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Dax: Der Kontraindikator „Jahresendrally“

Das sieht nicht so richtig aus für den Dax! Nachdem sich der Index nach dem Abverkauf im Oktober deutlicher erholen konnte, scheint nun wieder der Weg in Richtung Süden zu gehen!

Die asiatischen Vorgaben sehr schwach – der China A 50 (der die 50 marktschwersten chinesischen Festlands-Aktien umfaßt) verliert -2,3%:


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Dazu passend: die aktuell gemeldeten Verkäufe deutscher Autobauer in China mit -13,2% zum Vorjahresmonat – ein weiteres Indiz dafür, dass die Konjunktur in China nicht gerade auf Hochtouren läuft..

Und der Dax ist gewissermaßen China-lastig – ebenso wie die deutsche Konjunktur. Ohne die massiven Investitionen in die chinesische Infrastruktur (im Jahr 2009) hätte sich Deutschland wohl nicht so gut erholen können nach der Finanzkrise. Eine Abschwächung der Konjunktur in China aber würde eine schwere Belastung für die Weltkonjunktur insgesamt sein – und damit deutsche Exporteure besonders treffen (davor warnte gestern auch die EU-Kommission).

Der Dax jedenfalls eröffnet wieder mit einem Abwärtsgap:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Dabei hat der deutsche Leitindex die Wahl-Rally der Wall Street am Mittwoch nur mit angezogener Handbremse mitgemacht – und der gestrige Handelsverlauf zeigt einmal mehr, dass der Dax derzeit eine innere Schwäche aufweist.
Die zentralen Unterstützungen liegen nun im Bereich 11430/40 und bei der 11400er-Marke. Sollte der Dax dort „durchfallen“, ist das ein klarer Beleg dafür, dass die Erholung von 11050 bis 11700 Punkte nur ein Intermezzo innerhalb eines völlig intakten Abwärtstrends war! Nur ein Anstieg über die 11700er-Marke würde die Bullen wieder zu echter Hoffnung berechtigen..

Wir gehen davon aus, dass auch die Wall Street heute Schwierigkeiten haben wird. Die Rally am Mittwoch war eine „Plastik-Rally“, hatte etwas skurriles: kaum Volumen, wieder die großen Tech-Titel als Treiber, die die Schwäche der anderen Aktien kaschierten. Nun aber dürften auch die US-Indizes ihre Erholung bereits abgeschlossen haben. Wir gehen davon aus, dass nun defensive Sektoren gefragt sein werden, während „growth“, also die US-Tech-Werte, ihre scharfe Korrektur vom Oktober wieder aufnehmen sollten.

Insgesamt: das permanente und allgegenwärtige Gerede von einer Jahresendrally – die zwar die historische Statistik auf ihrer Seite hat, aber gleichzeitig eben auch der aktuellen technischen Verfassung der Aktienmärkte sehr eindeutig widerspricht – halten wir für einen sehr brauchbaren Kontraindikator..

 

Foto: deutsche Börse AG



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