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DAX daily: Große Verfallswoche – heiße Hexen und ultralockere Fed

Stefan Jäger

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am

Auf geht es für den Dax in die große Verfallswoche (Hexensabbat) – lassen die heißen Hexen den Dax tanzen oder doch eher die Fed? Trotz des Einbruchs an den US-Börsen hat der deutsche Leitindex eine starke Börsenwoche mit einem Gewinn von knapp 3 % abgeliefert. In der Regel folgt der Dax seinem großen Bruder dem S&P500 auf Schritt und Tritt, aber in den letzten Wochen konnte er sich emanzipieren. Auch in der vergangenen Woche zeigte sich der Leitindex enorm stabil, damit liefert er die Bestätigung, dass er sich von der Wall Street abgekoppelt hat. Was dem Dax derzeit entgegenkommt, ist die breite Umschichtung von Tech hin zu Value Aktien. Da er alles andere als ein techlastiger Index ist, kann er von der gegenwärtigen Lage profitieren.

Der Schlusskurs am Freitag lag bei 13.202, nachdem der Dax stundenlang um diese Marke hin und her gependelt war. Das Tagestief wurde bei 13.117 markiert und das Tageshoch lag bei 13.255. Zuletzt nutzten Anleger jeden Rücksetzer in den Bereich von 12.850 immer wieder zum Einstieg, daran konnten auch die absackenden US-Börsen nichts ändern.

Dax Wochenausblick

Auf dem derzeitigen Niveau bleibt das September-Hoch bei 13.460 weiterhin in Reichweite. Dieser Bereich könnte die letzte Barriere vor einem Anlauf des Allzeithochs darstellen. Kann sich der Dax über der 13.300er Marke etablieren, dann stehen die Chance gut, dass das September-Hoch überwunden wird. Danach ist es auch nicht mehr weit zu den alten Höchstständen aus dem Februar. Nimmt die Korrektur an der Wall Street allerdings nochmal Schwung auf, dann muss man beim Dax erneut mit Kursen unter der 13.000er Marke rechnen.

Ein weiterer Stolperstein für die Dax-Rally könnte der am Freitag stattfindende große Verfall sein. Am sogenannten Hexensabbat laufen an den Derivatbörsen die Terminkontrakte und Optionen auf Aktien aus. Vorher versuchen die Stillhalter, die Kurse in die für sie vorteilhafte Richtung zu drücken, weshalb es zu starken Schwankungen kommen kann.

News und fundamentale Daten

Auch was die Konjunkturdaten angeht, stehen wir vor einer heißen Woche. Los geht es heute um 11:00 Uhr mit der Industrieproduktion (Jul) aus der Eurozone. Am Dienstag sehen wir dazu die Industrieproduktion aus China als auch aus den USA. Zudem erscheint der viel beachtete ZEW-Index zur Konjunkturerwartung in Deutschland. In dem vergangenen Monat kletterte der Index noch auf ein Nach-Corona-Hoch, aufgrund der gestiegenen Coronafälle könnte es diesmal aber einen kleinen Dämpfer beim ZEW geben.

Nachdem die EZB ihre geldpolitischen Maßnahmen vorgestellt hat, geht es am Mittwoch weiter mit der Fed. Dann sind wieder alle Augen auf die Federal Reserve gerichtet. Die Fed veröffentlicht die Zinsentscheidung sowie das FOMC-Statement. Außerdem wird Jay Powell vor das Mikrofon treten und die aktuellen Beschlüsse sowie die weitere Vorgehensweise erläutern. Da es für die US-Zentralbank kein Weg zurück von dem eingeschlagenen Kurs gibt, kann sie ihre ultalockere Geldpolitik nur ein weiteres Mal bekräftigen. Alles andere wäre eine große Überraschung. Hierdurch könnte sie die Rally an den US-Märkten wiedererwecken, was demzufolge den Dax weiter beflügelt.

Am Donnerstag sehen wir dann den Verbraucherpreisindex (Aug) für die Eurozone. Zusätzlich erscheint der Philly Fed Herstellungsindex sowie die wöchentlichen US-Arbeitsmarktdaten. Am Hexensabbat werden dann nur noch den Erzeugerpreisindex aus Deutschland und US-Verbraucherdaten der Uni-Michigan veröffentlicht.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Zum Wochenstart notiert der Dax bereits über dem Schlusskurs vom Freitag, daher geht es höchstwahrscheinlich mit einem Aufwärts-Gap in den Handel. Zur Eröffnung könnte es nach einem kurzen Rücksetzer, zum Beispiel an die 13.221 oder zum Gap-Close bei 13.202, weiter gen Norden gehen. Oder es geht direkt hoch, dann würde ein Short-Squeeze den Kurs weiter antreiben. An der 13.300 hat sich der Dax schon mehrfach die Zähne ausgebissen, diesen Widerstand gilt es zu durchbrechen. Ein Anstieg darüber wäre ein bullisches Signal. Danach folgen weitere Hürden am Pivot Punkt R1 bei 13.329 und der 200 % Extension bei 13.356. Zusammen mit gut aufgelegten US-Futures könnte der Dax auch diese überwinden und zur 261,8 % Extension (Zwischentief) bei 13.375 ansteigen. Darüber liegt dann noch der Pivot Punkt R3 bei 13.401, bevor es zum September-Hoch bei 13.460 geht.

Scheitert der Dax jedoch erneut an dem Widerstand bei 13.300 bis 13.315, dann könnte er den Rückwärtsgang einlegen. Eine erste Unterstützung liegt dann am Pivot Punkt R1 bei 13.256. Weiteren Halt bieten die Marken bei 12.221 (ex Doppeltop) und der Pivot Punkt bei 13.184. In dem Bereich könnte der Dax wieder nach oben abdrehen. Wenn nicht, dann steigt die Chance, dass der Dax den ausgebildeten Boden bei 13.117 (3fach-Boden) testet. Hier liegt auch noch der Pivot Punkt S1 bei 13.110. Dieser Bereich sollte dem Dax spätestens Halt geben und als Sprungbrett gen Norden dienen. Ein Bruch der Unterstützung wäre allerdings ein bärisches Signal. Darunter könnte es über die 13.053 wieder zur runden 13.000er Marke abrutschen.

In dieser Woche ist alles möglich. Die Fed am Mittwoch und der Hexensabbat am Freitag können die Märkte stark beeinflussen, in die eine aber auch in die andere Richtung. Somit könnte uns eine volatile Handelswoche bevorstehen. Aus Trader-Sicht gibt es einige Trading-Events, die für Schwung und Bewegung sorgen könnten. Auf geht’s…

DAX daily: Tages- und Wochenaublick - H1-Chart - Fed und Hexensabbat

Dax Unterstützungen (US):

13.256 – Pivot Punkt R1

13.221 – ex Doppeltop

13.184 – Pivot Punkt

13.117 – 3-fach Boden

13.110 – Pivot Punkt S1

13.053 – Stundenchart

13.020 –  38,2 % Retracement

12.973 – Tagestief 09.09.

Dax Widerstände (WS):

13.300 – 3-fach Top

13.329 – Pivot Punkt R2

13.356 – 200 % Extension (Nachttief 09.09.)

13.375 – 261,8 % Extension (Zwischentief)

13.401 – Pivot Punkt R3

13.460 – September-Hoch

13.498 – 261,8 % Extension

13.562 – Tageschart

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstigen Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Dax: Euphoire abgebaut, die Rally kommt ins Stocken

Immer wieder startet der DAX im Minus, rauscht noch ein wenig tiefer, um sich dann im Tagesverlauf wieder zu erholen. Die Euphorie läßt nach

Stephan Heibel

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Wir befinden uns weiterhin in der Verarbeitung der Kursgewinne der vergangenen Wochen: Wie angekündigt pendelt der DAX kräftig hin und her, wenngleich diese Bewegung im Wochenvergleich mit +0,8% kaum zu sehen ist.

Immer wieder startet der DAX im Minus, rauscht noch ein wenig tiefer, um sich dann im Tagesverlauf wieder zu erholen. Ich vermute, dass Gewinnmitnahmen zum Börsenstart zunächst für Verunsicherung sorgen, so dass sich ein Abwärtstrend verstärkt, bis dann langfristig optimistisch gestimmte Anleger Aktien einsammeln, denen sie eine rosige Zukunft ausmalen.

So ist das Anlegersentiment diese Woche leicht gegenüber der Vorwoche angestiegen (+0,8 auf 2,0). Auch die Selbstzufriedenheit konnte leicht auf 2,5 zulegen.

Den größten Sprung gab es bei der Zukunftserwartung, die um 1,9 auf 2,8 angesprungen ist. Die Bullen haben also wieder klar die Oberhand. Und besser noch, sie wollen ihre optimistische Überzeugung auch durch Käufe zum Ausdruck bringen: Die Investitionsbereitschaft ist auf 1,4 gestiegen.

Damit hat die Seitwärtsbewegung im DAX der vergangenen zwei Wochen die Partylaune, den Überschwang beseitigt. Eine positive Grundstimmung bleibt. Für die Zukunft sehen Anleger nach diesen zwei Wochen der Bereinigung wieder positiver. Damit haben wir eine konstruktive Entwicklung im Anlegersentiment. Die Euphorie ist abgebaut, es besteht jedoch auf der anderen Seite noch kein Druck für bald steigende Kurse. Die Situation ist derzeit als neutral zu bezeichnen.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger stieg erstmals seit September über Null an: Erstmals spekulieren wieder mehr Anleger auf steigende Kurse, als dass man sich gegen Kursverluste absichert.

Profis, die sich über die Eurex absichern, haben ihre Put-Positionen hingegen hochgefahren: Das Put/Call-Verhältnis zeigt eine gestiegene Absicherungstätigkeit der Profis an.

Dies steht im Widerspruch zu den US-Anlegern, deren Put/Call-Verhältnis weiterhin extrem niedrig ist: In den USA spekuliert man offensichtlich auf eine Fortsetzung der Rallye.

US-Fondsmanager haben ihre Investitionsquote sogar auf das höchste Niveau der vergangenen zwei Jahre gehievt: Über Hebelprodukte ist die Investitionsquote auf 113% des verwalteten Kapitals gestiegen.

Das Bulle/Bär-Verhältnis der US-Privatanleger steht bei 8% und zeigt einen nur noch leichten Bullenüberhang auf. Seit November ist der Bullenüberhang somit von 28% kontinuierlich zurückgegangen. Ein ähnliches Bild gibt auch die AAII-Umfrage unter Privatanlegern der USA wider. Das Bärenlager erhält Zulauf, wenngleich auf niedrigem Niveau.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 zeigt mit 67% eine neutrale Marktverfassung an.

Dax: Interpretation des Sentiments

Sowohl in Deutschland als auch in den USA haben wir eine deutliche Stimmungsabkühlung gesehen, während gleichzeitig der Zukunftsoptimismus angestiegen ist. Eigentlich eine gute Voraussetzung für den nächsten Kursanstieg. Es ist in meinen Augen daher nur die Frage, wann die Rallye beim Dax wieder aufgenommen wird, nicht ob.

Doch das „wann“ lässt sich schwer beantworten. Die USA haben die Amtsübergabe ihres Präsidenten erfolgreich hinter sich gebracht. Nun könnte man meinen, die Aktienmärkte sprengen die Ketten, in die sie zuvor gelegt worden waren.

Doch es wäre nicht das erste Mal, dass mit „sell the news“ Anleger zunächst Kasse machen, bevor die Rallye wieder aufgenommen werden kann. Und nach den exorbitanten Kursgewinnen der vergangenen Wochen und Monate kann dieser Prozess der Gewinnmitnahmen noch ein wenig länger dauern.

Somit bleibt die Grundaussage der vergangenen Wochen weiter bestehen: Stop Loss Marken sollten beachtet werden. An schwachen Tagen können Sie ihre Lieblinge einsammeln. Doch es gibt noch keinen Grund zur Eile.

Die Euphorie im Dax ist abgebaut

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Finanznews

Aktienmärkte: Ich werde bullisch – schnell verkaufen! Marktgeflüster (Video)

Wenn die Wirtschaft anspringt, dann müssen auch die Aktienmärkte steigen! Deshalb werde ich jetzt extrem bullisch – Aktien steigen immer!

Markus Fugmann

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Die Konjunktur in den USA brummt, wie heutige Daten zeigen – also werde ich jetzt bullisch für die Aktienmärkte! Denn wenn die Wirtschaft anspringt, dann müssen auch die Aktienmärkte steigen, oder? Dazu kommt jetzt auch noch der Stimulus in den USA – besser geht nicht! Und nächste Woche werden Apple, Facebook und Tesla ihre Zahlen berichten – das wird sicher extrem bullisch werden, denn die tollen Zahlen sind bestimmt noch nicht ausreichend eingepreist, oder? Ausserdem: Aktien steigen immer – das zeigt schon der Blick in die Geschichte! Und heute ist Janet Yellen als Finanzministerin bestätigt worden – können Sie sich an einen einzigen Tag erinnern, an dem die Aktienmärkte gefallen sind, als Yllen noch Fed-Chefin war? Eben..

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Allgemein

Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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