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DAX daily: Sommerloch und weitere Schwächeanzeichen – hilft der S&P?

Stefan Jäger

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am

Der Dax hat am gestrigen Dienstag nach einem starken Vormittag ein Tageshoch bei 13.052 erzielt. Am Nachmittag musste er aber seine Gewinne komplett wieder abgeben und hat schließlich mit einem Verlust von 38 Punkten (-0,3 %) bei 12.881 den Handelstag beendet. Folglich konnten Bullen wie auch Bären von den volatilen Bewegungen profitieren. Keine der Parteien kann sich derzeit durchsetzen und für eine Richtungsentscheidung sorgen. Während die US-Indizes weitere Höhen erklimmen, ist das Chart-Bild des Dax angeschlagen. Die auffällige Underperformance könnte auf eine baldige Korrektur hindeuten.

Das dünne Handelsvolumen bedingt durch das Sommerloch trägt dazu bei, dass es im Dax Hin und Her pendelt. Zwar stieg der S&P500 gestern auf ein neues Rekordhoch bei 3.395 und hat damit sein bisheriges Allzeithoch (3.393) in den Schatten gestellt, aber mehr war nicht möglich. Direkt am Rekordhoch haben die Anleger ihren Mut verloren bzw. ihre Gewinne mitgenommen, dadurch ist dem Dax auch die Puste ausgegangen.

News und fundamentale Daten

Heute gibt es wieder ein paar spannende Konjunkturdaten, die auch für Bewegung im Dax sorgen können. Zuerst erscheint um 11:00 Uhr der Verbraucherpreisindex aus der Eurozone, dieser gilt also Schlüsselgröße für das Verhalten des Konsumenten und der Inflation im Euroraum. Danach wird es interessant für alle Öl-Trader, um 16:30 Uhr gibt es die aktuellen Rohöllagerbestände aus den USA. Zudem veröffentlicht die Fed das FOMC-Sitzungsprotokoll um 20:00 Uhr.

Auf jeden Fall werden heute zahlreiche Augen auf die Quartalszahlen von Nvidia gerichtet sein. Mit der siebtgrößten Marktkapitalisierung im Nasdaq spielt das Unternehmen eine entsprechend gewichtige Rolle. Das Unternehmen ist derzeit mit einem sagenhaften PE-Ratio (KGV) von aktuell 91,5 bewertet, ob diese hohen Erwartungen gerechtfertigt sind? Die Investoren können sich heute einen Eindruck davon verschaffen. Darüber hinaus gewährt der führende Softwarehersteller Synopsys einen Einblick in seine Bücher.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Nachdem der Dax gestern erneut die 13.000er Marke nicht halten konnte, mehren sich die Anzeichen für eine baldige Korrektur. Folgt heute somit ein Test auf der Unterseite? Vorbörslich notiert der Dax in der Nähe seines gestrigen Schlusskurses. Heute wird es spannend sein zu sehen, wie sich der S&P am Allzeithoch verhält. Steigt er weiter, dann könnten einige Stops fallen, darduch würde auch der Dax einen erneuten Angriff auf die 13.000er Marke wagen. Auf der anderen Seite könnten weitere Gewinnmitnahmen den Dax gen Süden befördern.

Wohin geht die heutige Reise?

Damit der Dax weiter ansteigen kann, muss er zuerst den heutigen Pivot Punkt bei 12.910 überwinden. Darüber liegt der nächste Widerstand bei 12.960. Sind die US-Futures positiv gestimmt, dann könnte es für den Dax wieder über die 13.000er Marke zum Pivot Punkt R1 bei 13.016 gehen. An dieser Stelle könnten die Bären versuchen Druck aufzubauen. Schafft es der Dax dennoch den Widerstand zu brechen, dann folgen diverse Tageshochs – das gestrige bei 13.050, vom 13.08. bei 13.075 und vom 12.08. bei 13.101. Über der 13.101 würde sich das Chart-Bild im Dax deutlich aufklaren.

Scheitert der Dax allerdings am Pivot Punkt oder an der 12.960, dann könnte eine Konsolidierung einsetzen. Dies kann natürlich auch direkt zur Börseneröffnung geschehen. Ein Blick auf den S&P kann dabei nicht schaden, ein schwacher Future-Markt könnte den Dax weiter nach unten drücken. Eine erste Unterstützung liegt an der 12.850. Darunter liegt das gestrige Tagestief bei 12.807 und die wichtige 12.800. Bisher hat der Bereich festen Halt geboten, sollte er aber fallen, dann könnte sich der Abwärtsdrang erhöhen. Unterstützungen liegen bei 12.765 (PP S1) und bei 12.700. Kommt der Dax hier nicht zum Stehen, dann folgt ein Unterstützungsbereich bei 12.659 (PP S2) und 12.656 (50 % RT).

Dax Unterstützungen (US):

12.850 – 23,6 % RT vom Hoch 12.08.

12.800 – Oberkante der Range

12.765 – Pivot Punkt S1

12.700 – Stundenchart

12.659 – Pivot Punkt S2

12.656 – 50 % RT vom Anstieg 31.07.

12.550 – 61,8 % RT vom Anstieg 31.07.

Dax Widerstände (WS):

12.910 – Pivot Punkt

12.960 – Stundenchart

13.016 – Pivot Punkt R1

13.052 – Tageshoch 19.08.

13.075 – Tageshoch 13.08.

13.101 – Tageshoch 12.08.

13.138 – 138,2 % Extension

13.193 – 161,8 % Extension

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstigen Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Tesla, Zoom, Salesforce

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Tech steht heute im Fokus der Börsianer, darunter, die Aktien von Tesla, Zoom, und Salesforce.

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Aktienrückkäufe: Warum ich nicht begeistert bin – Werbung

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Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse.

Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurück gibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

90% der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer Technologien den Start-Ups und der Konkurrenz aus Fernost.

Nicht unbedenklich ist dabei, dass vor allem in den USA ein Teil der Vorstandsvergütung an die Entwicklung des Aktienkurses geknüpft ist. Die Manager tun sich also vor allem selbst etwas Gutes, statt an die langfristige Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens zu denken. Wenn Aktien in solch riesigem Umfang zurückgekauft werden, dann handelt es sich um einen ernsten Eingriff in die Preisbildung der betreffenden Aktien.

Apple schlägt besonders gerne zu

Der größte Käufer eigener Aktien ist ausgerechnet Apple. Jetzt könnte man einwenden, dass Apple auch Milliardengewinne erzielt und sich deshalb die Rückkäufe leisten kann. Das ist prinzipiell richtig. Doch selbst Apple übertreibt mittlerweile. Im vergangenen Jahr wurden Anteile im Wert von 72 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der freie Cashflow lag deutlich darunter. Selbst die Gewinnmaschine Apple nimmt also mittlerweile Fremdkapital auf, um Aktienrückkäufe zu finanzieren. Das wurde sogar von offizieller…..

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IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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