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Dax: Doppelte Einspritzung

Eine der zentralen Fragen ist, was die US-Steuerreform für die deutsche Wirtschaft bedeuten wird, ergo für die Dax-Konzerne.

Normalerweise müsste der Dax, wenn er es schaffen würde, die 13200er-Marke zu überbieten, schnell auch einen Angriff auf das Allzeithoch machen können. Normalerweise. Aber der Dax hat in den letzten Wochen mehr Chancen nach oben verstreichen lassen, als dass er Risiken nach unten abgewehrt hätte. Nach wie vor bleibt der Eindruck einer inneren Schwäche, die fast tägliche Jagd der Wall Street nach neuen Allzeithochs findet beim Dax nicht statt!

Redaktion

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FMW-Redaktion

Nach den Turbulenzen wegen der Thematik Mike Flynn/Donald Trump am Freitag und dem ziemlich sicheren Gelingen der US-Steuerreform startet der Dax – nachdem es praktisch vorerst eine Entwarnung in Sachen Trump gegeben hat (ABC News hat am Samstag eine zentrale Korrektur der ersten Meldung gebracht) – mit einer „doppelten Einspritzung“. Aber: im Fokus ist mit Jared Kushner eine Person, die aus dem engsten Familien-Kreis Trumps ist, die Wahrscheinlichkeit ist nach wie vor hoch, dass es hier eine Verbindung mit den gehackten Mails der Demokraten und Russland gibt (bekannt ist, dass die Russen eben Kushner diese Mails angeboten haben, dieser fand das sehr interessant). Mithin hat sich die politische Lage erst einmal beruhigt, aus dem Schneider ist Trump damit aber noch lange nicht!

So oder so: die US-Futures höher, damit auh der Dax höher, nachdem neben der Trump-Beruhigung nun auch der Senat am Samstag seine Version der US-Steurreform abgesegnet hat, jetzt müssen die beiden Varianten (Senat und US-Abgeordnetenhaus) noch in Einklang gebracht werden, was jedoch wahrscheinlich gelingen dürfte. Viel mehr Rückenwind geht eigentlich nicht – daher startet der X-Dax mit einem Aufwärts-Gap:


(Chart durch Anklicken vergrößern!)

Das ist schon eine fiese Nummer: der Dax hatte sich verkeilt, schien dann aus dieser Verkeilung nach oben auszubrechen. Dann aber der Abverkauf mit dem Unterschreiten der zentralen Unterstützung bei 12840/50, Ausbruch nach unten schien angesagt. Also im Grunde zwei Fehlausbrüche hintereinander: einmal nach oben, dann nach unten. Kommt jetzt der dritte Fehlausbruch – und zwar diesmal wieder nach oben?

Normalerweise müsste der Dax, wenn er es schaffen würde, die 13200er-Marke zu überbieten, schnell auch einen Angriff auf das Allzeithoch machen können. Normalerweise. Aber der Dax hat in den letzten Wochen mehr Chancen nach oben verstreichen lassen, als dass er Risiken nach unten abgewehrt hätte. Nach wie vor bleibt der Eindruck einer inneren Schwäche, die fast tägliche Jagd der Wall Street nach neuen Allzeithochs findet beim Dax nicht statt!

Eine der zentralen Fragen ist, was die US-Steuerreform für die deutsche Wirtschaft bedeuten wird, ergo für die Dax-Konzerne. Ist das gut oder schlecht? Wird Liquidität aus Europa abgezogen und in die USA gesogen? Das wird wohl erst die Zukunft zeigen, für die Bewertung an den US-Märkten jedenfalls läßt sich folgendes sagen: derzeut liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis der S&P500-Unternehmen bei durchschnittlich 18,9. Mit der Steuerreform würde das KGV dann auf 17,2 bis 17,4 sinken – der Markt würde also aufgrund der Steuereinsparungen der Unternehmen de facto günstiger, oder sagen wir besser: weniger teuer. Die Frage ist eben nur, wieviel von der Steuerreform bereits eingepreist ist!

Im Grunde ist es jetzt so: eine durch die Notenbank gedopte US-Wirtschaft hat nun mit der Trump-Administration einen neuen Dealer gefunden, nachdem der alte Dealer keine Lust mehr hatte, Stoff zu verkaufen. Also der Stimulus nach dem Stimulus. Dazu ein neuer Notenbankchef, der weiter deregulieren will (und auf die Frage, ob es in den USA Banken gäbe, die „too big to fail“ seien, allen Ernstes mit „nein“ antwortet). Faktisch also noch ein weiterer Stimulus oben drauf. Und alles schön auf pump finanziert.

Das heißt mittel- bis langfristig: der Patient wird derart gedopt, dass die Gefahr eines Kreislaufzusammenbruchs massiv ansteigt. Daher wandelt vor allem die Wall Street mehr denn je auf einem sehr schmalen Grad zwischen Euphorie und Crash!

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