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Dax: Die Wegscheide

FMW-Redaktion

Ein neuer Tag, wieder wenig Veränderung sowohl an der Wall Street als auch beim Dax. Es geht nicht runter, aber auch nicht wirklich rauf. Blickt man auf die Saisonalität vor allem in den USA, kann man feststellen, dass in einem Nachwahljahr meist Ende Mai Anfang Juni eine Korrektur einsetzte mit durchschnittlichen Abgaben von 2%. Ende Juni folgt dann meist ein erneuter Aufschwung, der dann im August typischerweise sein Hoch erreicht. Derzeit verschlechtert sich die innere Verfassung des Marktes, das heißt die Zahl der US-Aktien, die unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt handeln, nimmt zu. Man könnte also sagen: die Ampel ist auf gelb gesprungen, noch nicht jedoch auf rot.

Derzeit wird der Gesamtmarkt gehalten durch die Tech-Euphorie, eine Art Echo-Blase der New Economy-Euphorie, sichtbar gestern im Erreichen der 1000er-Marke bei Amazon. Die Übergewichtung des US-Tech-Sektors ist immens, fast drei Viertel aller Fondsmanager sind hier übergwichtet, doch zeigt das maßgebliche ETF, das diesen Sektor abbildet, zuletzt starke Mittelabflüsse – so stark wie seit einem Jahr nicht mehr. Ist das ein erstes Zeichen, dass da bald das Ende der Fahnenstange erreicht ist, auch wenn sich das noch nicht in den Kursen nieder geschlagen hat?

Wir werden es bald wissen. Der richtungslose Handel setzt sich zunächst einmal in Asien fort:

Shanghai Composite +0,29%
CSI300 +0,21%
ChiNext +0,34%
Nikkei -0,22%

Und der X-Dax startet in Sichtweite der 12600er-Marke und hantiert damit weiter im Niemandsland:

Im Grunde sind wir damit in einem intakten Seitwärtsmodus, der so lange aktiv bleibt, als die entscheidenden Wegscheiden beim Dax gültig bleiben: oben die 12665 und die schon dreimal getestete 12700er-Marke, unten der Bereich 12530, noch wichtiger die Zone 12490/12500. Solange der Index also im Niemandsland handelt, besteht im Grunde kein Handlungsbedarf.

Wo sollen nun die neuen Impulse herkommen nach dem Ende der US-Berichtssaison? Am ehesten aus Washington, sprich von Trump. So ist die Wahrscheinlichkeit nach wie vor hoch, dass es die Politik sein wird, die für die nächste Bewegung sorgt, und hier ist die Wahrscheinlichkeit höher einzuschätzen, dass irgend ein Ereignis Risikoaversion auslösen wird, als dass Trump Anlaß sein könnte für eine neue Aufwärts-Bewegung.

Nicht zu unterschätzen auch die wieder aufgeflammte Thematik vorgezogener Neuwahlen in Italien mit einem drohenden Sieg der Protestbewegung Cinque Stelle sowie das Gezerre um Griechenland. Lassen wir uns einfach überraschen!



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1 Kommentar

  1. „…Solange der Index also im Niemandsland handelt, besteht im Grunde kein Handlungsbedarf.“
    So ist es.

    Ich muss erneut den großen Unterschied zu früheren Zeiten hervorheben.
    Da galt in den meisten Fällen, was nicht steigt, fällt.
    Im letzten Halbjahr hatte sich bereits gezeigt, dass es mittlerweile genau umgekehrt läuft. Und zumindest werden auch demnächst nicht allein deshalb die Verkäufe einsetzen, weil „es nicht steigt“. Es kann in Ruhe abgewartet werden.

    Früher l o c k t e bei nicht steigenden Kursen bei einem Verkauf von Aktien zumindest eine Parkposition im verzinslichen Fest- oder Tagesgeldbereich. Heute
    d r o h e n hingegen bei einem Verkauf Minuszinsen (z.B. Flatex).
    Das Tagesgeld, die Parkposition von früher wurde inzwischen durch die Parkposition Aktieninvestment ersetzt.

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