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DAX daily: Fakten und Marken für den heutigen Handelstag

Stefan Jäger

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Welchen Weg wird der Dax einschlagen? Nach dem Absturz der letzten Woche, fragen sich einige, ob wir nicht doch eine W-Erholung sehen (hier mehr dazu). Oder handelt es sich weiterhin um eine V-Erholung, die nur eine kurze Pause einlegt. Die kommenden Tage können Abhilfe schaffen die Frage zu beantworten. Die letzte Woche hat gezeigt, dass die Märkte immer noch fragil sind. Insgesamt wurde im Dax ein Wochenverlust von knapp 900 Punkten erzielt. Dabei hat sich am Donnerstag ein island reversal (bärische Insel) im Tageschart gebildet, was ein starkes Trendumkehrsignal ist. Der Schlusskurs wurde am Freitag bei 11.949 eingebucht. Um den derzeitigen Abwärtstrend zu beenden, muss der Dax diese Woche wieder über die 200SMA bei 12.148 und die 12.488 (76,4% Erholung) ansteigen. Darüber liegt dann das Gap zur bärischen Insel bei 12.530.

Im großen Bild alles noch bullisch

Im großen Bild hat der Dax das 23,6% Retracement der Strecke 8.255 (März-Tief) bis 12.914 (Hoch vom 08.06.) angelaufen. Bisher ist das als eine bullische Korrektur zu werten. Demnach könnte auch noch das 38,2% Retracement bei 11.133 angelaufen werden. Die erhöhte Volatilität – Ausbruch im VIX – sollte weiterhin für Bewegung sorgen. Außerdem bietet die aktuelle Woche, mit dem großen Verfalltag (Hexensabbat) am Freitag, erneut viel Spannung. Bis zum Ende der Woche sollten wir dann sehen wohin die Reise geht.

Fundamentale Situation

In der Nacht wurden die Zahlen zur Industrieproduktion für den Mai aus China veröffentlicht. Diese sind mit 4,4% schlechter als erwartet (5%) ausgefallen. Damit konnte die Asien-Rampe den Dax abermals nicht stützen. Um 11:00 Uhr folgen dann die Daten zur Handelsbilanz aus der Euro Zone. Zudem werden die Daten vom NY Empire State Herstellungsindex um 14:30 bekannt gegeben. Am Wochenende kam es in China zu einem erneuten Corona-Ausbruch. Genauer gesagt, hat das Virus in Peking auf dem städtischen Großmarkt zugeschlagen. Davor war es rund ums Coronavirus in China ruhig geworden. Aber die Furcht vor einer zweiten Welle hat sich nach dem größten Corona-Ausbruch seit April deutlich erhöht. Auch in den USA ist die Anzahl der Neuinfektionen in den letzten Tagen wieder angestiegen. Im Gegensatz zu Deutschland und Europa sind die USA weiterhin stark von der Corona-Pandemie betroffen. Sollte sich dadurch der Druck auf die US-Indizes erhöhen, hat das auch Auswirkung auf den Dax.

Die wichtigen Marken des Dax für heute und diese Woche

Der Dax startet heute Morgen mit einem weiteren Abwärtsgap in den Handel. Demnach liegt der Dax eine Stunde vor Eröffnung bei 11.630. Das sind über 300 Punkte unter dem Schlusskurs von Freitag. Zudem handelt der Kurs in der Nähe der wichtigen Unterstützung bei 11.679 (61,8% Erholung). Diese sollte der Dax schnellstmöglich zurückerobern, ansonsten könnte das nächste Ziel die 261,8% Extension bei 11.530 sein. Verstärkt sich der Abwärtsdruck, dann dürfte es sogar noch in Richtung des großen Unterstützungsbereichs von 11.400 bis 11.240 gehen. Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand bei 11.750, gefolgt von 11.830/50. Darüber liegt der heutige Pivot Punkt bei 11.992. Wichtig bleibt die SMA200 bei ca. 12.150. Knapp darüber befindet sich das Tageshoch (12.173) von Freitag. Die nächstgrößere Hürde wartet dann bei 12.300 auf den Dax, bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Des Weiteren haben wir zwei offene Gaps – 11.586 und 11.391 – in Reichweite.

Die Marken für den heutigen Tag

Unterstützungen (US):

11.679 – 61,8% Fibo Retracement

11.530 – 261,8% Fibo Ext. vom Top

11.391 – Gap vom 25.05.

11.240 – US im Tageschart

Widerstände (WS):

11.750 – Wochentief

11.830/50 – WS im Stundenchart

11.990 – Pivot Punkt

12.050 – WS im 15-Minutenchart

12.148 – SMA200 Tageschart

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstigen Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

Dax daily: Fakten und Marken für den Handel - Tagesausblick

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Finanznews

Inflation und das Paradox der Erwartungen! Marktgeflüster (Video)

Eines scheint für die Investoren klar zu sein: wenn die Coronakrise überwunden ist, kommt die Inflation. Aber das wäre besonders schlecht für den Reflations-Trade!

Markus Fugmann

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Eines scheint für die Investoren klar zu sein: wenn die Coronakrise überwunden ist, kommt die Inflation – deshalb spielen alle Investoren den „Reflations-Trade“ und kaufen vor allem Aktien aus den Sektoren Energie, Industrie und Materialien. Es sind aber vor allem diese Sektoren, die eine besonders hohe Verschuldung aufweisen – und aufgrund der Politik der Notenbanken dennoch derzeit extrem günstig Schulden machen können. Aber wenn die Inflation wirklich steigt, dann beginnen die Kapitalmarkt-Zinsen zu steigen – und das erschwert die Tragfähigkeit der Schulden jener Unternehmen, die derzeit im Reflations-Trade gekauft werden. Im Grunde ist das ein Paradox: wenn die Inflation wirklich käme, wären diejenigen Aktien die Verlierer, die im Reflations-Trade derzeit immens nach oben gekauft werden..

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Rüdiger Born: Nachbesprechung für Nasdaq-Szenario

Rüdiger Born

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Gestern hatte ich im Video und im Trade des Tages ein Aufwärtsszenario im Nasdaq besprochen. Heute folgt sozusagen die Nachbesprechung. Wie geht es weiter im Nasdaq? Mehr dazu in diesem Video.

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Biden sei dank: Märkte glauben an die große Rettung – Risiko war gestern

Claudio Kummerfeld

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Joe Biden tritt heute sein Amt als US-Präsident an. In Windeseile wird er sich offenkundig daran machen sein 1,9 Billionen US-Dollar schweres Stimulus-Paket durch den US-Kongress zu bekommen. Die dortige Mehrheit ist zwar hauchdünn. Aber die Märkte sind frohen Mutes. Woran man das sieht? Schauen wir auf den folgenden Chart im Tweet. Er zeigt die Rendite für US-Schrottanleihen (Junk Bonds). Dies sind Anleihen, bei denen das Ausfallrisiko besonders hoch ist. Da Anleger für ein hohes Risiko entschädigt werden wollen und müssen, erhalten sie höhere Renditen als Inhaber von (vermeintlich sicheren) Staatsanleihen. Die Rendite fungiert hier also als Risikoprämie.

Die Höhe der Risikoprämie zeigt an, für wie ausfallgefährdet der Markt diese Anleihen hält. Je höher die Rendite, desto höher ist in den Augen des Kapitalmarkts das Risiko, dass die begebende Firma dahinter pleite geht, und somit die Anleihe nicht zurückzahlen kann. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2010 den Verlauf der Rendite bei US-Schrottanleihen. Zum Start der Coronakrise im März 2020 schoss die Rendite von 5 Prozent auf über 11 Prozent in die Höhe. Und danach beruhigte sich die Lage wieder, aktuell auf nur noch 4,13 Prozent – ein Rekordtief! In den letzten Monaten kamen die Impfstoff-Hoffnungen auf. Und jetzt seit einigen Tagen wird der große Stimulus in den USA immer konkreter. Wie gesagt, Joe Biden wird heute vereidigt. Und wie seine neue Finanzministerin Janet Yellen gestern klar machte, wird man die US-Volkswirtschaft kräftig mit Geld fluten.

Und wie sie sagte, sei das kräftige Schuldenmachen im Augenblick wichtiger als der Blick auf eine zu hohe Staatsverschuldung. Die müsse man zwar später mit höheren Unternehmenssteuern wieder abbauen, aber kurzfristig müsse man sich stark neu verschulden und die Konjunktur anfeuern. Und ja, der Kapitalmarkt scheint fest daran zu glauben, dass somit die Schrottunternehmen weiterhin im Spiel bleiben, und ihre Schulden weiterhin bedienen können. Wenn nur genug frisches Geld vom Staat kommt, geht die Party also weiter? Dieser Chart zeigt es jedenfalls an. Die Risikoprämie sinkt immer weiter, auf wie gesagt ein Rekordtief von nur noch 4,13 Prozent.

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Blick nach Deutschland

Aber schauen wir auch mal nach Deutschland. Hier sehen wir im folgenden Langfristvergleich seit dem Jahr 2010, wie die Rendite für deutsche Staatsanleihen immer weiter fällt, und der Dax (orange) immer weiter steigt. Das immer weiter sinkende Zinsniveau (in Deutschland dank hoher Bonität deutliche Negativrendite) treibt die Anleger in Aktien, Immobilien etc. Aktuell notieren die Aktienmärkte an ihren Allzeithochs. Heute hat auch der deutsche Staat mal wieder für 30 Jahre laufende Anleihen verkauft, mit einem Bruttovolumen von 1,5 Milliarden Euro. Die Nachfrage lag bei einem Volumen von 1,79 Milliarden Euro.

Und (wie gesagt 30 Jahre Laufzeit) die Emissionsrendite lag bei minus 0,13 Prozent, nach minus 0,06 Prozent im November. Immer weiter sinkende Zinsniveaus, immer mehr Stimulus – da wird die Lücke doch gut aufgefangen oder besser gesagt aufgefüllt, die Corona gerissen hat? Und diese Rettungsorgie wird vor allem in den USA kräftig weiter gehen, davon darf man ausgehen. Und so könnte man glatt sagen, dass „Risiko“ bei Anleihen irgendwas war, dass man mal kannte – aber heute gibt es das nicht mehr?

Chart zeigt Vergleich von Dax gegen Anleiherenditen

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