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Indizes

DAX daily: Nanu, ist denn schon Weihnachten? – Heute EZB-Bescherung

Stefan Jäger

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Heute steht der Dax im Bann der Europäischen Zentralbank, wie ein Kind am Weihnachtsabend wartet man auf die Geschenke der EZB. Bei aller Vorfreude hat der deutsche Leitindex im gestrigen Handel den Ausbruch über der 13.300er Marke geschafft, dabei schoss der Kurs per Short-Squeeze bis an das September-Hoch bei 13.460. Dort angekommen ging ihm allerdings die Kraft aus. Während die Wall Street die kräftigen Gewinne der Vortage konsolidierte, versuchte es der Dax per Alleingang neue Höchstwerte zu erreichen. Das geht meistens nicht gut aus, folglich büßte der Dax den Großteil seiner Gewinne wieder ein. Am Ende des Handelstages blieb nur noch ein Plus von 61 Punkte (0,47%) übrig, der Schlusskurs lag bei 13.340.

Einerseits hat die Hoffnung auf ein sich abzeichnendes US-Stimuluspaket den Dax angetrieben, andererseits bestand Nachholbedarf zu den US-Indizes. Während der Dax seit Wochen seitwärts läuft, sind die US-Indizes nämlich auf immer neue Rekordhochs angestiegen. Da kam es auch nicht überraschend, dass die US-Anleger gestern Kasse gemacht haben.  Am heutigen Handelstag könnte die Europäische Zentralbank für weitere Impulse sorgen. Die Experten sind sich einig, die EZB dürfte die Märkte weiterhin stützen. Ob die Notenbank dementsprechend abliefert und zum Beispiel die Anleihenkäufe aus dem PEPP-Programm deutlich ausweitet, muss sich aber erst noch zeigen. Auf jeden Fall ist es ein spannendes Trading-Event.

News und fundamentale Daten

Die heutige EZB-Sitzung ist definitiv das Highlight der Woche und könnte Bewegung in den Dax bringen. Es deutet alles darauf hin, dass die EZB den Märkten ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk beschert. Unter dem Tannenbaum könnten demnach zahlreiche Geschenke liegen. Erstens bleibt natürlich das Zinsniveau so wie es ist. Zweitens dürfte das PEPP-Programm um 500 oder sogar 600 Milliarden Euro ausgedehnt werden. Zudem geht man von einer Verlängerung der Reinvestitionsphase beim PEPP bis Ende 2023 aus. Drittens dürfte das „alte“ Anleihenkaufprogramm von 20 Mrd. Euro fortgesetzt werden. Und zu guter Letzt zählen noch die Langfristtender mit einer Verlängerung der günstigen Konditionen bis in das Jahr 2022 dazu. Wenn das keine beeindruckende Wunschliste ist, dann weiß ich auch nicht. Auf jeden Fall begibt sich die EZB auf sehr dünnes Eis, wenn sie ihre ultralockere Geldpolitik so weiterführt.

Um 13:35 Uhr erscheinen zuerst der Zinssatz für die Einlagefazilität, der Spitzenfinanzierungssatz sowie der geldpolitische Begleittext. Zusätzlich wird die Zinsentscheidung bekannt gegeben, aber hier ist mit keiner Veränderung zu rechnen. Danach folgt um 14:30 Uhr die Pressekonferenz von EZB-Chefin Christine Lagarde. Außerdem werden zeitgleich der US-Verbraucherpreisindex und die wöchentlichen US-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht. Zuletzt erscheint um 20:00 Uhr der Haushaltssaldo der US-Regierung.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Der gestrige Sell-Off in den US-Indizes hat den Dax mit nach unten gezogen, jedoch konnte er sich über der 13.300er Marke halten. Damit besteht die Chance auf einen erneuten Anstieg an den Widerstandsbereich bei 13.440/460. Einen Impuls könnte die EZB liefern, wenn sie ihre Geschenke verteilt. Dafür müsste der Dax zunächst das Nachthoch bei 13.354 überwinden. Im Bereich von 13.380 könnte der Dax auch auf Widerstand stoßen. Darüber folgt dann die Widerstandszone zwischen 13.430 und 13.460.

Jetzt kommt das große ABER. Der Sell-Off bei den US-Indizes könnte sich fortsetzen, das würde wiederum auch den Dax belasten. Der S&P500 hat im Tageschart ein Umkehrmuster ausgebildet (Engulfing Pattern). Sollte sich dieses heute bestätigen, dann dürfte es auch für den Dax weiter abwärts gehen. Eine erste Unterstützung befindet sich im Bereich der 13.280. Dort endete gestern der nachbörsliche Abverkauf. Unterschreitet der Dax das Tief, dann wäre die 13.230 der nächste Anlaufpunkt. Eine weitere Unterstützung liegt bei 13.180/160. Unterhalb der 13.160 wird es kritisch für den Dax und könnte ihn zur 13.050 führen.

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Dax daily: Tagesausblick 10.12. - H1-Chart - EZB-Bescherung

Heutige Pivot Punkte (PP):

13.435 – Pivot Punkt R1

13.358 – Pivot Punkt

13.261 – Pivot Punkt S1

13.184 – Pivot Punkt S2

Dax Unterstützungen (US):

13.282 – nachbörsliches Tief

13.230 – mehrfache US

13.199 – Tagestief 08.12.

13.180 – Doppelboden

13.054 – Tagestief 20.11.

13.004/020 – Doppelboden (Tief 13.11. / 12.11.)

Dax Widerstände (WS):

13.354 – Nachthoch

13.378 – Punkt 1 Topbildung

13.454 – Tageshoch 09.12.

13.462 – September-Hoch

13.500 – offenes Gap vom 21.02.

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Aktien

Aktien: Bubble-Boomer demaskieren Wall Street-Casino! Marktgeflüster (Video)

Mit Aktien wie Gamestop bringen die Bubble-Boomer Hedgefunds in Schieflage – und demaskieren damit gleichzeitig den Casino-Charakter der Wall Street!

Markus Fugmann

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am

Aktien wie Gamestop oder AMC schießen auch heute wieder durch die Decke – die Bubble-Boomer bringen damit jene Hedgefunds weiter in Schwierigkeiten, die eben diese Aktien short spielen. Diese Bubble-Bommer (Generation Z) ist mit der Spiele-Mechanik bestens vertraut und hat damit nicht nur eine Schwachstelle der Finanzmärkte offengelegt, sondern gleichzeitig den Casino-Charakter der Wall Street demaskiert. Man darf gespannt sein, ob die Fed heute dazu etwas sagen wird – letztlich sind es die Notenbanken, die dieses Casino ermöglicht haben und den beteiligten Spielern das Gefühl suggerierten, dass man im Casino nicht verlieren könne, weil jedesmal wenn es eng wird, die Retter in Gestalt der Notenbanken nahen..

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Aktien

Mit Zocken reich werden – der neue „American dream“ ersetzt den Traum vom eigenen Haus

Claudio Kummerfeld

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American Dream Symbolfoto

Man erinnere sich an die Zeiten von Bill Clinton und George Bush, und auch von Notenbank-Chefs wie Alan Greenspan. Die inoffizielle Staatsraison der 1990er und 2000er in den USA war (unter anderem): Jedem Amerikaner solle es möglich sein in seinem eigenen Haus zu leben. Das war der American Dream. Unterschwellig (so meine Meinung) war damit die Aussage an die eigene Bevölkerung verbunden, dass man sagen konnte: Schaut her, wir sind das größte, reichste und stärkste Land der Welt. Unsere Bürger können sich alle ein eigenes Haus leisten.

Die Regulierungen am US-Häusermarkt wurden dramatisch runtergefahren. Millionenfach wurden von der Regierung befeuert Hauskredite vergeben an Menschen, die in vielen Fällen noch nicht mal eine Arbeit hatten. Sie hatten noch nicht mal bei beschönigender Betrachtung irgendeine Art von Bonität. Die Katastrophe war vorprogrammiert, und das ganze Kartenhaus brach ab 2007 zusammen – was wir heute als Finanzkrise 2008 bezeichnen. Es war ein großer Traum, der für viele Amerikaner zum Albtraum wurde und für viele mit einem Schlafplatz unter einer Brücke endete.

Im Corona-Jahr 2020 entstand offenbar ein neuer American Dream. Nicht mehr Häuser auf Kredit kaufen, sondern ohne Arbeit, Wissen, Recherche oder sonst etwas reich werden, vom eigenen Computer, von zuhause aus. Durch stumpfes, sinnbefreites Zocken in Aktien, die man selbst gar nicht kennt. Einfach drauf los zocken, und schnell und einfach reich werden. Das ist wohl der neue amerikanische Traum. In der Coronakrise hockten auf einmal Millionen Amerikaner zuhause, betätigungslos. Sehr üppige staatliche Hilfen beschwerten Millionen arbeitsloser Amerikaner ein höheres monatliches Einkommen, als sie es vor Corona mit Arbeit hatten.

Klar erkennbar war die daraufhin folgende Welle an Millionen neuer Brokerkonten in den USA. Unglaublich aber wahr. Unzählige Menschen kauften sich von den staatlichen Hilfen nichts zu essen (sinnbildlich ausgedrückt), sondern überwiesen die Gelder auf ihre frisch eröffneten Brokerkonten. Hinzu kommen die neuen Broker wie „Robinhood“, bei denen man ganz ohne Gebühren zocken kann. Dadurch wurde es möglich auch mit Kleinstbeträgen von mehreren hundert Dollar drauf los zu zocken. Rein, raus, rein, raus, immer weiter.

Robinhood-Chef beschreibt den neuen American Dream

Vlad Tenev, CEO und Mitbegründer von Robinhood, des bekanntesten dieser neuen Broker für die junge wilde Zocker-Meute, hat heute einen Gastkommentar auf CNBC veröffentlicht (hier nachzulesen). Er spricht davon, dass es der neue American Dream sei ein „Investor“ zu werden, nach dem vormaligen Traum vom eigenen Haus. Er erwähnt, dass viele seiner Kunden Aktien kaufen und dann langfristig halten würden. Will da jemand Kritik am stumpfen und sinnbefreiten Zocken vorbeugen? Die Mission von Robinhood sei es nach seinen Worten, das Finanzwesen zu demokratisieren – dies sei im amerikanischen Idealismus verwurzelt. Amerika sei schon immer stolz auf seine Fähigkeit gewesen, Aufwärtsmobilität und Chancen mit wenigen Barrieren zu fördern. Dieses nationale Ethos des „American Dream“ sei so alt wie die Nation selbst. Im 20. Jahrhundert habe sich alles um den Erwerb von Wohneigentum gedreht, was unter anderem durch die 30-jährige Hypothek vorangetrieben wurde. Jetzt, wo es im Börsenhandel keine Provisionen und Mindestbeträge mehr gibt, sei die Bühne frei für einen neuen amerikanischen Traum, bei dem nahezu 100 Prozent der US-Bürger Investoren werden sollen. „Lassen Sie uns das schaffen – gemeinsam“, so seine finalen Worte.

Dazu möchte ich final anmerken: Ist das noch „Investieren“, was wir derzeit am US-Aktienmarkt sehen? Wohl kaum. Völlig wertlose Unternehmen unbegrenzt nach oben traden, ohne jeglichen Sinn und Verstand? Auf Dauer kann das nicht gut gehen. Wir haben es auf finanzmarktwelt.de die letzten Tage mehrfach angesprochen (hier der letzte Video-Kommentar von Markus Fugmann heute früh). Die ganz frische Generation von Tradern hat das Platzen der Dotcom-Blase und die Finanzkrise 2008 gar nicht erlebt. Damals waren diese Trader gerade erst geboren oder noch in der Grundschule. Sie kennen nur steigende Kurse, nur Party, nur nach oben, völlig sinnbefreit. Auch sie werden wohl eines Tages einen großen Knall erleben. Einige von ihnen werden auch nach so einem Crash immer noch kräftig Geld auf der Kante haben – andere werden nach dem „All In“ wohl ähnliches erleben wie viele Menschen nach der Zwangsräumung ihrer Häuser in den Jahren 2005, 2006 und 2007.

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Indizes

Rüdiger Born: Märkte fallen – Tradingchance Long?

Rüdiger Born

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Die Indizes fallen gerade. Ist das die Chance für Trader auf steigende Kurse zu setzen? Das schaue ich mir anhand des Nasdaq-Chart etwas genauer an.

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