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Indizes

Dax: Der Euro als Zeichen für das Mißtrauen – oder warum der Schmerz noch größer werden muß!

Der Schmerz muß noch viel größer werden, bevor es zur Rettung kommen kann – und daher ist davon auszugehen, dass er noch größer werden wird!

Markus Fugmann

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Der gestrige Handelstag ohne großen Bruder hat gezeigt, dass der Dax verwundbar ist plötzlich durch die Geschehnisse in der Europeripherie. Besonders die Problematik in Italien hat der Dax lange ignoriert und dabei so getan, als ginge ihn das alles nichts an. So etwas geht eine Zeitlang gut, bis es dann eben nicht mehr gut geht. Angesichts der massiven Turbulenzen an den Anleihemärkten Italiens waren die Verluste gestern beim Dax noch sehr moderat – aber das muß nicht so bleiben.

Denn Italien ist das Symbol dafür, dass das Projekt Eurozone ingesamt in Gefahr geraten kann – mit unabsehbaren Folgen. Wer hier als ausländischer Investor Sicherheit kaufen will, der kauft eher deutsche Anleihen als deutsche Aktien, zumal wenn der Euro weiter Schwäche zeigen sollte. Schon gestern war auffällig, dass der Dax eher mit dem Euro fiel statt von der Euro-Schwäche zu profitieren – das ist ein Zeichen dafür, dass der Dax in Mithaftung genommen wird durch ausländische Investoren und Euro-Schwäche sich nicht mehr in Dax-Stärke übersetzt, wie das noch im April der Fall war, als der Dax schon aus seinem Abwärtstrend ausbrach, bevor die US-Indizes das taten.

Dass der Dax also vergleichsweise schwach ist trotz des schwachen Euros ist ein Zeichen dafür, dass sich etwas geändert hat, dass jetzt neue Spielregeln herrschen. Und diese Spielregeln heißen jetzt: ist der Euro schwach, ist das ein Zeichen für das Mißtrauen der Investoren gegenüber dem Markt in der Eurozone insgesamt, also auch gegenüber dem Dax.

Dieses Mißtrauen ist am besten ablesbar an der 10-jährigen italienischen Anleihe, die heute gleich nach Handelsbeginn wieder panikartig abverkauft wird:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Und damit vergrößert sich der Renditeabstand zwischen der 10-jährigen deutschen Staatsanleihe (schwarz) und der 10-jährigen italienischen Anleihe (orange) weiter dramatisch: die 10-jährige deutsche nun bei 0,32%, die 10-jährige italienische bei 2,9%, das ist in der Geschwindigkeit, in der das alles abläuft, immens:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Das bedeutet: solange keine Instanz mit übergeordneter Autorität, also vor allem die EZB, hier ein Rettungs-Signal gibt, wird sich die Panik am italienischen Anleihemarkt sehr wahrscheinlich fortsetzen. Das Problem aber ist, dass die EZB eigentlich wenig tun kann: es gibt zwar das bisher noch nie angewendete OMT-Programm, aber dafür braucht es erstens einen Vertragspartner, also eine Regierung, und zweitens muß sich diese Regierung dann an klare Vorgaben der EZB halten. Sollte der designierte Ministerpräsident Cottarelli sein Amt antreten und die Panik weiter bestehen, ist ein solcher Deal denkbar, den aber die in der Wahl siegreichen Parteien Lega und Cinque Stelle rundheraus ablehnen würden, weil er auf finanzieller Disziplin basiert! So oder so: der Schmerz muß noch viel größer werden, bevor es zur Rettung kommen kann – und daher ist davon auszugehen, dass er noch größer werden wird!

Das wird auch den Dax belasten, der nun unter das Verlaufstief bei der 12800er-Marke gefallen ist auf X-Dax-Basis:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Mindestziel der sich ausbildenden Schulter-Kopf-Schulter-Formation im Dax ist der Bereich 12650..

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Markus Fugmann

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