Anleihen

Dax: Der Fels in der Brandung?

FMW-Redaktion

Fast überall tobt der Sturm – nur der Dax und einige andere Aktienindizes sind die Felsen in der Brandung? So recht fehlt uns daran der Glaube. Denn was wir derzeit erleben, ist nicht weniger als die Verschiebung der Tektonik an den Finanzmärkten! Da kommt etwas ins Rutschen, die Erde bebt – und was auf der Erde steht, muß daher „mit-beben“. Das gilt auch für die Aktienmärkte, die vor einer Zeit großer Volatilität stehen dürften!

Nun könnte man sagen: ok, es fließt viel Geld aus den Anleihemärkten, das könnte doch den Aktienmärkten zugute kommen! Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht, und wir tendieren in dieser Frage eher zu „nicht“. Warum? Weil viele, sehr viele professionelle Investoren sowohl im Anleihemarkt als auch im Aktienmarkt engagiert sind. Machen diese Investoren starke (Buch-)Verluste mit Anleihen, sinkt ihre Fähigkeit, mit ihrer nun geringeren Liquidität andere Assets wie Aktien zu kaufen. Vielmehr könnten diese Investoren sogar eher gezwungen sein, Risiken allgemein zu minimieren, weil ihr Depot gewissermaßen einen margin call erhalten hat – und daher dürften diese Investoren eher dahin tendieren, auch Aktien zu verkaufen!

„We will see how it plays out“ – würden die Amerikaner sagen, frei übersetzt etwa der Beckenbauer´sche Satz „Schaun mer mal, dann sema scho weider“. Gestern jedenfalls war – trotz des Allzeithochs beim Dow Jones – durchaus zu merken, dass der Abverkauf am Anleihemarkt sowie bei den Währungen der Emerging Markets Eindruck hinterlassen hat auch an den Aktienmärkten.

So auch beim Dax, der zunächst fröhlich auf die 10800er-Marke marschierte, dann aber ausrutschte und zeitweise unter die 10600er-Marke fiel, und das sogar ziemlich zackig. Dann folgte eine Erholung, von der Rüdiger Born sagen würde, die war etwas „zittrig“.

Schauen wir uns einmal den X-Dax-Start an:

dax11-11-16

So recht traut man sich zum Handelsstart heute noch nicht aus der Deckung. Daher ein Blick auf das größere Zeitfenster (4-Stunden-Chart):

dax11-11-162

Nachdem gestern der Dax schon unter dem Jahreshoch gescheitert ist, handelt der Index nun im charttechnischen Niemandsland. Oben das gestrige Tageshoch bei 10800, ein paar Pünktchen darüber das Jahreshoch – und unten die nächste größere Unterstützungs-Zone erst zwischen 10490 und 10510 Punkten. Also alles andere als Klarheit!

Und daher sagen wir auch ganz offen und ehrlich: Füsse still halten, abwarten, kucken, was der Markt macht – und wenn eine Richtung sich andeutet: handeln! Geduld ist jetzt gefragt! We will see how it plays out!



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3 Kommentare

  1. hallo herr fugmann
    muss mal ein lob loswerden. fragen, die sich aus dem videoausblick ergaben wurden min diesem artikel schon beantwortet. respekt !

  2. Wieder sehr gut!

  3. Wie wahr,

    nach den irren Verwerfungen der letzten Tage macht Abwarten wohl mehr als Sinn. Egal ob Rohstoffe Aktien oder Währungen, irgendwie wird man schon fast zum Verschwörungstheoretiker. Ich habe in den letzten Tagen mal eben alle gelernten Grundlagen der Theorie inkl Algos laufen lassen und habe richtig Lehrgeld bezahlt. Aber zum Glück ist ja jeden Tag ein Neuer Tag im Bornschen Sinn. Es ist halt nur schade, dass man sich aktuell null auf Substanzdaten verlassen kann, sondern die kleinste Message aus US ein nahezu willkürliches Trumpmomentum erzeugt. Vielleicht macht er Morgen Bill Gates zum Secretary of Digital Development und die Nasdaq eilt in Unerreichte Höhen um dann bis zum Amtseid wieder im Nirvana unterzutauchen. Das Übel ist hier leider doppelt, denn am Ende bleibt eben wieder nur ein Schluss: Das ganze Kapital wurde nicht vernichtet, sondern im Hypertempo auf die immer gleichen Konten geleitet. Ach man wär so gerne Mäuschen im Trump Tower. Aber so bleibt eben nur Abwarten bis der Theoriespuk vorbei ist, Trump im Februar wirklich anfangen muss zu liefern und bis dahin dem gesunden Menschenverstand eine verdiente Pause in der Deckung zu geben. Aber ob das Warten besser in Euro auf dem Konto, Gold oder Dollar sein soll- kene Ahnung im Novemberblues der letzten Tage mach ichs mir einfach: freeze the status and wait. Ausser der Entzug wird zu gross, dann halt aber auf deutlich niedrigerem Niveau im Intraday, denn aktuell killt einen Ja jede Overnight Halteposition

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