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Dax: Das Sentiment wird bullischer – oder: was hat der Dax mit der deutschen Industrie zu tun?

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Die Stimmung der Dax-Investoren steigt – gemeinsam mit den jüngsten Kursanstiegen. Und das macht natürlich ganz viel Sinn angesichts des „Kollaps“ der Daten aus der deutschen Industrie!

Denn was hat der Dax und seine Konzerne schon mit der deutschen Industrie zu tun? Eben..

Die Profi-Investoren jedenfalls sind nun mit 46% fast zur Hälfte im Bullen-Lager (+1% zur Vorwoche), bärisch sind 32% (-1% zur Vorwoche). Bei den Privatanlegern sind 49% bullisch (+1% zur Vorwoche), bärisch hingegen 32% (+1% zur Vorwoche) – den restlichen 19% bei den Unentschlossen ist scheinbar sowieso alles egal..

Bemerkenswert ist dazu der Kommentar von Joachim Goldberg, dem „Sentiment-Papst“:

„Vielmehr scheinen die Finanzmarktakteure von den neuerwachten Wachstumsaussichten in den USA mittlerweile stark beeindruckt zu sein. Dies lässt sich zumindest an einem Anstieg des DAX von 4,1 Prozent (stichtagsbezogen) seit unserer vergangenen Erhebung ablesen. Denn die Pessimismus-Spirale vieler Kommentatoren hat sich angesichts der jüngsten Entwicklungen an den Finanzmärkten offenbar in Wohlgefallen aufgelöst. Dabei hatte der ökonomische Chefberater des Weißen Hauses, Larry Kudlow, noch am vergangenen Freitag von der US-Notenbank eine sofortige Leitzinssenkung von 50 Basispunkten gefordert, als ob sich die dortige Wirtschaft kurz vor dem Abgrund befände.“

Wohl gesprochen, Herr Goldberg – aber wo sind bloß die von Ihnen scheinbar entdeckten „neuerwachten Wachstumsaussichten in den USA“? Wir haben diese angesichts der jüngsten Konjunkturdaten aus den USA noch nicht so richtig entdecken können – aber das ist sicherlich unserer ökonomischen Verblendung geschuldet..

Goldberg sieht vor allem ausländische Nachfrage als Treiber der gestiegenen Kurse im Dax:

„.. ein großer Teil der seit unserer vergangenen Befragung aufgelaufenen Kursgewinne des DAX offenbar (ist) nicht auf heimische Nachfrage zurückzuführen. Gut möglich, dass langfristige Kapitalzuflüsse (auch aus dem Ausland) – noch vor zwei Wochen stellten wir fest, dass Aktien der Eurozone bei internationalen Fondsmanagern besonders unbeliebt waren – nicht nur zum Run auf deutsche, sondern, eines Besseren belehrt, auch auf Euroland-Werte geführt haben. Zumal die vernachlässigten Aktien der Eurozone im Vergleich zu den ebenfalls gestiegenen US-Papieren relativ günstig ausgesehen haben.

Der heute festgestellte Optimismus der heimischen Akteure ist angesichts der Entwicklung des DAX vor allem in der relativen Sicht auf sechs Monate geradezu moderat. Und auch in der absoluten Betrachtung kann man keineswegs von Euphorie sprechen. Vielmehr dürfte vor allen Dingen bei den institutionellen Akteuren noch Kaufbedarf bestehen, aber wenn möglich natürlich nur auf deutlich günstigerem Niveau. Es ist diese Nachfrage, die dem DAX gerade bei deutlicheren Rücksetzern eine gute Stütze sein wird. Kurz um: Der DAX präsentiert sich überraschend robust.“

Sehen Sie dazu auch die Video-Einschätzung von Joachim Goldberg:


By BrianForbes – flickr.com, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4994931

4 Kommentare

4 Comments

  1. Bärbel

    4. April 2019 14:30 at 14:30

    Goldberg: „Denn die Pessimismus-Spirale vieler Kommentatoren hat sich angesichts der jüngsten Entwicklungen an den Finanzmärkten offenbar in Wohlgefallen aufgelöst.“ Nein, ein kleines gallisches Dorf (oder ein Videoraum In Hamburg) stellt sich gegen die Wende. Die Zahlen sprechen doch eine eindeutige Sprache.
    Börse läuft anders, sie denkt ein halbes Jahr voraus und preist Dinge ein, die man aktuell nicht sieht.
    Aber man will recht haben.

  2. Hesterberg

    4. April 2019 16:26 at 16:26

    Natürlich wird das Sentiment wieder bullischer! Und natürlich hat Bärbel auch Recht, die Märkte sehen die Zukunft! Und da die Märkte alles glauben, was man ihnen sagt, so braucht man also allgemein nur immer mal wieder zu erklären, es wäre nur eine kleine Delle, die wir momentan sehen. Und schon kaufen sie wieder alle. Dieses Schema kennen wir doch schon von den Notenbanken und in Sachen Handelsdeal. Ich sage es doch immer: Börsianer sind wie kleine Kinder. Man kann dieses Spielchen tatsächlich immer wieder aufs Neue spielen. Sie fallen immer und immer wieder darauf rein.

  3. Bär-Bel

    4. April 2019 22:25 at 22:25

    @Bärbelix, was denken und preisen die Märkte denn konkret ein, was man aktuell nicht sieht?
    Wie steht es denn mit schwarzen Schwänen, wie der politisch erzwungenen 180°-Wende der FED? Wurde die auch bereits ein halbes Jahr zuvor eingepreist?

    Woher kennen die Börsen die Zukunft der nächsten 6 Monate? Bei Asterix war es der Seher, cineastisch ließe es sich mit 12 Monkeys oder Sarah Connor erklären.

    Ihr unerschütterliches Argument scheint sich einzig auf das erste Wort im Kommentar zu beziehen: Goldberg! Doch Sie werden nun sicher bessere Argumente liefern, nachdem Ihr Kommentar sogar Eingang in das Marktgeflüster und einige Kommentare gefunden hat.

  4. Bärbel

    4. April 2019 22:53 at 22:53

    @Bär-Bel. Da haben Sie sich das richtige Beispiel herausgesucht. Wieso sollen die Märkte ein singuläres Ereignis vorhersehen? Die Märkte preisen Konjunkturentwicklungen früher als jeder Frühindikator ein, weil es tausende von Natur-Insidern in den Firmen gibt, die frühzeitig von der Geschäftsentwicklung ihrer Unternehmen wissen. Vom Vorstand über Finanzabteilung, Personalbüros bis hin zum Spediteur, der die Lieferungen bewerkstelligt. Alle dürfen Aktien handeln (einige sind meldepflichtig). Daher fallen oder steigen die Kurse oft lange bevor die Unternehmensmeldungen herausgegeben wird. Die Börse ist ein Preisentdeckungsverfahren, dass in den meisten Fällen recht hat, auch wenn es Fehsignale gibt. Ist der Dax letztes Jahr nicht ab Februar gefallen, obwohl kein Institut etwas von Schwäche erzählt hat? Ich weiß nicht, wie lange Sie sich schon mit der Börse beschäftigen, aber dass die Aktienmärkte trotz mancher Fehsignale die Wirtschaftsentwicklung ca. ein halbes Jahr vorwegnehmen, ist eine seit Jahrzehnten allgemein akzeptierte Erkenntnis.

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Aktien

Marktbericht: Fed, Trump, Microsoft – Amis laufen besser als der Dax

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Donald Trump feuert mal wieder volle Kanne gegen die Fed. Die solle gefälligst endlich die Zinsen senken, so quasi seine Anweisung an die Fed (hier nachzulesen). Unglaublich, aber inzwischen hat man sich an diesen Ton ja fast schon gewöhnt, obwohl die Fed unabhängig agiert! Aber das war heute für den Markt gar nicht wichtig. Wir wollten es vorab nur nochmal erwähnen, was da vor sich geht. Trump macht den Mini-Erdogan! Aber kommen wir jetzt mal zum konkreten Marktgeschehen.

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Fed-Aussagen

Einzelne Funktionäre der Fed haben mit Aussagen gestern und heute die Kurse durcheinander gewirbelt. Da wäre zunächst der in Notenbankkreisen wichtige Chef der New York Fed John Williams. Er hielt gestern Abend eine am Markt viel beachtete Rede, deren Aussagen (Zinsen senken, sobald Wirtschaft schwächelt) dem Markt suggerierte, dass die Zinsen noch stärker gesenkt werden, als bislang erhofft. Heute wurden diese Äußerungen relativiert als grundsätzliche ökonomische Aussagen, aber im Nachhinein kann man Börsenkurse ja auch nicht mehr ändern… und so fiel der US-Dollar gestern Abend sprunghaft, und fast alles, was gegen den Dollar gehandelt wird, stieg sprunghaft an (gut sichtbar im folgenden EURUSD-Chart seit Mittwoch früh).

Dann wurden heute Äußerungen des St. Louis Fed-Chefs Bullard bekannt, der sich klar für nur 25 Basispunkte Zinssenkung am 31. Juli aussprach. Das müsse reichen. Diese Äußerung brachte den Dollar wieder nach oben, und den Euro wieder nach unten.

Und die Indizes?

Im folgenden Chart sieht man den Dax (blau) gegen den Dow seit Mittwoch früh. Seit gestern Abend laufen die Amerikaner besser als der Dax. Sie scheinen die Fed-Story unterm Strich besser wegzustecken. Und außerdem konzentriert man sich aktuell eher auf die heimischen Quartalszahlen. Vor allem berauschen sich die Amerikaner aktuell an den Quartalszahlen von Microsoft, die gestern nach Börsenschluss positiv überraschten. Und Deutschland? Hierzulande hat Angela Merkel sich heute in letzten Aussagen vor ihrem Sommerurlaub auch zur Wirtschaftslage geäußert. Dabei ging es auch um die Konjunktur. Die laufe nicht sonderlich gut usw. Den heutigen Absturz im Dax ab 11 Uhr ab 12.323 Punkten kann man zeitlich gut in Zusammenhang bringen mit Merkels Aussagen. Thema Sommerloch? Wenn solch ein paar allgemeine Worte schon für -80 Punkte gut sind? Denn so stark fiel der Dax. Hätte sich der Dax heute an die Amerikaner gekoppelt (was ja eigentlich der Standard ist), dann könnte man jetzt vielleicht bei 12.350 Punkten stehen? (reine Vermutung) Aktuell notiert der Dax jedenfalls mit 12.229 Punkten, und geht relativ schlaff ins Wochenende.

Dax vs Dow

Öl und sonstige Ereignisse

Der Ölmarkt wurde diese Woche (vor allem heute und gestern) überflutet mit Gründen für steigende und fallende Kurse. Zuletzt war vor allem der Iran ein Thema (bitte hier genauer nachlesen). Für Bullen wie auch Bären lassen sich Argumente finden. Im folgenden Chart sieht man den WTI-Ölpreis seit Montag. Schubweise ging es immer weiter bergab. Man kann eindeutig das Gefühl haben, dass der Markt diese Woche einfach fallen wollte. Trotz einem angeblichen US-Abschuss einer iranischen Drohne zeigt sich der Markt eher fallend. Ein Wahnsinnsmarkt war Öl diese Woche! Wie gesagt, bitte im obigen Link die Details nachlesen.

Die Verbraucherstimmung der Uni Michigan kam vorhin fast genau rein wie erwartet. Diese Daten brachten also keine Impulse. Vorausschauend kann man sagen: Die Amerikaner scheinen mit guter Grundstimmung in die kommende MEGA-Woche zu starten. Es hagelt jede Menge extrem wichtiger Daten von deutschen und US-Konzernen. Der Dax scheint mit seiner müden Sommerloch-Stimmung hinterher zu hinken. Man muss auch bedenken: Die negativen Industrie-Daten in Deutschland liegen wie ein Brett im Magen der Börsianer in Frankfurt, während die Konsumgesellschaft auf der anderen Seite des Atlantik weiter ihre Party auf dem brodelnden Vulkan feiert. Übrigens: Bis jetzt haben 15% aller im S&P 500 enthaltenen Aktiengesellschaften ihre Quartalszahlen gemeldet. Laut FactSet haben 79% davon die (zuvor oftmals gesenkten) Erwartungen übertroffen. Also, kann die Party in den USA nächste Woche weitergehen?

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Gold/Silber

Rüdiger Born: Short-Einstiege im Dax

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Die aktuelle Lage im Dax und Dow bespreche ich im Video. Die jüngsten Chartverläufe der beiden Indizes sind nicht identisch. Im Dax würde ich heute eher nach Short-Einstiegen suchen. Werfen Sie mit mir auch noch einen Blick auf Gold. Mein heutiger „Trade des Tages“ folgt gleich noch. Wollen Sie ihn und alle folgenden Text-Analysen völlig kostenfrei lesen? Dann melden Sie sich bitte einfach hier an.

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Devisen

Aktuell: Dax und Euro im Fegefeuer von Fed und Merkel

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Da hatten wir doch gerade erst von einem kleinen charttechnischen Durchbruch im Dax berichtet. Und dann das. Nach jetziger Lesart war es nur ein Fake-Ausbruch im Dax von ingesamt nur 23 Punkten auf bis zu 12.338 Punkten. Jetzt tendiert der Dax abwärts. Er fällt auf 12.236 Punkte, und die heutige Stimmung der Aktienhändler ist im Eimer.

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Mal wieder funkt die Fed dazwischen. Erst gestern sorgten Aussagen von NY Fed-Chef Williams (Zinsen senken bei Anzeichen für Konjunktur-Schwäche) dafür, dass der Dollar fiel, und dass fast alles stieg, was gegen den Dollar gehandelt wird. Und jetzt? Vor wenigen Minuten erscheint im WSJ ein Artikel mit einem Interview des St. Louis Fed-Chef Bullard. Er hält für die Fed-Sitzung am 31. Juli eine Zinssenkung von 25 Basispunkten für völlig ausreichend. Mehr sei nicht nötig. Zack. Das bringt den Dollar wieder nach oben, damit den Euro nach unten auf sein Tagestief bei 1,1239.

Aber warum verdammt nochmal fällt dann jetzt der Dax? Der schwache Euro müsste ihn eigentlich eher nach oben pushen? Einerseits soll man im Sommerloch nicht jede Kursschwankung überinterpretieren (wenig Liquidität im Markt vorhanden). Andererseits begann der Dax vorhin genau dann zu fallen, als Aussagen von Angela Merkel bekannt wurden, dass die deutsche Wirtschaft sich gerade in einer schwierigen Phase mit schwachem Wachstum befinde!

Und so kann es doch tatsächlich sein, dass Dax und Euro im Augenblick im Tandem fallen (Chart seit heute Nacht).

Dax und Euro am Fallen

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