Indizes

Dax: Den Aktienmärkten läuft die Zeit davon..

Je tiefer wir in den März kommen, umso schwieriger wird es für die Aktienmärkte..

Nach der impulsiven Rally kommen die Aktienmärkte seit einigen Tagen nicht mehr recht vom Fleck – den Bullen fehlt nach dem Siegeslauf die Kraft für den nächsten Aufwärtsimpuls, die Bären schaffen es noch nicht, die inzwischen angesammelte Kraft aufs Parkett zu bringen. Aber: wie im Videoausblick thematisiert, zeigen sich erste Risse bei der Rally an der Walll Street mit der längsten Verluststrecke des Dow Jones Transports seit dem Jahr 2011, sowie der underperformance des US-Nebenwerte-Index Russell 2000 in den letzten Tagen.

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Das bedeutet nicht, dass die US-Aktienmärkte nun sehr bald fallen müssten – aber es ist eben doch ein Warnsignal, ein Hinweis darauf, dass sich unter der Oberfläche der scheinbar robusten großen US-Indizes Bewegungen abspielen, die Kommendes ankündigen könnten.

Absehbar gibt es nun zwei offensichtliche Trigger für die Aktienmärkte: ersten der schon eingepreiste Handelsdeal, der nur dann für Aufwärtsmomentum sorgen könnte, wenn die Länder wechselseitig Zölle abbauen würden. Sonst droht „sell the news“ – oder im schlimmsten Fall kommt es nicht zu einem Deal und damit dann zur Erhöhung der Zölle durch die USA, mit dann wiederum sehr absehbaren Folgen für die Aktienmärkte.

Der zweite Trigger ist die Fed, die in genau zwei Wochen bekannt geben wird, wie die Reduzierung des Bilanzabbaus gestaltet wird. Ein starker dovisher Ton ist inzwischen ebenfalls eingepreist, es wird vor allem das Tempo des Abbaus der Bilanzreduzierung sein, das für die Märkte relevant ist.

Und dann gibt es noch unbekannte Trigger, denkbar wären hier Entwicklungen um Donald Trump, nachdem der Gegenwind für den US-Präsidenten immer größer wird und der Bericht des Sonderermittlers Mueller ansteht.

Für den Dax wiederum sind zum heutigen Handelsstart zwei Dinge bedeutsam: erstens der Anstieg von Chinas Aktienmärkten im heutigen späten Handel, der bislang am besten laufende Index der Welt, der Shanghai Composite, gewinnt weitere +1,5% hinzu und stärkt damit die US-Futures. Negativ wirkt die saftige Umsatzwarnung des Autozulieferers Schaeffler: das fränkische Unternehmen gibt seine Ziele auf und baut Stellen ab – kein gutes Omen für die deutsche Industrie, die für den Dax bekanntlich nicht ganz unwichtig ist.

Und so startet der X-Dax an der 11600er-Marke:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Nach wie vor ist die Handelsrange 11680 auf der Oberseite und 11390 auf der Unterseite aktiv – ein Bruch dieser Range wird den weiteren Weg weisen. Als Faustregel kann gelten: je tiefer wir in den März kommen, umso mehr US-Firmen geraten in die blackout period, womit dann mit den Aktienrückkäufen der zentrale Treiber der Januar/Februar-Rally entfällt. Den Aktienmärkten läuft also gewissermaßen die Zeit davon..

 


Von Erkaha – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=38837187



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5 Kommentare

  1. Etwas offtopic, aber könnte mir jemand freundlicherweise erklären, warum die Rendite der 10jährigen US-und Italien-Staatsanleihen derzeit gleich sind, nämlich 2,71%?
    Schätzen die Anleger die Bonität USA und Italien gleich ein, oder kann man das nicht vergleichen?

  2. @Columbo. Die Frage ist doch. Wer kauft die amerikanischen und die italienischen Anleihen? Da gibt es doch divergierende Interessen (unabhängig von der Bonität).
    Gruß

  3. Hallo Hr. Fugmann. „längsten Verluststrecke des Dow Jones Transports seit dem Jahr 2011…“ Wenn ich die charts von https://stockcharts.com/h-sc/ui?s=$TRAN oder https://fred.stlouisfed.org/series/DJTA anschaue, erkenne ich nicht die längste Verluststrecke. Freue mich schon auf das Webinar von heute abend und vielleicht können sie darauf zurückkommen.

  4. Hallo Markus,

    alles richtig, die „Bande“ will bis ca Ende März/Anfang April die Dividenden „einkassieren“ – trotzdem : Wir befinden uns in einer Sondersituation, wegen dem Brexit, wegen den Anleihekäufen (Lehman usw) das sollte man mit einberechnen , nur so als Tip ?

    Und der Hauptpunkt, warum der Aktien-Markt nicht nach unten abdrehen kann, ist die Politik der 2 größten Notenbanken der Welt ?

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