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Dax: Die Jünger der Jahresendrally werden aus dem Markt gespült – wer zu früh kommt, den bestraft das Leben..

In Abwandlung der Spruchs von Michail Gorbatschow könnte man sagen: „Wer zu früh kommt, den bestraft das Leben..“

Markus Fugmann

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am

Die asiatischen Märkte haben sich gut gehalten im Vergleich zur Wall Street – China sogar im Plus, die Verluste anderer Indizes wie etwa beim Nikkei konnten eingegrenzt werden. Ursache war die erneute Hoffnung auf eine Lösung im Handelskrieg nach eibnem Telefonat von US-Finanzminister Mnuchin mit Chinas Liu He – der demnächst zu vorbereitenden Gesprächen in die USA reisen will.

Nun sollte man jedoch dabei einiges beachten: erstens ist es völlig normal, dass vor einem Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping es zu Gesprächen beider Länder kommt – alles andere wäre sehr seltsam. Wenn überhaupt eine Gesprächsgrundlage vorhanden ist, muß diese Grundlage vorher von Vertretern der jeweiligen Regierungen geschaffen werden. So weit so gewöhnlich.

Zweitens ist zu beachten, dass Finanzminister Mnuchin stets ein Anhänger einer Verständigung mit China war – er ist gewissermaßen der Vertreter der finanziellen Interessen der Wall Street, und die möchte schlicht Geld machen. Was dem Geld verdienen im Wege steht, ist hinderlich.

Daher ist Mnuchin ein pragmatischer Vertreter der Trump-Administration – aber in dieser Eigenschaft eher die Ausnahme. Die Regel aber sind jene eher ideolgischen und radikalen Vertreter der Trump-Adminstration wie Peter Navarro oder John Bolton, die zuletzt ganz klar das Gehör von Donald Trump hatten. Dieser Fraktion geht es nicht ums Geld verdienen – im Gegenteil: man ist bereit, wirtschaftliche Nachteile in Kauf zu nehmen, weil nur so langfristig China von seinem Weg (an den USA vorbei!) abgelenkt werden könne. Für diese Gruppe gibt es keinen Deal mit China, sondern nur Härte. Und viele Gründe sprechen dafür, dass Trump eben diesem Lager zuneigt (nach der US-Wahl).

Daher sollte man die Langlebigkeit dieser aufkeimenden Hoffnung besser nicht überschätzen. All das ist mehr als vage, während die Sorgen vor einer Abschwächung der Konjunktur, absehbar schwächeren Gewinnen der US-Konzerne (Apple!) und einer restriktiveren Geldpolitik der Fed doch sehr real und konkret sind.

Daher dürften derartige Hoffnungen auf eine Einigung zwischen den USA und China wohl nur ein Strohfeuer bleiben. Daher dürften auch die Erholungen beim Dax eben eher begrenzt bleiben!

So hat der Dax eigentlich gerstern zunächst eine gute Chance ungenutzt gelassen, einen Ausbruch nach oben zu starten. Dann der im weiteren Handelsverlauf mit der Schwäche der Wall Street der heftig Dämpfer mit dem Fall unter die zentrale 11400er-Unterstützung:

 


(Chart durch anklicken vergrößern)

 

Damit ist viel Porzellan zerschlagen worden! Ja, Erholungen sind möglich, aber es spricht vieles dafür, dass der Dax noch einmal tiefere Kursniveaus ansteuern muß, bevor sich die Chance auf eine nachhaltigere Erholung ergiebt. Konkret heißt das, dass die Masse der Investoren, die auf eine Jahresendrally gesetzt hatte, erst aus dem Markt gespült werden muß – bevor dann wirklich so etwas wie eine Jahresendrally stattfinden kann!

In Abwandlung der Spruchs von Michail Gorbatschow könnte man sagen: „Wer zu früh kommt, den bestraft das Leben..“

 

 

Foto: Yuryi Abramochkin / https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/

 

 

 

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    13. November 2018 09:19 at 09:19

    Ich frag mich, wie sich Trump angesichts der Risiken Konjunktur, Geldpolitik usw. gegen die „Geldverdiener“ durchsetzen will? Noch lassen sie ihn gewähren, aber wenns kritisch wird, sitzen die doch am längeren Hebel. Denen ist die langfristige Antichina-Ideologie doch egal, die wollen jetzt ihr Geld machen.

  2. Avatar

    Wolfgang M.

    13. November 2018 18:12 at 18:12

    @Columbo. In diesem Punkt bin ich Ihrer Meinung (meine geäußerte Standardformel: Kein Präsident regiert gegen die Interessen der Wall Street). Dazu meine Argumente:
    Die Finanzwelt um Goldman Sachs / BlackRock u.co. verdiente 2017 fast ein Viertel aller in den USA erwirtschafteten Gewinne, obwohl sie nur 6,7% Anteil an der gesamten Wirtschaftsleistung haben und nur 6% der Beschäftigten aufweisen
    Die Finanzindustrie prägt die Wall Street, zudem sollen die Regulierungen zurückgefahren werden.
    Schlussfolgerung: Banken hatten nicht nur Einfluss auf die Steuerreform (Goldman Sachs – Mnuchin), sondern werden auch Einfluss auf Trump nehmen, falls die Zolllthematik die Geschäfte zu stark beeinträchtigt.
    Seit Wochen fallen die Kurse der Banken – auch beim Vermögensverwalter (BlackRock). Diese sind Hauptsponsoren und Hauptlobbyisten in der US-Politik. Ich glaube nicht, dass diese zulassen werden, dass Donald Trump mit einer Maximal-Zolleskalation die US-Wirtschaft an die Wand fährt. Da habe ich ausnahmsweise eine andere Sicht als Markus Fugmann. Der höchste Vertreter der Bankenbranche, Finanzminister Steven Mnuchin, ist bereits am Werken. Vor wenigen Minuten hatte auch der Chief Economic Advisor Larry Kudlow in einem Interview von den Verhandlungen mit China berichtet.
    Was mir schon öfters aufgefallen ist. Wenn die Kurse an der Wall Street deutlicher fallen, dauert es nicht lange, bis ein Regierungsmitglied vor die Kamera tritt und beruhigende Äußerungen von sich gibt.
    Deshalb meine schon öfters geäußerte Sicht. In den USA ist „Peak Earning“ erreicht und der Anstieg der Zinsen wird die Schuldenparty beenden, aber der Drohmeister Trump wird nicht Maximalzölle gegen China und die EU (Automobile) verhängen können. „Itˋs the economy…..!“
    Gruß

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