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Dax: Der Weg ist sehr steinig!

Wer zum Gipfel will, der braucht Glück, gutes Schuhwerk und am besten auch gutes Wetter! Das gilt auch für den Dax - aber vieles spricht dafür, dass einsetzendes Schlecht-Wetter den Aufstieg zum Gipfel unmöglich macht!

FMW-Redaktion

Wer zum Gipfel will, der braucht Glück, gutes Schuhwerk und am besten auch gutes Wetter! Das gilt auch für den Dax, wobei beim deutschen Leiitndex der Gipfel eher nicht das Allzeithoch ist, sondern „das Hochplateau“ bei 12650 Punkten, jenem Doppel-Top aus Anfang Februar, bei dem in unmittelbarer Nähe auch die so wichtige 200-Tage-Linie verläuft:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Wie wir im Chart sehen: der Dax fiel Anfang Februar durch die 200-Tages-Linie, dann im März das Todeskreuz (50-Tage-Linie schneidet 200er von oben nach unten) – dann ab Anfang April die Erholung, die jetzt an diesem neuralgischen Punkt, nämlich an der 200-Tageslinie, erst einnmal stoppt.

Und nun scheint uns das Problem, dass auch das (Börsen-)Wetter wieder schlechter wird, was die Sache durchaus gefährlich macht in den Bergen. Auslöser sind die klaren Anzeichen für ein stärkeres Anziehen der Inflation vor allem in den USA (Preiskomponenten beim Philly Fed gestern!) durch steigende Rohstoffpreise und den immer stärker aufkommenden Protektionismus.

Wenn sich diese Anzeichen weiter verhärten, heißt das: die Fed muß auch dann restriktiver vorgehen, wenn die US-Wirtschaft nicht mehr so toll laufen sollte – mithin also die Liquidität verknappen in einer Situation, in der die Dinge ohnehin abkühlen und schwieriger werden. Die Fed Fund Futures haben daher nun erstmals real die Möglichkeit eingepreist, dass die Fed in 2018 viermal und nicht nur dreimal die Zinsen anheben wird – sie signalisieren nun eine 30%-Wahrscheinlichkeit für eine weiter Zinsanhebung im Dezember 2018 (kurz zuvor lag die dafür eingepreiste Wahrscheinlichkeit deutlich unter 10%)!

In diesem Umfeld gehen wir davon aus, dass der Dax Schwierigkeiten bekommen wird, wenn der heutige kleine Verfall erst einmal verarbeitet ist – auch wenn hierzulande wenig Inflation erkennbar ist (zumindest offiziell bei den Verbraucherpreisen, die Vermögenspreise sind ja bekanntlich explodiert in den letzten Jahren). Das Ganze ist zunächst vorwiegend ein amerikanisches Thema, was auch daran liegt, dass die USA im Konjunkturzyklus uns stets voraus sind – die Probleme der US-Konjunktur sind mit Verzögerung dann auch unsere Probleme. Mit anderen Worten: wenn Amerika heute hustet, haben wir in einem knappen Jahr die Grippe!

So oder so: der Dax muß über die 12650er-Zone, wenn er auch nur die Chance haben will, in Richtung Allzeit-Gipfel zu steigen:


(Chart durch anklicken vergrößern)


Von Franz Unterwainig 9906 Lavant – http://www.franz-alpin.at, CC BY-SA 2.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5710509



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1 Kommentar

  1. Seit Wochen vertrete ich in meinen Kommentaren die Ansicht einer wahrscheinlichen Rezession der US-Wirtschaft im Jahre 2019 wegen u.a.
    – der Nichtwiederholbarkeit des Effekts der Steuerreform
    Trumps
    – des Auslaufens der Aktienrückkäufe der US-Unter-
    nehmen
    – des weiteren Anstiegs der Kurzfristzinsen in der hoch
    verschuldeten US-Konsumgesellschaft.
    Jetzt kommt noch die Inflation hinzu, die als Hauptbremsklotz, fast in jedem Konjunkturzyklus nach dem Krieg, gegeben war. Deshalb wird die Fed jetzt hurtig die Zinsen anheben (vielleicht 3-mal bis 2,50%), dann aber feststellen müssen, welche Bremsspuren dies in der Wirtschaft auslöst (Stichwort: Konsumentenkredite).
    Dann kommt sie, die berüchtigte inverse Zinsstrukturkurve, die fast bei allen Rezessionen der letzten Jahrzehnte mit von der Partie war. Deshalb wird sich dann das Dauerthema einer hawkishen Fed (mit ihrem Doppelauftrag Preisstabilität und Konjunktur) in Wohlgefallen auflösen. Allerdings könnte es vorher nochmal nach oben gehen, denn wie bei vielen bisherigen Kursabstürzen, gab es zuvor ein kraftloses Doppel-Top – ausgelöst durch die Kleinanleger, die glauben noch einmal billig einsteigen zu können, während die „Großen“ nach und nach ausgestiegen sind. (Distributionsphase)
    Schließlich hat gestern das Statistische Bundesamt für Deutschland gemeldet, dass sich der Auftragsbestand der deutschen Industrie mit 5,6 Monaten auf dem höchsten Stand seit Jahren befindet. Auch wenn es von heute auf morgen kein Neugeschäft mehr geben werde, könnten die Unternehmen ein halbes Jahr weiter produzieren. Dies könnte „letztmalig“ in diesem Zyklus für gute Unternehmensgewinnausweisungen führen. Meine derzeitige Sicht. Gruß

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