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Dax: Der Tanz um das goldene Konsum-Kalb und die Botschaft der Weitsichtigeren

Die Aktienmärkte haussieren und sehen die Zukunft rosarot – aber die wichtigeren Märkte (Anleihen- und Devisenmärkte) senden die Botschaft: lieber Aktienmarkt, du irrst dich mit deiner extrem optimistischen Sichtweise!

Redaktion

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FMW-Redaktion

Der Dax ist wohl, trotz des gestrigen Anstiegs, noch nicht am Ziel! Anders als die US-Indizes, die in schöner Eintracht neue Allzeithochs erreichten, fehlen dem deutschen Leitindex dazu noch mehr als 300 Punkte: eine schwächere Berichtssaison herizulande als in den USA und der nicht wirklich schwächer werden wollende Euro dürften maßgebliche Gründe sein für die etwas schlechtere Entwicklung.

Stärker, und damit wieder wirklich Leibörse für den Dax, ist die Wall Street. Dort ist die Konstellation ausnehmend günstig: erstens steigen die Kurse meist im Umfeld des Thanksgiving – nicht zufällig fällt Kommentatoren zur Rally aktuell meist dazu nur ein, dass die Stimmung eben gut sei derzeit. Aber genau so ist es, die Amerikaner tanzen eben jetzt ums goldene Konsum-Kalb im Vorfeld des Black Friday und haben daher in ihrer Ekstase wenig Sinn für nachdenkliche oder gar warnende Töne.


Tanz ums Goldene Kalb – Gemälde von Nicolas Poussin

Und: man geht davon aus, dass die Sache mit der US-Steuerreform klappen wird bis Weihnachten, was, wenn es so käme, den S&P500-Unternehmen Gewinnsteigerungen von ca. 14% bescheren würden im Jahr 2018. Bei guter Stimmung werden gerne einmal Dinge eingepreist, die so sicher nicht sind – „rationaler Überschwang“, um es mit den Worten von Goldman Sachs zu formulieren („rational exuberance“ – eine Anspielung an Greenspans berühmte Formulierung „irrational exuberance“, die in den 1990er-Jahren die Märkte schockierte).

Überhaupt glauben die Aktienmärkte, dass man in einem Ideal-Szenario lebe: das Wirtschaftswachstum global ganz toll (aber: der seit Jahresbeginn rückläufige Kreditimpuls aus China wird dazu führen, dass die Daten aus den westlichen Industrienationen schlechter werden in nächster Zeit:

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Dazu wenig Inflation, gute Gewinnlage der Unternehmen, und überhaupt und sowieso alles so schön bunt hier. Seltsam nur, dass die gemeinhin als smarter geltenden Anleihemärkte und Devisenmärkte das irgendwie nicht so sehen: der Dollar müsste stärker sein in Vorfreude auf die angeblich sicher kommende US-Steuerreform, der Yen als sicherer Hafen wird immer stärker, in den USA eine starke Verflachung der Zinskurve, ein Phänomen, das meist einer Rezession voraus geht. Die Devisen- und Anleihemärkte sagen faktisch: lieber Aktienmarkt, du irrst dich mit deiner extrem optimistischen Sichtweise! In der Vergangenheit hatten fast immer die Devisen- und Anleihemärkte recht im Vorausahnen des Kommenden, nicht die Aktienmärkte!

Zurück zum Dax: denkbar ist, dass der Index noch einmal ein bißchen durchschnauft und noch einmal die 13140 testet oder die die Zone 13100/13100 – aber viel weiter dürfte es nicht nach unten gehen:

Und dann werden wahrscheinlich die US-Märkte wieder für gute Stimmung sorgen und dem Dax perspektivisch dazu verhelfen, dass er unser Kursziel von 13350 Punkten anlaufen wird..

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Krausewitz

    22. November 2017 10:01 at 10:01

    Eigentlich kann man nur noch über diese Dinge Lachen !
    Kollektive Wirklichkeitsverweigerung.
    Danke das sie uns immer wieder an den Wahnsinn Erinnern.

  2. Avatar

    TraderBS

    22. November 2017 15:02 at 15:02

    Das interessiert mich als Leser sehr! Machen Sie doch eine konkrete Untersuchung dazu, wie man anhand der Devisen- und Anleihenmärkte die letzten größeren Crashs vorausahnen konnte. Auf welche Währungspaare sollte man achten, welche konkreten Anleihemärkte sind gemeint? :-)

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