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DAX daily: Wieder ein neues Allzeithoch, aber nicht im Dax

DAX daily: Wieder ein neues Allzeithoch, aber nicht im Dax

Gestern haben wir erneut ein neues Allzeithoch gesehen, nicht beim Dax, sondern in der EZB-Bilanz. Der Deutsche Aktienindex scheiterte im gestrigen Handel nur knapp unter seinem Vortagshoch, hält sich aber weiterhin auf hohem Niveau. Der Verkaufsdruck, den wir zuvor immer wieder gesehen haben, bleibt vorerst aus. In den vergangenen Wochen folgten auf neue Rekordhochs jeweils kräftige Gewinnmitnahmen. Diesmal beißt sich der Dax jedoch an der Marke bei 15.700 Punkten fest. Aus technischer Sicht wäre also noch Luft bis in den Bereich bei 16.000 Zählern. Die Ziellinie überquerte der Deutsche Aktienindex schließlich mit einem moderaten Minus von 36 Punkten (-0,23%) bei 15.640 Zählern. Kurz vor Toresschluss wurde der Dax durch eine kraftlose Wall Street entmutigt, unmittelbar unter den Allzeithochs ging dem S&P500 und Dow Jones die Luft aus.

Von schwachen Konjunkturdaten ließ sich der Dax jedenfalls nicht beeindrucken. Sowohl die Industrieproduktion, als auch die ZEW-Konjunkturerwartungen fielen schwächer als erwartet aus. In Anbetracht steigender Inflation sind schlechte Konjunkturdaten wohl gute Daten. Es vertreibt die Sorgen einer Überhitzung der Wirtschaft, außerdem erhoffen sich Anleger dadurch eine Fortsetzung der ultralaxen Geldpolitik der Notenbanken.

Apropos Notenbanken, die Europäische Zentralbank hat gestern auch ein neues Allzeithoch erreicht, nämlich in ihrer Bilanz. Kurz vor der morgigen EZB-Sitzung stieg die Bilanzsumme um weitere 22,5 Mrd. EUR auf insgesamt 7.680,1 Mrd. EUR an. Folglich entspricht die EZB-Bilanz nun 77% des BIPs der Eurozone. Glückwunsch, die EZB hat damit den zweiten Platz hinter der Bank of Japan (133%) gefestigt, sowohl die BoE mit 39% als auch die Fed mit 36% liegen weit abgeschlagen auf dem dritten und vierten Platz. Ein Blick auf die Notenbank-Bilanzen genügt, um sich bewusst zu machen, warum der Dax da steht, wo er gerade steht.

News und Fundamentaldaten

Am heutigen Mittwoch stehen nur wenige Konjunkturdaten auf der Agenda. Einen Tag bevor die US-Verbraucherpreise veröffentlicht werden und die EZB die Ergebnisse ihrer jüngsten Sitzung bekannt geben, ist es konjunkturseitig also ruhig. Morgen liegt der Fokus auf den US-Inflationsdaten, vorausgesetzt, dass die Teuerungsrate weiter steigt, könnte das Inflationsgespenst wieder von der Kette gelassen werden. In der letzten Nacht wurden bereits die Verbraucher- und Erzeugerpreise in China veröffentlicht. Der Verbraucherpreisindex ist mit 1,3% etwas niedriger als erwartet ausgefallen (Prognose 1,6%; vorher 0,9%), während der Erzeugerpreisindex einen erneuten Sprung auf 9,0% gemacht hat (Prognose 8,5%, vorher 6,8). Das liegt größtenteils an den stark gestiegenen Rohstoffpreisen. Gerade eben erschien zudem die deutsche Handelsbilanz. Diese ist von zuvor 14,3 Mrd. auf 15,9 Mrd. angestiegen, erwartet wurde jedoch en Anstieg auf 16,3 Mrd. EUR. Am Nachmittag folgen dann noch die US-Rohöllagerbestände (16:30 Uhr).

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Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Der deutsche Leitindex notiert vorbörslich nahe seines Schlusskurses. An der Situation zu den beiden Vortagen hat sich wenig geändert. Der Dax konsolidiert zwischen 15.730 und 15.600 Punkten. Hält er zur Kassaeröffnung die Unterstützungen bei 15.648/635, dann geht es wieder in Richtung der 15.730. Dafür muss der Index die Widerstände bei 15.684 und anschließend die Zone zwischen 15.707 und 15.717 überwinden. Danach könnten die vorherigen Hochpunkte bei 15.727 und 15.732 getestet werden. Ein Ausbruch über 15.739 kann den Dax zu den nächsten Auffächerungsmarken bei 15.778 und 15.818 führen.

Fällt der Dax unter den Bereich bei 15.648/635, dann steht ein Test der Unterstützung bei 15.612/600 bevor. Unterhalb von 15.600 liegt zwischen 15.560 und 15.542 die nächste Unterstützungszone. Ein Unterschreiten der 15.542 – Ausbruchsmarke der vorherigen Seitwärtsrange – würde die Lage etwas eintrüben. Fällt der Dax auch noch unter das Verlaufstief bei 15.477, dann übernehmen die Bären das Ruder. Allerdings gehe ich davon aus, dass der Dax vor den morgigen Inflationsdaten die Konsolidierung auf hohem Niveau fortsetzt.

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Dax daily: Tagesausblick 09.06. (H1) - warten auf die US-Verbraucherpreise und EZB

Dax Unterstützungen (US)

15.635 – 161,8% Ext. (Hoch 15.732)

15.614 – Tagestief 07.06.

15.602 – 261,8% Ext. (Hoch 15.732)

15.560/540 – US-Zone

15.477 – Tagestief 03.06.

15.414 – Tagestief 31.05.

15.350 – Tagestief 27.05.

Dax Widerstände (WS):

15.684 – mehrfacher WS/US

15.707//717 – WS-Zone

15.727 – Tageshoch 08.06.

15.732 – Allzeithoch

15.739 – 127,2% Ext. (15.101-15.604)

15.778 – 127,2% Ext. (14.960-15.604)

15.818 – 261,8% Ext. (Tief 14.961; H1)

15.912 – 161,8% Ext. (15.101-15.604)

15.998 – 161,8% Ext. (14.960-15.604)

Disclaimer

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