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Dax: Die Party ist vorerst vorbei. Man soll gehen, wenn’s am schönsten ist!

Die Party beim Dax ist vorerst vorbei. Man soll gehen, wenn's am schönsten ist. Jetzt ist es zu spät, um noch Aktien zu verkaufen!

Die Party beim Dax ist vorbei. Man soll gehen, wenn’s am schönsten ist. Jetzt ist es zu spät, um noch Aktien zu verkaufen. Eine Überhitzung der Stimmung gab es in den vergangenen Woche nicht, aber der Optimismus befindet sich seit Wochen auf historisch hohem Niveau. So sind Konsolidierungen zu erwarten, aufgrund des hohen Optimismus endeten Konsolidierungen jedoch sehr schnell. Tatsächlich haben wir am Montag dieser Woche sowie am Montag in der Vorwoche einen ziemlich schwachen Start des Dax und anderer Indizes in die Woche erlebt, doch die Aktienmärkte haben sich vor dem Hintergrund des hohen Optimismus schnell fangen können.

Vielleicht ist der gestrige Kurseinbruch des Dax nur die Vorwegnahme des inzwischen üblichen, schwachen Wochenstarts. Doch schauen wir uns mal die Sentimentdaten an, um einen Eindruck dafür zu bekommen, ob es dieses Mal heftiger ausfallen könnte.

Die gute Laune der Vorwochen ist mit dem heutigen Absturz verschwunden, das Anlegersentiment ist auf ein neutrales Niveau (0,2) gerutscht. Obwohl der Dax im Wochenvergleich 1,6% verloren hat, rutscht die Stimmung nicht ins depressive: Offensichtlich haben die meisten Anleger einen solchen Rücksetzer erwartet.

Aber der Rücksetzer auf derzeit 13.100 Punkte führt den Dax weiterhin nicht heraus aus seiner seit Mitte November bestehenden Seitwärtsbewegung. Im Gegenteil, während in den vergangenen Tagen am oberen Ende gekratzt wurde und ein Ausbruch nach oben nah schien, so hockt der Aktienindex nun erst einmal wieder auf der unteren Begrenzung der Seitwärtsbewegung und die Gefahr eines Durchrutschens ist größer geworden. Selbstzufriedenheit ist da nicht zu messen, aber auch keine Verunsicherung. Die Selbstgefälligkeit ist auf neutrale 0,2 zurückgegangen.

Doch in einem sind sich die Anleger einig: Der Ausbruch aus der Seitwärtsbewegung wird gen Norden erfolgen, denn die Bullen sind klar in der Überzahl. Die Zukunftserwartung notiert bei 4,2% weiterhin auf einem extrem bullischen Niveau. Die nächste Party kommt bestimmt, denken sich die Bullen. Niemand möchte zu spät kommen, daher wird offensichtlich weiterhin jeder Rücksetzer früh gekauft und somit aufgefangen.

Entsprechend bleibt auch die Investitionsbereitschaft mit 1,9 auf einem verhältnismäßig hohen Niveau bestehen. Zwar gibt es eine Reihe von Anlegern, die vor dem Hintergrund der anstehenden Weihnachtstage nun ihre Jahresperformance eintüten möchten und ihre Positionen verkaufen. Doch gleichzeitig bleibt die Kaufbereitschaft hoch.

Das Euwax Sentiment der Privatanleger ist auf -2,5 angestiegen und zeigt eine abnehmende Absicherungsneigung an. Wenn man Gewinne mitnimmt, braucht man die entsprechenden Positionen nicht mehr absichern.

Profis, die sich über die Eurex absichern, haben ihre Put-Positionen wieder verstärkt. Das Put/Call-Verhältnis ist auf 2,6 angestiegen. Ganz anders verhalten sich die US-Anleger, die ein Put/Call-Verhältnis von nur 0,5 ausweisen und somit mehr Call-Scheine kaufen als ihre deutschen Kollegen.

US-Fondsanleger haben ihre Investitionsquote nochmals auf nunmehr 106% gesteigert, sie sind also sogar gehebelt long. Auch die US-Privatanleger zeigen eine Dominanz der Bullen, das Bulle/Bär-Verhältnis notiert nah den Jahreshochs bei 21%.

Mut macht der technische Angst und Gier Indikator (Fear&Greed Index) des S&P 500, der auf nur noch 77% zurückgekommen ist (Vorwoche 85%). Doch auch auf dem aktuellen Niveau spricht man noch immer von extremer Gier, die eine Korrektur, bzw. einen Rücksetzer, wahrscheinlich macht.

Dax und die Stimmung der Aktienmärkte: Die Interpretation

In den vergangenen sechs Jahren hatten wir nur zweimal einen Optimismus gemessen, der über mehrere Wochen so hoch war wie derzeit. Der Optimismus sorgte damals beide Male für eine gute Unterstützung und für weiter steigende Kurse. Nicht für eine Kursexplosion nach oben, aber immerhin für leicht ansteigende Kurse im Verlauf der kommenden Monate.

Das ist ein Szenario, mit dem ich mich auch heute anfreunden kann. Dieses Szenario beinhaltet die Möglichkeit eines kurzzeitigen Rücksetzers des Dax, der auch heftig ausfallen kann. Sollte die Seitwärtsspanne nach unten verlassen werden, könnte es jederzeit viele junge Anleger geben, die kurz vor dem Jahresende dann panisch ihre Gewinne sichern wollen und einen Ausverkauf dadurch beschleunigen würden. Doch es gibt zu viel Optimismus am Markt, als dass sodann nicht wieder schnell steigende Kurse zu erwarten wären.

Somit wäre ein Rücksetzer in meinen Augen eine willkommene Kaufgelegenheit für viele optimistisch eingestellte Anleger. Intensität und Dauer sind hier jedoch gesondert zu betrachten: Nach dem starken Kursanstieg in Folge des Wahlsiegs Joe Bidens sowie der erfolgreichen Impfstoffstudien wäre ein heftiger Rücksetzer nicht überraschend. Aufgrund des weiterhin großen Optimismus im Markt dürfte ein solcher Rücksetzer jedoch sehr schnell vonstattengehen.

Vielleicht kommt es aber gar nicht erst zu einem Rücksetzer. Das alternative Szenario wäre eine anhaltende Seitwärtsbewegung bis ins neue Jahr hinein, denn auf Basis der aktuellen Stimmungslage ist ein Ausbruch nach oben kaum möglich.

Mehr von Stephan Heibel finden Sie hier..

Die Party beim Dax ist vorerst vorbei

 



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2 Kommentare

  1. Vor US Börseneröffnung am Montag wird medienwirksam der erste US Bürger geimpft, Ende der Woche ist Corona besiegt, ab Weihnachten fallen alle Einschränkungen
    Und am 1.1.21 ernennt sich Trump zum Messias und Präsident auf Lebenszeit.

  2. Und die erneuten Rekord- Negativ- Corona – Zahlen ( Dunkelziffer nicht gerechnet ) werden an der Börse
    von den VERBLENDETEN ( noch) ausgeblendet.

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