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DAX daily: Trump fährt den Dax-Anlegern in die Parade – was nun?

Stefan Jäger

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am

Im gestrigen Handel konnte der Dax zunächst an den positiven Verlauf vom Wochenstart anknüpfen. Ein Grund dafür war sicherlich die wieder aufkommende Impfstoff-Hoffnung. Nach einem verhaltenen Beginn legte der deutsche Leitindex kräftig zu und beendete den Handelstag schließlich mit einem Zugewinn von 77 Punkten (+0,61 %) bei 12.906. Im frühen Handel ging es zwar erstmal abwärts zum Tagestief bei 12.779, aber von dort aus kannte der Dax nur noch eine Richtung, nämlich gen Norden. Folglich ist er bis zu seinem Tageshoch bei 12.966 angestiegen und hat dabei den markanten Widerstandsbereich von 12.860 bis 12.904 geknackt.

Bis dahin sah der Börsentag sehr gut aus, wäre Donald Trump den Anlegern nicht durch die Parade gefahren. Am Abend hatte der US-Präsident dann angekündigt die Gespräche über ein weiteres Konjunkturprogramm zunächst bis nach der US-Wahl auf Eis zulegen. Damit hat er die Hoffnungen auf eine zeitnahe Einigung zwischen Demokraten und Republikanern verdorben, entsprechend ging es auch für den Dax nach unten. Nachbörslich fiel der deutsche Leitindex bis auf die Marke von 12.748 Punkte zurück.

Im Grunde herrschte seit Freitagnachmittag eine optimistische Stimmung bei den Anlegern, die gestern Abend einen kleinen Knacks bekommen hat. Trotz der vielen Unsicherheiten, die den Markt momentan beschäftigen, waren die Bullen bisher nicht bereit ihre Aktien abzugeben. Es wird spannend zu sehen, wie die Dax-Anleger im heutigen Handel mit der Situation umgehen – schütteln sie die schlechte Nachricht ab oder drückt sie auf die Stimmung? Um das Chart-Bild wieder aufzuhellen, sollte der Dax die Marke bei 12.904 zurückerobern, ansonsten könnte sich die Seitwärtsphase weiter in die Länge ziehen.

News und fundamentale Daten

Im gestrigen Handel ist mal wieder die Impfstoff-Hoffnung aufgekommen. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA bestätigte, dass für den Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech der Zulassungsprozess eingeleitet wurde. Damit kommt der Impfstoffkandidat der Marktzulassung ein gutes Stück näher.

Zwar stehen heute nur wenige Konjunkturdaten auf der Agenda, dennoch gibt es heute Abend ein Trading-Event, wenn die Fed ihre Protokolle veröffentlicht. Zuvor sehen wir aber noch Daten aus Deutschland und den USA. Vor wenigen Minuten wurde bereits die Industrieproduktion aus Deutschland veröffentlicht. Diese ist mit -0,2 % deutlich schlechter als erwartet ausgefallen (Prognose 1,5 %, vorher 1,4 %) und notiert erstmals seit vier Monaten wieder im negativen Bereich. Am Nachmittag erscheinen um 16:00 Uhr noch die US-Rohöllagerbestände, bevor dann die Fed um 20:00 Uhr einen Einblick in das FOMC-Statement sowie das FOMC-Sitzungsprotokoll gewährt. Hier sehen Sie die Zusammenfassung der gestrigen Rede von Jerome Powell.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Während der Asien-Rampe konnte sich der Dax von dem gestrigen Schock erholen und ist zwischenzeitlich sogar wieder bis 12.897 angestiegen. Um das Chartbild weiter aufzuhellen, sollte er die Marke von 12.904 zurückerobern. Darüber liegt dann zwischen 12.945 und 12.965 ein Widerstandsbereich. Im Stundenchart erkennt man dort auch ein Doppeltop – das Hoch vom 29.09. sowie aus dem gestrigen Handel. An dieser Stelle könnte sich kurzfristig entscheiden, ob der Dax das Top rausnimmt oder von dort aus zurück in die Seitwärts-Range läuft. Schafft er den Ausbruch, dann ergeben sich weitere Ziele auf der Oberseite bei 13.032 und 13.116.

Im Gegensatz dazu könnten die Händler im Kassamarkt die Erholung aus der Nacht erst einmal stoppen. Als Orientierung kann die Marke bei 12.904 dienen, prallt der Dax dort ab, dann kann es zu einer Konsolidierung kommen. Eine erste Unterstützung befindet sich am Pivot Punkt bei 12.825. Findet der Dax dort keinen Halt, dann könnte es zum gestrigen Tagestief bei 12.779 heruntergehen. Fällt er auch darunter, dann folgen die nächsten Unterstützungen bei 12.748 (Nachttief) und dem Bereich zwischen 12.700 und 12.670. Im 4-Stundenchart sollte man die Kerze von gestern Abend im Blick haben. Das Hoch liegt bei 12.964 und das Tief bei 12.748, dazwischen könnte der Dax erst einmal hin und her pendeln.

DAX daily: Tagesausblick 07.10. - M30-Chart - Trump verdirbt die Stimmung

Heutige Pivot Punkte (PP):

13.043 – Pivot Punkt R2

12.902 – Pivot Punkt R1

12.825 – Pivot Punkt

12.684 – Pivot Punkt S1

12.606 – Pivot Punkt S2

Dax Unterstützungen (US):

12.779 – Tagestief 06.10.

12.748 – nachbörsliches Tief

12.695 – mehrfache US (H1)

12.670 – Tagestief 01.10.

Dax Widerstände (WS):

12.897 – 50-Tagelinie

12.904 – Punkt 1 Topbildung (Hoch 13.460)

12.966 – Tageshoch 06.10.

13.032 – 61,8 % Retracement (Hoch 13.460)

13.116 – Gap 18.09.

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstigen Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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US-Wahl: Noch drei Monate Unsicherheit – Wall Street hat Trump abgehakt

Auf eines können sich die seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse lebenden US-Amerikaner und die Wallstreet weiterhin verlassen: auf die bei der US-Wahl im Schatten bleibende US-Notenbank Fed

Hannes Zipfel

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am

Nur etwas mehr als eine Woche dauert es bis zur US-Wahl, aber fast 90 Tage sind es noch, bis in den USA die Amtseinführung des neuen bzw. alten Präsidenten stattfindet. Bis dahin sind große Würfe im US-Kongress in Sachen Wirtschaftshilfen unwahrscheinlich. Können die Aktienmärkte ihren Optimismus auch gegen die ungewöhnliche Vielfalt an Unsicherheiten aufrechterhalten und ihre Kursniveaus verteidigen – oder droht ein neuer Crash?

US-Wahl der Extreme

Die Präsidentschaftswahlen im Jahr 2020 finden in einer Zeit statt, in der die Finanzmärkte mit außergewöhnlichen Unsicherheiten konfrontiert sind. Diese begannen schon vor gut einem Jahr mit der Beinahe-Implosion des US-Repo-Marktes. Damals konnte nur durch Notfallmaßnahmen der US-Geldpolitik in Form von Interventionen am Geldmarkt und durch die zur Verfügung Stellung von internationalen US-Dollar-SWAP-Linien ein Kollaps des Bankensystems verhindert werden.

Ohne die anhaltende und im Zuge der Pandemie sogar noch drastisch ausgeweitete Notfallpolitik der US-Notenbank Fed wäre der Stress am Markt für US-Repo-Geschäfte wohl auch ein Thema bei der US-Wahl gewesen. Schließlich war es auch die hohe Neuverschuldung durch das US-Finanzministerium die zu der Liquiditätsaustrocknung am Markt für kurzlaufende US-Staatsanleihen führte. Dabei lautete eines der spektakulärsten Wahlversprechen von Donald J. Trump gegenüber The Washington Post im April 2016 die damals 19,3 Billionen US-Dollar hohen Bundesschulden im Falle seiner Wahl innerhalb von nur acht Jahren komplett zu tilgen. Auch ohne die Kosten der Corona-Pandemie war das utopisch und nichts weiter als billige Wahlkampfpropaganda. Die Schuldenuhr zeigt gemäß US-Finanzministerium zum 22. Oktober 2020 übrigens einen Stand von 27,1 Billionen US-Dollar an (Public Total Debt). Ein Anstieg um 7,3 Billionen US-Dollar bzw. 36 Prozent seit dem Amtsantritt von Präsident Trump im Januar 2017.

Weitere Unsicherheitsfaktoren für die zukünftige Wirtschafts- und Gewinnentwicklung in den USA sind neben der wieder stark an Dynamik gewinnenden Corona-Pandemie die Zerschlagungsbestrebungen von „Big Tech“, die nach wie vor prekäre Lage am US-Arbeitsmarkt mit über 30 Millionen Transferleistungsempfängern sowie saisonbereinigt rund 12,6 Millionen Arbeitslosen im September 2020.

Fast unbemerkt von den Devisenmärkten hat sich kurz vor der US-Wahl das Handelsbilanzdefizit der USA mit 67,1 Mrd. US-Dollar im August 2020 auf das höchste Niveau seit der Lehman-Krise im Jahr 2008 aufgebläht. Der Handelskrieg, nicht nur mit China, konnte diese Entwicklung nicht verhindern. Nach wie vor sind die USA in der Gesamtbetrachtung nicht in der Lage, in vielen Sektoren international wettbewerbsfähig zu sein (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Die Herausforderungen, mit denen die USA in Friedenszeiten während dieser US-Wahl konfrontiert werden, sind einmalig. Dies gilt auch für den Amtsinhaber Donald J. Trump, der in vielen seiner Handlungen und Worte sehr unkonventionell und extrem anmutet. Man kann nur spekulieren, wie ein Präsident oder eine Präsidentin anderen Charakters eine solche Gemengelage meistern würde.

Der heimliche Präsident tritt bei der US-Wahl gar nicht an

In Kombination mit dem US-Staatsdefizit in Höhe von ca. 17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ergibt sich mit dem Defizit im Außenhandel ein fatales Bild für die größte Volkswirtschaft der Welt. Das Mantra des stärksten und mächtigsten Landes der Welt ist nur noch eine hohle Phrase, basierend auf der Androhung von Waffengewalt und extraterritorialen Repressalien. Ob die Welt ohne diesen Status besser dastünde, ist seriös nicht prognostizierbar und auch nicht, wie lange diese Epoche der US-Dominanz noch währt.

Auf eines können sich die seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse lebenden US-Amerikaner und die Wallstreet aber weiterhin verlassen: auf die bei der US-Wahl im Schatten bleibende US-Notenbank Fed, die beliebig viele Dollars zum Ausgleich des Zwillingsdefizits und zur Aufrechterhaltung der US-Wirtschaft erzeugen kann. Natürlich auch, um die Party im Börsensaal auf der Titanic in Schwung zu halten. Dem heimlichen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Jerome Hayden „Jay“ Powell und seinem Offenmarkt-Komitee sei Dank.

Die Bilanzsumme der US-Notenbank (Fed) hat nun kurz vor der US-Wahl mit einem Gesamtvolumen von 7,18 Billionen US-Dollar das absolut und in Relation zum jährlichen BIP höchste Niveau aller Zeiten erreicht. Dabei kann man den geldpolitischen Akteuren keine Parteinahme für den ein oder anderen Kandidaten im US-Wahlkampf unterstellen. Die Intention der anhaltenden Geldflutung des Finanzsystems ist schlicht und einfach, dessen Existenz weiterhin sicherzustellen. Gegen diese Zwangslage wird auch in Zukunft keiner der zur Wahl stehenden Kandidaten Politik betreiben können. Damit manifestiert sich die Rolle der zum Teil in privater Hand befindlichen Fed als Staat im Staate weiter und die Demokratie US-amerikanischer Prägung wird trotz Wahl endgültig zur Illusion.

Die Wallstreet hat Trump schon abgehakt

Die Finanzmärkte haben diesen Zusammenhang längst hergestellt, was auch erklärt, warum sich die Vermögenspreise trotz der Vielfalt extremer Unsicherheiten, inkl. dem Ausgang der US-Wahl, in luftigen Höhen bewegen. Besonders deutlich wird dies an der positiven Korrelation zwischen steigenden Umfragewerten für den Herausforderer Joseph Biden und der Zuversicht auf ein noch größeres, von der Fed finanziertes Stimulusprogramm. Für diese Aussicht ignoriert man sogar mögliche Steuererhöhungen für Einkommensmillionäre und Unternehmen im Falle eines Sieges der Demokraten bei der US-Wahl.

Aus Sicht vieler tief religiöser Trump-Wähler stellt sich ohnehin die Frage, warum man den exzentrischen Präsidenten nochmals wählen sollte? Schließlich hat er mit der Neubesetzung des obersten Gerichts und der größten Steuerreform der letzten 35 Jahre schon sehr viel erreicht. Wie viel mehr könnte er in einer zweiten Amtsperiode noch erreichen, was sein exzentrisches und volatiles Verhalten aus Sicht evangelikaler und katholischerer Wähler entschuldigt?

Die Zeitlücke nach der US-Wahl

Lediglich die zeitliche Verzögerung zwischen dem Wahltermin am 3. November und der Amtseinführung am 20. Januar könnte bei dieser US-Wahl ein besonderes Risiko darstellen. Die Zahlungen aus den Corona-Hilfspaketen gehen bereits seit August deutlich zurück, die zweite Welle der Pandemie schließt in den USA mit neuen Rekordansteckungen nahtlos an die erste Welle an. Wie lange wird es dauern, bis sich dies in der Konsumentenstimmung sowie den Konjunktur- und Unternehmenszahlen niederschlagen wird?

Ein nochmaliger Corona-Crash als erneute Einstiegsopportunität?

Im wahrscheinlichsten Fall wäre ein nochmaliger Rückschlag bei den Vermögenspreisen eine ebenso lohnenswerte Einstiegsmöglichkeit wie bereits während des Lockdown-Crashs im März dieses Jahres.

Man sollte also trotz aller Risiken nicht zu viele Chips vom Tisch nehmen, auch wenn die Gemengelage zur Vorsicht mahnt. Doch Fakt bleibt: Auf die Fed ist Verlass und deren Pulverkammern, bestehend aus ungedecktem digitalem FIAT-Geld, sind unlimitiert und können unabhängig von finanzpolitischen Entscheidungen des Kongresses die Unternehmen, die Verbraucher und die Finanzmärkte stützen.

Fazit und Ausblick

Mag man zu den US-Präsidentschaftskandidaten stehen, wie man will, für die Finanzmärkte spielt die Musik schon lange nicht mehr in der Pennsylvania Avenue 1600 in Washington (Weißes Haus), sondern Ecke Constitution Ave NW und 20th St. NW (Board of Governors of the Fed).
Besonders bei dieser US-Wahl spielen für Anleger starke Nerven und das Aushalten hoher Volatilität eine große Rolle. Ebenso wie ein gesunder Opportunismus. Dabei ist es für den Anlageerfolg unerheblich, welchen Kandidaten man persönlich präferiert oder ob man an dieses oder jenes glaubt oder nicht glaubt. Entscheidend ist das Verständnis für den Zusammenhang zwischen digitaler Notenpresse und Vermögenspreisen. Diese Konstante wird uns mit weiter zunehmender Bedeutung noch eine Weile erhalten bleiben.

Die US-Wahl bringt zunächst Unsicherheit, aber entscheidend für die Aktienmärkte ist die Fed

 

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Finanznews

US-Wahl: Wer liegt falsch? Marktgeflüster (Video)

Die US-Wahl rückt immer näher – und die verschiedenen Märkte senden unterschiedliche Signale! Wer hat Recht – und wer liegt daneben? Eine Analyse der Lage

Markus Fugmann

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Die US-Wahl rückt immer näher – und die verschiedenen Märkte senden unterschiedliche Signale! Das sind die Anleihemärkte, die mit steigenden Renditen von einem klaren Sieg von Joe Biden und den US-Demokraten ausgehen und daher mit einem großen Stimulus rechnen. Die Aktienmärkte dagegen scheinen noch unentschlossen und fokussieren sich auf das kurzfristige Geschehen, ergo die Hoffnung auf einen Stimulus noch vor der US-Wahl. Anders aber sieht es der Devisenmarkt: der US-Dollar bleibt robust, große Player haben ihre Wetten auf einen fallenden Dollar aufgelöst. Wenn aber der Dollar nicht schwächer wird heißt das, dass es den von den Anleihemärkten prognostizierten klaren Sieg der US-demokraten bei der US-Wahl nicht geben wird. Haben also die Devisenmärkte recht – oder doch die Anleihemärkte?

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Rüdiger Born: Gute Laune bei Dax und S&P 500 – Rücksetzer möglich?

Rüdiger Born

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Dax und S&P 500 sind derzeit gut gelaunt. Ist an den steigenden Kursen derzeit aus charttechnischer Sicht nichts auszusetzen? Oder sind Rücksetzer doch möglich? Mehr dazu im folgenden Video.

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