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DAX daily: US-Börsen schicken den Dax erneut in den Korrekturmodus

Stefan Jäger

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Der Alleingang vom deutschen Leitindex am Montag war wie im gestrigen DAX daily vermutet etwas übermütig. Die großen Brüder von der Wall Street haben ihren kleinen Bruder den Dax gestern erstmal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Auch nach dem langen Wochenende zeigten sich die US-Börsen weiterhin schwach. Folglich ist der deutsche Leitindex nach Erreichen seines Tageshochs bei 13.147 wie die Tage zuvor zusammen mit den US-Futures gen Süden abgedreht. Dabei hat er sein Tagestief bei 12.856 markiert. Schließlich konnte er sich noch etwas erholen und ist mit einem Abschlag von 131 Punkten (-1,01 %) bei 12.968 aus dem Handel gegangen.

Wie man sprichwörtlich sagt, ist die Börse keine Einbahnstraße, daher kann es jederzeit zu einer Erholung an den US-Börsen kommen. Infolgedessen kann auch der Dax wieder ansteigen. Im Gegensatz zu den US-Indizes zeigt sich der deutsche Leitindex an den letzten drei Handelstagen aber erstaunlich stabil. Ob das an der Hoffnung auf die EZB am Donnerstag liegt? Morgen werden wir es wissen.

Weiterhin gilt es die neuralgische 13.000er Marke im Blick zu haben. Darüber setzt der Dax immer wieder zu einer Rally an, wohingegen er bei einem Fall darunter, wiederholt den Unterstützungsbereich bei 12.750 bis 12.850 testet. Wie lange das Spiel noch so weiter geht, hängt auch davon ab, ob die US-Indizes auf der Unterseite Ernst machen oder eine Erholung starten. Zwar ist noch reichlich Korrekturpotential nach der immensen Rally der letzten Wochen und Monate vorhanden, aber man darf die „Buy the Dip“ Mentalität der Anleger nicht unterschätzen.

News und fundamentale Daten

Zwar erscheinen heute keine Konjunkturdaten aus Deutschland, aber stattdessen aus Übersee. Zum einen wurden zuvor der Verbraucherpreis- (2,4 %) sowie der Erzeugerpreisindex (-2,0 %) aus China veröffentlicht. Dabei gab es keine Überraschung, beide sind wie erwartet ausgefallen. Später sehen wir dann noch die JOLTs Stellenangebote aus den USA um 16:00 Uhr. Zudem erscheint bereits um 14:00 Uhr der kurzfristige Energieausblick (STEO) für den US-Energiemarkt. Die Ergebnisse können zum Beispiel den Rohöl- und Erdgasmarkt beeinflussen. Daher sollten sich alle Händler, die auch auf den Energiemärkten tätig sind, den Termin vormerken. Impulse für den Dax sind aufgrund der mageren Datenlage nicht zu erwarten.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Heute Nacht ging es bei der Eröffnung der asiatischen Börsen für den Dax erneut runter. Dabei hat er ein Nachttief bei 12.782 markiert. Hat der Dax damit ein Doppelboden gebastelt? An dem Pivot Punkt S1 bei 12.795 ist er dann gen Norden abgedreht und notierte vorbörslich kurzzeitig wieder an der 13.000er Marke. Es ist fast so, als wäre ein Gummiband an die 13.000er Marke gespannt, das ihn immer wieder zurückschnappen lässt.

Mögliche Szenarien

Um die Erholung fortzusetzen, muss der Dax die 13.020 überwinden. Dann ergibt sich ein Extensionsziel bei 13.053. Der nächste Widerstand befindet sich erst im Bereich des Pivot Punkts bei 13.100. Bei 13.110 liegt auch das 261,8 % Extensionsziel, häufig dreht der Kurs an dieser Stelle. Schafft der Dax es jedoch den Widerstand zu überschreiten, dann ist es nicht mehr weit zu gestrigen Tageshoch bei 13.147. Hier liegt ein weiterer Widerstandsbereich (13.147 – 13.160) den er durchbrechen muss, um das wichtige 61,8 % Retracement bei 13.188 zu erreichen. Darüber klart das Bild wieder auf, die nächsten Hürden liegen dann bei 13.221 und 13.256 (423,6 % Extension).

Demgegenüber kann es auch wie an den Tagen zuvor laufen, dann sollte es nach einer Erholung wieder abwärts gehen. Ein Unterschreiten des Unterstützungsbereichs bei 12.915 bis 12.900 wäre ein erstes bärisches Signal. Dadurch würde ein erneuter Test der 12.850 anstehen. Darunter befindet sich der nächste Halt erst wieder am Pivot Punkt S1 bei 12.795 sowie am Tagestief vom 04.09. bei 12.753. Diesen Bereich sollte der Dax halten, um nicht gänzlich abzurutschen. Ein Tagesschluss darunter würde in den nächsten Tagen weitaus tiefere Ziele auf der Unterseite ermöglichen. Für heute ist der Pivot Punkt S2 bei 12.673 noch eine Unterstützung.

DAX daily: Tagesausblick - M30-Chart

Dax Unterstützungen (US):

12.977 – Pivot Punkt

12.914 – 23,6 % Retracement

12.856 – Tagestief 08.09.

12.795 – Pivot Punkt S1

12.753 – Tagestief 04.09.

12.673 – Pivot Punkt S2

Dax Widerstände (WS):

13.020 – nachbörsliches Hoch

13.053 – 200 % Extension (Nachttief)

13.100 – Pivot Punkt R1

13.110 – 261,8 % Extension (Nachttief)

13.147 – Tageshoch 08.09.

13.188 – 61,8 % Retracement

13.221 – Ex Doppeltop

13.256 – 423,6 % Extension (Nachttief)

13.300 – mehrfacher WS + US

 Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstigen Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Goldpreis: Gestern Bitcoin-Absturz, heute Gold! Marktgeflüster (Video)

Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar. Was ist da los?

Markus Fugmann

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Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar (und das im buchstäblich selben Moment, als auch der VIX deutlich fiel). Was ist da los? Wiederholt sich das Geschehen aus dem März, als ein heftiger Abverkauf von Bitcoin das Vorspiel für den Absturz der Aktienmärkte im März-Crash war? Auffallend ist die Schwäche im Goldpreis und gestern die Schwäche bei Bitcoin) vor allem deshalb, weil der Dollar alles andere als Stärke zeigt – normalerweise unterstützt ein schwacher Dollar das gelbe Edelmetall. Die heute in den USA verkürzt handelnden US-Aktienmärkte nun immer mehr im „Gier-Modus“ – wie lange geht das noch?

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Rüdiger Born: Die aktuelle Lage am verkürzten US-Handelstag

Rüdiger Born

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Nikkei 225: Das Comeback des japanischen Leitindex

Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Nikkei 225 – trotz explodierender Schulden

Wolfgang Müller

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Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Sammelindex Nikkei 225, inmitten der Corona-Krise und bei explodierenden Staatsschulden. Dieser bemüht sich nach Kräften, endlich das Trauma des Immobilien-Crashs von 1989 zu neutralisieren, der Index kletterte jüngst auf ein fast 30-Jahreshoch.

Der japanische Index – auf dem Weg zu alten Höhen?

Immer wieder wird von Aktienpessimisten Japan als Negativbeispiel angeführt. Der unheimliche Aktien-Boom in den 1980-er-Jahren, verbunden mit der Immobilienblase (Hans-Werner Sinn: Für Tokyo hätte man ganz Kanada kaufen können!) führte zu abstrusen Börsenbewertungen:

 

Die Mutter aller Index-Fahnenstangencharts (bis zur Corona-Krise):

Die Aktienmärkte - hier der Nikkei

Der Höchststand des Nikkei 225 vom 29. Dezember 1989 lag auf Schlusskursbasis bei 38.913 Punkten, dann erfolgte ein Absturz ohnegleichen mit vielen erratischen Schwankungen und einem Tief am Ende der Finanzkrise von 7054 Punkten.

Aber wer hat im Jahr 1989 all sein Geld in den Nikkei 225 investiert und nicht vorher und danach? Im Übrigen hätte ein monatlicher Sparplan auf den Index über viele Jahre eine gewaltige Rendite gebracht, durch den Cost-Average-Effekt, nur muss der Index irgendwann einmal kräftig anziehen, dann schießt der Wert mit all den billig erworbenen Anteilen kräftig in die Höhe. So wie es beim Nikkei 225 schon seit geraumer Zeit aufwärts geht.

Ein Vergleich der Marktperformance:

Seit dem Corona-Tief:

S&P 500: plus 60 Prozent
Dax: plus 52 Prozent
Nikkei: plus 50 Prozent

Seit dem Tief in der Finanzkrise 2009:

S&P 500: plus 436 Prozent
Dax: plus 362 Prozent
Nikkei: plus 364 Prozent
Jetzt ist der Index noch weiter gestiegen und erreichte gestern 26.537 Punkte.

Wobei hier wieder einmal festzustellen ist, dass bei unserem Dax als Performanceindex die ausgeschütteten Dividenden mit eingerechnet wurden, anders als bei den international üblichen Kursindizes. Was im Jahresvergleich nicht viel ausmacht, verzerrt das Bild bei einem 11-Jahreszeitraum durch den Zinseszinseffekt doch sehr deutlich.

Was also fast nach einem Gleichlauf aussieht, wird im 3-Monatsvergleich nach dem Einstieg von Warren Buffett deutlicher, Japan fiel im Oktober nicht mehr so stark und erholte sich stärker.

S&P 500: plus 4 Prozent
Dax: plus 1 Prozent
Nikkei: plus 13 Prozent

Die Entwicklung der Wirtschaft

Dass die Börse in Japan so stark gestiegen ist, liegt zum einen natürlich an der Bank of Japan, die bereits 53 Prozent der japanischen Staatsanleihen in ihren Büchern hält und immer wieder ETFs auf den Aktienmarkt erwirbt.

Der Nikkei 225 mit seinen über 12 Billionen Euro Marktkapitalisierung hat natürlich noch andere Investoren.

Aber vonseiten der Wirtschaft gibt es auch einige Signale der Hoffnung.

Doch zunächst zum Einstieg von Warren Buffett. Seine Gesellschaft Berkshire Hathaway kaufte im Herbst etwas mehr als fünf Prozent der Aktien der fünf großen japanischen Handelshäuser, die jahrzehntelang Japans Außenhandel bestimmt haben. Für uns relativ unbekannte Namen wie Itochu, Marubeni, Mitsubishi, Mitsui und Sumitomo. Und seine Gesellschaft sei bereit, den Einsatz auf bis zu 9,9 Prozent zu erhöhen.

Japan ist verglichen mit den USA erheblich preiswerter. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) des Dow Jones liegt bei 2,9, jenes des Nikkei 225 hingegen nur mit bei 1,1.

Japans Wirtschaft erholt sich derzeit von einer Rezession, die schon im vierten Quartal 2019 begonnen hatte. Japans Konsumenten erhöhten ihre Ausgaben im Sommer um 4,7 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal auf Jahresbasis um 21,4 Prozent, 2,5 Prozent stärker als von Analysten erwartet wurde.

Hinzu kommt, dass die XXVII. Olympischen Sommerspiele in Tokyo doch vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 stattfinden sollen, wie IOC-Präsident Dr. Thomas Bach bei seinem letzen Besuch in Japan angekündigt hat.

Ein Schub durch das Freihandelsabkommen RCEP

Das vor knapp zwei Wochen abgeschlossene Freihandelsabkommen RCEP, abgekürzt für Regional Comprehensive Economic Partnership, zwischen 15 Ländern Ostasiens und Ozeaniens, gab der Börse einen weiteren Kick. Japan erhält dadurch erstmals bevorzugten Zugang zu China und Südkorea. Die Annäherung der drei Länder gilt als historischer Vorgang. Das Abkommen wird als Wegbereiter für ein künftiges asiatisches Wirtschaftswachstum gesehen, auch zu einer Zeit, in der sich die Region ohnehin aufgrund der Eindämmung der Pandemie konjunkturell besser als der Rest der Welt entwickelt.

Fazit

Was kann man aus der diesjährigen Entwicklung des Nikkei für Lehren ziehen? Staatsschulden, selbst in astronomischer Höhe (über 250 % zum Bruttoinlandsprodukt), führen nicht zwangsläufig zum Einbruch. Nämlich dann, wenn die Bürger an die Stabilität der eigenen Währung glauben und genügend Sparvermögen bilden und natürlich von der Funktionsfähigkeit der eigenen Notenbank überzeugt sind, die viele der Staatssschulden in ihren Büchern hält. Das Vertrauen in das Geld ist Grundvoraussetzung für die Schuldentragfähigkeit.

Dann sollte die eigene Währung eine gewisse Stabilität aufweisen, damit die Exportwirtschaft nicht unter die Räder gerät, aber auch ausländische Produkte für die Bürger erschwinglich bleiben. Ganz besonders wichtig ist natürlich die Stabilität des Geldes im Hinblick auf die Inflation. In Japan lag die Teuerungsrate über 20 Jahre gerade mal bei 0,5 Prozent per annum. Aber aus dieser Argumentation könnte man auch schlussfolgern, dass es dann krachen wird, wenn auch nur einer der drei Faktor nicht mehr gegeben ist, insbesondere wenn die Inflation zu galoppieren beginnt. Inflation, das Thema der nächsten Jahre nach der epochalen Geldschwemme des Corona-Jahres 2020?

 

Der Nikkei in Japan mit zuletzt starker Entwicklung

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