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Dax: Eigentlich, ja eigentlich..

Eigentlich, ja eigentlich müsste der Dax jetzt mit dem Rückenwind des schwächeren Euro und dem gestrigen Überwinden (auf X-Dax-Basis) des bisherigen Verlaufshochs bei 12615 nun Gas geben und zumindest den Bereich 12670/75, als das Doppeltopp aus dem Juli, erreichen. Vielleicht passiert das ja auch ganz schnell. Aber die Frage ist, ob das alles nachhaltig ist..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Eigentlich, ja eigentlich müsste der Dax jetzt mit dem Rückenwind des schwächeren Euro und dem gestrigen Überwinden (auf X-Dax-Basis) des bisherigen Verlaufshochs bei 12615 nun Gas geben und zumindest den Bereich 12670/75, als das Doppeltopp aus dem Juli, erreichen. Vielleicht passiert das ja auch ganz schnell. Aber die Frage ist, ob das alles nachhaltig ist: also ob der Euro schwach bleibt und schwächer wird, und vor allem: ob die US-Märkte das Spiel mitspielen werden – und da haben wir so unsere Zweifel (wir hatten im Videoausblick auf die zentrale Bedeutung der Zone 2510 beim S&P500 hingewiesen; da muss der Index heute „drüber“).

Der zweite Punkt ist die Bundestagswahl am Sonntag. Inzwischen werden auch die angesächsischen Medien immer aufmerksamer auf die AfD, geht man weiter davon aus, dass Merkel nach der Wahl nicht mehr so dominant sein wird, wäre bei einer Regierungsbeteiligung der FDP die bisherige deutsche Politik gegenüber Europa/EZB in Frage gestellt. Mit andere Worten: zwar sehen die Märkte bislang kaum irgendein Risiko für den Dax durch die Wahl – aber manch einer wird sich vielleicht doch überlegen, ein paar Chips vor der Wahl vom Tisch zu nehmen, zumal der Dax ja fast 600 Punkte gestiegen ist seit Anfang letzter Woche.

Aber lassen wir uns überraschen, was der Dax heute daraus macht – vor allem was die Wall Street dann daraus macht, schließlich ist das Signal der Fed doch eigentlich glasklar: Liquidität wird verknappt, einerseits durch die im Oktober beginnende Bilanzreduzierung, andererseits eben durch Zinsanhebungen (wenn sie denn wirklich kommen). Der X-Dax startet nach dem Anstieg gestern Abend in Reaktion auf die Fed (bzw. die Dollarstärke mit niedrigerem Euro) leicht schwächer:

Schafft der Dax zunächst den Anlauf auf das Juli-Doppeltopp bei 12675 – ein Nivau, das schon im Mai und Juni neuralgisch war? Gelingt gar der Sprung darüber mit dann aktivierten Kurszielen bei 12840 und dann dem Allzeithoch bei 12950 Punkten?

Oder geht die Reise doch nach unten, also in Richtung der Unterstützungszone 12510 bis 12490? Es sieht derzeit aber eher danach aus, dass der Dax den Weg nach oben wählt, zumindest im kurzen Zeitfenster. Vor allem dann, wenn der Euro weiter nachgeben sollte heute, daher ist der Blick auf die Gemeinschaftswährung wichtig für diejenigen, die sich im deutschen Leitindex engagieren. Die Weichen aber werden wohl dann doch von der Wall Street gestellt..

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    asyoulike

    21. September 2017 09:20 at 09:20

    Wenn das so einfach wäre, dann würde niemand am Morgen aufstehen und für Kost und Logie arbeiten (Sachbearbeiter). Sicher an der Börse ist m.E. nur, dass es nicht sicher ist. Der Verdienst an der Börse ist somit echtes Schmerzensgeld.

  2. Avatar

    nordsüd

    21. September 2017 09:27 at 09:27

    bei den Fed Projektionen müsste der Dollar höher stehen, also doch eher mehr Verunsicherung als Glaube an die Zinserhöhungen in 2018, zumal ja wohl die Spitze der Fed neu besetzt wird.
    Die US Wirtschaftsdaten sind alles andere als überschäumend.

  3. Avatar

    madsoul

    21. September 2017 09:36 at 09:36

    Da ja die Welt aus mehr als nur dax und dow besteht, wie sind eigentlich die Meinungen zu Italien. Der MIB steigt und steigt, da ist ja die Wallstreet nix, mich juckt es da echt bei 22400 zu shorten, denn Substanz ist da ja wohl nicht dahinter.

  4. Avatar

    Wolfgang M.

    21. September 2017 09:54 at 09:54

    Das „Tapering“ in den USA beginnt. Monatlich mit10 Mrd. $ bis 50 Mrd. $ – bei der angekauften Menge von 4,5 Bio $ würde das Tapering gut und gerne 10 Jahre dauern. Realistisch? In den USA hat der jetzige Aufschwung schon fast eine historische Dauer. Könnte da nicht eine „normale“ Rezession in dem Auf und Ab einer Volkswirtschaft dazwischen kommen? Ich glaube eher, wie PK, dass ein substanzielles Tapering kaum möglich sein wird – zumindest nicht in einem überschaubaren Zeitraum.

    • Avatar

      nordsüd

      21. September 2017 11:49 at 11:49

      nein, halte es auch nicht für realistisch, vielleicht war ein Gesichtspunkt gestern, dass Frau Yellen auf eine positive Bilanz ihrer Amtszeit hinweisen wollte nicht allzu weit weg vom wahrscheinlichen Ende ihrer Amtszeit.
      Wir werden sehen, könnte für die hoch bewerteten Märkte schwierig werden…

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Devisen

Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

Redaktion

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Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

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Devisen

Aktuell: Türkische Lira fällt schnell und kräftig auf Rekordtief – hier der Grund

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt seit einigen Minuten schnell und kräftig in den Keller gegen US-Dollar und Euro. US-Dollar gegen Lira steigt seit 13 Uhr von 7,80 auf aktuell 7,97 – ein neues Rekordtief für die Lira. Und der Euro steigt aktuell gegen die türkische Lira von 9,22 auf 9,43 – das ist ebenfalls ein neues Rekordtief für die türkische Währung.

Grund dafür ist die ganz frische Verkündung der türkischen Zentralbank, dass man den Leitzins unverändert bei 10,25 Prozent belässt. Rückblick: Am 24. September hatte die türkische Zentralbank überraschend den Leitzins um 200 Basispunkte angehoben, von 8,25 Prozent auf 10,25 Prozent. Für heute lagen die Markterwartungen bei einer weiteren Anhebung von 175 Basispunkten auf 12 Prozent. Nötig wäre das, um endlich die ständige Abwertung zu stoppen, der sich die türkische Lira seit geraumer Zeit ausgesetzt sieht.

Und dieser erste Zinsschritt vom 24. September schien nicht auszureichen, um am Devisenmarkt eine Kehrtwende für die Lira einzuläuten. Die jetzige Enttäuschung am Devisenmarkt über die ausgebliebene Zinserhöhung bringt die türkische Lira zu diesem schnellen Absturz (im Chart sehen wir den steigenden US-Dollar gegen die Lira in den letzten 30 Tagen – der letzte Aufwärtsbalken zeigt die ganz aktuelle Bewegung).

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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Anleihen

Woher die aktuelle Euro-Stärke kommt – ein Analyst gibt Hinweise

Claudio Kummerfeld

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Das Euro-Symbol

Der Euro steigt seit genau zwei Tagen gegen den US-Dollar spürbar an von 1,1700 auf aktuell 1,1865. Dafür könnte es einen interessanten Grund geben. Man schaue auf den gestrigen Tag. Quasi unbemerkt von der breiten medialen Öffentlichkeit hat die EU ihre erste eigene Anleihetranche am freien Anleihemarkt platziert. Laut Berichten (siehe beispielsweise Bondguide) sei die Attraktivität dieses Angebots an EU-Anleihen schwer zu übersehen gewesen. Denn Moody’s habe die EU-Anleihen mit „Aaa“ bewertet. Und der Emissionspreis sei so festgesetzt worden, dass die Emission vom Markt gut aufgenommen wurde. Eine Nachfrage von 233 Milliarden Euro traf auf gerade mal 17 Milliarden Euro Angebot! Das zeigt, wie groß die Nachfrage der Institutionellen nach den Anleihen der EU war. Und wo soll da noch das Risiko sein, wenn Brüssel selbst die Anleihen ausgibt, und nicht ein Einzelstaat?

EU-Anleihen als Grund für aktuell steigenden Euro?

Eben dieser Drang in ein neues Anleihevehikel, nämlich eine zentrale Emission von EU-Anleihen, könnte bei den großen global agierenden Investoren (Fonds, Versicherungen, Pensionskassen etc) einen verstärkten Drang in den Euro verursachen. Der Deutsche Bank-Analyst George Saravelos hat ganz aktuell einige sehr interessante Aussagen zum Euro veröffentlicht mit der Headline „Someone likes Europe“, also übersetzt „Irgendwer mag Europa“. Über das große Auftragsbuch im Vorfeld der Emission sei ausführlich berichtet worden, aber weniger über die große Nachfrage seitens der Notenbanken, so seine Aussage. Nahezu 40 Prozent der gestrigen zehnjährigen Emission der EU wurden laut George Saravelos von den Notenbanken aufgenommen, was fast doppelt so viel sei wie die durchschnittliche Inanspruchnahme bei früheren europäischen Emissionen.

Warum das wichtig sei? Erstens seien Notenbanken in der Regel nicht abgesicherte Investoren, so dass eine starke Nachfrage von dieser Seite nach den neuen EU-Anleihen eine direkte Nachfrage für den Euro gegenüber dem US-Dollar bedeute, so George Saravelos. Zweitens sei die hohe Nachfrage von Notenbanken für diese neuen EU-Anleihen ein Vertrauensvotum für den Euro als Reservewährung, insbesondere in einer Zeit, in der die dominierende Rolle des Dollars in Frage gestellt werde.

Aber George Saravelos sagt auch, dass dieses aktuelle Ereignis nicht als alleiniger Grund für die aktuelle Euro-Stärke gesehen werden soll. Es solle auch in den Kontext größerer struktureller Verschiebungen gestellt werden. Es gehe um einen extrem starken negativen Policy-Mix für den US-Dollar. Die großes US-Haushaltsdefizite, eine sehr lockere Geldpolitik der Fed und sich verschlechternde Außenhandelskonten der USA. Schon vor den Wahlen in den USA verschlechtern sich diese Trends, so George Saravelos. Schauen wir an dieser Stelle mal auf den Chart. Er zeigt Euro gegen US-Dollar im Verlauf der letzten 30 Tage. Ist das neue „Aufnahmevehikel“ der EU (meine Wortkreation) für internationale Investorengelder aktuell ein zusätzlicher Impuls, der den Euro-Anstieg befeuert? Gut möglich.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro gegen US-Dollar

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