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Dax – die Volatilität des deutschen Leitindex und die Folgen für Zertifikate

Die Idee klingt so gut: Man kauft den deutschen Leitindex Dax vergünstigt mittels Bonuszertifikat in unsicheren Zeiten. Aber wie ist das zuletzt gelaufen?

Wolfgang Müller

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Man braucht nicht nur das Jahr 2020 zu betrachten, um festzustellen, dass der deutsche Leitindex Dax ein sehr volatiler Index ist. Mit seinem Einbruch von knapp 40 Prozent in dem 34-Tage-Corona-Blitzcrash im Februar/März lag er wieder einmal an der Spitze der Länderindizes. Unvergessen aber sein Einbruch in der Dotcom-Blase, die den Index um über 72 Prozent in die Tiefe getrieben hatte. Schuld daran ist sicherlich seine Eigentümerstruktur: wenn es zuhause kracht, repatriieren die Angelsachsen das Kapital. Das heimische Volumen der aktienmuffligen Deutschen reicht dann nicht aus, um einen Sturz abzufedern. So geschehen auch im Jahr 2020.

Dax und der falsche Schein bei Bonuszertifikaten

Die Idee klingt so gut: Man kauft den deutschen Leitindex Dax vergünstigt mittels Bonuszertifikat in unsicheren Zeiten, mit einem Puffer, nur mit dem kleinen Nachteil, dass die Gewinne gedeckelt sind. Ergibt eine schöne Rendite, in einem richtungslosen Markt. Wenn da nicht die große Volatilität wäre, die manchmal zu größeren Ausschlägen führt – und schon ist der Vorteil weg. Das deutsche Technologieunternehmen TTMzero hat Untersuchungen bei über 110.000 Bonuszertifikaten, die auf den Dax ausgerichtet waren und 8250 auf den Nasdaq innerhalb der ersten drei Quartale 2020 durchgeführt. Dabei wurde festgestellt, dass bei den Dax-Zertifikaten gut 31 Prozent die Barriere verletzt hatten, beim US-Technologie-Index hingegen nur 25 Prozent.

Deutlich mehr waren es im Monat des Corona-Crashs, als 43 Prozent der Dax-Produkte den Bonus verloren gegenüber 24 Prozent bei Nasdaq-Zertifikaten. Der deutsche Leitindex sackte zu dieser Zeit auch 10 Prozent mehr in die Tiefe als der Nasdaq 100.

Es gibt Barrieren nach unten, aber auch nach oben.

In einer Phase schnitten die Reverse-Bonuszertifikate auf den Dax besser ab, als die auf den Nasdaq: Es war die Periode mit der großen Euphorie um den Aktiensplit von Apple und Tesla, in der zum Beispiel viele Robinhooder den Technologieindex in eine selten gesehene Übertreibungsphase getrieben hatten, in einen Fahnenstangen-Chart, mit bis zu 35 Prozent über den 200-Tagesdurchschnitt. Mit so hohen Kursausschlägen hatte man allgemein nicht gerechnet.

Im Nachhinein betrachtet waren die Sommermonate für Bonuszertifikate auf den Dax jedoch eine gute Periode, denn der Index bewegte sich von Anfang Juni bis Ende Oktober in einem 1000 Punkte Seitwärtskanal.

Dann kam die US-Wahl und der Lockdown light in Deutschland. Der deutsche Leitindex korrigierte um über 11 Prozent, die US-Börsen um die sieben. Dafür geht es aktuell mit dem Dax wieder mit „Schmackes“ nach oben, die Sommerlethargie scheint vorüber zu sein.

Fazit

Unser Leitindex ist schon ein seltsamer Geselle. Aufgrund seiner Exportausrichtung ist er stets so etwas wie ein Call auf die Weltwirtschaft (ähnlich wie der Kospi in Südkorea) aus wenigen Werten zusammengesetzt, zu über 50 Prozent in ausländischer Hand und damit externen Kräften ausgesetzt. Außerdem kann er auf lange Sicht als Performance-Index gar nicht richtig verglichen werden mit all den internationalen Kursindizes.

Der Kurs-Dax stand am gestrigen Tag bei 5668 Punkten, sein Hoch hatte er im Jahr 2000 mit 6266 Punkten erreicht und erst in den Jahren 2017 und 2018 übertroffen (6426 Punkte in der Spitze). Ohne Dividenden ein ganz schöner Kapitalvernichter. Zum Vergleich: Das Hoch des US-Leitindex S&P 500 lag im Jahr 2000 bei 1527 Punkten und gestern wurde die 3600-er-Marke geknackt.

Dennoch wird der deutsche Leitindex  von vielen Investoren zum Trading benutzt, weil es ein sehr liquider und schwankungsfreudig Index ist. Aber für heimische Investoren auch ein Spielball externer Mächte, wie man es jetzt vielleicht wieder verstärkt beobachten kann. Bonuszertifikate werden wieder etwas riskanter.

Der Dax und Bonuszertifikate

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Finanznews

Aktienmärkte: 1929, 1999, heute – Geschichte reimt sich! Videoausblick

Markus Fugmann

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Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich – und so erinnert die derzeitige Euphorie der Aktienmärkte an die Stimmung von 1929 (Boom kurz vor der Weltwirtschaftskrise) und 1999 (Dotcom-Blase). Die Erwartungen an die Wirtschaft nach der Coronakrise sind immens, eine perfekte Welt ist eingepreist. Gestern aber kurz vor US-Handelsschluß dann ein deutlicherer Rücksetzer, nachdem Pfizer bekannt gab, nur die Hälfte des Impfstoff-Volumens im Dezember liefern zu können. Eigentlich ist das ziemlich unbedeutend – zeigt aber, wie empfindlich die Aktienmärkte reagieren, wenn die Impfstoff-macht-alles-wieder-gut-Euphorie hinterfragt wird. Unterdessen verschärft sich die Coronakrise in den USA weiter mit neuen Rekorden, es drohen immer breitflächigere Lockdowns..

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DAX daily: Die Wall Street hat ihren Auftritt während der Dax nur zuschaut

Stefan Jäger

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Im Theater der großen Wall Street bleibt dem Dax derzeit nur ein Zuschauerplatz. Während die US-Börsen von Allzeithoch zu Allzeithoch jagen, steht der deutsche Leitindex auf der Stelle und schaut zu. Am gestrigen Handelstag hat sowohl der S&P500, als auch der Nasdaq ein erneutes Rekordhoch erklommen. Währenddessen leidet der Dax unter dem weiter anziehenden Eurokurs, dieser nähert sich allmählich wieder der 1,22 US-Dollar Marke an. Zudem drücken Konjunktursorgen auf die Stimmung der Anleger. Die Wirtschaft muss aufgrund der neuerlichen Lockdown-Maßnahmen in vielen Länder ihren Tribut zahlen. Anders kann man die gestern veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes nicht deuten. Diese liegen europaweit deutlich unter einem Wert von 50, was eine schwache Geschäftsentwicklung signalisiert.

Was passiert erst im Dax, wenn die US-Börsen in eine Konsolidierung übergehen? Der Leitindex schafft es ja nicht einmal mehr über die 13.300 anzusteigen, obwohl die Wall Street im Rally-Modus ist. Im gestrigen Handel verlor der Dax 60 Punkte (-0,45%) und schloss schließlich bei 13.252 Zählern. Damit ist das Hoch vom Montag bei 13.445 wieder etwas in die Ferne gerückt. Der Leitindex zeigt deutliche Ermüdungserscheinungen, zudem ist die nächste Handelswoche aus Sicht der Saisonalität auch keine gute Woche. Es riecht zwar schon nach Korrektur, aber noch ist nichts verloren. Zumindest so lange, wie die Wall Street ihr überschwängliches Schauspiel noch fortsetzt.

News und fundamentale Daten

Am gestrigen Abend hat die Nachricht über die Halbierung des Auslieferungsziels für den Impfstoff von Biontech/Pfizer die Märkte belastet. Probleme in der Lieferkette ermöglichen es nur die Hälfte der angedachten 100 Millionen Impfdosen auszuliefern. Die Aktienkurse von Pfizer (-1,8%) und Biontech (-2,5%) geben daraufhin nach.

Das heutige Highlight sind auf jeden Fall die US-Arbeitsmarktdaten. Um 14:30 Uhr werden die Anleger gespannt auf die Daten der Non Farm Payrolls schauen. Man geht zwar bereits von weniger neu geschaffenen Jobs aus, aber auch die Prognose von 469 Tsd. Stellen könnte unterboten werden. Zeitgleich erscheinen zudem noch die US-Handelsbilanz, die Daten der Exporte und Importe sowie die Auftragseingänge. Den Termin kann man sich somit als Trading-Event in seinem Kalender notieren. Die Volatilität dürfte ansteigen und folglich die US-Börsen und den Dax in Bewegung bringen.

Zuvor sehen wir heute aber auch noch Daten aus Deutschland. Vor wenigen Minuten wurden bereits die Auftragseingänge der Industrie veröffentlicht. Diese sind mit 2,9% deutlich besser wie erwartet ausgefallen (Prognose 1,5%; Vormonat 1,1%). Um 9:30 Uhr erscheint dann noch der IHS Markit Einkaufsmanagerindex für das Bauwesen.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Im Vergleich zu den starken US-Indizes ist es ein Trauerspiel, was der Dax diese Woche an Performance abgeliefert hat. Seit Montag geht es in kleinen Schritten abwärts. Von dem Hoch bei 13.445 sind wir heute Nacht im Tief bei 13.180 angekommen. Im frühen Handel notiert der Kurs wieder über der 13.200er Marke. Vielleicht gelingt es den US-Futures den Dax wieder mit hochzuziehen. Um nochmal die Oberseite anzugreifen, muss der Dax zunächst den Widerstand bei 13.270 überwinden. Dadurch würden sich weitere Ziele bei 13.325 und 13.370 ergeben.

Kann der Dax allerdings das gestrige Tagestief bei 13.232 nicht nachhaltig überwinden, dann sollte sich der Abwärtstrend fortsetzen. Zunächst dürfte er das Nachttief bei 13.180 anlaufen, bevor an der 13.140 ein Unterstützungsbereich wartet. Dort könnte der Dax vorerst wieder drehen. Ansonsten kann es noch eine Etage tiefer gehen, bei 13.050 und 13.020 befinden sich dann die nächsten Unterstützungen.

Der Börsen Jäger

Haben Sie Interesse an konkreten Trading-Ideen, dann werfen Sie doch einen Blick auf unseren neuen Service „Der Börsen Jäger“. In dem kostenlosen Börsenbrief nehme ich Sie mit auf die Jagd und vermittle interessante Anregungen zu fundierten Handelsmöglichkeiten sowohl für die bekannten Indizes und Aktien, als auch für die Devisen- und Rohstoffmärkte.

Dax daily: Tagesausblick 04.12. - H1-Chart - Wall Street stark, Dax schwach

Heutige Pivot Punkte (PP):

13.292 – Pivot Punkt R1

13.236 – Pivot Punkt

13.146 – Pivot Punk.t S1

13.090 – Pivot Punk.t S2

Dax Unterstützungen (US):

13.232 – Tagestief 03.12.

13.180 – Nachttief

13.137 – Schlusskurs 20.11.

13.054 – Tagestief 20.11.

13.004/020 – Doppelboden (Tief 13.11. / 12.11.)

Dax Widerstände (WS):

13.270 – ehemals US

13.325 – mehrfacher WS

13.370 – WS aus dem H1

13.434 – Tageshoch 01.12.

13.460 – September-Hoch

13.500 – offenes Gap vom 21.02.

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Aktienmärkte: Wall Street mit Allzeithochs, Dax dümpelt – warum? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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am

Die Aktienmärkte der Wall Street (S&P 500 und Nasdaq 100) erreichen heute neue Allzeithochs, aber der Dax dümpelt weiter vor sich hin mit heute leichten Verlusten. Warum? Ist es der starke Euro (bzw. der schwache Dollar)? Dabei sind heute die eher „Value“-lastigen US-Indizes Dow Jones und Russell 2000 stark, also jene Indizes, die wie der Dax sehr wenig Tech-lastig sind und viele einstige „Corona-Verlierer“ enthalten, die doch besonders von der Impfstoff-Hoffnung profitieren. Unterdessen überhitzen die Aktienmärkte in den USA ungebremst weiter, es werden historische Extreme überboten. Aber die Anleihemärkte senden eine andere Botschaft: die Renditen der US-Staatsanleihen fallen – ungewöhnlich, wenn wirklich die von den Aktienmärkten erhoffte riesengroße Erholung der Wirtschaft wirklich kommen sollte..

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Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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