohl das Unternehmen in der Erforschung eines Impfstoffs noch nicht so weit ist wie Biontech und Pfizer, hat es dennoch die Impfstoff-Hoffnung der Anleger weiter gestützt. Dementsprechend gering fiel auch die Reaktion auf die schwachen ZEW-Daten aus.

Angetrieben durch die Wahl- und Impfstoff-Rally hat der Dax seit dem Tief am 30.10. einen Anstieg von 1.850 Punkten in nur einer Woche hingelegt. Seien wir ehrliche, das ist schon ein wenig verrückt und schreit förmlich nach einer Korrektur. Aber bisher gibt es dafür noch keine Anzeichen. Wir nähern uns aber der Zone, die den Dax zunächst ausbremsen könnte. Es handelt sich um den neuralgischer Punkt im Tageschart bei 13.300, diesen gilt es zu beobachten. An diesem Bereich ist der Dax zuvor mehrmals gescheitert.

Zudem ist die aktuelle Anleger-Stimmung von total niedergeschlagen auf extreme Partylaune angestiegen – hier mehr dazu. Was einen Kontraindikator darstellt. Hinzu kommt noch, dass der Markt ein gutes Stück überkauft ist, was zusätzlich für eine Konsolidierung spricht. Das bedeutet aber nicht, dass man sofort Short gehen sollte, sondern erst auf ein entsprechendes Signal wartet. Nichtsdestotrotz könnte der Dax den Widerstand herausnehmen, dann hätte er noch Platz bis zum September-Hoch bei 13.460.

News und fundamentale Daten

Am heutigen Tag stehen zwar keine entscheidenden Konjunkturdaten auf der Agenda, dennoch könnte es zu mehr Bewegung im Dax und den europäischen Märkten kommen. Um 14:00 tritt nämlich die EZB-Präsidentin Lagarde vor das Mikrofon und äußert sich zur aktuellen Lage und der zukünftigen Geldpolitik.

Auch die Berichtssaison läuft weiter auf Hochtouren. Heute sehen wir zum einen den endgültigen Bericht vom Dax-Unternehmen Continental, zudem erscheinen die Zahlen von E.ON. Darüber hinaus werden zahlreiche Berichte von Unternehmen aus der zweiten Reihe veröffentlicht. Dazu zählen das IT-Systemhaus Bechtle, dem Automobilzulieferer Leoni und dem Biotech-Unternehmen Morphosys.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Die Konsolidierung der Aufwärtsbewegung von Montag dürfte sich fortsetzen. Bisher verläuft diese auf hohen Niveau, auf der Oberseite ist der Dax bei 13.300 gedeckelt, während der Bereich an der 13.000er Marke als Unterstützung dient. Eine Stunde vor Eröffnung handelt der Dax leicht im Plus. Sollte er einen Versuch in Richtung der 13.300 starten, dann muss er zuerst die Hürde bei 13.237 nehmen, dem gestrigen Tageshoch. Kann er darüber ansteigen, dann geht es zum markanten Widerstand bei 13.300. Dort fällt dann die Entscheidung, ob der Dax die Seitwärts-Konsolidierung fortsetzt oder den Widerstand rausnimmt. Im positiven Fall könnte er über die 13.340 in Richtung des September-Hochs bei 13.460 laufen.

Es stellt sich heute aber auch die Frage, ob der Dax weiterhin seitwärts konsolidiert oder eine ausgeprägte Konsolidierung beginnt. Scheitert der Dax an den Marken bei 13.240 bzw. 13.300 und legt den Rückwärtsgang ein oder läuft er direkt bei der Eröffnung abwärts, dann befindet sich bei 13.094 eine erste Unterstützung. Bricht er diese, dann geht es zum gestrigen Tagestief bei 13.018. An dieser Stelle sollte der Dax spätestens wieder ansteigen, um die Seitwärtsrange fortzusetzen. Fällt er allerdings darunter und unterschreitet zusätzlich die 13.000er Marke, dann dürfte es noch tiefer gehen. Die nächsten Unterstützungen folgen dann bei 12.956 und 12.871.

DAX daily: Tagesausblick 11.11. - M15-Chart - Konsolidierungs-Phase

Heutige Pivot Punkte (PP):

13.316 – Pivot Punkt R1

13.093 – Pivot Punkt

12.947 – Pivot Punk.t S1

Dax Unterstützungen (US):

13.094 – M15-Chart

13.018 – Tagestief 10.11.

13.000 – psychologische Marke

12.956 – Punkt 1 Bodenbildung (12.871)

12.871 – Nachttief 10.11.

12.790 – 161,8 % Extension (13.297)

12.670 – Tagestief 09.11.

12.600 – 261,8 % Extension (13.297)

Dax Widerstände (WS):

13.237 – Tageshoch 10.11.

13.297 – Tageshoch 09.11.

13.460 – September-Hoch

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Wall Street: Experte Markus Koch über die Jahresendrally

Markus Fugmann

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Die Wall Street ist in Party-Laune – gestern der Leitindex S&P 500 sowie der Nasdaq 100 mit neuem Allzeithoch. Kommt jetzt die große Jahresendrally – und das nach dem Rekord-Monat November mit zweistelligen Gewinnen bei den großen Indizes der Wall Street?

Wall Street: Comeback der Tech-Aktien zum Jahresende?

Derzeit, so Markus Koch in einem Interview mit „Mission Money„, sei es schlicht schwer, die Bullenherde an der Wall Street aufzuhalten. Das Problem sei, dass die Investoren extrem optimistisch seien, das Sentiment sei euphorisch. Insgesamt aber bleit auch Markus Koch optimsitisch für die Entwicklung der Wall Street – auch im Jahr 2021:

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Markus Koch über die Wall Street und die Jahresendrally

 

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Aktienmärkte: Bringt der dreifache Hexensabbat eine Wende?

Wolfgang Müller

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Das Geschäft mit Optionen wird für die Aktienmärkte immer bedeutsamer, speziell in den USA, wo in der jetzigen Euphoriephase die Umsätze bei Call-Optionen geradezu explodieren. Ungeachtet dessen blickt man stets gespannt auf den viermal in einem Jahr, jeweils am dritten Freitag im Montag stattfindenden großen Hexensabbat entgegen. Der Verfall von Terminkontrakte, wie Futures und Optionen sorgt oft im Vorfeld für große Kursschwankungen, weil Marktteilnehmer die Kurse durch Käufe und Verkäufe von Assets so zu bewegen versuchen, dass die Termimkontrakte Gewinne abwerfen. Was wird im Vorfeld zum 18. Dezember an den Märkten geschehen, zu Zeiten größter Call-Euphorie bei gleichzeitig geringen Depotabsicherungen?

Aktienmärkte: Die große Call-Spekulation

Der November des Jahres 2020 hatte es in sich. Der Ausgang der US-Wahlen, der nicht zu einem befürchteten Chaos geführt hat und die Impfstoffentwicklung, beginnend mit der BioNTech/Pfizer-Meldung am 9. November und dem darauffolgenden Wettlauf um den Termin einer Notzulassung.

Das alles führte zu einem Game Changer für die Aktienmärkte mit zahlreichen Konsequenzen: Verkaufoptionen und Leerverkäufe auf Corona-geschädigte Titel wurden in Windeseile eingedeckt (Stichwort Short Squeeze), Nebenwerte und Value-Titel hingegen in großem Umfang gekauft. Obwohl sich die Käufe nach der Monatsmitte wieder beruhigten (bis auf einige Titel wie Tesla oder Impfstofffirmen) schnellte eines gewaltig in die Höhe – der Optimismus der Anleger (FMW berichtete laufend über die heißgelaufenen Indikationen).

Ob ein Angstbarometer wie der Fear&Greed-Index, das ständig im Bereich extremer Gier um die 90 Punkte notiert, US-Aktienindizes weit oberhalb ihrer Aufwärtstrends, oder ein Dow Jones oberhalb der psychologischen Marke von 30.000 Punkten. Die Hausse nährt die Hausse, wieder einmal, und die Gier sorgt im Optionshandel für außergewöhnliche Konstellationen.

Wie Markus Fugmann in einem seiner letzten Videos festgestellt hat, wurden in der letzten Woche in den USA viermal so viele Calloptionen gekauft, wie es im Durchschnitt der Fall ist. 40 Prozent der Umsätze an der New York Stock Exchange waren Optionen. Hierunter aber kaum Put-Optionen, also sichert man sich nicht ab – im Bewusstsein von Rettungsschirmen durch die Notenbanken (Sitzungen am 10. und 16. November vor dem Hexensabbat) und den Stakkato-artig eintrudelnden Meldungen von der Impfstofffront: Wirksamkeitsstudien, Zulassungsanträge und Hinweise auf den Start der Impfungen. Eine selten positive Konstellation von „Good News“ – und dies in der guten saisonale Phase der Aktienmärkte zu Jahresende. Aber was passiert mit den vielen Call-Optionen (35 Millionen allein vor Thanksgiving) in den nächsten Tagen?

Die ungewöhnliche Anzahl an Calls hat die Market Maker gezwungen, über ihr Delta Hedging immer mehr die zugrunde liegenden Titel zu kaufen. Manchmal öffneten die Märkte mit einem Gap, so dass man ständig gezwungen war, Aktien am Markt nachzukaufen. Desto stärker die Hebelwirkung (größeres Delta) bei den Calls, desto größer das Hedging der Gegenseite.

Was passiert aber, wenn die Kurse einen Rücksetzer machen, oder viele Kontrakte am Verfallstag auslaufen? Die Market Maker werden die Werte verkaufen, die sie zum Zwecke der Absicherung gekauft haben und den Abwärtstrend verstärken. Ein Thema, welches noch bedeutsam werden könnte, denn Put-Optionen gibt es kaum, die beim Schließen der Position zum kursstabilisierenden Kauf des Basiswertes führen würden, der bekannten Short Squeeze.

Was werden die Inhaber der Call-Optionen in der letzten Woche vor dem großen Verfall tun? Die Kontrakte verlängern über das Jahresende und die sehr häufig positive Aktienphase hinaus, hinein in einen Monat Januar, der sehr häufig mit Rückschlägen endete?

Übersicht: Keiner hat bald mehr Puts

Dire Aktienmärkte euphorisch, kaum Put-Absicherungen

Grafik: northmantrader.com

Fazit

Der Optimismus der Aktienmärkte ist übergroß und schreit nach einer Korrektur. Eine riesige Herde an Zockern, die mit Kaufoptionen schnell reich werden wollen und die Gegenseite, die Stillhalter, die in die Basiswerte getrieben werden.

Das wird zu Reaktionen führen müssen, Optionen haben ein Verfallsdatum und reagieren auf die implizite Volatilität.

Was mir aber nicht einleuchtet ist, dass die jetzige Situation immer wieder mit historischen Zyklen verglichen wird. Corona hat eine absolute Sondersituation geschaffen und ein Impfstoff in großer Verfügbarkeit ändert vieles in dem für die Aktienmärkte relevanten Zeitraum. Wie sagte der Chef einer französischen Großbank? Wir haben eine Gesundheitskrise, keine Wirtschaftskrise – sehr optimistisch, aber da ist etwas dran. Für die Aktienmärkte zählen nicht die nächsten vier Wochen oder das neue Quartal. Das Kommende wird immer dann interessant, wenn Fakten präsentiert werden, die die lange Sicht ändern – das Delta zwischen eingepreister und veränderter Erwartung.

Tourismus und Luftfahrt liegen stärker im Minus als in Kriegssituationen, die Maschinen, Hotels und Einrichtungen sind aber nicht zerstört und wenn es in einem halben Jahr eine Impfung der Bevölkerung geben hat, so werden manche Industrien wie Phoenix aus der Asche auftauchen. Die Messung eines aktuellen KGVs ist nicht so bedeutsam, wenn die Aktienmärkte mindestens sechs bis neun Monate in die Zukunft blicken.

Der zweite Fakt ist der monetäre: Wieso sieht man nicht die 35 Billionen Dollar an Anleihen, die real negativ verzinst sind oder die Durchschnittsrendite der 7 bis 10-jährigen Staasanleihen, die noch vor ein paar Wochen 0,18 Prozent Rendite abwarf? Das Dilemma für die Finanzbranche schlechthin. Wieso soll es angesichts weiterer zugesicherter Notenbankkäufe größere Umschichtungen von Aktien in Anleihen geben, auch bei leichten Zinsanstiegen?

Und wieso vergleicht man das KGV der Aktienmärkte von 2020 mit dem KGV von 2000, bei der Dotcom-Bubble? Damals lagen die Zinsen bei über 6 Prozent, das KGV der lang laufenden Anleihen bei 15 – und heute? Jeder spricht über die Euphorie infolge der Impfstoffentwicklung, die eine Pandemie in Monaten beenden kann, mit all den Folgewirkungen. Klar, die Call-Positionierung ist zu hoch und wird abgebaut werden. Wieso aber immer die Geschichte von den überteuren Aktienmärkten? Anleihen sind superteuer dagegen.

Natürlich kann sich die Konstellation Anleihen – Aktien ändern und sie wird sich auch, wenn das billionenschwere Stimulusprogramm der Demokraten in die Tat umgesetzt würde. Aber in der jetzigen Situation? In der „Endphase“ von Corona mit einem nochmaligen Anschwellen der Infektionszahlen und mit den großen Notenbankentscheidungen.

Ein Anspringen der Wirtschaft, ein Anstieg der Inflation und neue Schuldenpakete, das wäre der Stoff für eine Neubewertung der Aktienmärkte.

Bringt der Hexensabbat eine Wnede für die Aktienmärkte?

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Finanznews

Aktienmärkte: 1929, 1999, heute – Geschichte reimt sich! Videoausblick

Markus Fugmann

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Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich – und so erinnert die derzeitige Euphorie der Aktienmärkte an die Stimmung von 1929 (Boom kurz vor der Weltwirtschaftskrise) und 1999 (Dotcom-Blase). Die Erwartungen an die Wirtschaft nach der Coronakrise sind immens, eine perfekte Welt ist eingepreist. Gestern aber kurz vor US-Handelsschluß dann ein deutlicherer Rücksetzer, nachdem Pfizer bekannt gab, nur die Hälfte des Impfstoff-Volumens im Dezember liefern zu können. Eigentlich ist das ziemlich unbedeutend – zeigt aber, wie empfindlich die Aktienmärkte reagieren, wenn die Impfstoff-macht-alles-wieder-gut-Euphorie hinterfragt wird. Unterdessen verschärft sich die Coronakrise in den USA weiter mit neuen Rekorden, es drohen immer breitflächigere Lockdowns..

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Anmeldestatus

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