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Dax: Das Warten auf die große Zahl! Und heute morgen dreht schon jemand an der Schraube..

Seltsame Bewegungen heute vor Xetra-Eröffnung – und die Sache mit den Amerikanern..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Märkte fiebern seit Tagen den heutigen US-Verbraucherpreisen entgegen – und erhoffen sich davon Aufklärung, ob ihre Inflations-Sorgen wirklich berechtigt sind, oder doch nicht. Da ist ein bißchen viel Hype im Spiel, die Daten heute gelten als die wichtigste Inflationskennziffer der letzten 10 Jahre, was sich jedoch nur erklärt durch die Turbulenzen der letzten Tage. Am Anfang waren die höheren US-Stundenlöhne, dann kam die VIX-Panik mit Flash Crash des Dow Jones, seit einigen Tagen erholen sich die Märkte wieder. Ist das ganze Theater um die heutigen Daten wirklich berechtigt?

Ja und nein. Ja, weil bei höherer Inflation die Fed auf die Bremse treten muß – allerdings muß sie das wohl so oder so tun angesichts des massiven fiskalischen Stimulus durch die US-Steuerreform. Da wird sehr viel Geld frei, vor allem bei US-Firmen, aber eben auch bei den US-Konsumenten, von denen 80% weniger Steuern zahlen und in vielen Fällen von ihren Firmen noch (einmalige) Geldgeschenke bekommen, weil eben die Firmen auch sehr viel weniger Steuern zahlen. Da wird also sehr viel gegeben, und man stellt sich unweigerlich die Frage: woher wird es denn genommen? Und das ist das eigentliche Thema: durch neue Schulden!

Diese neuen Schulden wiederum sollen vorwiegend die Ausländer kaufen, indem sie sich amerikanische Staatsanleihen ins Portfolio legen. Gleichzeitig wird diesen Ausländern erzählt, dass nun „America first“ gilt und man leider Importzölle auf ihre Waren verhängen werde. Man droht also den Ausländern einerseits und will von ihnen mehr Geld, gleichzeitig sollen aber diese Ausländer selbstverständlich weiter das Leben der Amerikaner über ihre Verhältnisse finanzieren. Es ist dieser Widerspruch, der zuletzt zu einem starken Anstieg der Renditen bei US-Staatsanleihen geführt hat!

Wie auch immer – heute Morgen geht es schon sehr volatil zur Sache, etwa beim Dow Jones (als CFD, das nach dem Future getaxt wird):


(Chart durch anklicken vergrößern)

Wer dreht denn da an der Schraube? Ist das nur Nervosität vor den heutigen US-Verbraucherpreisen? Der X-Dax jedenfalls reagiert mit einem Sprung über die 12300er-Marke:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Damit liegt der Index nun nahe des Abwärtstrendkanals seit dem 02.Februar, als der Dax damals an dem 12880er-Widerstand abprallte und in der Folge nach unten durchgereicht wurde. Nach wie vor gilt: der Index muß über die Zone 12370/75, dann über das Doppel-Top bei 12650 Punkten. Auf der Unterseite bietet die 12140er-Zone Unterstützung, dann die 12.000-Zone, schließlich das bisherige Verlaufstief bei 11900 Punkten.

Sicher scheint nur eins: das wird heute eine nervöse Angelegenheit!

19 Kommentare

19 Comments

  1. Avatar

    leser

    14. Februar 2018 09:28 at 09:28

    Kann man eigentlich irgendwo verläßlich ablesen, wer Käufer von US-Staatsanleihen ist? Zeitweise war es doch wohl so, dass nur noch die FED gekauft hat.

    Wenn diese als Käufer ausfällt oder sogar ihre Bilanz reduziert und gleichzeitig eine höhere Verschuldung angestrebt wird, dann gibt es doch eine doppelte Lücke. China will auch nicht mehr. Die Saudis dürften auch andere Sorgen haben. Wer bleibt dann noch übrig?

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      14. Februar 2018 09:32 at 09:32

      @Leser, ja man kann mit zeitlicher Verzögerung von zwei Monaten die TIC-Daten einsehen, da kann man jedoch nur sehen, ob ein Land seinen Bestand an US-Anleihen im jeweiligen Monat um x-Milliarden aufgebaut oder abgebaut hat. Bei den Auktionen von US-Staatsanleihen werden die ausländischen Käufer pauschal als „indirects“ ausgewiesen; bei der letzten Auktion der 30-jährigen US-Anleihen stellten diese 61% der Käufer..

    • Avatar

      tm

      14. Februar 2018 09:36 at 09:36

      Ne, die Fed hält ihre Bestände seit November 2014 konstant bzw. baut seit kurzem sogar ab.

      China hält die Bestände auch seit langem mehr oder weniger konstant.

      Aber dass die USA keine Abnehmer für Staatsanleihen finden, dürfte die allerkleinste Sorge den Finanzministers sein – das ist nur ein Thema, was in Foren wie diesme hier Thema ist.

      • Markus Fugmann

        Markus Fugmann

        14. Februar 2018 09:44 at 09:44

        @tm, Käufer werden sich schon finden, ist nur die Frage zu welchen Preisen, sprich Renditen sie bereit sind US-Anleihen zu kaufen, das ist der entscheidende Punkt. Und die höheren Renditen tun dem US-Staatshaushalt schon weh..

        • Avatar

          tm

          14. Februar 2018 10:07 at 10:07

          Hauptkäufer sind seit jeher US-Versicherungen und Pensionsfonds, die werden auch weiter kaufen. Also klar, wenn nun durch Steuersenkungen und Mehrausgaben mehr Geld benötigt wird, werden die Zinsen steigen, aber ich erwarte das nicht in dramatischem Umfang.

          Und dann gilt für die USA wie für Westeuropa auch: Die Durchschnittszinsen der ausstehenden Anleihen liegen über Marktniveau. In den USA ist die Differenz nicht mehr ganz so groß: Da zahlt der Staat im Schnitt 2,4% auf die ausstehenden Anleihen, während der Markt irgendwo knapp unter 2% steht (über alle Laufzeiten). Das heisst, die Zinsen könnten erstmal noch etwas steigen, eher es für den Staat wirklich teuerer wird und auch dann dauert es ja, bis sich die höheren Zinsen nach und nach bemerkbar machen.

          In Westeuropa ist diese Differenz übrigens sehr groß. Hier müssten die Zinsen erstmal um über 2 Prozentpunkte steigen, ehe die Zinslast nur nicht mehr fällt.

  2. Avatar

    Beobachter

    14. Februar 2018 10:02 at 10:02

    @tm, die Frage ist nur zu welchem Preis die Anleihen Käufer finden. Mitte der 80-er Jahre als Regan so gewirtschaftet hat sind die Renditen über 15 % gestiegen.
    Damals ist aber auch der Dollar gestiegen u.der US Präsident sagte das US- Pferd rennt einfach schneller als andere.Wie es 1987 geendet hat wissen wir ja.Der US Dollar ist zum CH FR bis auf 2,80 gestiegen.Unterdessen hat der Dollar zum CH FR um fast 70% abgewertet, darum können die USA änder Länder auch als
    Währunsmanipulatoren beklagen!

    • Avatar

      tm

      14. Februar 2018 10:13 at 10:13

      Naja, bei 15% lagen die 10jährigen US-Anleihen mal kurze Zeit Anfang der, da lag die Inflation aber auch kurzzeitig ähnlich hoch.

      Wieso? Wie endete es denn 1987? Wenn Sie auf den Börsen-Crash anspielen: Der ist in den Charts kaum zu erkennen, der Anfang der 1980er begonnene Aufschwung setzte sich im Grunde nach dem 87er Crash noch bis 2000 fort.

      Und der Vergleich zum CHF hinkt. Denn der hat gegenüber allen Währungen massiv aufgewertet. Der handelsgewichtete USD hat wiederum selbst erst bis zum Plazaabkommen 1985 massiv aufgewertet, dann aber nach kurzer Abwertung erneut von 1988 bis 2002.

      • Avatar

        leser

        14. Februar 2018 10:34 at 10:34

        @tm
        Die historischen Vergleiche sind in der Tat mit Vorsicht zu genießen. In den 80’ern lag die Verschuldungsquote noch bei ca. 40%. Heute sind wir in den USA über 100% des BIP. Bei der privaten und der Unternehmens-Verschuldung dürfte es ähnlich sein. Somit wirkt sich jede Zinsänderung entsprechend gravierender aus.

        Letztendlich landet man bei Frage, ob es eine Grenze für Verschuldung gibt. Und da hilft die Geschichte nur insofern weiter, als bisher jede FIAT-Währung tödlich geendet hat. Ausnahmslos. Das ist doch schon mal was an Erkenntnis.

        • Avatar

          tm

          14. Februar 2018 10:45 at 10:45

          klar sind Vergleiche schwierig. Die Inflation z.B. ist heute viel niedriger.

          Bei der US-Staatsschuldenquote muss berücksichtigt werden, dass ein nicht unerheblicher Teil bei der Fed liegt und die überweist die Zinsen an das Finanzministerium (zurück). Die effektive Staatsschuldenquote liegt damit bei 92%. Nicht niedrig, aber auch nicht dramatisch hoch. Die private Verschuldung in den USA ist seit 2009 massiv gesunken. In Summe, also über Staat+Unternehmen+Privathaushalte sind die USA weniger verschuldet als China. Und wie gesagt, Zinsänderungen wirken sich natürlich aus, aber noch senkt der Staat mit jeder Refinanzierung seine Schuldenlast. Bis wieder eine Zinslast wie Anfang der 1990er Jahre erreicht wird, dauert es lange. Dafür müssten die Zinsen dauerhaft deutlich höher sein als aktuell.

          :-) naja..wir könnten auch anders fomulieren: Bisher ist noch jeder Goldstandard gescheitert. Oder hat sich der irgendwoe durchgesetzt?

          • Avatar

            leser

            14. Februar 2018 11:07 at 11:07

            Für die Unternehmensverschuldung finde ich keinen guten Langfristchart.

            Die Private Verschuldung hat sich auf einem sehr hohen Niveau eingependelt, https://de.tradingeconomics.com/united-states/private-debt-to-gdp

            China hat die USA beim Schulden machen überholt; das macht die Sache aber nicht besser, sondern aufgrund der wechselseitigen Abhängigkeiten nur instabiler.

            Ich bin nicht der Ansicht, dass FIAT durch den Goldstandard ersetzt werden sollte. Vielmehr finde ich da Ron Paul überzeugend, der wie Mises für eine Marktwirtschaftliche Lösung plädiert. Überlasst den Leuten die Wahl des Zahlungsmittels. Das beste wird sich dann in sehr kurzer Zeit durchsetzen.

            Im übrigen war die Phase von 1816 bis zum Beginn des 1. Weltkrieges geldpolitisch eine echte Erfolgsstory, https://www.welt.de/finanzen/article109252304/Warum-der-Goldstandard-doch-funktioniert.html

          • Avatar

            tm

            14. Februar 2018 11:25 at 11:25

            Also ich würde einen Rückgang von 100% auf 80% als durchaus signifikant ansehen:
            https://fred.stlouisfed.org/graph/fredgraph.png?g=gfSO

            Dass sich dann nicht das beste Geld durchsetzt, wurde schon vor langer Zeit und immer wieder neu aufgezeigt.

            Naja … :-) Also tatsächlich gab es zu Zeiten des Goldstandards viel mehr Rezessionen und viele davon waren so tief wie die von 2008/09, also wie die Größte Krise seit 1929.
            http://www.nber.org/cycles.html

            Letztlich ist der Goldstandard ein Fixkurssystem ohne aktive Geldpolitik. Wie gut ein FIxkurssystem selbst bei halbwegs einheitlichem Rechtsrahmen, teilweisen Transfers und zumindest de jure Arbeitsmobilität funktioniert, können wir in der Eurozone sehen. Wenn dann auch noch die Geldpolitik restriktiv werden muss, weil eben der Goldstandard das vorschreibt, haben wir Ruckzug ein neues 1929.

  3. Avatar

    Paul

    14. Februar 2018 10:54 at 10:54

    Ein weiteres Problem sehe ich darin das die Amerikaner nicht mehr die einzigen dominanten Spieler sind die dieses Spiel spielen, zum Beispiel die Chinesen die kopieren einfach alles auch die Finanzpolitik, sich ein schönes Leben auf kosten anderer zu machen wer will das nicht !?
    Aber wie will man so viel aus dem nichts erzeugtem Scheinwohlstand in etwas reeles und langfristig tragbares umwandeln ?

    • Avatar

      tm

      14. Februar 2018 11:06 at 11:06

      Inwiefern leben die USA – und nun auch China – denn auf Kosten von anderen und weshalb ist es Scheinwohlstand?

      • Avatar

        Paul

        14. Februar 2018 11:39 at 11:39

        Die USA importieren Netto mehr Waren und Kapital als sie exportieren,
        also ganz klassisch Wohlstand auf kosten anderer. Meine Frage war – anders formuliert – wie lange kann man das durchhalten und ob das alle nachmachen können, z.B. China
        @tm falls Sie Frage nicht beantworten sondern nur in seine andere umformulieren können hilft mir das nicht weiter, danke.

  4. Avatar

    Beobachter

    14. Februar 2018 13:21 at 13:21

    @tm, der 87 er Crash ist im Chart kaum zu erkennen????
    Der 2008 er Crash ( minus ca.50 % ) ist im Chart auch
    kaum noch zu erkennen obwohl es zu dieser Zeit ein Riesenproblem war.Der Wahnsinn ist doch,dass wegen der Notmassnahmen dieses Crashes die Börsen heute viel höher stehen u.das soll ja auch immer so weitergehen?
    Was den Kauf der Anleihen betrifft:
    Auch argentinische u. griechische Anleihen werden gekauft !

  5. Avatar

    leser

    15. Februar 2018 08:19 at 08:19

    @tm
    Nachtrag zu gestern, da ich das gerade gelesen habe: https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2018/01/09/schulden-der-amerikaner-erreichen-neue-hoechststaende/

    Das sieht nicht nach Rückgang aus.

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Aktien: Bubble-Boomer demaskieren Wall Street-Casino! Marktgeflüster (Video)

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Mit Zocken reich werden – der neue „American dream“ ersetzt den Traum vom eigenen Haus

Claudio Kummerfeld

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American Dream Symbolfoto

Man erinnere sich an die Zeiten von Bill Clinton und George Bush, und auch von Notenbank-Chefs wie Alan Greenspan. Die inoffizielle Staatsraison der 1990er und 2000er in den USA war (unter anderem): Jedem Amerikaner solle es möglich sein in seinem eigenen Haus zu leben. Das war der American Dream. Unterschwellig (so meine Meinung) war damit die Aussage an die eigene Bevölkerung verbunden, dass man sagen konnte: Schaut her, wir sind das größte, reichste und stärkste Land der Welt. Unsere Bürger können sich alle ein eigenes Haus leisten.

Die Regulierungen am US-Häusermarkt wurden dramatisch runtergefahren. Millionenfach wurden von der Regierung befeuert Hauskredite vergeben an Menschen, die in vielen Fällen noch nicht mal eine Arbeit hatten. Sie hatten noch nicht mal bei beschönigender Betrachtung irgendeine Art von Bonität. Die Katastrophe war vorprogrammiert, und das ganze Kartenhaus brach ab 2007 zusammen – was wir heute als Finanzkrise 2008 bezeichnen. Es war ein großer Traum, der für viele Amerikaner zum Albtraum wurde und für viele mit einem Schlafplatz unter einer Brücke endete.

Im Corona-Jahr 2020 entstand offenbar ein neuer American Dream. Nicht mehr Häuser auf Kredit kaufen, sondern ohne Arbeit, Wissen, Recherche oder sonst etwas reich werden, vom eigenen Computer, von zuhause aus. Durch stumpfes, sinnbefreites Zocken in Aktien, die man selbst gar nicht kennt. Einfach drauf los zocken, und schnell und einfach reich werden. Das ist wohl der neue amerikanische Traum. In der Coronakrise hockten auf einmal Millionen Amerikaner zuhause, betätigungslos. Sehr üppige staatliche Hilfen beschwerten Millionen arbeitsloser Amerikaner ein höheres monatliches Einkommen, als sie es vor Corona mit Arbeit hatten.

Klar erkennbar war die daraufhin folgende Welle an Millionen neuer Brokerkonten in den USA. Unglaublich aber wahr. Unzählige Menschen kauften sich von den staatlichen Hilfen nichts zu essen (sinnbildlich ausgedrückt), sondern überwiesen die Gelder auf ihre frisch eröffneten Brokerkonten. Hinzu kommen die neuen Broker wie „Robinhood“, bei denen man ganz ohne Gebühren zocken kann. Dadurch wurde es möglich auch mit Kleinstbeträgen von mehreren hundert Dollar drauf los zu zocken. Rein, raus, rein, raus, immer weiter.

Robinhood-Chef beschreibt den neuen American Dream

Vlad Tenev, CEO und Mitbegründer von Robinhood, des bekanntesten dieser neuen Broker für die junge wilde Zocker-Meute, hat heute einen Gastkommentar auf CNBC veröffentlicht (hier nachzulesen). Er spricht davon, dass es der neue American Dream sei ein „Investor“ zu werden, nach dem vormaligen Traum vom eigenen Haus. Er erwähnt, dass viele seiner Kunden Aktien kaufen und dann langfristig halten würden. Will da jemand Kritik am stumpfen und sinnbefreiten Zocken vorbeugen? Die Mission von Robinhood sei es nach seinen Worten, das Finanzwesen zu demokratisieren – dies sei im amerikanischen Idealismus verwurzelt. Amerika sei schon immer stolz auf seine Fähigkeit gewesen, Aufwärtsmobilität und Chancen mit wenigen Barrieren zu fördern. Dieses nationale Ethos des „American Dream“ sei so alt wie die Nation selbst. Im 20. Jahrhundert habe sich alles um den Erwerb von Wohneigentum gedreht, was unter anderem durch die 30-jährige Hypothek vorangetrieben wurde. Jetzt, wo es im Börsenhandel keine Provisionen und Mindestbeträge mehr gibt, sei die Bühne frei für einen neuen amerikanischen Traum, bei dem nahezu 100 Prozent der US-Bürger Investoren werden sollen. „Lassen Sie uns das schaffen – gemeinsam“, so seine finalen Worte.

Dazu möchte ich final anmerken: Ist das noch „Investieren“, was wir derzeit am US-Aktienmarkt sehen? Wohl kaum. Völlig wertlose Unternehmen unbegrenzt nach oben traden, ohne jeglichen Sinn und Verstand? Auf Dauer kann das nicht gut gehen. Wir haben es auf finanzmarktwelt.de die letzten Tage mehrfach angesprochen (hier der letzte Video-Kommentar von Markus Fugmann heute früh). Die ganz frische Generation von Tradern hat das Platzen der Dotcom-Blase und die Finanzkrise 2008 gar nicht erlebt. Damals waren diese Trader gerade erst geboren oder noch in der Grundschule. Sie kennen nur steigende Kurse, nur Party, nur nach oben, völlig sinnbefreit. Auch sie werden wohl eines Tages einen großen Knall erleben. Einige von ihnen werden auch nach so einem Crash immer noch kräftig Geld auf der Kante haben – andere werden nach dem „All In“ wohl ähnliches erleben wie viele Menschen nach der Zwangsräumung ihrer Häuser in den Jahren 2005, 2006 und 2007.

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