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Dax: Der meist angekündigte Deal der Weltgeschichte

Neuer Tag, neue Hoffnungsmeldungen – es gibt wohl keinen so häufig angekündigten Deal in der Weltgeschichte!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Neuer Tag, neue Hoffnungsmeldungen: Trump erwartet den Deal mit China in drei bis vier Wochen, Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet von „substantiellen Fortschritten“ – es gibt wohl keinen so häufig angekündigten Deal in der Weltgeschichte! Fragt sich nur, ob die Inflation der Ankündigungen wirklich ein so gutes Zeichen ist – warum wird ständig etwas angekündigt, während gleichzeitig die Verhandlungen schon sehr viel längern dauern als gedacht? Und warum springt Chinas Vasall Kim Yong Un ausgerechnet jetzt ab von den Gesprächen mit den USA über nukleare Abrüstung?

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Wie auch immer – heute steht der Verfall im Fokus, dessen Sogkraft aber scheinbar schon abgearbeitet ist, wie der gestrige Handelstag zeigt, als die US-Indizes kaum mehr vom Fleck kamen. Das bedeutet: ab jetzt werden die Karten wohl neu gemischt. Typischerweise ist gerade die Verfallswoche im März sehr positiv, allerdings ist dann die Folgewoche tendentiell negativ, wie ein Blick in die Börsenhistorie zeigt (von den letzten 36 Nach-Verfallswochen waren 26 negativ).

Faktisch treten die Märkte nach der starken Rally nun auf der Stelle – das gilt auch für den S&P 500, der nach wie vor in der Zone 2800 bis 2820 handelt:

Und der Dax eingeklemmt zwischen 11390/11400 und 11635 Punkten, darüber das wichtige Hoch bei 11680:

 

Was muß eigentlich noch passieren angesichts der ständigen Jubelmeldungen über den kommenden Deal US-China, damit der Index endlich weiter nach oben ausbrechen kann?

Die vielleicht entscheidene Frage lautet doch: was ist eingepreist und was nicht? Weiter nach oben ginge es für die Aktienmärkte wohl dann, wenn sowohl die USA als auch China wechselseitig alle Zölle abschaffen würden. Die Erwartungen sind ohnehin schon hoch, sodass alles, was diese hohen Erwartungen nicht übertrifft, tendentiell eher zu Abverkäufen führen dürfte. Dann – in der nächsten Woche – die Fed: hier rechnen die Märkte mit einer zügigen Einstellung der Bilanzreduzierung, auch das dürfte eingepreist sein.

Heute besonders interessant ist die Industrieproduktion in den USA, die im letzten Monat bereits mit -0,6% enttäuscht hatte (nachhaltige Bärenmärkte haben sich historisch immer durch einen fortgesetzten Fall der Industrieproduktion angekündigt). Die derzeit stets wiederholte Begründung für schwache Daten aber lautet: das läge doch sicher am government shutdown. Während die zuletzt sehr spärlich auftretenden gute US-Konjunkturdaten (ISM Dienstleistungsindex) als Beleg dafür herangezogen werden, dass die USA wirtschaftlich immer noch gut dastünden, werden die schwachen Daten mit der „government shutdown-Ausrede“ beiseite gewischt. Aber schon sehr bald wird diese Ausrede wohl nicht mehr funktionieren..

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    15. März 2019 09:12 at 09:12

    Man kann die Märkte wunderbar über Nachrichten zum Chinadeal steuern. Warum so ein Instrument aus der Hand geben? Jedenfalls nicht, bis man eine nächste Sau gefunden hat, die man durch den Markt treibt.
    Als Anleger kann man entweder wie gelähmt den immer neuen durchs Dorf laufenden Säuen zusehen oder nicht mehr ins Dorf gehen und die Tiere ignorieren.

  2. Avatar

    Columbo

    15. März 2019 09:32 at 09:32

    „Schlechtes Chance-Risiko-Verhältnis“ von Daniel Stelter. Lesenswert!

    https://think-beyondtheobvious.com/stelter-in-den-medien/schlechtes-chance-risiko-verhaeltnis-an-der-wall-str

  3. Avatar

    Prognostiker

    15. März 2019 11:09 at 11:09

    @ Columbo, die Zeitbombe liegt darin, dass die Altetsvorsorge der Amis zu 80% in Aktien liegt. Wennn die Kurssteigerungen, wann auch immer zu Ende sind, wird das enorme Auswirkungen haben.Realistisch gesehen basieren die Altersvermögen schon jetzt auf ca. 50% überbewerteten Aktien.Darum mussten die Notenbanken im Dezember schon bei minus 20% eingreifen, ein Kursniveau ,das in 2009 ohne Katastrophe auf 3 mal tieferem Niveau noch verkraftet wurde.
    Da werden dann die konservatifen Vorsorger in unseren Landen mit weniger Aktienanteil im Vorteil sein.
    Es gibt ja auch bei uns Politiker ,die meinen man müsste aggressiver investieren.
    Schöne Finanzwelt, Immobilien ,die zu teuer werden ( wegen manipulierten Tiefzinsen ) möchte man enteignen u.Aktien dürfen nur noch steigen ,weil sonst alles zusammenbricht.

    • Avatar

      Martin

      15. März 2019 12:43 at 12:43

      Super Beitrag. Das heißt, der FED-PUT wird in Zukunft schon viel früher greifen.

      Ihr Negativisten und Verschwörungstheoretiker tut mir leid. Ihr versäum gerade einen tollen Aktienmarkt…..

  4. Avatar

    Super- Ponzi

    15. März 2019 13:38 at 13:38

    @ Martin , einverstanden ,der FED Put wird in Zukunft so ausgelegt, dass das Plunge Protection Team in Zukunft auch alle faulen Unternehmenskredite, u.bei fallenden Immo-Preisen auch Immobilien kaufen wird.
    Also eigentlich ein Ponzi- System mit Staatsgarantie ? ? Glaubst du wirklich daran?
    Hast du schon überlegt, warum die Notenbanken im Dezember so drastisch reagieren mussten ?
    Die sogenannten NEGATIVISTEN werden sich bald als REALISTEN erweisen.

  5. Avatar

    sabine

    15. März 2019 16:05 at 16:05

    „es gibt wohl keinen so häufig angekündigten Deal in der Weltgeschichte!“
    Damit haben die US-Amis Erfahrung. Ich erinner mich noch an die immerwährend drohende Zinserhöhung, die dann doch nie kam, oder nur in homöopathischer Dosis.
    Ebenso der Brexit, der nie kommt. Hauptsache England muß nicht mehr einzahlen und darf mit seiner Grenze machen, was es will (reinlassen, wen es will). Oder so.

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