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Dax: Die Risiken werden nicht kleiner – riesige Top-Formation?

Es steht viel auf dem Spiel - für den Dax in Sachen Charttechnik, darüber hinaus aber auch für die Psychologie der Märkte insgesamt!

Die Risiken für den Dax werden nicht kleiner! Auf X-Dax handelt der Index bereits unter dem gestrigen Tagestief, und das Erreichen der zentralen Unterstützungszone bei 12100 Punkten scheint kaum mehr zu verhindern zu sein:

 


(Chart durch anklicken vergrößern)

 

Der Bereich um die 12100 Punkte, das macht der Chart hinreichend klar, ist ein neuralgischer Bereich. Das wird noch klarer, wenn man sich das größere Chart-Bild des Dax ansieht:

 


(Chart durch anklicken vergrößern)

Da ist die 12100 eine wichtige Auffangmarke – darunter gibt es gewissermaßen noch „Not-Netze“, also weitere Absicherungen, die jedoch, bildlich gesprochen, aus weniger belastbaren Material sind! Etwa die wichtige Zone im Bereich 11920/30, und darunter dann die 11780 und schließlich die allerlezte Bastion bei 11700 Punkten.

Im größeren Chartbild wird dazu sichtbar, dass hier eine große Top-Bildung im Raum steht, eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation riesigen Ausmaßes. Der große Aufschwung beim Dax begann Ende 2016, als der Index von 10500 Punkten kommend 3000 Punkte innerhalb nicht einmal eines Jahres zulegen konnte (unterbrochen nur durch eine saftige Korrektur im 2.Quartal 2017). Es war die Zeit, als die Wall Street in Erwartung der US-Steuerreform nur eine Richtung kannte – und der Dax eben mitlief.

Nun aber ist die Lage völlig anders: die Risiken sind für den Dax (dessen Zusammensetzung durch eher traditionelle Firmen charakterisiert ist) ja nicht gerade kleiner geworden! Bedeutete Trump im Jahr 2017 nur die Hoffnung auf die US-Steuerreform, so ist Trump nun der Risikifaktor schlechthin geworden! Ein Tweet von ihm kann alles ändern, sein Handelskrieg kann die „Grunderzählung“ des Marktes zerstören.

Im Jahr 2017 lauetet die Grunderzählung: das globale Wachstum ist doch so toll, also sind steigende Aktienkurse doch gerechtfertigt, zumal doch die US-Steuerreform kommt. Jetzt, im Jahr 2018, kühlt China ab, jetzt geraten die Schwellenländer in massive Turbulenzen – die globale Wachstums-Story ist in sich zusammen gefallen. Bleibt also nur noch die US-Konjunktur als Strohhalm – und daher stürzte sich die Wall Street gestern so gierig auf den starken ISM Index mit seinem zweitbesten Wert seit dem Jahr 2004 – man will wenigstens diese Erzählung aufrecht erhalten können!

Die andere, mindetens ebenso wirkmächtige Erzählung sind die Wunderzahlen der US-Unternehmen im 2.Quartal – hier rechnet man an der Wall Street damit, dass das Wunder so weiter geht – aber wenn nicht?

Es steht also viel auf dem Spiel – für den Dax in Sachen Charttechnik, darüber hinaus aber auch für die Psychologie der Märkte, vor allem der Wall Street. Wer aufmerksam zuhört, erkennt an Aussagen von Playern, die viel Kapital bewegen, dass sie dieses Kapital derzeit umlenken: raus aus großen US-Tech-Aktien in „langweilige“ aber dividendenstarke US-Blue Chips, und dazu Minimierung der überbordenden Gewichtung von US-Aktien in den Portfolios..



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