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Dax: Der Klassiker

FMW-Redaktion

Der Dax hat sich am Freitag angesichts der Rally bei den US-Indizes mit neuen Allzeithochs bei S&P500 und Dow Jones bislang doch recht deutlich zurück gehalten. Der Index ist noch weit von seinem Allzeithoch entfernt und zeigte am Freitag noch wenig Bewegung – anders als die Wall Street scheint man hierzulande die Schwäche der US-Wirtschaft ernst zu nehmen.

Aber die Frage ist, ob das von langer Dauer ist. Denn die wunderbare designten Zahlen aus China dürften ja besonders hier in Deutschland von Interesse sein und eigentlich den deutschen Exportwerten Auftrieb geben nach dem Motto: wenn es China gut geht, geht es uns schließlich auch gut!

Da der Dax den US-Indizes also recht deutlich hinter her läuft, wäre es nun eigentlich an der Zeit, hier ein bißchen aufzuholen. Aber die Rally in den USA ist eine Fed-Erleichterungs-Rally, während der Dax doch mit angezogener Handbremse agiert, weil in der Eurozone das Muster etwas anders ist: hier droht das Ende oder die Verringerung des QE nach jüngsten Insider-Berichten. Ob das wirklich so ist, wird sich vielleicht erst am Donnerstag mit der EZB-Sitzung heraus stellen, wenn Mario Draghi spricht. Wird er diese Insider-Berichte als haltlos zurück weisen? Wenn ja, dürfte der Dax haussieren, wenn nein, bleibt der Weg steinig.

Trotz überwiegend guter Vorgaben aus Asien (in Japan heute jedoch Feiertag) bleibt der Dax da, wo er am Freitag aufgehört hatte:

Also kein Aufwärts-Gap bislang, eher enttäuschend für die Bullen. Für den Dax wichtiger wird nun der Euro, wobei sich der Blick auf die zentrale Marke bei 1,15 richtet: gelänge der Gemeinschaftswährung der Sprung darüber, wäre der Weg charttechnisch frei bis in den Bereich 1,20, und das würde dem exportlastigen Dax nicht wirklich gut schmecken. Insofern kommt den Aussagen Draghis am Donnerstag eben besondere Bedeutung zu, obwohl eigentlich die Juli-Sitzung der Notenbank eher als non-event galt, weil die wichtigen Dinge erst im September anstehen würden.

Der Klassiker wäre jetzt aber doch, wenn der Dax zumindest den Rückstand gegenüber den US-Indizes etwas aufholt und heute die wichtige Widerstandsmarke bei 12730/35 Punkten testen würde. Sollte das trotz der eigentlich sehr guten Vorgaben heute nicht gelingen, wäre das ein Anzeichen für Schwäche und damit ein Warnsignal für die Bullen. Man müßte dann die Frage stellen, in welche Gefilde die US-Indizes noch steigen sollten, um dem Dax endlich auf die Sprünge zu helfen.

Auf der Unterseite ist nach wie vor die Ausbruchs-Marke bei 12535 Punkten sehr relevant – fiele der Dax nachhaltig darunter, würde sich die Korrektur seit dem Allzeithoch bei 12953 Punkten fortsetzen. Im Fokus heute die EU-Verbraucherpreise (11.00Uhr) und die Reaktion des Euro auf die Daten..



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2 Kommentare

  1. „Aber die Rally in den USA ist eine Fed-Erleichterungs-Rally, während der Dax doch mit angezogener Handbremse agiert, weil in der Eurozone das Muster etwas anders ist: hier droht das Ende oder die Verringerung des QE nach jüngsten Insider-Berichten. Ob das wirklich so ist, wird sich vielleicht erst am Donnerstag mit der EZB-Sitzung heraus stellen, wenn Mario Draghi spricht. Wird er diese Insider-Berichte als haltlos zurück weisen? Wenn ja, dürfte der Dax haussieren, wenn nein, bleibt der Weg steinig.“

    Lustig, die QE-Kiste der EZB läuft spätestens Ende Dezember 2017 aus, das sollte man doch sehen können in der Finanzmarktwelt-Redaktion ? Was macht Ihr den ganzen Tag ? Zerohedge-Bärenmarktphantasien lesen ? :D
    Marktanalyse ? Ein Fremdwort – Markus, das bist Du nicht ?

    1. @Marko, entspann dich!

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