Folgen Sie uns

Indizes

Dax: Ein zartes Pflänzchen der Hoffnung – oder der wahltaktische Griff Trumps in die Mottenkiste..

Faktisch ist die plötzliche Annäherung mit Nordkorea der Versuch Trumps, das Narrativ in den US-Medien zu drehen – durch Griff in die Mottenkiste..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Gestern konnte der Dax leichte Zugewinne verbuchen – aber ein echter Befreiungsschlag war das nicht. Immerhin hat sich der deutsche Leitindex nun die Ausgangsposition verschafft, um wenigstens den wichtigen Widerstandsbereich bei 12100 Punkten anzulaufen – aber selbt wenn das gelingen würde, bliebe der Dax weiterhin in einem intakten Abwärtstrend.

Immerhin gibt es Rückenwind in Sachen Geopolitik: da ist vor allem das Entspannungssignal Nordkoreas, dessen Führer Kim Yong-un einen – wie Trumps Sprecherin Sanders sagte – „warmherzigen“ Brief an Trump geschrieben habe und bereit sei, innerhalb von zwei Jahren auf Atomwaffen zu verzichten. Das sorgte für eine Rally beim Nikkei und hilft über die gestiegenen US-Futures auch dem X-Dax etwas auf die Sprünge:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Faktisch ist das der Versuch Trumps, das Narrativ in den US-Medien zu drehen: als Trump sich damals mit Kim Yong-un getroffen hatte, sprangen in den USA seine Umfragewerte deutlich nach oben, weil er etwas geschafft zu haben schien, was kein anderer US-Präsident zuvor geschafft hatte. Dass Trump nun Kim Yong-un aus der Mottenkiste wieder hervor holt ist auch deshalb relevant, weil das nur mit der Hilfe Pekings gelingen konnte – und China wird dafür eine Gegenleistung verlangen, sprich Trump wird erst einmal die neuen Zölle gegen chinesische Waren im Umfang von 200 Milliarden Dollar nicht aktivieren, solange die Nordkorea-Karte heiß ist! Das eigentlich wichtigere Thema aber ist der Konflikt USA/Israel/Saudi-Arabien mit dem Iran – hier dürfte es bald konfrontativer werden, insbesondere dann, wenn Trump glaubt, die US-Zwischenwahlen verlieren zu können (ein US-Präsident in einer Kriegssituation verbessert seine Wahlchancen ganz erheblich..).

Dazu gibt es Entspannungssignale in Sachen Brexit (Deal laut Barnier in sechs bis acht Wochen möglich), und Italiens neue Regierung gibt sich derzeit ganz zahm. Das alle ist doch eigentlich gar nicht so schlecht für den Dax. Aber wie schon im Videoausblick thematisiert, gibt es für die Aktienmärkte zwei ganz große Themen: einerseits der Handelskrieg (besonders wichtig für den Dax), andererseits die Geldpolitik der Fed mit der damit verbundenen Liquiditätsverknappung durch Zinsanhebungen und die Bilanzreduzierung (besonders wichtig für die Wall Street und die Schwellenländer). Beide Großthemen sind nach wie vor in der Schwebe, daher findet die Wall Street keine klare Richtung, während der Dax immerhin seinen freien Fall erst einmal stoppen kann.

Aber gewonnen hat der Dax noch nichts – wenn der Sprung über die 12100er-Marke gelänge, wäre die nächste Hürde bei der seit Ende Juli bestehenden Abwärtstrendlinie (derzeit bei ca. 12250 Punkten). Auf der Unterseite ist die Zone 11700/11800 entscheidend: fiele der Dax darunter, ergäbe sich ein immenses Abschlagspotential bis in den Bereich von 11000 Punkten..

 

(Chart durch anklicken vergrößern)

 

 

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Wolfgang M.

    11. September 2018 09:44 at 09:44

    Markus Fugmann hat in seinem gestrigen Marktgeflüster einen für mich sehr wesentlichen Faktor hervorgehoben. Die USA (speziell der Durchschnittsamerikaner) vertragen derzeit keine höheren Inflationsraten. Sollte Trump jetzt rasch – und damit noch in relevanter Nähe zu den Midterm Elections – die angedrohten Zölle gegen China in Kraft setzen, droht unmittelbar ein Teuerungsschub. Ich habe in meinem Samstagskommentar die Zahlen aus dem Einzelhandel dargestellt, die zeigen, wie stark bei Zöllen auf Waren „Made in China“ Alltagsprodukte (Bekleidung, Schuhe, Reiseutensilien) betroffen wären. Was würden sich die Wähler aus den so genannten „Overfly States“ denken, wenn hier die Preise stark stiegen? „Erst verspricht uns Trump, dass er Jobs in die USA zurückholt und dann führt seine Politik zu teureren Produkten“? Aus meiner Sicht wird dies Trump vor den Wahlen nicht riskieren und weiter in bekannter Manier taktieren. Die Zolldrohung beim Interview in der Air Force One am Freitag war doch wieder ein Beispiel für die trumpsche Impusivität. Angesichts der Arbeitsmarktdaten (starke Lohnsteigerungen, niedrigste Arbeitslosenrate) drohte er im Glauben an die Wirkung seiner Politik dem Widersacher um die künftige wirtschaftliche Hegemonie. Die beschriebene Auswirkung der Inflation wäre dabei nur eine von vielen (Zinsen, Dollar u.w.).

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

Aktienmärkte: Wall Street mit Allzeithochs, Dax dümpelt – warum? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte der Wall Street (S&P 500 und Nasdaq 100) erreichen heute neue Allzeithochs, aber der Dax dümpelt weiter vor sich hin mit heute leichten Verlusten. Warum? Ist es der starke Euro (bzw. der schwache Dollar)? Dabei sind heute die eher „Value“-lastigen US-Indizes Dow Jones und Russell 2000 stark, also jene Indizes, die wie der Dax sehr wenig Tech-lastig sind und viele einstige „Corona-Verlierer“ enthalten, die doch besonders von der Impfstoff-Hoffnung profitieren. Unterdessen überhitzen die Aktienmärkte in den USA ungebremst weiter, es werden historische Extreme überboten. Aber die Anleihemärkte senden eine andere Botschaft: die Renditen der US-Staatsanleihen fallen – ungewöhnlich, wenn wirklich die von den Aktienmärkten erhoffte riesengroße Erholung der Wirtschaft wirklich kommen sollte..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

Aktienmärkte: „Die Coronakrise ist vorbei“ – wirklich?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

„Die Coronakrise ist für die Aktienmärkte vorbei“, sagt der Mathematiker und Vermögensverwalter Andreas Beck. Diese Aussage überrascht, schließlich stecken wir mitten im zweiten, diesmal „differenzierten Lockdown“ (O-Ton Markus Söder) mit enormen wirtschaftlichen Folgeschäden. Andreas Beck rechnet aber dennoch mit einem guten Jahrzehnt für die Aktienmärkte – schon mangels Alternative angesichts der von den Notenbanken manipulierten Anleihemärkte. Die Nullzinsen, so Beck, hätten sich bereist bei Immobilien niedergeschlagen, es sei nur eine Frage der Zeit, bis das auch die Aktienmärkte vollständig einpreisen.

Aktienmärkte und Coronakrise: Das Jahrzehnt der Aktie?

Seit dem 09.November – der Meldung von BioNTech/Pfizer – haben die Aktienmärkte einen Paradigmenwechsel vollzogen: Man kauft die „Corona-Verlierer“. Für Andreas Beck bedeutet das: die Aktienmärkte blicken schon auf die Zeit nach der Coronakrise (auch die Rohstoff-Märkte, siehe etwa die Rally bei Kupfer, das für die Industrie sehr wichtig ist). Man preist also eine vollständige Erholung der Wirtschaft ein, eben weil die Coronakrise vorbei doch vorbei sei. Der Wirtschaft sei der zweite Lockdown faktisch „egal“ – sie habe sich an die neuen Umstände angepaßt.

Nun ist Andreas Beck Vermögensverwalter und Mathematiker, kein Epidemologe. Nun hat kürzlich der britische Epidemologe und Berater des britischen Premiers Boris Johnson, Jonathan Van-Tam, kürzlich davon gesprochen, dass die Coronakrise „niemals“ vorbei gehen werde (hier seine Aussage im Video). Ist es vielleicht doch so, dass Andreas Beck und mit ihm die Aktienmärkte die Coronakrise zu früh abhaken, also das Fell des Bären schon verteilen, bevor er erlegt ist?

Eines ist für Andreas Beck klar: die Schulden der Staaten werden niemals zurück gezahlt werden können – daher weredn sich die Staaten am Privatvermögen sener Bürger bedienen (müssen). Auch klar für Beck ist weiterhin: die demokratischen Länder werden sich die Dominanz der US-Tech-Unternehmen nicht mehr lange gefallen lassen. Er geht daher davon aus, dass in diesem Jahrzehnt daher dann „value“ besser laufen sollte als „growth“ und erklärt, wie er selbst investiert ist:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

 

Für die Aktienmärkte ist die Coronakrise vorbei, sagt Vermögensverwalter Andreas Beck

weiterlesen

Indizes

Dax noch mit Aufwärtspotenzial bis Jahresende? Tradingideen bei Apple und Euro

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Der Dax hat 15 Prozent zugelegt im November. Ein historisch guter Monat war es auch für den Dow Jones. Darüber und ob noch Platz nach oben ist, spricht Manuel Koch im folgenden Video mit einem Experten. An den bisherigen Kursgewinnen der letzten Zeit solle man sich als Anleger erfreuen. Man könne jetzt die Füße Stil halten, und dann ab Januar ins neue Jahr starten.

Die Experten der trading house Börsenakademie empfehlen die Aktien von Apple zu kaufen. Derzeit könne man per Market-Order direkt in den Markt einsteigen. Bei Euro gegen US-Dollar könne man ebenfalls market kaufen. Die beiden Ideen werden im Video konkret begründet.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage