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Dax: Der Ölpreis ist jetzt der Schlüssel – und die Fieberkurve für die Aktienmärkte!

Der Ölpreis ist nun in zweierlei Hinsicht extrem relevant: erstens zeigt er an, ob Trumps Strategie aufgeht. Und zweitens ist der Ölpreis jetzt entscheidend, weil weiter steigende Preise inflationär wirken und damit die Notenbanken zum Engreifen zwingen würden..

Markus Fugmann

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Nun ist es also endlich klar: die USA verabschieden sich vom Iran-Abkommen und stechen damit faktisch in ein Wespennest im Nahen und Mittleren Osten. Damit erhöht sich die geopolitische Unsicherheit, vor allem Israel fühlt sich vom Vorgehen Trumps ermutigt, die Gefahr einer militärischen Konfrontation ist erheblich gestiegen. Und das wird nicht spurlos an den Aktienmärkten vorbei gehen!

Eine Fieberkurve dieser erhöhten geopolitischen Spannungen ist der Ölpreis, der nach der Rede Trumps scharf angezogen ist nach dem vorherigen Abverkauf und nun fast auf einem neuen Verlaufshoch handelt:


(WTI-Öl, Juni-Kontrakt, durch anklicken vergrößern)

Der Ölpreis ist nun in zweierlei Hinsicht extrem relevant: erstens zeigt er an, ob Trumps Strategie aufgeht (Trump will, das hat schon sein Tweet gegen die OPEC vor einigen Wochen gezeigt, unter allen Umständen einen höheren Ölpreis verhindern). Und zweitens ist der Ölpreis jetzt entscheidend, weil weiter steigende Preise inflationär wirken und damit die Notenbanken, zuallerst die Fed, zum Engreifen zwingen würden durch stärkere Zinsanhebungen. Mithin war also der Ölpreis selten so wichtig wie derzeit, er ist das Fieberthermometer, an dem sich die Finanzmärkte orientieren werden!

Für den Dax heißt das: mitgegangen, mitgefangen. Der deutsche Leitindex wird sich wohl oder übel dieser Situation stellen müssen, auch wenn die Inflation hierzulande vorwiegend nur an der Tankstelle erfahrbar ist. Zwar ist andererseits die Dollar-Stärke mit der damit einhergehenden Euro-Schwäche positiv für den Dax, aber der steigende Ölpreis setzt vor allem diejenigen unter Druck, die durch die starke Aufwertung des Dollars ohnehin unter Druck sind: die Emerging Markets. Und bei den Emerging Markets drohen nun schwere Erschütterungen, die dann auf die Aktienmärkte insgesamt ausstrahlen dürften!

Für den Dax und seinen Siegeszug der letzten Tage bedeutet das alles: die Luft wird nun immer dünner, das Risiko einer Korrektur steigt, zumal der Index inzwischen überkauft ist. Kann der Dax noch den nächsten Widerstandsbereich in der Zone 12990/13010 erreichen? Möglich. Aber viel Potential ist im kurzen Zeitfenster auf der Oberseite wohl nicht mehr zu erwarten, während die Fallhöhe inzwischen nicht ganz unerheblich ist:


(Chart zum vergrößern anklicken)

Eine große Unterstützung hat der Dax im Grunde erst bei 12650 Punkten, also fast 300 Punkte unter dem aktuellen Niveau (Fallhöhe!). Zu erwarten ist, dass die in dieser Woche bislang ruhigen Märkte nervöser und volatiler werden!

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Rüdiger Born: Charttechnik bei Nasdaq und Gold

Rüdiger Born

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Dax: Der deutsche Leitindex und die deutsche Wirtschaft

Wie kann es sein, dass der deutsche Leitindex Dax auf Rekordständen notiert, obwohl es einem Teil der Wirtschaft doch so schlecht geht?

Wolfgang Müller

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am

Derzeit wird viel darüber gerätselt, warum es sein kann, dass der deutsche Leitindex Dax auf Rekordständen notiert, obwohl es einem Teil der Wirtschaft doch so schlecht geht? Im Bereich der Gastronomie und in vielen Dienstleistungsbranchen herrscht große Not und viele Firmen können sich nur knapp über Wasser halten. Woher also diese Divergenz, spielen die Börse komplett verrückt?

Der Dax und Deutschlands geschrumpfte Wirtschaft

Vor Kurzem wurde die erste Berechnung für das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands des Jahres 2020 veröffentlicht. Es ist um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr gefallen, von 3,44 auf 3,329 Billionen Euro, macht pro Bürger 40.033 Euro (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Das Verarbeitende Gewerbe war besonders durch den Totaleinbruch im zweiten Quartal 2020 um 10,4 Prozent gefallen. Der Dienstleistungsbereich mit Handel, Verkehr und Gastgewerbe um 6,4 Prozent, allerdings nur deshalb vergleichsweise wenig, weil der Onlinehandel einen gewaltigen Boom erlebt hat. Die Bauausgaben hingegen nahmen gegenüber dem Vorjahr sogar um 1,4 Prozent zu.

Die Konsumausgaben der Bürger erlebten mit minus 6 Prozent den größten Rückgang seit Jahrzehnten, allerdings wirkten die Ausgaben des Staates mit plus 3,4 Prozent dagegen stabilisierend.

Der Außenhandel mit seinen Exporten und Importen von Waren und Dienstleistungen ging im Jahr 2020 erstmals seit 2009 zurück, die Exporte preisbereinigt um 9,9 %, die Importe um 8,6 %. Besonders stark natürlich der Rückgang der Dienstleistungsimporte, was vor allem am hohen Anteil des stark rückläufigen Reiseverkehrs lag.

„Die staatlichen Haushalte beendeten das Jahr 2020 nach vorläufigen Berechnungen mit einem Finanzierungsdefizit von 158,2 Milliarden Euro. Das war das erste Defizit seit 2011 und das zweithöchste Defizit seit der deutschen Vereinigung, nur übertroffen vom Rekorddefizit des Jahres 1995, in dem die Treuhandschulden in den Staatshaushalt übernommen wurden.“ So das Statistische Bundesamt.

Wieso steht der deutsche Leitindex nun knapp über seinem Stand vom Februar 2020, dem Beginn der Corona-Krise?

Die Besonderheit des Dax

Warum also steht der deutsche Leitindex Dax höher als vor der Krise, trotz der schlechten Wirtschaftsdaten? Dafür dürfte es mehrere Ursachen geben.

Zum einen blickt der Index bereits weit in das Jahr 2021, also auf die Zeit, in der man glaubt das Virus eingedämmt zu haben und zum anderen ist er kein Spiegelbild der deutschen Wirtschaft mit seinen vielen exportorientierten Titeln. Dies wird allein schon aus seiner Marktkapitalisierung ersichtlich. Diese beträgt aktuell 1,265 Billionen Euro, im Vergleich zum deutschen Bruttoinlandsprodukt von 3,329 Billionen Euro. Ganz anders die USA, wo allein der S&P 500 mit seiner 40-Billionen-Marktkapitalisierung fast schon das Doppelte der US-Wirtschaftsleistung ausmacht (20,8 Billionen Dollar).

Viele der Branchen, die das deutsche BIP ausmachen, sind gar nicht im Dax repräsentiert, oder gar nicht börsennotiert. Etwa der Mittelstand, oder die derzeit so gebeutelten Dienstleistungsbranchen, wie das Gastgewerbe, oder auch Tourismus und Kultur. Betrachtet man die vielen Pleiten und schmerzhaften Einschnitte in diesen Bereichen, so wird erkennbar, dass diese (zunächst) nicht den deutschen Leitindex tangieren. Beispielsweise Karstadt, Kaufhof, Douglas, Adler, Klier, Arko, Eiles u.v.m.

Die Unternehmen im Dax legen zum Teil schon wieder starke Unternehmensergebnisse vor. Sei es die deutsche Post, die die große Paketflut kaum bewältigen kann, der Spezialchemiekonzern Covestro, oder jüngst der größte Chemiekonzern Europas, BASF. Besonders bedeutsam, weil dieser weltweite Lieferant von Grundprodukten so etwas wie ein Frühindikator der Weltwirtschaft gilt. Die Ludwigshafener sind in nicht weniger als 90 Ländern dieser Erde präsent. Abertausende von Firmeninsidern haben dafür gesorgt, dass der Aktienkurs seit dem Coronatief bereits wieder um 75 Prozent gestiegen ist.

Was wird erst demnächst Infineon für Zahlen liefern, angesichts der großen Nachfrage nach Chips (Automobilbau)?

Unsere Automobilindustrie zeigt deutlich, wo die Corona-Krise bereits überwunden ist, in Fernost. BMW, Daimler und Volkswagen haben sehr von der Erholung der chinesischen Wirtschaft profitiert. Diese Firmen verkaufen bereits 30 bis 40 Prozent ihrer Fahrzeuge in China. Dort gibt es nach Jahren der Schrumpfung wieder einen richtigen Boom im Automobilsektor. Nicht zu vergessen der US-Markt, wo es zumindest 2021 einen schuldenfinanzierten Aufschwung geben sollte. Über die Pläne der neuen US-Administration wurde schon ausführlich berichtet.

So bleibt festzustellen: Die Kurs/Gewinn-Verhältnisse der Unternehmen des Dax liegen bei 20 von 30 Unternehmen für das Jahr 2021 gleich oder besser als der 10-Jahresdurchschnitt.

Fazit

Laut der deutschen Börse ergibt sich für den Dax in den vergangenen 30 Jahren ein durchschnittliches Kurs/Gewinn-Verhältnis von 19, längerfristig von 15. Das aktuelle KGV für das Jahr 2021 wird mit 19 angegeben, sollte es mit der deutschen Wirtschaftserholung tatsächlich so klappen, wie erwartet. Die ersten Ergebnisse der Unternehmen deuten daraufhin, dass es tatsächlich der Fall sein könnte, wenn Volkswagen selbst im Corona-Jahr noch einen Gewinn von 10 Milliarden Euro ausgewiesen hat. Der deutsche Leitindex ist zweifelsohne hoch bewertet, aber seine Kennziffern zeigen kein völliges Auseinanderdriften zur Wirtschaft, wie es zum Beispiel in den USA bei vielen Werten der Fall ist. Aber hier liegen auch die Probleme des deutschen „Performance-Index“. Er ist abhängig von der Entwicklung der großen Volkswirtschaften von China und den USA und von der Wall Street. Wenn dort die Kurse einbrechen, tun es unsere auch, zumal sich der Dax auch noch in Summa in den Händen ausländischer Investoren befindet, zumeist angelsächsischen (Beispiel BlackRock). Aber eines ist er gewiss nicht: Ein Abbild der deutschen Volkswirtschaft.

Spiegelt der Dax die deutsche Wirtschaft wider?

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – die Woche der Quartalszahlen

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Er bespricht die nun anstehende wichtigste Woche bei den Quartalszahlen in den USA.

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