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Dax: Das Klammern an den Strohhalm

Die Turbulenzen an den Anleihemärkten machen auch die Aktienmärkte verwundbar, und die Schwäche der beiden Anlage-Kategorien hat eine Ursache: die Notenbanken mit ihrer hawkishen Wende. Und solange die Notenbanken ihre Rhetorik beibehalten, werden sowohl die Anleihemärkte als auch die Aktienmärkte Probleme haben!

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Der Dax klammert sich derzeit an einen Strohhalm: den bei 12310 Punkten gebildeten Doppel-Boden. Klar: Erholungen sind jederzeit möglich beim deutschen Leitindex, aber wäre das dann schon eine Trendwende? Eher nicht. Die Turbulenzen an den Anleihemärkten machen auch die Aktienmärkte verwundbar, und die Schwäche der beiden Anlage-Kategorien hat eine Ursache: die Notenbanken mit ihrer hawkishen Wende. Und solange die Notenbanken ihre Rhetorik beibehalten, werden sowohl die Anleihemärkte als auch die Aktienmärkte Probleme haben!

Das Problem ist inzwischen so groß, dass einer der drei großen Zentralbanken, die Bank of Japan, sich heute Nacht gezwungen sah, zu intervenieren durch die Drohung, unlimitiert japanische Staatsanleihen zu kaufen. Man will einen weiteren Rendite-Anstieg verhindern, den sich ein so immens verschuldetes Land wie Japan schlicht gar nicht leisten kann.

In Asien negative Vorzeichen, die mehr oder weniger das nachbilden, was gestern an der Wall Street passiert ist. Auffallend ist, dass gestern die in den letzten Tagen immer wieder zu beobachtende Sektor-Rotation nicht funktioniert hat – alle 12 Sektoren im S&P500 im Minus, das gab es schon länger nicht mehr. Auch das ist ein Zeichen dafür, dass die Musik schon aufgehört hat zu spielen, und wer jetzt immer noch tanzt, lebt nicht ungefährlich!

Der X-Dax heute mit einem praktisch unveränderten Start:

Unten also der Doppelboden bei 12310 Punkten, oben Widerstände in der Zone 12490 bis 12535 – wo derzeit auch die Begrenzung des Abwärtstrends verläuft. Alles, was unterhalb dieser Zone passiert, ist ein Indiz für Schwäche beim Dax, die Ampel nach wie vor auf gelb.

Heute natürlich der Fokus auf die US-Arbeitsmarktdaten um 14.30Uhr. Die Konsenserwartung liegt bei 180.000 neuen Stellen bei einer Arbeitslosenquote von 4,3% (wie im Vormonat). Heute besonders im Blickfeld die US-Stundenlöhne, die Märkte wollen sehen, ob nicht langsam einmal Preisdruck aufkommt durch steigende Gehälter. Der ADP-Arbeitsmarktbericht gestern schwach, vor allem weil keine einzige neue Stelle im produzierenden Gewerbe geschaffen wurde. Damit ist das kurze Aufblühen im Bereich manufacturing nach der Wahl Trumps wohl schon wieder beendet.

Manche sagen, dass die heutigen US-Arbeitsmarktdaten für die Fed gar nicht so wichtig seien, weil die Notenbank ohnehin auf Autopilot geschaltet habe: man will unbedingt die Zinsen anheben, um die trotz bisheriger Zinsanhebungen immer noch sehr laxen „financial conditions“ zu straffen, um wiederum so den Überschwang an den Märkten einzubremsen. Die Warnungen der Fed in letzter Zeit in dieser Hinsicht waren ziemlich deutlich, wengleich von den Märkten weitgehend ignoriert. Die Fed aber hat mit diesen „financial conditions“ ein drittes Mandat (neben Inflation und Wirtschaftswachstum), daher ignoriert die Fed wiederum die klaren Zeichen der Abkühlung der US-Konjunktur.

Wie auch immer – langweilig wird es heute wohl nicht..

27 Kommentare

27 Comments

  1. Avatar

    walter

    7. Juli 2017 12:58 at 12:58

    Wie schon erwaehnt,der Juli wird heiss werden…..12300 nur ein vorruebergehender Halt,..
    Gibts eigentlich einen „geschwollene Finger“beim Dax?
    Gegen so einen Brexit-Day haette ich nichts dagegen,1000 points minus waere doch mal wieder angebracht,od.?

    • Avatar

      Gerd

      7. Juli 2017 13:56 at 13:56

      Und glaubste vielleicht, dass die Bären hier von Tausend Punkten runter wirklich profitieren würden? Wenn das passiert während sie schlafen, dann JA. Ansonsten werden sie ihrem Glück nicht trauen und bei 12000 sich schon glattgestellt haben.
      OK, ich schließe von mir auf andere. Bin schon seit Tagen Tagen dabei, Shorts mit großem Verlust aufzulösen.
      Gestern zuletzt bei rund 12350 – und morgen bei 12250 und so weiter. Hoffentlich, aber heute Nachmittag oder nâcbste Woche geht es logischerweise sowieso schon wieder hoch.

      • Avatar

        walter

        7. Juli 2017 14:04 at 14:04

        EIN FEHLER sonders gleichen!
        Willst du etwa Weltmeister im Geldverbrennen werden?
        Gerd,was ist mit dir los…machs so wie ich,Gold bunkern und den DAX shorten,was das Zeug haelt!
        Nat.noch einen Explorer dazu,der in die Produktion ueber geht!!

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    gerd

    7. Juli 2017 14:21 at 14:21

    Was erhofft sich die Börse wohl in 10Minuten vom Arbeitsmarkt?
    Lieber nur 50000 oder 100000 oder doch besser 200000 oder 300000?
    Wer kaufen will, der soll es jetzt schnell tun.
    Und wer verkaufen will, soll jetzt schnell verkaufen.
    Oder er soll genau das Gegenteil machen von dem, was er will. Manchmal geht das gut und manchmal auch wieder nicht.

  3. Avatar

    walter

    7. Juli 2017 14:36 at 14:36

    Deutschland steigt aus dem Euro aus!
    Kanzlerin Merkel und der neue franzöische Präsident Macron treffen sich schon seit Monaten. In aller VERSCHWIEGENHEIT wird über den radikalen Umbau der Eurozone verhandelt. Halten Sie sich fest: der „neue Fahrplan für Europa“ kommt!

    Deutschland steigt aus dem Euro aus! Ihr Vermögen ist nur noch 50% wert!

    Die Tragweite dieses Plans ist den meisten privaten Anlegern nicht im geringsten bewusst:
    1. Das Europa der 2 Währungen kommt! Deutschland ist zu stark für den Rest der Eurozone. Wir bekommen die „Neue Deutsche Mark!“
    2. Der Euro wird abgewertet! 50% Vermögensverlust für Sie! Alles, was in Euro angelegt wurde (Rentenversicherung, Lebensversicherung, Sparverträge, Tagesgeldkonten u.s.w.) ist nur noch die Hälte wert!
    3. Banken- und Finanzmarkt-Krise! Banken- und Finanzmärkte geraten in schwere Turbulenzen. Das heißt, Ihre Aktien rauschen ab…

    Für Merkel & Macron gibt es kein Tabu mehr! Der Staat macht vor keinem Ihrer Vermögenswerte Halt!

    Wenn das so kommen sollte,dann 1933 reloaded…

    Quelle:Hubert Retterath

    • Avatar

      walter

      7. Juli 2017 14:46 at 14:46

      Na HERR @Bauer,
      kaum heute von Ihnen prophezeit und schon kanns ganz schnell gehen!!
      Wie tief wird die dt.Gesellschaft nach den Wahlen fallen?
      Da mach ich mir gleich ein Wezen auf….
      Zum glueck kann ich meinen Wiesngang noch mit Euro finanzieren,denn in DM wird die Mass Bier fuer die Mehrheit, dann nur ein Traeumchen bleiben,denn dann saufen nur noch die Harten…Goldbuddys.

      • Markus Fugmann

        Markus Fugmann

        7. Juli 2017 14:52 at 14:52

        @Walter, jetzt kommentieren Sie sich schon selbst :)

        • Avatar

          walter

          7. Juli 2017 14:56 at 14:56

          Hier ist ein Bauer unterwegs,der mir noch nicht bekannt war bzw.ist!

        • Avatar

          KSchubert

          7. Juli 2017 14:57 at 14:57

          :-) :-) :-)

        • Avatar

          Columbo

          7. Juli 2017 15:06 at 15:06

          @Markus, es gibt einige, die hier Selbstgespräche führen….das sind die ersten Symptome von….die Diagnose behalt ich für mich?.

          • Avatar

            bauer

            7. Juli 2017 16:24 at 16:24

            Columbus!
            Hast du nostalgische Pfeife ein Problem mit div.Krankheiten?
            Es gibt nur einen @Bauer und der muss sich jetzt mal wieder zu Wort melden!
            Fugi,habe mich unter diversen Umstaenden Monate zurueckgehalten,aber du hast mich anscheinend noch nicht vergessen.
            Kannst mich ja unter meiner Email anschreiben,dann weissst,wer ich bin.

    • Avatar

      walter

      7. Juli 2017 14:55 at 14:55

      Herr Fugmann,
      haben sie nicht einen heissen Draht zum ARD[ZDF,um das Volk von der hier beschriebenen 50%igen Enteignung zu informieren?
      Denn dann wird Merkel die laengste Zeit,Kanzlerin gewesen sein!

    • Avatar

      Marko

      7. Juli 2017 19:02 at 19:02

      Das ist und bleibt ein riesengroßer Blödsinn.. Während die Schweizer am liebsten in das „Fehlkonstrukt“ EUR einsteigen würden, soll Deutschland aussteigen ? Wieso ?
      Wieso, denn Herr Bauer ? Sie haben uns doch erzählt, es gibt „goldene“ Zeiten , der Aktienmarkt fällt, ganz klar …? Gold gewinnt ???
      Da unten in Thailand herumhängen, das wird doch langsam langweilig ? :D

  4. Avatar

    bauer

    7. Juli 2017 16:35 at 16:35

    Und nochwas fuer die Gold Puscher,der Goldpreis ist soeben in Richtung 1150 Dollar unterwegs.
    Den Rotz braucht bis 2018 kein Mensch mehr.
    @Gerd,bist du immer noch auf der Angstspur zu finden,ich dachte,du warst klug und hast meine Worte taten folgen last.

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    gerd

    7. Juli 2017 17:29 at 17:29

    bauer, Bauer, Walter
    Langsam wird es so lustig, dass es keinen Spaß macht.
    Columbo, ich glaub es ist wirklich besser wir führen ebenfalls nur noch Selbstgespräche. Da weiß man wenigstens mit wem man dran ist. Und widersprechen kann einem auch keiner.

    • Avatar

      Columbo

      7. Juli 2017 18:17 at 18:17

      @Gerd, Sie haben Recht. Es wird zuviel, auch wenn ich Markus Fugmann dankbar bin, daß man sich hier über fast alles unterhalten kann, daß sowohl Profis wie Laien zu Wort kommen und Humor nicht zu kurz kommt.

      • Avatar

        Wolfgang M.

        7. Juli 2017 19:11 at 19:11

        Richtig, mittlerweile werden in diesem Informationsforum, mit topaktuellen Berichten der FMW-Redaktion, im Stundenrhythmus Katastrophenansichten verbreitet, dass man das Gefühl haben muss, es ginge mit Deutschland jeden Moment zu Ende. Kritisches Hinterfragen ist zweifellos wichtig, aber nur noch destruktive Äußerungen zu tätigen, wie alles kaputtgeht, der nächste Weltkrieg droht u.s.w. das ist fast schon gesundheitsschädlich – zumindest in dieser zeitlichen Abfolge. Wenn man schon etwas älter ist mit der Erfahrung einiger Krisen, kann man manchmal nur den Kopf schütteln. Sorry, aber das musste ich jetzt mal loswerden. Gruß

        • Avatar

          leopold der Erste

          7. Juli 2017 19:30 at 19:30

          Die Redaktion ist wirklich Top,aber es werden doch keine Katastrophenansichten verbreitet,seitens der FMW!
          Ich lese zwar erst seit wenigen Wochen mit,aber mit Weltkrieg droht doch hier niemand.
          Es wird halt manchmal von Usern der Weltuntergang beschworen,aber da kann man doch die Redaktion nicht verurteilen.
          VG

          • Avatar

            Wolfgang M.

            7. Juli 2017 20:34 at 20:34

            Ich habe doch nicht die Redaktion gemeint. Lesen Sie doch mal die Kommentare der letzten 48 Stunden.

  6. Avatar

    leopold der Erste

    7. Juli 2017 18:08 at 18:08

    Hallo,bin eigentlich nur stiller Mitleser,aber hier ist es wie in der Muppets Show…

    Zum Thema,beim Dax ist es noch voreilig zu behaupten,wo die Reise hin gehen wird.
    Ob die Zinsen in den USA wirklich noch dieses Jahr einmal mehr angehoben werden,das steht noch in den Sternen!
    Die ADP Daten sind eher mau und die Lohnkosten sind nicht der Rede wert.
    Dienstleistunsjobs,sind auf Dumping aufgebaut!
    Trump,mit seinem Protektionismus, wird ohne China nicht viel bewegen.
    VG

  7. Avatar

    Franklin Tell

    7. Juli 2017 20:40 at 20:40

    @Marko,Sie sollten neben viel Unwissen nicht auch noch Unwahrheiten erzählen, ich bin ein Verwandter von Wilhelm Tell u.kenne keinen Schweizer der den Euro als Währung haben möchte.

    • Avatar

      Bodo

      8. Juli 2017 09:25 at 09:25

      @Leopold der Erste: Dein eigener Beitrag gibt dir zu denken?
      Bisschen schizophren am Wochenende? Du bist doch der Walter!
      Schreib nicht soviel Müll, die eigene Zweifaltigkeit wirds dir danken!

      • Avatar

        Bodo

        8. Juli 2017 09:28 at 09:28

        …Franklin Tell biste auch…also stupide Dreifaltigkeit….was soll das bringen?

        • Avatar

          Bodo

          8. Juli 2017 09:31 at 09:31

          …und bauer auch noch! Lass den Mist!

    • Avatar

      Petkov

      8. Juli 2017 09:56 at 09:56

      Leopold, Hier muss ich freundlich widersprechen. Wollen Sie, dass auch FMW wie Merkels ARD&ZDF die öffentliche Meinung totalitär steuern und manipulieren? Der Marko ist ein talentunbelastetes, dilettantisches Finanz“beraterchen“, das es wahrscheinlich gerade noch so schaffte, mit seinem verwirrten Gelaber die eine oder andere halbsenile Witwenrentebezieherin über den Tisch zu ziehen. Sein fehlendes Selbstwertgefühl versucht er durch seinen krankhaften Wahn von einem angeblich finanzpolitisch übermächtigen und wie Titanik unsinkbaren Deutschland zu kompensieren.

      All dies ist aber kein Grund, ihn in einem (vor merkel) demokratischen Land mundtot zu machen. Was hat FMW mit den Kommentaren der Leser zu tun? Denken Sie nicht über Ihre Aussagen nach, bevor Sie sie hier posten?

  8. Avatar

    leopold der Erste

    7. Juli 2017 21:02 at 21:02

    @Wolfgang,ich schrieb doch bereits,ich bin stiller Mitleser und habe auch die Fakten mit belegbaren Quellen vernommen!
    Was ist daran auszusetzen?Es macht den Eindruck,sie wollen die Fakten nicht wahrnehmen!
    Ok,wusste nicht,dass es hier nur um Wirtschaftsnachrichten geht und alles andere unwichtig ist.
    Es vermittelt den Eindruck,das Katastrophenansichten nicht lesenswert sind!
    Ich habe hier Artikel gelesen,die ich im TV oder in der Bildzeitung nie gelesen habe und darum finde ich das Forum hier eine tolle Informationquelle.
    Ich glaube,ich sollte meine bisherige Meinung von der.Politik nochmals hinterfragen und hier meine Infos zusammen tragen.
    VG

  9. Avatar

    Jürgen

    9. Juli 2017 14:05 at 14:05

    Da hier klingt auch nicht gerade gut…https://www.youtube.com/watch?v=W8Ifp_O9oRA….deckt sich mit einigen Aussagen…

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Immobilien: Der Boom läuft immer weiter – aktuelle Daten

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Innenansicht eines Einfamilienhauses

Es ist wirklich erstaunlich. Auch wir bei FMW hatten zu Ausbruch der Coronakrise und im brutalen wirtschaftlichen Absturz im Frühjahr erwartet, dass auch der Markt für Immobilien beeinträchtigt sein wird. Schließlich haben derzeit ja zahlreiche Menschen massive Existenzängste, leben dank Kurzarbeitergeld auf Kante, oder haben als Selbständige ihre Existenz gleich ganz verloren. Da müssten die Preise für Immobilien doch eigentlich einbrechen? Die Nachfrageseite für Häuser und Eigentumswohnungen müsste so schwach sein, dass man spürbare Rückgänge bei den Preisen sehen müsste?

Nichts da. Offenbar bringt die große Gelddruck-Orgie der Notenbanken und die Alternativlosigkeit zu Aktien und Immobilien immer noch genug Anleger und Kaufwillige dazu, die Preise für Immobilien immer weiter klettern zu lassen. Und die Rettungsmaßnahmen der Bundesregierung sind wohl derart umfangreich, dass genug Menschen in prekären Situationen (Arbeiter in der Autoindustrie etc) noch nicht ihre Häuser verlieren, welche auf dem Markt folglich auch nicht für ein Überangebot an Häusern und Eigentumswohnungen sorgen können.

Preise für Immobilien weiter am Steigen

Aktuelle Zahlen der Anbieter F+B sowie Dr. Klein zeigen weiter steigende Preise für Immobilien. Der F+B-Wohn-Index Deutschland als Durchschnitt der Preis- und Mietentwicklung von Wohnimmobilien für alle Gemeinden in Deutschland stieg im 3. Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,6 Prozent. Wie gesagt, diese Steigerung von +5,6 Prozent kommt zustande, weil ich auch Mieten enthalten sind. Und die sind dank Corona doch tatsächlich leicht rückläufig mit -0,9 Prozent im Quartalsvergleich (und noch +0,1 Prozent im Jahresvergleich).

Mieten bremsen nur den Gesamtschnitt aus Immobilienpreisen + Mieten

Im Bundesdurchschnitt gehören damit exorbitante Mietensteigerungen laut F+B endgültig der Vergangenheit an. Auch die Betrachtung der Top 50-Standorte in Deutschland mit dem höchsten Mietenniveau lege eine ähnliche Interpretation für diesen Trend nahe. So seien im Vergleich zum Vorquartal in 28 der 50 teuersten Städte Deutschlands die Mieten bei der Neuvermietung gesunken (im Vergleich der Quartale Q2/2020 zu Q1/2020 betraf dies 18 Städte). Im Vergleich zum Vorjahresquartal 2019 gab es reale Mietpreisrückgänge in 10 der teuersten 50 Städte. Nach Beobachtungen von F+B hätten die Corona-bedingten wirtschaftlichen Verwerfungen als Nachwirkungen des ersten Lockdowns vom Frühjahr 2020 zu noch stärkeren Rückgängen bei den Mieten geführt, wenn es die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen nicht gegeben hätte. Wir möchten ergänzen: Hunderttausende Wohnungen in Berlin sind vom dortigen Mietendeckel betroffen, was die Mietpreisentwicklung bundesweit ebenfalls beeinflusst. F+B bespricht dieses Thema in seiner Veröffentlichung ebenfalls.

Nachfrageschub

Im Vergleich zum dritten Quartal 2019 liegen die Preissteigerungen bei Eigentumswohnungen laut F+B mit 5,5 Prozent weiterhin deutlich hinter den Ein- und Zweifamilienhäusern mit 8,6 Prozent. Eigenheime dominieren damit endgültig die Gesamtperformance des Wohn-Index von F+B. Man sei der Auffassung, dass die Corona-Pandemie hier einen zusätzlichen und offenbar auch nachhaltigen Nachfrageschub – bei gleichzeitig beschränktem Angebot – erzeugt hat, so F+B. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2004 die Preisentwicklung verschiedener Arten von Immobilien seit dem Jahr 2004. Eigentumswohnungen liegen langfristig klar in Führung.

Entwicklung der Preise für Immobilien seit dem Jahr 2004

Preise in Nordrhein-Westfalen steigen weiter

Der Anbieter Dr. Klein berichtete erst vor wenigen Tagen, dass das Volumen pro Immobilienkredit neue Rekordhochs erreicht hat (hier die Details). Heute berichtet Dr. Klein über die neuesten Preisentwicklungen für Immobilien in Nordrhein-Westfahen. Der bis 2015 zurückreichende Chart zeigt auch jetzt keinen Abknick bei der Preisentwicklung. Im mondänen Düsseldorf dürfe es gerne ein bisschen mehr sein – auch bei den eigenen vier Wänden: Der Trend gehe hin zu mehr Exklusivität und Geräumigkeit. Köln und Dortmund vermelden indessen neue Rekorde bei den Immobilienpreisen. Die Details finden Sie beim Klick an dieser Stelle.

Preise für Immobilien in Nordrhein-Westfalen

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BioNTech, Pfizer und Moderna, erfüllen sich die Impfstoff-Erwartungen?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Erfüllen sich die hohen Erwartungen an die Impfstoffe von BioNTech und Pfizer sowie Moderna? Die Börsen sind im Jahresendspurt: Immer wieder werden derzeit die aktuellen Wirtschaftsdaten als Indikatoren herangezogen, verbunden mit dem großen Optimismus vieler Investoren, die nach Korrektur schreien. Aber dies ist neben dem monetären Faktor nicht der entscheidende Treiber für Börsenkurse. Es zählt die mittelfristige Aussicht, auch wenn man in einer Rezession oder in einem Lockdown etwas anderes verspürt. Was die Märkte antizipieren, sind die Fortschritte in der Impfstoffentwicklung und deren Anwendung. Dies kann man auch aus einem Interview schlussfolgern, welches eine Reporterin der Welt am Sonntag aktuell mit dem Chef von Moderna, Stéphane Bancel, geführt hat.

BioNTech & Co: Die große Wende bis zum Sommer 2021

Bei aller Skepsis über die Geschwindigkeit und Validität der Entwicklung eines Impfstoffes ist es nicht zu übersehen: Die Nachrichten über den Fortgang des Kampfes gegen Covid-19 überschlagen sich, Unternehmen für Unternehmen berichtet von den Ergebnissen aus der klinischen Studie-3 und der baldigen Beantragung für eine Zulassung des eigenen Vakzins. Es ist daher sicher interessant, was der langjährige Chef eines der Unternehmen an vorderster Front dazu zu sagen hat, auch unter Berücksichtigung der subjektiven Darstellung des eigenen Unternehmens. Hier die Kernaussagen des CEOs von Moderna:

Der Chef von Moderna fühlt sich von der Erstmeldung von BioNTech und Pfizer nicht überfahren. Man bräuchte mindestens vier oder fünf Unternehmen, um die Welt mit 7,6 Milliarden Menschen impfen zu können.

Bemerkung: Fraglich, ob es zur Impfung von so vielen Menschen durch westliche Impfstofffirmen kommt. China impft sich selbst (1 Mio. Chinesen wurden schon geimpft), ebenso Russland. In Indien sind 750 Millionen Menschen unter 25 Jahre alt, ein ähnliches Verhältnis dürfte auch für den Milliardenkontinent Afrika gelten. Und wie viele Menschen werden sich einer Impfung verweigern?

Zur Frage, warum BioNTech/Pfizer schneller waren: Pfizer sei100-mal größer als Moderna, man habe vorher noch nie eine Studie mit 30.000 Menschen durchgeführt. Zudem wurde das Vakzin gemeinsam mit der US-Gesundheitsbehörde NIH entwickelt und mit staatlichen Stellen dauere es etwas länger, sich untereinander abzustimmen.

Der US-Staat hat Moderna mit einer Milliarde Dollar unterstützt, aber man brauche das Geld, um im kommenden Jahr eine Milliarde Impfstoffdosen herzustellen. Für die Beschaffung von Grundmaterialien.
Zum Impfstoffpreis: Man werde zwischen 25 und 37 Dollar aufrufen, je nachdem, wie viel die Regierungen bei Moderna bestellen. Damit liege man im Bereich wie bei einer Grippeimpfung, die zwischen 10 und 50 Dollar kostet. Das sei ein fairer Preis, wenn man bedenkt, wie hoch die Kosten für das Gesundheitssystem sind, wenn ein Mensch schwer an Covid-19 erkrankt. Die teuerste Impfung der Welt sei derzeit Pfizers Impfstoff Prevnar gegen Pneumokokken mit 300 Dollar je Dosis.
Zur Dauer der Impfung: Das hänge davon ab, wie viele Impfstoffe das Rennen machen. Wenn es beim Impfstoff von BioNTech und Moderna bliebe, würde es bis zum nächsten Sommer dauern, bis allein die Menschen in Europa und den USA geimpft sind. Für den Rest der Welt würde es vermutlich bis Ende 2022 dauern.
Bemerkung: Reichlich optimistisch, so viele Menschen (mehr als eine halbe Milliarde, auch wenn sich viele verweigern) innerhalb von sechs Monaten zu impfen.

Zur Hektik bei der Notzulassung: Bancel betrachtet jede Morgen die Zahlen der John-Hopkins-Universität. Es gebe täglich weltweit 11.000 Coronaopfer und dies dürfte sich im nächsten Monat noch steigern. Die Impfung habe bereits bewiesen, dass sie wirke und sicher sei. mRNA werde innerhalb von 48 Stunden nach der Impfung im Körper abgebaut, das Lipid als Trägerstoff ebenfalls. Danach sei man geschützt vor Covid und den teilweise schlimmen Langzeitfolgen. Deshalb sei seine Entscheidung klar.

Beim Vergleich mit Biontech-Chef Ugur Sahin: Bancel bezeichnet sich selbst als nicht besonders guten Verkäufer. Was er aber könne sei komplizierte Wissenschaft einfach zu erklären. Zum Beispiel warum mRNA die größte medizinische Revolution seit der Erfindung von kleinen Molekülen wie Aspirin sei.
Zum Stand der Genforschung: Man lebe im Zeitalter der Sequenzierung. Es würde nur fünf Dollar und ein paar Stunden Zeit kosten, bis man das Genom eines Virus entschlüsselt habe, dank mRNA habe man jetzt die Möglichkeit, sehr schnell wirksame Medikamente zu machen. Dies katapultiere die analoge Medizin in das Zeitalter der Digitalisierung. Dieser Erfolg sei aber nicht über Nacht gekommen, wie viele Leute denken. BioNTech und Moderna arbeiten daran seit zehn Jahren.
Bei der ultimativen Frage nach dem eigenen Impfzeitpunkt sagt Bancel: Er könne es gar nicht abwarten, hätte das gern schon vor Monaten getan, denn er wolle sein altes Leben zurück.

Fazit

Egal, wie man die Aussagen eines Unternehmensvorstands zum eigenen Produkt bewertet. Es ist schon erstaunlich, wie konkret die Informationen zu dem Jahrhundertprojekt Impfstoffentwicklung gegen Covid-19 bereits gediehen sind. Sollte es tatsächlich keine gravierenden Nebenwirkungen des Impfstoffes geben, so könnte man tatsächlich von einer Normalisierung der Verhältnisse im Hinblick auf die Pandemie bereits im Jahre 2021 rechnen. Sollte es tatsächlich dazu kommen, wäre es ein neuer Meilenstein in der Entwicklung des medizinischen Fortschritts der Menschheit. Noch ist Vieles im Konjunktiv.

Erfüllen die Impfstoffe von BioNTech oder Moderna die hohen Erwartungen?

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Warum für Deutschland im Winter eine technische Rezession ansteht

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Leere Restaurants im zweiten Lockdown befeuern die Rezession

Die Industrie liefert wieder, und China als Abnehmer deutscher Waren hilft kräftig mit bei der Erholung der Konjunktur. Aber es ist klar. Die Dienstleistungen vermasseln derzeit der deutschen Wirtschaft die tiefgreifende Erholung. Die Rezession steht bevor oder startet wohl gerade wieder, und das Bruttoinlandsprodukt könnte schrumpfen. Und das nicht nur, weil die Dienstleistungen wie Gastronomie wegen dem aktuellen „kleinen“ Corona-Lockdown zu großen Teilen gar nicht stattfinden. Nein, da ist noch ein Faktor, der auf den ersten Blick übersehen werden kann.

Bevorstehende Rezession befeuert durch höhere Mehrwertsteuer

Eine aktuell womöglich schon gestartete technische Rezession für diesen Winter dürfte ab Anfang Januar verschärft werden. Denn ab 1. Januar wird die seit Juli 2020 geltende Mehrwertsteuersenkung wieder rückgängig gemacht. Dann dürften die Verbraucherpreise wieder steigen. Wer schon lange Zeit vor hatte einen neuen Fernseher, Küche, Auto oder sonstige hochpreisige Einrichtungsgegenstände anzuschaffen, hat dies wohl schon in den letzten Monaten getan, und dabei nette Mehrwertsteuerbeträge gespart. Umso kräftige dürfte der Konsumrückgang ab Januar ausfallen. Oder darf man mutmaßen, dass die Politik in Berlin dem noch schnell entgegenwirkt, und die Mehrwertsteuer bis zum Sommer 2021 auf reduziertem Niveau belässt? Die Kurzarbeiter-Regelung hat man ja schließlich auch gerade erst bis Ende 2021 verlängert.

Dr. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, bringt es in einer aktuellen Kurzanalyse auf den Punkt. Warum er sich gerade jetzt äußert? Heute um 10 Uhr wurde mit dem ifo-Index das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer veröffentlicht (hier die Details). Er fiel von 92,5 auf 90,7 Punkte. Die Zahlen waren zwar leicht besser als gedacht, aber eben doch schlechter als im Vormonat. Wie der Chart (geht bis 2016 zurück) zeigt, geht es aktuell wieder leicht bergab mit dem Geschäftsklima in Deutschland.


source: tradingeconomics.com

Experte spricht von bevorstehender technischen Rezession

Deutschland droht eine technische Rezession, das Winterhalbjahr wird hart. Das kann durch die robuste Entwicklung in der Industrie kaum verhindert werden. Erst die wärmeren Temperaturen im Frühling und die Impfungen werden die Wirtschaft vor allem in der zweiten Jahreshälfte deutlich anziehen lassen, so Jörg Krämer. Ein Monat Lockdown koste fast ein Prozent Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt. Krämer erwartet eine technische Rezession im Winterhalbjahr, auch wenn sich das verarbeitende Gewerbe super halte. Im folgenden Chart der Commerzbank sehen wir, wie die Industrie in gelb weiter ansteigt, während die Dienstleistungen wieder abschmieren.

Chart zeigt Tendenz der Rezession dank schwachen Dienstleistungen

Laut Jörg Krämer ist ein Abwärtstrend bei den Corona-Neuinfektionen noch nicht erkennbar. Die Bundesländer dürften den Lockdown nach seiner Meinung bis mindestens Weihnachten verlängern und die Kontaktbeschränkungen verschärfen. Sehe man von möglichen Lockerungen rund um Weihnachten ab, dürfte der Lockdown mindestens bis Ende Dezember gelten. Weil die kalte Jahreszeit die Infektionen begünstigt, erwarte man, dass Restaurants, Kneipen, Hotels, Fitness-Center etc auch während des ersten Quartals überwiegend geschlossen bleiben.

Basierend auf dem Anteil der betroffenen Branchen an der gesamten Wertschöpfung drücke ein Monat Lockdown das quartalsweise Bruttoinlandsprodukt wie gesagt um fast 1 Prozent. Entsprechend dürfte laut Jörg Krämer das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal um 2 Prozent schwächer ausfallen als ohne Lockdown – es werde vermutlich schrumpfen. Das dürfte die robuste Entwicklung in der Industrie nicht verhindern. Auch im ersten Quartal, das ohnehin durch die Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar belastet wird, sei kaum mit einem Plus zu rechnen. Deutschland drohe eine technische Rezession. Die Wirtschaft gehe durch ein hartes Winterhalbjahr, bevor die wärmeren Temperaturen und die Impfungen die Wirtschaft vor allem in der zweiten Jahreshälfte deutlich anziehen lassen.

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