Der DAX und die US-Börsen dürften kurz vor dem Wochenende im Bann frischer US-Inflationsdaten stehen, da diese neue Hinweise auf den künftigen Zinspfad der Fed liefern. Am Donnerstag blieb der deutsche Leitindex in einem auffallend ruhigen Handel weitgehend richtungslos. Bei dünnen Umsätzen rutschte der Index zwar erneut unter die Marke von 24.000 Punkten, konnte diese jedoch schnell zurückerobern. Zum Handelsschluss stand schließlich ein nahezu unveränderter Stand von 24.039 Punkten zu Buche. Damit setzt sich die seit Wochen anhaltende Seitwärtsbewegung fort. Der erneute Test der wegweisenden Marke zeigt jeddoch, dass der Druck auf die Unterkante der Spanne zunimmt – ein saisonal bedingter Durchbruch nach unten wäre daher wenig überraschend.
Blick über den Atlantik
Auch an den US-Börsen zeigten sich die Anleger zuletzt abwartend. Vor Veröffentlichung neuer Inflationsdaten hielten sich viele Investoren mit größeren Engagements zurück, dennoch erreichte der S&P 500 unter dünnem Volumen ein neues Rekordhoch. Unterstützung erhielten die US-Indizes indes durch robuste Konjunkturdaten sowie die Erholung der Nvidia-Aktie nach anfänglichen Verlusten. Die Wirtschaft überraschte mit stärkerem Wachstum: Im zweiten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um annualisiert 3,3 Prozent zu (zuvor 3,0%), wie das Handelsministerium in Washington meldete. Diese Entwicklung könnte den Aktienmärkten kurzfristig Rückenwind geben – zugleich rückt jedoch die Frage nach der künftigen Geldpolitik der Fed in den Vordergrund.
Mit den heute anstehenden PCE-Daten steht das von der Fed bevorzugte Inflationsmaß auf der Agenda. Ein Rückgang der Teuerung würde die Erwartungen an baldige Zinssenkungen untermauern und könnte somit sowohl den US-Indizes als auch dem DAX neue Impulse verleihen.
Zugleich verschärft sich der politische Druck auf die US-Notenbank: Fed-Gouverneurin Lisa Cook hat rechtliche Schritte gegen ein Entlassungsbegehren von US-Präsident Donald Trump eingeleitet. Damit droht ein Machtkampf um die Unabhängigkeit der Notenbank zu eskalieren. Im Kern geht es um die Frage, wann und wie schnell die Fed den geldpolitischen Kurs lockern soll. Während die Fed sich mit Zinssenkungen zurückhält, fordert die Trump-Regierung vehement sinkende Zinsen. Anleger dürften ihren Blick daher auf die Inflationsdaten und den weiteren Kurs der Fed richten und die Auswirkungen der Zölle auf die Preise beobachten. Kurz vor dem Wochenende könnten die Zahlen den entscheidenden Impuls geben – sowohl für die US-Börsen als auch für den DAX, der derzeit droht aus seiner Range zu fallen.
DAX: Druck auf 24.000 Punkte wächst
Short: Vorbörslich ringt der DAX erneut mit der wichtigen Marke von 24.000 Punkten. Zwar konnte er die wegweisende Zone an den vergangenen beiden Handelstagen mit einem Doppeltief bei 23.979/972 noch verteidigen, doch der Druck auf den Support wächst. Ein Durchbruch nach unten könnte den Abwärtsdruck verstärken und den Index in Richtung 23.875 bzw. 23.812 Punkte führen. Hier müssen die Bullen reagieren und den Index vor Tagesschluss wieder über 24.000 Punkte hieven. Andernfalls trübt sich die Lage kurzfristig ein und eine Ausweitung der jüngsten Korrektur wird wahrscheinlicher.
Long: Gelingt es den Bullen hingegen, die Zone um 24.000/23.970 erneut zu verteidigen, könnte der nächste Erholungsversuch einsetzen. Die ersten kleinen Hürden befinden sich bei 24.064 und 24.104 Punkten, darüber rückt das Doppelhoch bei 24.198/206 ins Visier. Erst ein Anstieg darüber würde das kurzfristige Bild etwas aufhellen und weiteres Erholungspotenzial bis 24.360 freisetzen.
Dax-Chart von TradingView
DAX Unterstützungen:
24.036 – Tagestief 26.08.
24.000 – Psycho-Marke
23.977/972 – Tagestief 27.08. / 28.08.
23.970 – Bulle-Bär-Marke
23.812 – Zwischentiefs
DAX Widerstände:
24.064 – SMA50 (daily)
24.104 – Zwichenhoch
24.198 – Tageshoch 27.08.
24.206 – Tageshoch 28.08.
24.263 – Tageshoch 26.08.
24.273 – Gap 25.08.
24.360 – Horizontale
24.377 – Tageshoch 25.08.
24.444 – Tageshoch 22.08.
24.479 – ex Allzeithoch
24.500 – Horizontale
Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.
Kommentare lesen und schreiben, hier klicken
















Der Dax ist vornehmlich in ausländischer Hand…
Und ab den berühmten 24 000 wird’s schwer…das haben wir heuer schon mehrfach gesehen…
Und im Kursdax…? Die 9000 werden mittelfristig schwer zu halten sein…immerhin knapp 50 Prozent über dem Niveau der Jahrtausendwende..6266 in der Spitze damals…
Gestartet sind beide Indizes bei exakt 1000 Punkten im Dezember 1987…!
Aber die Musik kommt aus Amerika..gestern erreichte der Buffet Indikator die Marke von knapp 215 Prozent!
Das ist einmalig in der Geschichte der Börse…!
Gestartet sind wir mal bei 35 Prozent in 82….!
Zur Jahrtausendwende wurden 135 Prozent erreicht in der Spitze…zum Hochpunkt der Immobilienblase in 07 mal kurzzeitig 105 Prozentpunkte…!
Jetzt also fast 215 Prozent…! Wahnsinn!
Was ist die Alternative zu Aktien? Vielleicht Gold und Krypto. Sicher keine Anleihen, erst recht nicht wenn die FED die Zinsen senkt. Was passiert dann mit dem Geld der Anleihen-Anleger. Ich vermute, dass dann mehr Geld in Aktien geht und die FED die überzähligen Anleihen kauft. Nun, die erste Zinssenkung dürfte bald anstehen und dann werden wir sehen ob die Aktien aktuell teuer oder nicht doch billig waren. Normalerweise führen Zinssenkungen zu höheren Aktienkursen. Warum sollte das diesmal anders sein?
PS: Die Staatsverschuldung der USA war 1982 etwa 30%.