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Indizes

Dax: Die Wall Street ist jetzt die große Gefahr!

Warum die US-Aktienmärkte immer mehr zum Belastungsfaktor für den Dax werden dürften..

Markus Fugmann

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Die Wall Street hat gestern eine Wende geschafft und verhilft damit dem Dax zu einem Aufatmen. In Asien sahen vor allem Chinas Märkte heute lange stark aus, zum Handelsende dann aber ein kleiner Abverkauf, der die US-Futures wieder nach unten drückt – zuvor hatte es lange so ausgesehen, als könnte der Dax über der 11400er-Widerstandsmarke eröffnen, aber daraus wird nun erst einmal nichts mehr:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Die große Hoffnung der Bullen ist, dass erstens die 11200er-Marke nun ein tragfähiger Boden ist, nachdem der Index zweimal hier abprallen konnte. Dann – so die weitere Hoffnung der leidgeprüften Dax-Optimisten – müßte der Dax über die zentrale Widerstandsmarke bei 11400 Punkten steigen, das war gestern kurzzeitig auf X-Dax-Basis gelungen. Erst wenn das auch auf Kassa-Basis nachhaltig geschafft ist, stehen die Ampeln für den deutschen Leitindex wieder auf gelb und nicht mehr auf dunkelrot!

Jetzt wird es wieder einmal auf die Wall Street ankommen, die den Dax gestern noch einmal vor dem Schlimmsten bewahrt hatte. Aber auch wenn sich die Erholung der US-Indizes gestern positiv auf den Dax auswirkte – mittelfristig ist die Wall Street eine Gefahr für den Dax. Denn der jahrelange Siegeslauf mit teilweise extrem hohen Bewertungen an der Wall Street ist an sein Ende gekommen, und das vor allem aus zwei Gründen:

1. Die Aussicht, dass die Fed die Zinsen über die neutrale Rate hebt und damit Geld deutlich teurer wird. Seit Powells Aussagen vor drei Wochen ist nicht zufällig Sand im Getriebe der Wall Street – Powell hat den Märkten klar gemacht, dass der Ausschank schließen wird, also kein Freibier mehr..

2. Die Aussichten für US-Unternehmen werde nun zunehmend schlechter, weil ihre Kosten für Material, Löhne und Neu-Etablierung von Lieferketten (Zölle!) deutlich nach oben gehen werde. Entweder sie erhöhen die Preise (so gestern die Ankündigung von Caterpillar!) – oder verzichten eben auf Marge. Wenn sie die Preise anheben (was wohl die meisten US-Firmen tun werden), dann wird die Fed umso rigider agieren müssen – womit wir wieder bei Punkt 1 sind. Da beißt sich die Katze also in den Schwanz..

Man kann es also drehen und wenden wie man will: die beiden in den Punkten 1 und 2 genannten Hauptfaktoren für die Aktienmärkte sind perspektivisch klar negativ, weshalb die massive outperformance der Wall Street gegenüber praktisch allen anderen Aktienmärkten dieser Welt nicht wird aufrecht zu erhalten sein. Wenn aber die Wall Street, die nun absehbar eine viel nachhaltigere Korrektur als noch im Februar erlebt, weiter unter Druck bleiben wird, dann dürfte der Dax darauf nicht besonnen reagieren, sondern in teutonischem Gehorsams-Eifer mindestens ebenso stark abgeben..

 

Daher bleiben wir weiterhin bei der Auffassung, dass Erholungen an den Aktienmärkten Verkaufsgelegenheiten sind, impulsive Erholungs-Rallys wie letzten Dienstag und ansatzweise gestern mithin gute Gelegenheiten dafür sind..

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Simply

    24. Oktober 2018 09:04 at 09:04

    Sehr guter Artikel, danke.
    Bin schon sehr gespannt wie die Midterm elections und Trumps folgende Tiraden vom Markt aufgenommen werden. In einem solchen Szenario gibt es keine Langweile, jeden Tag wird etwas Neues an die große Glocke gehängt.

    LG und weiter so!

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Finanznews

Wall Street: Die USA am letzten Tag von Trump! Marktgeflüster (Video)

Wie ist die Ausgangslage der Wall Street und der USA am letzten vollständigen Tag der Präsidentschaft von Donald Trump? Streiflichter..

Markus Fugmann

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Wie ist die Ausgangslage der Wall Street und der USA insgesamt am letzten vollständigen Tag der Präsidentschaft von Donald Trump? Auf der einen Seite extrem hohe Kurse der Aktienmärkte und die Hoffnung auf Stimulus – der aber die innere Spaltung der USA nicht schnell heilen kann und wird. Daher wird diese Spaltung wahrscheinlich erst noch schlimmer werden, bevor es besser werden kann. Nur eines ist sicher: auch unter Biden werden die Schulden der USA weiter explodieren, daher ist der entscheidende Trigger für die Aktienmärkte die Entwicklung der Kapitalmarktzinsen – die wiederum an die Inflationserwartung gekoppelt sind. Heute die Wall Street am letzten Tag Trumps volatil – eine Folgewirkung des Optionssverfalls letzten Freitag..

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Rüdiger Born: Aufwärtsszenario für den Nasdaq

Rüdiger Born

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MDax war auf lange Sicht die deutlich bessere Wahl als der Dax

Claudio Kummerfeld

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Der MDax repräsentiert sozusagen nach den 30 wichtigsten deutschen Börsentiteln (Dax) die nachfolgenden 50 wichtigsten Unternehmen. Sozusagen die „zweite Reihe“ in Sachen Größe, Volumen, Wichtigkeit und Bekanntheit. Auch wir bei FMW beachten in der Regel die großen Indizes wie den Dax, aber praktisch gar nicht den MDax. Dabei war der auf lange Sicht viel erfolgreicher als der Dax. Darauf hat die Deutsche Börse heute mit einer Info zum 25. Jubiläum des Index hingewiesen. Demnach hat der MDax seit seiner Auflegung eine Rendite von 1.083 Prozent erzielt, während der Dax um 485 Prozent zulegte – wobei der Großteil der Outperformance in den vergangenen zehn Jahren entstand.

Laut Deutscher Börse gab es den größten Tagesverlust im MDax mit -10,9 Prozent am 12. März 2020, und den größten Tagesgewinn mit +12 Prozent am 13. Oktober 2008. Zum Start im Jahr 1996 sah man einen Indexstand von 2.629 Punkten, und nun zum Jubiläum sehen wir 31.206 Punkte. Das entspricht einer jährlichen Performance von 10,9 Prozent. Schauen wir mal auf den folgenden Chart. Hier haben wir seit Sommer 2006 (also rechtzeitig vor Ausbruch der Finanzkrise 2008) den Dax vergleichen mit dem MDax. Der kleine Bruder erzielte 257 Prozent Plus, der große Brude „nur“ 130 Prozent.

Chart zeigt Langfristvergleich zwischen Dax und MDax

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