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Dax: Das Problem wird nicht kleiner..

FMW-Redaktion

Das sah zunächst irgendwie besser aus: der Dax wurde bis kurz vor X-Dax-Handelsstart noch im Bereich 13280 Punkten getaxt, aber dann gaben die US-Futures leicht nach und der weiter über die 1,22 gestiegene Euro hat die Stimmung offenkundig weiter eingetrübt.

Und das Problem des Dax mit dem Euro wird nicht wohl nicht kleiner, sondern eher größer! Das EZB-Protokoll mit der Aussage, schon Anfang 2018 die Geldpolitik (von der Notenbank als „guidance“ bezeichnet) zu überdenken, war eine Weichenstellung, auf die der Devisenmarkt reagiert. Nun wird der Markt die EZB testen und versuchen, die Gemeinschaftswährung weiter nach oben zu treiben – und die Frage ist, was Draghi & Co dagegen tun können, schließlich ist klar, dass der EZB so langsam die Munition ausgeht, weil es zwar absehbar keine Zinsanhebung geben wird, aber eben die ultralaxe Geldpolitik perspektivisch immer mehr zurück gefahren wird.

Der Markt weiß, was ein namentlich nicht genanntes EZB-Mitglied offenkundig bei der letzte Sitzung angemerkt hat: man befinde sich in einem satten Konjunkturaufschwung, während die Geldpolitik noch so tut, als sei man im Krisenmodus der Finanzkrise. Fundamental ist vor allem die Erholung in Frankreich nach der Wahl Macrons ein extrem wichtiger Faktor, dazu kommt noch die Erholung in Ländern wie Spanien und Portugal – all das sind Tatsachen, die die EZB nicht länger ignorieren kann. Zwar hat am Freitag der designierte Nachfolger von Draghi, Bundesbankchef Weidmann, versucht, die Pferde wieder einzufangen – aber nach einem kurzen Dip stieg der Euro weiter.

Das zeigt: Verbalinterventionen durch EZB-Notenbanker scheinen nun nicht mehr zu reichen! Und dazu kommt noch die Dollar-Schwäche, weil man ein Ausufern der US-Verschuldung erwartet (bis Freitag Mitternacht Washington Ortszeit muß dazu noch die US-Schuldenobergrenze angehoben werden, und manches deutet auf einen „government shutdown hin!)

Ohne die US-Märkte muß der Dax also nun eine Richtung finden – und das Momentum auf der Oberseite ist derzeit nur schwer erkennbar, wenn der Euro nicht fallen sollte – was derzeit nicht sehr wahrscheinlich erscheint!


(Chart durch anklicken vergrößern)

Auf der Oberseite müsste der Dax die 13300er-Marke überwinden, dann die 13340er-Zone, schließlich den sehr harten Widerstand 13425. Auf der Unterseite dagegen wäre ein Bruch des Verlaufstiefs bei 13140 Punkten klar negativ zu werten.

Der heutige Handelstag ohne die Dauer-Euphorie der Wall Street wird daher zu einem wichtigen Lackmus-Test für den Dax!



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