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Dax: Das gab es schon lange nicht mehr – und viel Lärm um nichts..

Strukturen sind wichtiger und langfristiger als Taktik!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Seit langer Zeit, gefühlt seit einer Ewigkeit, startet der Dax heute wieder einmal mit einem saftigen Aufwärts-Gap – für die Bullen eine Art Befreiungsschlag! Dabei steigt der X-Dax über das gestrige Tageshoch:

 


(Chart durch anklicken vergrößern)

Ist jetzt der Weg frei für den deutschen Leitindex – trotz der eher mauen Apple-Zahlen gestern? Möglich – der Dax kümmert sich mehr um China als um Apple, und das mit gutem Grund, weil China eben für Deutschland und seine Wirtschaft wichtiger ist als Apple und seine Zulieferer.

Trumps plötzliche Annäherung an China scheint doch sehr klar einem politischen Kalkül zu folgen: jetzt noch die Märkte beruhigen, eine Fortsetzung des Oktober-Abverkaufs wäre aus wahltaktischen Gründen klar negativ weil Stimmungs-schädigend, also machen wir auf gut Wetter und finden die Chinesen auf einmal wieder sehr „konstruktiv“. Aha. Mal sehen, ob das nach den Wahlen auch noch so ist – wenn die Republikaner, was derzeit unwahrscheinlich erscheint, das US-Abgeordnetenhaus halten können, würde sich Trump bestätigt fühlen und umso schärfer gegen China agieren.

So oder so: strukturell sind die Amerikaner und die Chinesen in einer Konkurrenz-Situation, die sich nur durch sehr umsichitiges Verhalten würde lösen lassen. Aber Trump hat für solche Umsicht nicht gerade die passende Mentalität, er will die USA wieder „great“ machen – aber China wieder groß zu machen ist eben auch das Ziel des „neuen Mao“, Xi Jinping. Und da wird es dann besonders schwierig..

Faktisch macht Trump also ein (wahl-)taktisches Manöver, aber eben keine strategische Trendwende – und das bedeutet, dass das Thema Handelskrieg eben auch alles andere als gelöst ist. Strukturen sind wichtiger und langfristiger als Taktik! Was der US-Präsident produziert, ist schlicht „Lärm“ – und die Märkte werden das wohl bald realisieren.

 

Viel Lärm..

Besonders spannend wird sein, wie die Wall Street heute auf die Apple-Zahlen reagiert, nachdem das Untenrehmen im earnings call eine schockiernde Botschaft gab: man werde keine Verkaufszahlen mehr nennen für die iPhones etc. Das ist faktisch eine Art Bankrott-Erklärung, wohl aus Angst, dass zu stark auffallen würde, dass die Verkäufe der Cash Cow iPhones stagnieren oder rückläufig sind. Das klingt ja schon fast nach den Luftnummern von Elon Musk! Und: was meint Apple genau mit „Lieferproblemen“? Soll da suggeriert werden, dass die Nachfrage doch so hoch sei nach Apple-Produkten, dass man kaum hinterher komme? Oder hat Apple „Lieferprobleme“, weil China nicht mehr so richtig mitspielt?

Heute im Fokus die US-Arbeitsmarktdaten, dort vor allem die Stundenlöhne als Inflations-Kennzahl par excellence (um 13.30 bei FMW)..

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Christoph

    2. November 2018 09:20 at 09:20

    Filmempfehlung des Tages: wag the Dog
    Danach hat man einen Eindruck wie amerikanische Politik tickt.

  2. Avatar

    Zimmermann

    2. November 2018 17:31 at 17:31

    Also, ich kann den hier immer wieder zum Ausdruck gebrachten Theorien, nämlich China „Klein“ zu halten, wenig abgewinnen. Kurskorrekturen sollte man wieder zum Einstieg nutzen. Es kommt vielleicht nochmal ein kleiner Ausverkauf (3wellige Korrektur). Aber dann geht es wieder stetig nach oben. Im DAX wird jetzt die Lücke bei 11550 geschlossen und dann kommt die 11850. Man sollte lieber auf solche Charttechnischen Dinge achten und sich keine Gedanken über irgendwelche Theorien machen. Das lenkt nur vom Trading ab. Warum, Wieso, Weshalb es rauf oder runter geht, sollte einem egal sein. Das stört nur den Blick und ruft Irritationen hervor. Es konnte gerade im DOW Jones sehr gut beobachtet werden, wie an wichtigen Marken Kursreaktionen erfolgten.

    • Avatar

      Columbo

      2. November 2018 19:40 at 19:40

      @Zimmermann
      „…lieber auf solche charttechnische Dinge achten und sich keine Gedanken über irgendwelche Theorien machen. Das lenkt nur vom Trading ab…“
      Gehen deshalb 80% der Trader Pleite???

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MDax war auf lange Sicht die deutlich bessere Wahl als der Dax

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Der MDax repräsentiert sozusagen nach den 30 wichtigsten deutschen Börsentiteln (Dax) die nachfolgenden 50 wichtigsten Unternehmen. Sozusagen die „zweite Reihe“ in Sachen Größe, Volumen, Wichtigkeit und Bekanntheit. Auch wir bei FMW beachten in der Regel die großen Indizes wie den Dax, aber praktisch gar nicht den MDax. Dabei war der auf lange Sicht viel erfolgreicher als der Dax. Darauf hat die Deutsche Börse heute mit einer Info zum 25. Jubiläum des Index hingewiesen. Demnach hat der MDax seit seiner Auflegung eine Rendite von 1.083 Prozent erzielt, während der Dax um 485 Prozent zulegte – wobei der Großteil der Outperformance in den vergangenen zehn Jahren entstand.

Laut Deutscher Börse gab es den größten Tagesverlust im MDax mit -10,9 Prozent am 12. März 2020, und den größten Tagesgewinn mit +12 Prozent am 13. Oktober 2008. Zum Start im Jahr 1996 sah man einen Indexstand von 2.629 Punkten, und nun zum Jubiläum sehen wir 31.206 Punkte. Das entspricht einer jährlichen Performance von 10,9 Prozent. Schauen wir mal auf den folgenden Chart. Hier haben wir seit Sommer 2006 (also rechtzeitig vor Ausbruch der Finanzkrise 2008) den Dax vergleichen mit dem MDax. Der kleine Bruder erzielte 257 Prozent Plus, der große Brude „nur“ 130 Prozent.

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