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Dax: Die Stimmung euphorisch – Situation „nicht ungefährlich“

Der Dax und die US-Indizes (mit Ausnahme des Nasdaq) haben massive Sprünge nach oben gemacht nach der hoffnungsvollen Impfstoff-Pressemitteilung von Pfizer/BioNTech. Es folgte die große Rotation raus aus Tech – den Coronakrise-Gewinnern – rein in die Value-Werte. Das hat vor allem dem Dax geholfen, der bekanntlich wenig Tech-lastig ist. Der Anstieg aber hat sich nun auch in einer sehr optimistischen Stimmung niedergeschlagen – bei den Privatinvestoren ist man nun so zuversichtlich wie seit einem Jahr nicht mehr, wie die jüngste Umfrage der Deutschen Börse erweist.

So liegt der Anteil der Optimisten für den Dax bei den Privatanlegern nun bei stattlichen 53%, ein Plus von 5% zur Vorwoche. Bärisch sind nun nur noch 28%, das sind 9% weniger als noch in der Vorwoche.

Bei den institutionellen Investoren ein ähnliches Bild: hier sind 50% bullisch für den Dax (+5% zur Vorwoche), bärisch sind nun 26%, ein Plus von 3% zur Vorwoche. Das Lager der Neutralen kommt demenstprechend nur noch auf 19%.

Dax – weiter nach oben mit der Impfstoff-Euphorie?

Was bedeutet das nun für den Dax? Dazu schreibt der „Sentiment-Papst“ Joachim Goldberg:

„Mit der heutigen Befragung liegen die Sentiment-Indizes der privaten und der institutionellen Investoren fast gleichauf, wobei der Optimismus der Privatanleger so hoch wie zuletzt Ende November 2019 notiert. Bei den institutionellen Investoren ist es indes bestenfalls temporär zu Gewinnmitnahmen auf dem Weg nach oben gekommen. Allerdings muss man dabei berücksichtigen, dass sich fast die Hälfte der Aufwärtsbewegung beim DAX zuletzt am Montag und innerhalb von 1 Stunde abgespielt hat – für manchen Investor ein unerwarteter Windfall-Profit.

Naturgemäß stellen Sentiment-Werte in der derzeitigen Höhe (+25/+24) einen Belastungsfaktor für den DAX dar. Aber ist dieser Optimismus tatsächlich überbordendend? Nicht wirklich, zumal es sich beim Börse Frankfurt Sentiment-Index der institutionellen Anlegern in diesem Jahr nur um den dritthöchsten Wert handelt. Und auf die relative Sicht von sechs Monaten ist der Optimismus gegenüber der Vorwoche praktisch unverändert hoch geblieben. Damit wird gleichzeitig erkennbar, dass sich der DAX-Anstieg weniger heimischen Quellen verdankt, sondern zumindest in der vergangenen Woche auf Kapitalzuflüsse aus dem Ausland zurückgeführt werden kann. Die derzeitige Situation des DAX ist auf jeden Fall nicht ganz ungefährlich, da zusätzliche Nachfrage nur auf erheblich niedrigerem Niveau, also nach Abbau besagter „Überreaktion“, zu erwarten ist – möglicherweise erst bei 12.700 Zählern. Dennoch gilt: Aus Sentiment-technischer Sicht wäre es wohl noch zu früh, das Ende der Aktienmarktrallye zu verkünden.“

Blick in die USA

Auch in den USA herrscht bei den von der AAII-Umfrage befragten Privatinvestoren geradezu Euphorie! So ist der Anteil der Bullen mit 55,8% so hoch wie seit neun Monaten nicht mehr – ein Anstieg zur Vorwoche von deftigen +17,9%. Bärisch sind nun nur noch 24,9% (-6,6% zur Vorwoche).

In der Summe ist also sowohl in Deutschland gegenüber dem Dax als auch in den USA gegenüber den US-Indizes eine gewisse Euphorie zu erkennen – ein gutes kontraindikatorisches Signal?

Die Stimmung gegenüber dem Dax grenzt aktuell an Euphorie



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