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Dax: Die Party ist vorerst vorbei. Man soll gehen, wenn’s am schönsten ist!

Die Party beim Dax ist vorerst vorbei. Man soll gehen, wenn’s am schönsten ist. Jetzt ist es zu spät, um noch Aktien zu verkaufen!

Stephan Heibel

Veröffentlicht

am

Die Party beim Dax ist vorbei. Man soll gehen, wenn’s am schönsten ist. Jetzt ist es zu spät, um noch Aktien zu verkaufen. Eine Überhitzung der Stimmung gab es in den vergangenen Woche nicht, aber der Optimismus befindet sich seit Wochen auf historisch hohem Niveau. So sind Konsolidierungen zu erwarten, aufgrund des hohen Optimismus endeten Konsolidierungen jedoch sehr schnell. Tatsächlich haben wir am Montag dieser Woche sowie am Montag in der Vorwoche einen ziemlich schwachen Start des Dax und anderer Indizes in die Woche erlebt, doch die Aktienmärkte haben sich vor dem Hintergrund des hohen Optimismus schnell fangen können.

Vielleicht ist der gestrige Kurseinbruch des Dax nur die Vorwegnahme des inzwischen üblichen, schwachen Wochenstarts. Doch schauen wir uns mal die Sentimentdaten an, um einen Eindruck dafür zu bekommen, ob es dieses Mal heftiger ausfallen könnte.

Die gute Laune der Vorwochen ist mit dem heutigen Absturz verschwunden, das Anlegersentiment ist auf ein neutrales Niveau (0,2) gerutscht. Obwohl der Dax im Wochenvergleich 1,6% verloren hat, rutscht die Stimmung nicht ins depressive: Offensichtlich haben die meisten Anleger einen solchen Rücksetzer erwartet.

Aber der Rücksetzer auf derzeit 13.100 Punkte führt den Dax weiterhin nicht heraus aus seiner seit Mitte November bestehenden Seitwärtsbewegung. Im Gegenteil, während in den vergangenen Tagen am oberen Ende gekratzt wurde und ein Ausbruch nach oben nah schien, so hockt der Aktienindex nun erst einmal wieder auf der unteren Begrenzung der Seitwärtsbewegung und die Gefahr eines Durchrutschens ist größer geworden. Selbstzufriedenheit ist da nicht zu messen, aber auch keine Verunsicherung. Die Selbstgefälligkeit ist auf neutrale 0,2 zurückgegangen.

Doch in einem sind sich die Anleger einig: Der Ausbruch aus der Seitwärtsbewegung wird gen Norden erfolgen, denn die Bullen sind klar in der Überzahl. Die Zukunftserwartung notiert bei 4,2% weiterhin auf einem extrem bullischen Niveau. Die nächste Party kommt bestimmt, denken sich die Bullen. Niemand möchte zu spät kommen, daher wird offensichtlich weiterhin jeder Rücksetzer früh gekauft und somit aufgefangen.

Entsprechend bleibt auch die Investitionsbereitschaft mit 1,9 auf einem verhältnismäßig hohen Niveau bestehen. Zwar gibt es eine Reihe von Anlegern, die vor dem Hintergrund der anstehenden Weihnachtstage nun ihre Jahresperformance eintüten möchten und ihre Positionen verkaufen. Doch gleichzeitig bleibt die Kaufbereitschaft hoch.

Das Euwax Sentiment der Privatanleger ist auf -2,5 angestiegen und zeigt eine abnehmende Absicherungsneigung an. Wenn man Gewinne mitnimmt, braucht man die entsprechenden Positionen nicht mehr absichern.

Profis, die sich über die Eurex absichern, haben ihre Put-Positionen wieder verstärkt. Das Put/Call-Verhältnis ist auf 2,6 angestiegen. Ganz anders verhalten sich die US-Anleger, die ein Put/Call-Verhältnis von nur 0,5 ausweisen und somit mehr Call-Scheine kaufen als ihre deutschen Kollegen.

US-Fondsanleger haben ihre Investitionsquote nochmals auf nunmehr 106% gesteigert, sie sind also sogar gehebelt long. Auch die US-Privatanleger zeigen eine Dominanz der Bullen, das Bulle/Bär-Verhältnis notiert nah den Jahreshochs bei 21%.

Mut macht der technische Angst und Gier Indikator (Fear&Greed Index) des S&P 500, der auf nur noch 77% zurückgekommen ist (Vorwoche 85%). Doch auch auf dem aktuellen Niveau spricht man noch immer von extremer Gier, die eine Korrektur, bzw. einen Rücksetzer, wahrscheinlich macht.

Dax und die Stimmung der Aktienmärkte: Die Interpretation

In den vergangenen sechs Jahren hatten wir nur zweimal einen Optimismus gemessen, der über mehrere Wochen so hoch war wie derzeit. Der Optimismus sorgte damals beide Male für eine gute Unterstützung und für weiter steigende Kurse. Nicht für eine Kursexplosion nach oben, aber immerhin für leicht ansteigende Kurse im Verlauf der kommenden Monate.

Das ist ein Szenario, mit dem ich mich auch heute anfreunden kann. Dieses Szenario beinhaltet die Möglichkeit eines kurzzeitigen Rücksetzers des Dax, der auch heftig ausfallen kann. Sollte die Seitwärtsspanne nach unten verlassen werden, könnte es jederzeit viele junge Anleger geben, die kurz vor dem Jahresende dann panisch ihre Gewinne sichern wollen und einen Ausverkauf dadurch beschleunigen würden. Doch es gibt zu viel Optimismus am Markt, als dass sodann nicht wieder schnell steigende Kurse zu erwarten wären.

Somit wäre ein Rücksetzer in meinen Augen eine willkommene Kaufgelegenheit für viele optimistisch eingestellte Anleger. Intensität und Dauer sind hier jedoch gesondert zu betrachten: Nach dem starken Kursanstieg in Folge des Wahlsiegs Joe Bidens sowie der erfolgreichen Impfstoffstudien wäre ein heftiger Rücksetzer nicht überraschend. Aufgrund des weiterhin großen Optimismus im Markt dürfte ein solcher Rücksetzer jedoch sehr schnell vonstattengehen.

Vielleicht kommt es aber gar nicht erst zu einem Rücksetzer. Das alternative Szenario wäre eine anhaltende Seitwärtsbewegung bis ins neue Jahr hinein, denn auf Basis der aktuellen Stimmungslage ist ein Ausbruch nach oben kaum möglich.

Mehr von Stephan Heibel finden Sie hier..

Die Party beim Dax ist vorerst vorbei

 

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Torsten

    12. Dezember 2020 15:42 at 15:42

    Vor US Börseneröffnung am Montag wird medienwirksam der erste US Bürger geimpft, Ende der Woche ist Corona besiegt, ab Weihnachten fallen alle Einschränkungen
    Und am 1.1.21 ernennt sich Trump zum Messias und Präsident auf Lebenszeit.

  2. Avatar

    Wirrologe

    13. Dezember 2020 10:44 at 10:44

    Und die erneuten Rekord- Negativ- Corona – Zahlen ( Dunkelziffer nicht gerechnet ) werden an der Börse
    von den VERBLENDETEN ( noch) ausgeblendet.

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Gold & Silber, nächster Rush nach…

Rüdiger Born

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Dax: Euphoire abgebaut, die Rally kommt ins Stocken

Immer wieder startet der DAX im Minus, rauscht noch ein wenig tiefer, um sich dann im Tagesverlauf wieder zu erholen. Die Euphorie läßt nach

Stephan Heibel

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am

Wir befinden uns weiterhin in der Verarbeitung der Kursgewinne der vergangenen Wochen: Wie angekündigt pendelt der DAX kräftig hin und her, wenngleich diese Bewegung im Wochenvergleich mit +0,8% kaum zu sehen ist.

Immer wieder startet der DAX im Minus, rauscht noch ein wenig tiefer, um sich dann im Tagesverlauf wieder zu erholen. Ich vermute, dass Gewinnmitnahmen zum Börsenstart zunächst für Verunsicherung sorgen, so dass sich ein Abwärtstrend verstärkt, bis dann langfristig optimistisch gestimmte Anleger Aktien einsammeln, denen sie eine rosige Zukunft ausmalen.

So ist das Anlegersentiment diese Woche leicht gegenüber der Vorwoche angestiegen (+0,8 auf 2,0). Auch die Selbstzufriedenheit konnte leicht auf 2,5 zulegen.

Den größten Sprung gab es bei der Zukunftserwartung, die um 1,9 auf 2,8 angesprungen ist. Die Bullen haben also wieder klar die Oberhand. Und besser noch, sie wollen ihre optimistische Überzeugung auch durch Käufe zum Ausdruck bringen: Die Investitionsbereitschaft ist auf 1,4 gestiegen.

Damit hat die Seitwärtsbewegung im DAX der vergangenen zwei Wochen die Partylaune, den Überschwang beseitigt. Eine positive Grundstimmung bleibt. Für die Zukunft sehen Anleger nach diesen zwei Wochen der Bereinigung wieder positiver. Damit haben wir eine konstruktive Entwicklung im Anlegersentiment. Die Euphorie ist abgebaut, es besteht jedoch auf der anderen Seite noch kein Druck für bald steigende Kurse. Die Situation ist derzeit als neutral zu bezeichnen.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger stieg erstmals seit September über Null an: Erstmals spekulieren wieder mehr Anleger auf steigende Kurse, als dass man sich gegen Kursverluste absichert.

Profis, die sich über die Eurex absichern, haben ihre Put-Positionen hingegen hochgefahren: Das Put/Call-Verhältnis zeigt eine gestiegene Absicherungstätigkeit der Profis an.

Dies steht im Widerspruch zu den US-Anlegern, deren Put/Call-Verhältnis weiterhin extrem niedrig ist: In den USA spekuliert man offensichtlich auf eine Fortsetzung der Rallye.

US-Fondsmanager haben ihre Investitionsquote sogar auf das höchste Niveau der vergangenen zwei Jahre gehievt: Über Hebelprodukte ist die Investitionsquote auf 113% des verwalteten Kapitals gestiegen.

Das Bulle/Bär-Verhältnis der US-Privatanleger steht bei 8% und zeigt einen nur noch leichten Bullenüberhang auf. Seit November ist der Bullenüberhang somit von 28% kontinuierlich zurückgegangen. Ein ähnliches Bild gibt auch die AAII-Umfrage unter Privatanlegern der USA wider. Das Bärenlager erhält Zulauf, wenngleich auf niedrigem Niveau.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 zeigt mit 67% eine neutrale Marktverfassung an.

Dax: Interpretation des Sentiments

Sowohl in Deutschland als auch in den USA haben wir eine deutliche Stimmungsabkühlung gesehen, während gleichzeitig der Zukunftsoptimismus angestiegen ist. Eigentlich eine gute Voraussetzung für den nächsten Kursanstieg. Es ist in meinen Augen daher nur die Frage, wann die Rallye beim Dax wieder aufgenommen wird, nicht ob.

Doch das „wann“ lässt sich schwer beantworten. Die USA haben die Amtsübergabe ihres Präsidenten erfolgreich hinter sich gebracht. Nun könnte man meinen, die Aktienmärkte sprengen die Ketten, in die sie zuvor gelegt worden waren.

Doch es wäre nicht das erste Mal, dass mit „sell the news“ Anleger zunächst Kasse machen, bevor die Rallye wieder aufgenommen werden kann. Und nach den exorbitanten Kursgewinnen der vergangenen Wochen und Monate kann dieser Prozess der Gewinnmitnahmen noch ein wenig länger dauern.

Somit bleibt die Grundaussage der vergangenen Wochen weiter bestehen: Stop Loss Marken sollten beachtet werden. An schwachen Tagen können Sie ihre Lieblinge einsammeln. Doch es gibt noch keinen Grund zur Eile.

Die Euphorie im Dax ist abgebaut

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Finanznews

Aktienmärkte: Ich werde bullisch – schnell verkaufen! Marktgeflüster (Video)

Wenn die Wirtschaft anspringt, dann müssen auch die Aktienmärkte steigen! Deshalb werde ich jetzt extrem bullisch – Aktien steigen immer!

Markus Fugmann

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Die Konjunktur in den USA brummt, wie heutige Daten zeigen – also werde ich jetzt bullisch für die Aktienmärkte! Denn wenn die Wirtschaft anspringt, dann müssen auch die Aktienmärkte steigen, oder? Dazu kommt jetzt auch noch der Stimulus in den USA – besser geht nicht! Und nächste Woche werden Apple, Facebook und Tesla ihre Zahlen berichten – das wird sicher extrem bullisch werden, denn die tollen Zahlen sind bestimmt noch nicht ausreichend eingepreist, oder? Ausserdem: Aktien steigen immer – das zeigt schon der Blick in die Geschichte! Und heute ist Janet Yellen als Finanzministerin bestätigt worden – können Sie sich an einen einzigen Tag erinnern, an dem die Aktienmärkte gefallen sind, als Yllen noch Fed-Chefin war? Eben..

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