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Dax: Die Rally war sehr groß

Frei nach Rilke könnte man dichten: „Herr, es ist Zeit, die Rally war sehr groß“. Nun beginnt ja metereologisch gerade der Sommer, aber wenn man einen gedanklichen Sprung macht, könnte nun den dauerverwöhnten Bullen eine deutlich kühlere Atmosphäre drohen. Ein Herbst eben. Zumindest eine Pause des Siegeslaufes..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Frei nach Rilke könnte man dichten: „Herr, es ist Zeit, die Rally war sehr groß“ (Rilkes Gedicht „Herbsttag“ beginnt mit dem Worten: „Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren, und auf den Fluren laß die Winde los.“).

Nun beginnt ja metereologisch gerade der Sommer, aber wenn man einen gedanklichen Sprung macht, könnte nun den dauerverwöhnten Bullen eine deutlich kühlere Atmosphäre drohen. Ein Herbst eben. Zumindest eine Pause des Siegeslaufes.

Dass der Dax es gestern nicht geschafft hat, die 13000 Punkte zu erreichen, ist ein erstes Warnzeichen. Was hätte das für schöne Schlagzeilen gegeben, die Zertifikate-Industrie hatte schon die Messer gewetzt. Aber dann plötzlich starke Gewinnmitnahmen, die Luft wurde scheinbar zu dünn dort oben.

Wie schon im Videoausblick thematisiert: die Märkte realisieren, dass vor allem die Fed nun auf die Bremse tritt, der Trend geht in Richtung Straffung der Geldpolitik perspektivisch auch bei der EZB, die Bank of England hätte in der letzten Woche fast schon die Zinsen angehoben und sich nur mit knapper Mehrheit dagegen entschieden, in China ist der Kreditimpuls bereits negativ, weil die Regierung gegen die Schattenfinanzierungen kämpft. All das heißt: Liquidität wird eher knapper.

Daher sagt die Citigroup: „Buy the dip when central banks are adding liquidity. Don´t buy them when they´re pulling back – as at present“ (Kaufe die Rücksetzer, wenn die Notenbanken Liquidität zuführen. Kaufe ihn nicht, wenn sie Liquidität entziehen – wie derzeit).

Dazu hat man nun registriert, dass der stark fallende Ölpreis (nun offiziell im Bärenmarkt mit einem Minus von 20% seit den Februar-Hochs) vor allem bei den Junk-Bonds durchzuschlagen beginnt (dort steigen die Risikprämien deutlich, man preist die gestiegene Pleitewahrscheinlichkeit von Firmen aus dem Energiesektor ein). All das ist eine eher ungute Mischung, zumal die Bewertungen an den Aktienmärkten nicht gerade moderat sind, auch in Europa ist es nun nicht mehr wirklich so günstig.

In Asien überwiegend negative Vorzeichen, selbst in Festlands-China wenig Euphorie, nachdem MSCI nun endlich 222 A-Shares in seinen Emerging Market-ETF integriert hat (allerdings mit sehr geringer Gewichtung):

Shanghai Composite +0,08%
CSI300 +0,49%
ChiNext -0,42%
Nikkei -0,45%

Der X-Dax heute nach zwei Aufwärts-Gaps in Folge nun wieder mit einem Abwärtsgap:

Wichtig nun die Zonen 12750 und dann die 12670, gefolgt von der 12615 auf der Unterseite. Auf der Oberseite müsste der Dax eigentlich über das gestern erreichte Jahreshoch knapp über der 12950er-Marke zu steigen, damit die gestern begonnene Korrektur noch einmal abgewendet werden kann. Wir halten das aber nicht für sehr wahrscheinlich und sehen Erholungen als Verkaufsgelegenheiten..

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