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Indizes

Dax: Ein Tiefschlag nach dem anderen

Warum heute Erholungen beim Dax und den US-Indizes begrenzt bleiben dürften..

Markus Fugmann

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am

Keine Frage: der Dax erleidet einen Tiefschlag nach dem anderen – und bestätigt dabei das bei 13200 Punkten gebildete Doppel-Top. Wie schon im Videoausblick thematisiert, ist die Zone bei 12600/30 Punkten der charttechnisch neuralgische Bereich: im Februar scheiterte der Dax an dieser Marke, dann gelang Anfang Mai der Sprung über diese Widerstandszone mit der dann folgenden Doppel-Top-Bildung im Mai/Mitte Juni bei 13200 Punkten.


(Chart durch anklicken vergrößern)

Solange also der Dax unter der 12600/630 bleibt, ist weiterhin Alarmstufe rot angesagt. Besonders unter Druck natürlich die Autowerte im Dax, die allesamt in den letzten vier Wochen zweistellig verloren haben. Offenkundig nimmt man die Drohungen Trumps ernst, wonach es früher oder später zu US-Zöllen auf Autos aus der EU von 20% kommen wird. Das ist, nebenbei gesagt, eine schreiende Ungerechtigkeit insofern, als die USA seit einem halben Jahrhundert Zölle von 25% auf SUVs und light trucks erheben – also auf jene Fahrzeuge, die derzeit von den US-Konsumenten besonders nachgefragt werden und in den USA ca. dreimal mehr verkauft werden als „normale“ Autos. Davon profitierte die US-Autoindustrie maßgeblich, daher wäre ein Gleichschaltung der Zölle, die Trump ja einfordert, gar nicht im Interesse der USA (siehe dazu den Artikel „Trumps Drohung gegen die EU: Warum er gar nicht daran interessiert sein kann, die Zölle abzuschaffen!“).

Gestern hat es das erste Mal auch die Wall Street erwischt: bislang waren es die Märkte in Asien und Europa, die aus Sorgen vor dem Handelskrieg einknickten – die US-Indizes zeigten sich davon regelmäßig unbeeindruckt und machten einfach weiter wie bisher, Nasdaq und Russell eilten von Allzeithoch zu Allzeithoch. Warum? Weil die Wall Street ebenso wie Donald Trump irrigerweise glaubt, man habe weniger zu verlieren, weil man weniger vom Export abhängig sei als etwa Deutschland oder China – aber die US-Firmen machen sehr viel Geschäft in China, und kalkuliert man dieses China-Geschäft der US-Konzerne mit ein, ist die Bilanz China-USA fast ausgeglichen. Das ist der erste Grund, warum der Glaube von Trump und der Wall Street naiv ist.

Der zweite Grund ist, dass die derzeitige starke Stellung der US-Wirtschaft gefährdet ist, wenn Investitionen aufgrund der derzeitigen Unsicherheit ausbleiben und die Firmen keine oder weniger neue Mitarbeiter einstellen. Der dritte, wahrscheinlich wichtigste Grund ist: ein Handelskrieg ist grundsätzlich inflationär, weil Wettbewerb unterbunden wird. Und wenn die Inflation stärker steigt, muß die Fed stärker reagieren und damit die Liquidität immer weiter verknappen (was derzeit ja schon durch die Reduzierung der Fed-Bilanzsumme ohnehin geschieht).

Man darf vor allem gespannt sein, wie heute die Wall Street agiert: da sitzen viele auf guten Gewinnen vor allem bei Tech-Aktien, und man will sich das wohl nicht mehr vermiesen lassen vor dem nahenden Quartalsende. Wir gehen daher davon aus, dass stärkere Erholungsversuche dann eben auch wieder abverkauft werden, weil viele ihre Beute sicher in die Höhle bringen wollen.

Und der Dax: muß zwingend das gestrige Verlaufstief auf X-Dax-Basis bei 12250 Punkten verteidigen – eine Zone, die schon im April eine wichtige Unterstützung war. Erste Station einer Erholung ist der Bereich 12430 Punkte, aber erst über 12600/630 ist wieder Land in Sicht beim Dax..

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Wolfgang M.

    26. Juni 2018 09:56 at 09:56

    Die Gründe eins und zwei für die Reaktionen der Wall Street sind nachvollziehbar, aber das Argument Nummer drei scheint mir reichlich unrealistisch. Das würde bedeuten, dass die Fed bei einem kleinen, durch erste Auswirkungen des Handelskrieges ausgelösten Inflationsanstieg, die Zinsen stärker, also öfters als die angekündigten zwei weiteren Zinsschritte in 2018, anhebt. Das wäre der sichere Schritt in eine inverse Zinssstruktur, die von allen Wirtschaftsakteuren gefürchtet wird, weil fast unmittelbar verbunden mit einer Rezession. Liegt der Zinssatz für die 10-jährige US-Staatsanleihe heute nicht schon phasenweise bei mickrigen 2,86% und engt sich der Spread zur 2-Jährigen nicht immer weiter ein? Hat die Fed nicht den Auftrag auch für eine stabile Konjunktur zu sorgen und ist die NB in den USA wirklich völlig unabhängig? Deshalb meine Überzeugung: Wenn sich die US-Konjunktur spürbar abkühlt, ist es mit dem Zinsszenario ruckzuck vorbei.
    Gruß

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Aktienmärkte, Gold – alles fällt! Marktgeflüster (Video)

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Heute fallen die Aktienmärkte – vor allem der lange so widerstandsfähige Dax mit einem rabenschwarzen Tag – aber auch der vermeintlich sichere Hafen Gold kommt stark unter Druck (Silber fällt sogar fast -10%). Für den Abverkauf gibt es vorwiegend zwei Gründe: erstens die Sorge um neue lockdowns in Europa, und zweitens wird ein Stimulus-Deal in den uSA zwischen US-Republikanern und US-Demokraten nach dem Tod der Verfassungsrichterin Ginsburg deutlich unwahrscheinlicher, weil die Trump-Administration noch vor der US-Wahl einen eigenen Kandidaten installieren will. Damit bestätugt sich bislang ein Schema für die Aktienmärkte: die Woche nach dem September-Verfall ist historisch unter den schwächsten Handelswochen des gesamten Jahres..

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Rüdiger Born: Fallender Dow Jones – aktuelle Tradingchancen?

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Neben dem Dax schaue ich mir im folgenden Video vor allem ganz genau die aktuelle Entwicklung im Dow Jones an. Es geht gen Süden. Ist noch mehr Abwärtspotenzial vorhanden? Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

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Dax: Neutrale Stimmung lässt Fortsetzung der Rallye vermuten – nur wann?

Stephan Heibel

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So viel passiert und so wenig zu sehen: Nach einer ereignisreichen Woche notiert der DAX nahezu unverändert auf dem Niveau von vor einer Woche. Dabei haben wir diverse Übernahmen, Börsengänge und Tech-Ausverkäufe gesehen, sowie eine Notenbankentscheidung und Betrugsvorwürfe verarbeitet. Wenn ich mir das vor Augen führe, dann hat sich der Aktienmarkt doch erstaunlich robust gezeigt.

Auch unsere Sentiment-Analyse zeigt erstaunlich wenig Bewegung: Die Stimmung bleibt auf einem neutralen Niveau bei -0,1. Die Verunsicherung unter den Anlegern bleibt moderat bei -1,4. Sogar die Zukunftserwartung bleibt mit einem Wert von +1,2 auf dem gleichen Stand wie vor einer Woche. Das ist mäßiger Optimismus, eine dünne Mehrheit für die Optimisten vor den Pessimisten, wobei die neutral gestimmten Anleger die größte Gruppe bilden.

Einzig bei der Investitionsbereitschaft gibt es ein wenig Bewegung: Nach 2,0 in der Vorwoche ist der Indikator nun auf 1,1 gesunken. 2% der Umfrageteilnehmer, die vor einer Woche noch Kaufen wollten, sind nun ins Lager derer übergesiedelt, die Verkaufen möchten. Kaufabsicht ist eine wichtige Voraussetzung für steigende Kurse, doch nur eine von vielen. Es kann auch sein, dass bereits ein nachlassender Verkaufsdruck für steigende Kurse sorgt.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger notiert ebenfalls unverändert bei neutralen -2. Profis, die sich über die Eurex absichern, verhalten sich ebenfalls neutral. Das Put/Call-Verhältnis von 1,3 liegt nur leicht unter dem Durchschnitt von 1,4.

In den USA sieht es da anders aus. Das Put/Call-Verhältnis der CBOE notiert weiterhin bei 0,45 Punkten und damit in einem Bereich, der so bullisch ist wie in den vergangenen fünf Jahren nicht. Das Vertrauen in Präsident Trump, bis zu den Wahlen eine gute Börsenstimmung zu schaffen (wichtiger Faktor für Wiederwahl!), ist sehr groß.

Ganz anders sehen dies Fondsmanager, deren Investitionsquote vor einer Woche um 40% auf 53% eingebrochen war. Diese Woche folgte nur eine leichte Gegenbewegung auf 59%. Jetzt wird ein Schuh draus: Fondsmanager haben schon vor einer Woche Cash generiert, um für die anstehenden Börsengänge von Snowflake, Amwell und bald folgend vielleicht auch Palentir und AirBnB gerüstet zu sein. Ohh, und nicht zu vergessen, vielleicht besteht Trump auf einen Börsengang der US-Sparte von TikTok?

Unter US-Privatanlegern dominieren die Pessimisten, das Bulle/Bär-Verhältnis steht bei -8,4%.

Die technisches Verfassung der US-Märkte ist neutral, wenn wir dem Angst & Gier Indikator des S&P 500 glauben (53%).

Dax Sentiment – die Interpretation

Es hat den Anschein, Anleger sind erst einmal überfordert, die vielen Ereignisse der abgelaufenen Woche einzuordnen, denn die Stimmung hat sich seit der vergangenen Woche kaum verändert. Es bleibt bei der Aussage der vergangenen Wochen: Rotation! Es gibt einige Aktien, die sind bereits zu hoch gelaufen. Gleichzeitig gibt es aber noch viele Aktien, die besser aus der Coronakrise kommen, als viele das erwartet haben.

Aus Sicht der Sentiment-Theorie kann ich keine künftige Richtung ableiten. Grundsätzlich würde ich die Stimmungslage dahingehend interpretieren, dass noch reichlich Luft nach oben für diese Rallye besteht. Der Optimismus ist überaus moderat und in der Regel enden Rallyes mit überschäumender Feierlaune bei großem Optimismus. Davon sind wir weit entfernt.

Doch ich kann der aktuellen Stimmungslage nicht entnehmen, ob wir vor der Wiederaufnahme der Rallye beim Dax noch einen Rücksetzer verkraften müssen, oder nicht. Ich weiß also nicht, ob Sie jetzt schon investiert sein sollten, oder noch eine bessere Gelegenheit dafür bekommen. Daher bleibe ich auch hier bei meiner Standard-Empfehlung: Schrittweise vorgehen :-). Jetzt gibt es bei einzelnen Werten schon Kaufkurse. Wir haben in den vergangenen Wochen bereits neue Positionen aufgebaut. Aber Sie sollten noch Pulver trocken halten, falls es noch einen Rücksetzer gibt.

Die Stimmung zum Dax ist neutral

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