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Dax: die Bullenherde trampelt alles nieder

Die Herde der Bullen dürfte heute alles niedertrampeln, was sich ihnen in den Weg stellt, nachdem zwei Umfragenvom Wochenende auf eine Mehrheit der Brexit-Gegner hindeuten – eine Umfrage allerdings sieht nach wie or das Brexit-Lager vorne..

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Die Herde der Bullen dürfte heute alles niedertrampeln, was sich ihnen in den Weg stellt, nachdem zwei Umfragenvom Wochenende auf eine Mehrheit der Brexit-Gegner hindeuten – eine Umfrage allerdings sieht nach wie or das Brexit-Lager vorne. Aber das prallt an den Märkten ab, man preist nun agressiv den Verbleib der Briten in der Eurozone ein. Das beginnt in Asien mit heftigen Gewinnen vor allem des britischen Pfund und des Euro, die Aktienmärkte haussieren, nur China wenig verändert:

Shanghai Composite -0,16%
CSI300 +0,19%
ChiNext -0,60%
Nikkei +2,48%

Der Mord an Jo Cox war also ein „game changer“, etwas, das die bisherige Logik verändert. Dennoch sei angemerkt, dass diese Siegesparty etwas früh kommt, wir gehen davon aus, dass die Wahl sehr knapp werden wird. Gleichwohl sind nun viele Player am Markt gezwungen, ihre Positionen zu drehen, und das kann heute noch zu heftigen Bewegungen führen. Der X-Dax startet heute mit einem dicken Aufwärtsgap, und manches spricht dafür, dass die Party sich noch weiter austoben wird:

Dax200616

Blickt man auf das größere Zeitfenster, ist erst einmal Luft bis zur oberen Begrenzung des untergeordneten Abwärtstrends, sprich der Bereich 10100 (oder 10040/60):

Dax2006162

Heute dürften Rücksetzer Kaufgelegenheiten sein, allerspätestens bei der Unterstützungszone 9750, doch scheint es derzeit eher unwahrscheinlich, dass der Dax so weit nachgibt. Wir gehen davon aus, dass der Dax sich noch einmal austobt, bis zur oberen Begrenzung des (untergeordneten) Abwärtstrends läuft – und dann wieder neue Verunsicherung aufkommt, weil (durch eine neue Umfrage?) klar wird, dass die Sache doch noch nicht „gegessen“ ist.

Grundsäzlich gilt: je größer die Party im Vorfeld der Abstimmung, umso weniger Potential für weitere Anstiege für den Fall, dass die Briten „drinbleiben“. Und sollte es zum Brexit kommen, wird die Fallhöhe umso größer!

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Thomas

    20. Juni 2016 08:59 at 08:59

    Ist es eigentlich möglich hier auf der Seite eine Umfrage zu starten, wer von den Lesern hier für einen Brexit und wer dagegen wäre?
    Wäre meiner Meinung nach mal echt interessant.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      20. Juni 2016 09:01 at 09:01

      @Thomas, sehr gute Idee! Ich denke, das werden wir zeitnah umsetzen!

      Viele Grüsse!

      • Avatar

        Steven

        20. Juni 2016 12:57 at 12:57

        Und dann gleich noch eine Umfrage für den GERxit ;p

  2. Avatar

    Marko

    20. Juni 2016 16:04 at 16:04

    Hallo,

    sehe ich anders : bei einem Non-Event, wird der Markt, unabhängig davon, was vorher passiert, wohl nach oben explodieren (nicht in riesigen %-Sprüngen, aber nach oben), gerade der Europäische.
    Es steht sehr viel Geld „an der Seitenlinie“, alle haben Angst.
    Die „Big-Boys“, sprich : die instiutionellen großen Player, müssten dann reagieren, wegen Performancedruck usw. Von „Fallhöhe“ ,gerade bei den Europäern, sehe ich gar nix.
    Ja und die Verunsicherung ist dann weg, wenn ein Ergebnis da ist, ist korrekt.
    Der „Ami“ ist dann natürlich anders zu bewerten, hat sich ja sowieso NULL für den Brexit interessiert.
    Deutschland wird den Teufel tun und aus dem EUR austreten, der EUR ist für Deutschland das Allerbeste was passieren konnte… ;)

    Viele Grüße

    Marko

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Aktuell: EZB-Entscheidung veröffentlicht

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

EZB-Tower in Frankfurt

Die EZB hat soeben ihre Entscheidung veröffentlicht.

Der EZB-Leitzins (Refinanzierungssatz) bleibt unverändert bei 0,00 Prozent. Der extrem wichtige Banken-Einlagenzins, auf den sich Banken bzgl. der Negativzinsen berufen, bleibt ebenfalls unverändert bei -0,50 Prozent. Die Marginal Lending Facility bleibt ebenfalls unverändert bei 0,25 Prozent.

Die Aufkauf- und Liquiditätsprogramme (PEPP, APP und TLTRO III) laufen wie bisher weiter.

Um 14:30 Uhr folgt die PK von Christine Lagarde. Wir berichten dann umgehend über alle interessanten Aussagen. Hier das offizielle Statement der EZB zur jetzigen Entscheidung:

(2) The Governing Council will continue its purchases under the pandemic emergency purchase programme (PEPP) with a total envelope of €1,350 billion. These purchases contribute to easing the overall monetary policy stance, thereby helping to offset the downward impact of the pandemic on the projected path of inflation. The purchases will continue to be conducted in a flexible manner over time, across asset classes and among jurisdictions. This allows the Governing Council to effectively stave off risks to the smooth transmission of monetary policy. The Governing Council will conduct net asset purchases under the PEPP until at least the end of June 2021 and, in any case, until it judges that the coronavirus crisis phase is over. The Governing Council will reinvest the principal payments from maturing securities purchased under the PEPP until at least the end of 2022. In any case, the future roll-off of the PEPP portfolio will be managed to avoid interference with the appropriate monetary policy stance.

(3) Net purchases under the asset purchase programme (APP) will continue at a monthly pace of €20 billion, together with the purchases under the additional €120 billion temporary envelope until the end of the year. The Governing Council continues to expect monthly net asset purchases under the APP to run for as long as necessary to reinforce the accommodative impact of its policy rates, and to end shortly before it starts raising the key ECB interest rates. The Governing Council intends to continue reinvesting, in full, the principal payments from maturing securities purchased under the APP for an extended period of time past the date when it starts raising the key ECB interest rates, and in any case for as long as necessary to maintain favourable liquidity conditions and an ample degree of monetary accommodation.

(4) The Governing Council will also continue to provide ample liquidity through its refinancing operations. In particular, the third series of targeted longer-term refinancing operations (TLTRO III) remains an attractive source of funding for banks, supporting bank lending to firms and households.

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Aktuell: Goldpreis fällt spürbar auf 1.878 Dollar

Claudio Kummerfeld

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am

Jetzt wo immer konkreter wird, dass Deutschland in Kürze die Corona-Restriktionen stark anzieht, verschärfen sich international die Ängste. Die Aktienkurse fallen weiter, und der US-Dollar als zentraler Fluchthafen zieht weiter an (wir berichteten vorhin bereits). Der Dollar steigt, und der Goldpreis rauscht aktuell runter auf 1.878 Dollar. Gold fällt aktuell gemeinsam mit den Aktienmärkten. Dies ist ein Phänomen, das man bereits im März beobachtete – auch damals funktionierte der US-Dollar kurzzeitig als Fluchthafen.

Goldpreis gegen US-Dollar-Verlauf im Chart

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Türkische Lira fällt erneut auf Rekordtief – die aktuelle Lage

Redaktion

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am

Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt immer weiter, heute früh auf ein neues Rekordtief. Die Lage ist dramatisch. Bereits letzte Woche Donnerstag rauschte die türkische Währung auf ein erneutes Rekordtief. US-Dollar vs Türkische Lira stieg von 7,80 auf 7,96. Heute früh springt der Wechselkurs erneut. Für einen US-Dollar muss man aktuell 8,03 Lira aufbringen. Der Chart zeigt den Kursverlauf des US-Dollar gegen die Lira in den letzten zwölf Monaten. Die Abwertung läuft immer weiter.

Türkische Lira immer noch enttäuscht nach Zinsentscheid

Erst letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank bei ihrer Zinsentscheidung den Leitzins unverändert belassen, obwohl der Devisenmarkt eine deutliche Zinsanhebung erwartet hatte, um die Lira-Abwertung zu bekämpfen. Aber nein, der Leitzins bleibt bei 10,25 Prozent. Und so fiel die türkische Währung wie gesagt schlagartig auf ein Rekordtief. Und die Abwertung läuft in diesem dramatischen Tempo nicht nur gegenüber dem US-Dollar, sondern auch dem Euro. Für 1 Euro musste man Anfang letzter Woche noch 9,27 türkische Lira aufbringen – jetzt sind es 9,51 Lira.

Weitere Faktoren für Lira-Schwäche

Die Enttäuschung zum Leitzins wirkt heute noch nach. Zudem teilt Präsident Erdogan derzeit verbal aus gegen den französischen Präsidenten, der den Botschafter aus Ankara zurückrief (hier mehr Details dazu). Außerdem könnte der Raketenstreit der Türkei mit den USA erneut wieder aufflammen. Und da wäre noch der aktuelle Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan, und nicht zu vergessen der Gas-Streit der Türkei mit Zypern. Alles zusammengenommen ein geopolitischer Mix, der dem Devisenmarkt Angst macht, mal ganz abgesehen von der Coronakrise.

Und was letzte Woche noch dazu kam, waren Berichte über die Analysen einer unabhängigen Expertengruppe in der Türkei. Sie will ermittelt haben, dass die tatsächliche Inflation in der Türkei vier Mal so hoch sein soll wie offiziell angegeben. Aber das muss aktuell nicht zu viel Auswirkung auf die türkische Lira haben, sondern wohl eher der Mix der vorher genannten Faktoren. Aktuell scheint keine Besserung in Sicht zu sein.

Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen türkische Lira

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