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Indizes

Dax: Das wird ein schwerer Ritt!

Vermutlich wird die EZB es machen wie gestern Jerome Powell: unschöne Fakten mit schönen Worten zu verpacken!

Markus Fugmann

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Der Dax steht heute vor einem herausfordernden Tag! Zunächst muß die in den Fakten doch sehr hawkishe Fed verarbeitet werden: dass es wohl noch zwei Zinsanhebungen in 2018 geben wird ist durchaus eine Überraschung, die Fed-Chef Powell durch aufmunternde und beruhigende Worte zu verpacken suchte. Aber die US-Märkte und im Gefolge die US-Futures reagieren doch mit Schwäche auf die Fakten, die Wirkung der beruhigendenen Worte Powells scheint zu verpuffen.

Und Powell zeichnete ja geradezu ein Idealbild der US-Wirtschaft: alles gut, alles viel besser als so lange Zeit nach der Finanzkrise: wer wirklich will, findet einen Job, die Inflation im Rahmen etc. Das Problem an Powells Aussagen ist nur: was soll denn jetzt noch besser werden? Im Grunde beschreibt Powell wohl den Peak einer Konjunktur nach dem Stimulus durch die US-Steuerreform, die den US-Haushalt zunehmend in die „Mission Selbstmord“ (Jeff Gundlach) treibt. Man könnte auch sagen: die Wahrscheinlichkeit, dass es von hier aus bergab geht, ist geradezu überragend, nämlich dann, wenn die Wirkung der US-Steuerreform nachläßt.

So oder so: heute im Fokus die EZB mit der Frage, ob sie wirklich das Ende des QE ankündigt oder doch die Sache weiter hinaus zögern will. Technisch ist das absehbare Ende des QE praktisch gar nicht zu vermeiden, weil die kaufbaren Anleihen ausgehen.

Vermutlich wird die EZB es machen wie gestern Jerome Powell: unschöne Fakten mit schönen Worten zu verpacken! So hat Powell charakteristischerweise ausweichend auf die Frage geantwortet, ob die Geldpolitik nicht faktisch doch deutlich strenger werde: wichtig sei doch, dass die Wirtschaft stark sei. Also positive Botschaften senden, obwohl man doch tatasächlich negative Botschaften zu verkünden hat – das dürfte wie gestern bei Powell heute bei Draghi der Tenor sein.

Dem Dax steht daher heute wohl ein ziemlich wilder Ritt bevor! Bislang konnten die maßgeblichen Player mit dem Stand des Dax gut leben vor dem morgigen großen Verfall. Aber sollte der Index doch stärker nach unten durchbrechen, müssten die großen Player noch schnell ein paar Absicherungen einziehen (sprich Puts kaufen), was den Druck dann sogar noch verschärfen würde. Daher ist davon auszugehen, dass interessierte Kreise in diesem Fall versuchen würden, sich vehement und so früh wie möglich dagegen zu stemmen, etwa durch Käufe des Dax-Futures.

Dennoch eröffnet der X-Dax nach einer gefühlten Ewigkeit wieder einmal mit einem Abwärts-Gap:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Nach wie vor ist die Zone 12920 bis 12955 Punkten nicht überwunden, und es scheint nun kurzfristig der Weg nach unten (mit der ersten Unterstützung bei 12720 Punkten) wahrscheinlicher als der nach oben. Damit der Dax den Ausbruch auf der Oberseite schafft, bräuchte es schon eine faustdicke positive Überrraschung durch Mario Draghi (etwa wenn der viel dovisher ist als erwartet)..

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    tm

    14. Juni 2018 09:16 at 09:16

    „Man könnte auch sagen: die Wahrscheinlichkeit, dass es von hier aus bergab geht, ist geradezu überragend, nämlich dann, wenn die Wirkung der US-Steuerreform nachläßt.“

    Ich würde es sogar noch drastischer formulieren. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder funktioniert die Steurreform und führt zu steigenden Konsum- und Investitionsausgaben. Dann wird – in einer Situation von nahezu Vollbeschäftigung – die Inflation deutlich steigen, aber mehr auch nicht. Oder die Steuerreform funktioniert nicht – dann steigen einfach die Einkommen der Top 10%, das Degizit steigt und alles andere bleibt nahezu unverändert. Also so oder so unsinnig.

  2. Avatar

    Extrem– Bergsteiger

    14. Juni 2018 09:43 at 09:43

    Nach sehr langem gedoptem bergauf geht es sowieso bergab, die Gründe sind dann vielleicht ganz andere als man denkt.

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Seit dem 09.November – der Meldung von BioNTech/Pfizer – haben die Aktienmärkte einen Paradigmenwechsel vollzogen: Man kauft die „Corona-Verlierer“. Für Andreas Beck bedeutet das: die Aktienmärkte blicken schon auf die Zeit nach der Coronakrise (auch die Rohstoff-Märkte, siehe etwa die Rally bei Kupfer, das für die Industrie sehr wichtig ist). Man preist also eine vollständige Erholung der Wirtschaft ein, eben weil die Coronakrise vorbei doch vorbei sei. Der Wirtschaft sei der zweite Lockdown faktisch „egal“ – sie habe sich an die neuen Umstände angepaßt.

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Für die Aktienmärkte ist die Coronakrise vorbei, sagt Vermögensverwalter Andreas Beck

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