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Dax: Das Jahr 2000 und heute – vorwärts in die Vergangenheit

Manchmal reimt sich Börsen-Geschichte – und wenn das diesmal so ist, dann könnten wir bis Januar steigen – bevor es dann richtig ungemütlich wird!

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Manchmal reimt sich Börsen-Geschichte – auch diesmal? Wenn dem so wäre, dann könnte es durchaus ungemütlich werden in 2019, denn die aktuelle Geschichte „reimt“ sich mit einem Muster, das wir im Dezember des Jahres 2000 gesehen hatten – also jenes Jahr, in dem die Dotcom-Blase zu platzen begann. Und jendes Jahr neben den Jahren 1987 und 2008, in denen es beim S&P 500 im Dezember zu Verlusten von -3% gekommen ist (was in den restlichen Jahren sonst nie vorkam, weil der Dezember eigentlich ein sehr guter Börsenmonat ist!).

Auch im Dezember 2000 passierte das, was gestern passierte: ein Dreifachboden wurde nach unten durchbrochen mit einem neuen Tief, dann erfolgte eine impulsive Drehung nach oben:

(Chart: northmantrader.com)

 

Auch gestern der Bruch eines Dreifachbodens – dann eine impuslive Rally:

 

(Chart durch anklicken vergrößern)

Im Dezember 2000 ging es dann nach dem Erreichen des Tiefs bis Anfang Januar 2001 weiter nach oben, bevor dann der nächste Abverkauf einsetzte:

 

(Chart durch anklicken vergrößern)

 

Und ähnlich könnte es diesmal auch laufen! Noch einmal ein Tief, dann eine impulsive Erholung durch den Dezember – ab der zweiten Dezember-Woche wird die Saisonalität nämlich ohnehin extrem günstig! Man wollte seine Jahresendrally, also bekommt man sie dann nach Umwegen doch noch!

Aber übergeordnet ist die Wende schon passiert:

 

(Chart durch anklicken vergrößern)

Was wir seit Oktober sehen, spricht eine klare Sprache: die Trendwende hat stattgefunden, wir sind bereits in einem Bärenmarkt, der nun noch einmal durch impulsive Rallys nur kurzzeitig unterbrochen wird! Das Gleiche gilt auch für den Dax:

 

(Chart durch anklicken vergrößern)

 

Und so sah es im Dezember des Jahres 2000 beim Dax aus – nach einem recht unerfreulichen Jahr:

 

(Chart durch anklicken vergrößern)

 

Faktisch deutet vieles darauf hin, dass 2019 ein gelinde gesagt sehr schwieriges Jahr wird – denn was derzeit an den Märkten abläuft ist nicht mehr nur eine Korrektur innnerhalb eines ansonsten intakten Bullenmarkts! Was wir seit 2018 mit dem Abverkauf im Februar und nun ab Oktober erleben, ist eine Trendwende – ausgelöst durch eine Trendwende der Liquiditätslage: die Fed hat es gegeben, die Fed hat es nun mit Zinsanhebungen und Bilanzreduzierung wieder genommen.

 

Vielleicht ist es schlicht und simple: solange die Notenbanken die Märkte mit Liquidität künstlich nach oben pumpten, stiegen die Kurse – als sie damit aufhörten und Liquidität entzogen, fielen sie. Also werden die Kurse mit Zwischenerholungen so lange fallen, bis die Fed anfängt zu blinzeln und in Panik gerät, spich die Zinsen senkt – dann kommt wahrscheinlich noch einmal eine impulsive Rally. Bis man dann feststellt, dass die Notenbanken ihr Pulver bereits verschossen haben..

 

 

Von Christoph F. Siekermann – Fotografiert am 03. März 2006, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=12057470

 

 

 

 

4 Kommentare

4 Comments

  1. Josef Riedler

    11. Dezember 2018 11:41 at 11:41

    Allerdings haben wir heute ein ganz anderes durchschnittliches DAX KGV, ca. 12,5, was weniger als die Hälfte von damals ist.Nur 2010 waren wir deutlich tiefer (unter 8), aber meines Wissens schossen damals die Ratingagenturen aus vollen Touren gegen europäische Länder, und der Euro stand an der Kippe.

  2. Wolfgang M.

    11. Dezember 2018 12:10 at 12:10

    Ja Herr Riedler, Ihre Argumente sind aus Dax-Sicht nicht von der Hand zu weisen. Unser Leitindex ist von 13559 bis auf 10580 Punkte gefallen und, wenn jetzt kein völliger Umsatzeinbruch in Q4 zu verzeichnen ist, sollten die Dax-Gewinne im Gesamtjahr bei 90 Mrd.€ liegen. Dies entspräche einem KGV von gut 11 und der Index antizipierte ein Nullwachstum für 2019. Unser Problem ist aber die Exportabhängigkeit und damit hängt das Wohl und Wehe von der Weltwirtschaft ab. Andererseits gehen 60% unserer Exporte in die Eurozone. Ergo: Sollte die Weltwirtschaft aus den x-fach dargelegten Gründen nicht rezessiv werden (Handelskriegpause, Stopp der Zinsanhebungen, Pause beim Tapering, Exit vom harten Brexit) kann man auch aus sehr kritischer Sicht nicht von einem korrekturbedürftigen Dax-Niveau sprechen – auf kurze Sicht. Das Schuldenproblem hingegen wäre nur verschoben.
    Gruß

  3. Shiller- Glaübiger

    11. Dezember 2018 14:19 at 14:19

    An alle KGV – Gläubiger, wenn sie das KGV nach Shiller beachten , sieht die Aktienwelt ganz anders aus.
    Die Gewinne der Firmen sind meistens vor Rezessionen noch hoch u. fallen erst später. Der „ bekannte“ TM wollte es auch nicht glauben.

  4. Bondkenner 007

    11. Dezember 2018 14:36 at 14:36

    Überlegung, wenn die Notenbank wegen Chaos die Zinsen 1/4% senkt, und die Fast-Schrott u.die Schrottanleihen von 5% auf 8% steigen hilft das nicht.Die Notenbanken haben sich ins Abseits manövriert u.den Zyklus künstlich verlängert.Ein Ballon konnte noch nie langsam entlüftet werden.
    Homm hat jetzt schon mehrmals DAS UNTERNEHMENS-ANLEIHEN-PROBLEM angesprochen.Diese Zinsen werden auf jeden Fall steigen.Die Risikoprämie bei diesen Anleihen ist im Moment künstlich unterdrückt wegen der sogenannten TINA.

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Heute jede Menge schlechter Nachrichten aus dem Unternehemenssektor – Dax und Wall Street unter Druck

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Heute jede Menge schlechter Nachrichten aus dem Unternehemenssektor: gestern FedEx mit der Warnung, dass die Weltwirtschaft weiter Probleme habe, heute dann der Absturz von Bayer nach dem Monsanto-Urteil in den USA, dann die Gewinnwarnung von BMW, und schließlich die pessimistischen Aussagen der Schweizer Großbank UBS. All das sorgt dafür, dass der zuletzt so euphorische Dax heute unter Druck kommt, die an Fed-Tagen normalerweise starke Wall Street ebenfalls mit Verlusten. Heute entscheidend die Aussagen der Fed – wird dsie die dovishen Erwartungen erfüllen? Im Vorfeld geben die Anleihemärkte und die Aktienmärkte völlig gegensätzliche Botschaften..

Link zum heutigen Live-Webinar (18.55Uhr): https://www.youtube.com/watch?v=DkIKInaSAjQ

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Warum steigt die Wall Street – oder wer kauft hier eigentlich?

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Die Wall Street steht vor einer ungewöhnlichen Quartalsbilanz (Q1 2019).

Wer hätte dies nach dem Dezember geglaubt, bei dem man im Vergleichsmaßstab schon bis ins Jahr 1931 zurückgreifen musste, so stark waren die Kurse gefallen.

 

Aktuelle Umfrage von Bank of America / Merrill Lynch

Eine Umfrage bei dieser Bank unter 239 Fondsmanagern mit einem Gesamtanlagevolumen von 664 Milliarden Dollar ergab, dass diese so wenig Geld in Aktien investiert haben, wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Nur noch drei Prozent seien in Aktien übergewichtet (im Vergleich zum Index), im Oktober lag diese Zahl noch bei 22 Prozent, im November sogar bei 31 Prozent.

Der Befragung zufolge rechnen noch 28 Prozent dieser Investoren damit, dass die Gewinne der Unternehmen weiter sinken müssten. Wer hat also gekauft?Das dürften in erster Linie Hedgefonds gewesen sein, die angesichts einer grottenschlechten Performance im Dezember (auch angesichts ihrer horrenden Gebühren für Anleger) stark unter Druck stehen und eine Shortsqueeze ausgelöst haben dürften.

Dann natürlich die US-Konzerne, die mit ihren Buybacks in den ersten Monaten nochmals richtig zugeschlagen haben. Ein kurstreibendes Verfahren mit allerlei Nebenwirkungen für das Investitionsklima im Lande, welches zusehends Politikern missfälllt und vielleicht bald zu entsprechenden regulatorischen Regelwerken führen könnte. Mit dabei dürfte der Kleinanleger in bestimmtem Umfang sein, der bei Kursanstiegen in den Markt gezogen wird, als immer wiederkehrendes FOMO (Fear of missing out), sozusagen.

 

Ist dies ein gutes oder schlechtes Zeichen für den Markt?

Sowohl als auch. Denn einerseits ist noch genügend Kapital für die US-Aktienmärkte vorhanden, anderseits könnten diese Großinvetoren auch mal Recht haben. Dafür spricht auch ganz einfach die Mathematik. Bei Fortführung der Hausse, ohne substanzielle Korrektur, müssten die Kurse im Jahresverlauf astronomische Höhen annehmen. Dies bei einer sich spürbar abschwächenden Weltwirtschaft und einer Hausse im Endstadium (11. Jahr Aufschwung).

Nicht sehr realistisch, oder?

 

CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=243386

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