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DAX daily: Keine guten Vorzeichen – Wochenausblick

Die Nervosität bei den Dax-Anlegern ist in der vergangenen Woche rapide angestiegen. Wen verwundert es, aufgrund einer kräftig erhöhten Volatilität glich die Handelswoche einer Achterbahnfahrt. Die Meldungen rund um den Machtkampf zwischen jungen Tradern und den Hedgefonds haben dabei das Tagesgeschehen bestimmt und eine neue Unsicherheit in die Aktienmärkte gebracht. Zudem lastet das Impfstoff-Chaos in Deutschland und der EU auf der Stimmung der hiesigen Anleger. Dementsprechend rutschte der Dax um knapp 3% ab und verbuchte den größten Wochenverlust seit drei Monaten. Am Freitag ging es für den deutschen Leitindex 1,7% abwärts, schließlich wurde die Handelswoche bei 13.432 Punkten beendet.

Betrachtet man aber den 20% Anstieg seit Ende Oktober, dann handelt es sich bei den Verlusten zunächst nur um überfällige Gewinnmitnahmen. Ob sich daraus eine größere Korrektur entwickelt, werden die nächsten Wochen zeigen. Aus charttechnischer Sicht ist die Börsenampel mit dem nachhaltigen Bruch der Unterstützung bei 13.600 von Grün auf Orange gesprungen. Damit hat der Dax auch den Grundstein für eine etwas ausgedehntere Korrektur gelegt. Ein Rücksetzer bis zur runden Marke von 13.000 Punkten wäre durchaus möglich.

In dieser Woche müssen sich die Dax-Anleger mit zwei Fragen beschäftigen. Erstens, ob die Auseinandersetzungen zwischen David und Goliath weitergehen? Und zweitens, ob die Farce bei der Beschaffung von Impfstoffen zu weiteren Corona-Beschränkung oder einer möglichen Verlängerung des Lockdowns führt? Der stotternde Impfstart verlangsamt folglich die Eindämmung der Corona-Pandemie und lässt die Wirtschaftserholung nach hinten rücken. Zudem dürften die Kursturbulenzen bei den US-Videospielehändler GameStop und anderen Unternehmen auch diese Woche ein Unsicherheitsfaktor bleiben. Gleichwohl ist ein Lichtblick am Horizont zu erkennen. Das geplante US-Konjunkturpaket über 900 Milliarden Dollar könnte kurzfristig durch den Kongress gebracht werden. Ein weiterer Stimulus wäre Balsam auf die Seele der Aktienmärkte.

News und fundamentale Daten

In dieser Handelswoche stehen erneut die Einkaufsmanagerindizes (EMI) aus China, den USA und Deutschland im Fokus. Der bereits heute Nacht veröffentlichte HSBC Einkaufsmanagerindex für das Gewerbe ist mit einem Wert von 51,5 schlechter als erwartet ausgefallen (Prognose 52,7, vorher 53). Damit zeigt sich der Industriesektor in China zwar weiterhin robust, aber der Peak könnte zunächst erreicht sein. Um 9:55 folgen dann die EMI-Daten der Industrie aus Deutschland. Zuvor wurden bereits die Einzelhandelsumsätze veröffentlicht. Diese sind deutlich schwächer als erwartet ausgefallen, der Wert liegt aktuell bei -9,6% (Prognose -2,6%; vorher 1,9%). Am Nachmittag erscheint schließlich noch der Einkaufsmanagerindex aus den USA.

Auch in den nächsten Tagen stehen diverse Wirtschaftsdaten auf der Agenda. Dabei wird der Fokus der Börsianer besonders auf den US-Arbeitsmarktdaten am Freitag liegen. Nachdem im Vormonat überraschend viele Stellen abgebaut wurden, gehen Analysten diesmal wieder von einem geringen Stellenaufbau aus. Die am Mittwoch erscheinenden ADP-Beschäftigungszahlen liefern vorab einen Vorgeschmack auf die offiziellen Zahlen. Am Mittwoch wird zudem der enorm wichtige US-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor veröffentlicht. Der Konsum ist das Herzstück der US-Konjunktur, daher werden Anleger ihr Augenmerk auf das Stimmungsbarometer richten. Die zahlreichen Daten am Mittwoch könnten folglich für Schwung an den US-Indizes sowie dem Dax sorgen.

Darüber hinaus kommt in dieser Woche Bewegung in die deutsche Bilanzsaison. Aus dem Dax legen sowohl die Deutsche Bank als auch Deutschlands größter Halbleiterhersteller Infineon ihre Quartalsberichte vor. Außerdem erscheinen die detaillierten Ergebnisse von Siemens, die vorab veröffentlichten Daten hatten die Aktie jüngst auf ein neues Rekordhoch geführt. In den USA befindet sich die Berichtssaison weiterhin in der Hochphase. Mit den beiden Tech-Giganten Alphabet und Amazon berichten die beiden verbleibenden Unternehmen der FAANG-Aktien ihre Quartalszahlen. Zudem sehen wir zahlreiche weitere Berichte, wie zum Beispiel von dem Biontech Partner Pfizer, dem Chiphersteller Qualcomm, dem Zahlungsdienstleister PayPal und vielen mehr.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Nachdem der Dax in der Nacht auf ein Tief bei 13.260 gefallen war, zeigt er sich wieder erholt und dürfte freundlich in die neue Handelswoche starten. Die Marke bei 13.260 ist gleichzeitig die 161,8% Extension vom Top, die punktgenau getroffen wurde. Bevor eine Erholung einsetzt, könnte zunächst das Gap zum Freitag bei 13.432 geschlossen werden. Dieser Bereich sollte als Sprungbrett agieren und Dax wieder in Richtung der 13.600er Marke befördern. Kann sich der Index allerdings nicht über der Unterstützungszone bei 13.430 halten, dann dürfte es zum Freitagstief bei 13.403 gehen. Fällt er auch darunter, dann folgen die nächsten Unterstützungen erst bei 13.330/310 und 13.260.

Hält sich der Dax über der 13.430, dann besteht eine gute Chance auf eine Erholung. Eine erste markante Widerstandszone befindet sich im Bereich von 13.600. Hier liegt zum einen das Tageshoch von Freitag bei 13.593 sowie das 38,2% Retracement (14.131-13.260) bei 13.595. Oberhalb von 13.600 hellt sich das Bild deutlich auf. Dann könnte der Dax bis 13.675 und sogar bis zum Hoch bei 13.717 ansteigen. Überwindet er auch dieses, dann befinden sich weitere Widerstände bei 13.745 und 13.805. Unterhalb von 13.805 bleibt das Top jedoch aktiv, erst ein Anstieg darüber könnte die Bullen etwas aufatmen lassen.

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Dax daily: Tages- und Wochenausblick - H1-Chart - die Vorzeichen stehen auf Korrektur

Dax Unterstützungen (US):

13.420 – US-Zone (H4/daily)

13.403 – Tagestief 29.01.

13.330 – vormals WS-Zone (September Range)

13.311 – Tagestief 28.01.

13.260 – 161,8% Extension (123-Top 14.131)

13.130 – 200% Extension (123-Top 14.131)

Dax Widerstände (WS):

13.593 – Tageshoch 29.01.

13.600 – ehemals US-Zone

13.698 – Tageshoch 28.01.

13.745 – horizontaler WS

13.805 – Punkt 1 Topbildung

13.851 – Tageshoch 27.01.

13.930 – Tageshoch 26.01.

14.029 – MOB-Marke

Disclaimer

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1 Kommentar

  1. Guten Morgen Herr Fugmann,
    Ihr Blog ist mein Lichtblick was ehrliche Information angeht. Sie positionieren sich, damit kann ich was anfangen.
    Zu den Leerverkaufen habe ich noch Frage: kann es sein, dass meine Hausbank auch Aktien von mir verleiht? WS würde passieren, wenn ein Hedgefond pleite geht und die Aktien nicht mehr zurückgeben kann – er hat ja keine mehr?

    Besten Dank für Aufklärung.

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