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Dax: Das Ende des deutschen Geschäftsmodells!

Wenn man sich den Dax ansieht, könnte einem ein Verdacht kommen..

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Wenn der Dax einmal ohne den großen Bruder – der sich bekanntlich heute um Truthähne kümmert – handelt, ist das in gewisser Weise eine Aussage. Ok, die US-Futures laufen schon noch mit bis in den frühen Abend, aber normalerweise ist es beim Dax so, dass spätestens ab 11Uhr der mentale Bildschirmschoner eingeschaltet wird und der Index sich dann kaum mehr vom Fleck bewegt ab diesem Zeitpunkt. Vielleicht ist das heute ja anders, aber so furchbar viel Hoffnung sollte man nicht haben. Immerhin kommt mit dem ifo Index (10Uhr) heute ein wirklich relevantes Konjunturdatum..

Schauen wir zunächst nach Asien: da läuft der Nikkei gut, aus Freude über den Anstieg von Dollar-Yen. Chinas Märkte halten sich so lala, auffallend ist aber die Schwäche beim ChiNext, dem chinesischen Pendant zum Nasdaq:

Shanghai Composite +0,02%
CSI300 +0,39%
ChiNext -0,89%
Nikkei 225 +0,91%

Und was macht der Dax-Index? Die Bullen haben derzeit ja eine gewisse Frustration: die Amis laufen von Allzeithoch zu Allzeithoch, und der Dax quält sich in der deutschen Tiefebene seitwärts. Gestern immerhin einmal so etwas wie eine Rally, oder besser ein Rally-chen, als der Index von 10600 auf 10680. Wow. Wie beeindruckend.

Wenn man sich den Dax ansieht, könnte einem ein Verdacht kommen: der Index ist bekanntlich ja extrem Export-lastig, und wie der eine oder andere vielleicht schon bemerkt hat, ist derzeit Globalisierung irgendwie out, Besinnung auf die „Heimat“ wieder in. Und wenn das so ist, dann ist die Überlegung nicht ganz unlogisch, dass für die deutschen Exportwerte nicht gerade eine Ära strahlenden Lichtes anbricht.

Die angelsächsische Welt will sich ja jetzt nur noch um sich selbst kümmern, am besten vom Ausland komplett unabhängig sein etc. Also das Gegenmodell zu unserem Wirtschafssystem hier in good old Germany, das den Export und die Überschüsse in der Handelsbilanz liebt. Wenn bei diesem Spiel die anderen nicht mehr mitspielen, ist das wie bei einem Computer: der kennt nur 0 oder 1, und wenn nichts davon kommt, stürzt er mit einem großen Fragezeichen im Arbeitsspeicher ab!

Mithin ist also unser gesamtes Geschäftsmodell in Frage gestellt. Und es könnte doch sein, dass auch ausländische Investoren das bemerken, oder? Es fehlt also derzeit an ausländischem Kapital für den Dax – selbiges kauft derzeit lieber deutsche Staatsanleihen, weil ihnen die amerikanischen zu heiß geworden sind seit Trump.

Der X-Dax startet hoffnungsvoll:

dax24-11-16

Naja, irgendwie mitten im Niemandsland. Erster Widerstand in der Zone um 10700, dann der Bereich 10770 und schließlich die ominöse 10800 und dann das Jahreshoch bei 10830. Unten ist die Zone 10590/10610 nun reichlich oft getestet worden, die muß also zwingend halten. Schau mer mal..

10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    bademeister

    24. November 2016 09:29 at 09:29

    Am 19. Dezember wird definitiv entschieden, wer Präsident in USA werden wird. Bis dahin sind es noch knapp vier Wochen.
    Bis morgen hat Clinton Zeit, das Wahlergebnis sinnvoll und, wenn überhaupt, zielführend anzufechten.

    Was würde mit den Märkten geschehen wenn:
    …es wirklich zu einer fristgerechten Infragestellung des Wahlergebnisses durch Clinton bis morgen kommen würde?
    …die Wahlanfechtung akzeptiert würde, es zu einer neuerlichen Auszählung der vakanten Stimmen kommen würde….und….?

    ….dann wären wir ja wieder vor der Wahl…natürlich nur markttechnisch.

    In Österreich ist der brave Alexander ja auch schon in seinem neuen Arbeitszimmer gesessen….und wird’s jetzt wahrscheinlich doch nicht werden.

    Die Demokratie geht manchmal seltsame Wege.

    • Avatar

      bademeister

      24. November 2016 09:34 at 09:34

      @ Hr. Fugmann: Italien-Referendum ist für die meisten noch immer weit weg und m.M. nach nicht wirklich eingepreist…..aber was würde passieren wenn Clinton morgen…..?

      • Markus Fugmann

        Markus Fugmann

        24. November 2016 09:35 at 09:35

        @Bademeister, hm, die Chancen stehen nicht gut aus meiner Sicht, dass die Wahl angefochten wird – das würde zu heftigen Unruhen führen in den USA, und das will keiner, auch Clinton nicht..

        • Avatar

          KSchubert

          24. November 2016 09:40 at 09:40

          Glaube ich auch! Clinton wird das Ergebnis nicht anfechten!

        • Avatar

          bademeister

          24. November 2016 09:51 at 09:51

          …schon klar, aber wenn seit gestern diesbezügliche Meldungen (Wahlbetrug/Hackmäck) durch die weltweite Regenbogenpresse gejagt werden, sollte da auch was dahinterstecken…sind ja keine Jon-Does ihres Berufsstandes, welche diese Vermutungen vor versammelter Presse rausgelassen haben.
          Wenn so ein Szenario bei einer Niederlage Trumps eingetreten wäre, würde der jetzt ganz sicher intervenieren.
          Ich traue es Clinton, die ja mittlerweile mehr als 2 Mio. Wählerstimmen mehr als Trump bekommen hat, jedenfalls zu…dazu bitte auch in ihrem letzten Statement nach der Wahl zwischen den Zeilen hören….

          • Avatar

            gerd

            24. November 2016 13:05 at 13:05

            „…durch die weltweite Regenbogenpresse…“

            Wenn das mal nicht hauptsächlich von unserer regimehörigen Presse hochgepuscht wird. Weil man es Frau Merkel recht machen möchte, weil unsere Pseudodemokraten solche demokratischen Entscheidungen gar nicht gerne sehen- wenn sie ihrem Weltbild nicht entsprechen.
            Bei den Amerikanern selbst lief das nur als Randnotiz.

            …“sollte da auch was dahinterstecken…sind ja keine Jon-Does ihres Berufsstandes, welche diese Vermutungen vor versammelter Presse rausgelassen…“

            Doch, leider sind es Jon Does.
            Aber immerhin hat der „Haupt-„Urheber dieser „Aufdeckung“ soviel Anstand, dass er längst veröffentlicht hat, dass es extrem unwahrscheinlich wäre, dass an seinem Verdacht überhaupt was dran wäre.

            Und ein in den USA als Statistik-Papst geltender Wissenschaftler- diesmal kein Jon Doe- ließ wissen, dass es unter statistischer Berücksichtigung der unterschiedlichen Wählerschichten in den Bezirken noch nicht mal eine Abweichung in irgendeiner Form geben würde.

            Aber sowas wird dann in unseren Wahrheitsmedien im Anschluss nicht mehr berichtet. Und deshalb müssen wir uns nicht nur über das Italien-Referendum Gedanken machen, sondern auch noch was wäre, wenn in Amerika…

  2. Avatar

    Marc

    24. November 2016 12:29 at 12:29

    Jetzt reden plötzlich alle von Renzi, im letzten Moment wie immer, so typisch Börse halt.
    Auch wenn die Umfragen gegen Renzi sind, muss man bedenken: Der Durchschnittsitaliener ist eher
    ängstlich,konservativ, misstrauisch und lässt sich ungern auf Experimente wie einen Italexit ein.
    Bei den Umfragen mutig, in der Wahlkabine dann doch nicht so. Was es bedeutet zur Lira zurückzukehren, ist der Bevölkerung sehr wohl bewusst.
    Daher ist noch lange nicht ausgemacht, dass Renzi verliert. Wenn er gewinnt, gibts wahrscheinlich die heiss ersehnte Jahresendrally.

    • Avatar

      gerd

      24. November 2016 13:22 at 13:22

      „… gibts wahrscheinlich die heiss ersehnte Jahresendrally.“

      Als Bürger wünsche ich mir einen Denkzettel für Renzi.
      Als („langer“) Börsianer natürlich nicht.

      Aber was ist, wenn der Euro einen Freudensprung nach oben macht (wie von FMW erwogen) und die Exportwerte „leiden“ werden – nach einem Sieg Renzis?
      Ob es dann auch die Jahresendralley gibt oder nur ein kurzes Strohfeuer?

      • Avatar

        Marc

        24. November 2016 13:41 at 13:41

        In letzter Zeit hatte sich der Dax aber nicht mehr besonders vom Euro beeindrucken lassen.

  3. Avatar

    GN

    24. November 2016 14:52 at 14:52

    …..diese Analyse (Überschrift) ist aber doch sehr weit hergeholt. Denn es hieße ja auch, für die Japaner wäre das, daß Ende ihres Geschäftsmodels und erst recht für China. Nur sehen wir den Nikkei täglich, wie die US-Märkte im Plus, wenn der Yen abwertet und umgekehrt im Minus, wenn der Yen aufwertet……frei nach Kostolany: Die Kurse machen die Nachrichten…..VG

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Immer mehr zusätzliche Luft für die Aktienblase, Branchenrotation dank Biden

Claudio Kummerfeld

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Derzeit gibt es immer mehr zusätzliche Luft zum weiteren Aufblähen der globalen Aktienblase, so ein Experte im folgenden Gespräch mit Manuel Koch. Notenbanken und Stimulus-Maßnahmen würden die Blase weiter befeuern. Dabei würden sich die Börsenbewertungen immer mehr von der realwirtschaftlichen Wirklichkeit entfernen. Deswegen sollten die Anleger Bestände gegen Verluste absichern. Auch interessant sind die Aussagen über eine Branchenrotation bei US-Aktien. Dank des neuen US-Präsidenten Joe Biden würden Branchen wie Pharma und alternative Energien profitieren, dafür könnte zum Beispiel die Ölindustrie verlieren.

Im Video auch besprochen werden zwei Handelsideen der trading house-Börsenakademie. Bei Netflix könne man market kaufen, und bei Microsoft könne man über das Vehikel einer Stop-Buy-Order auf steigende Kurse setzen.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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Aktien

Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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am

Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Quartalszahlen und Inflation

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. IBM und Intel werden heute Abend ihre Quartalszahlen veröffentlichen – sie werden von ihm vorab besprochen. Auch das Thema Inflation ist auf der Tagesordnung.

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