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Dax: Einfach zu einseitig! Über teure Ignoranz..

Was die Aktienmärkte derzeit veranstalten, ist schlichtweg zu einseitig! Und das in mehrfacher Hinsicht. Die Aktienmärkte verrennen sich derzeit in eine Fehleinschätzung, die sie früher oder später sehr teuer zu stehen kommen wird!

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Was die Aktienmärkte derzeit veranstalten, ist schlichtweg zu einseitig! Und das in mehrfacher Hinsicht: erstens betreibt man Rosinen-Pickerei dadaurch, indem man sich auf die möglicherweise positiven Effekte der Pläne Trumps fokussiert (Investitionen in die Infrastruktur etc.) – aber die für die Märkte negativen derzeit völlig ausblendet (Protektionismus, Verschuldung, etc.). Dazu kommt dann noch hinzu, dass der Abverkauf am Anleihemarkt völlig ignoriert wird, ebenso wie die massive Dollar-Stärke, die die „Rest-Welt“ in arge Probleme stürzen wird.

Nach dem ersten Schock mit dem sehr kurzzeitigen Einbruch der Märkte nun also eine heftige Rally, und es scheint fast so, als wäre mit Donald Trump nun der Messias selbst US-Präsident. Aber Trump ist leider kein Messias, sondern einer, der eine ziemlich dicke Lippe hat und nun liefern muß. Und je dicker die Lippe, desto größer dann die Fallhöhe, weil diejenigen, die ihn als Messias wähnten, feststellen werden, dass Trump nur mit Wasser kocht. Und vermutlich auch nur mit lauwarmem Wasser..

Man geht also wohl nicht fehl, wenn man sagt, dass die Aktienmärkte derzeit eine gewisse Ignoranz an den Tag legen. Und Ignoranz ist in der Regel teuer, weil die Realität dann zeigt, dass man die Dinge schlicht falsch eingeschätzt hat. Und die Aktienmärkte verrennen sich derzeit in eine Fehleinschätzung, die sie früher oder später sehr teuer zu stehen kommen wird.

Wir haben daher ein grundsätzliche Mißtrauen gegen die derzeitige Party an den Märkten, zumal die Rally bislang noch praktisch unkorrigiert ist. Die Kerzen nach oben sind faktisch zu steil, um wirklich Bestand haben zu können.

Klar: die Märkte können noch weiter übertreiben, keine Frage. Aber je heftiger sie übertreiben, umso unschöner dann der anschließende Kater! Derzeit, man kann es nicht groß genug herausstreichen, verändert sich die Tektonik der Finanzmärkte massiv, und diese Veränderung wird zu einem Erdbeben führen, das vom Anleihemarkt und den Emerging Markets ausgehen wird. Beide sind die Opfer der Wende an den Märkten: die Emerging Markets werden nun gleichsam zerquetscht, weil durch die Dollar-Stärke nicht nur Kapital aus den Emerging Markets herausfließt, sondern auch die reale Verschuldung rasant steigt (Dollar-Kredite). Und ein Crash an den Anleihemärkte ist nicht weniger als das worst case-Szenario für die Finanzmärkte schlechthin!

Heute morgen aber hat der (X-)Dax noch gute Laune und eröffnet mit einem feinen Aufwärts-Gap:

dax14-11-16

Nun scheint der Dax das Jahreshoch anpeilen zu wollen. Und vielleicht erreicht er es ja auch, vielleicht überbietet er es sogar. Aber die Bullen sollten sich bewußt sein, dass der Sauerstoffgehalt der Luft dort oben immer dünner wird – und wenn man nicht aufpaßt, versagt dann der Kreislauf!

Und noch eine Bemerkung: sieht man sich die US-Märkte an, findet sich dort eine absolut ungewöhnliche Häufung von Aktien, die ein Jahreshoch erreichen – aber ebenso eine starke Häufung von Aktien mit neuen Jahrestiefs. Da stimmt etwas nicht, der Organismus läuft gewissermaßen zu heiß, einige Organe nehmen Schaden. Und ein Organismus ist nur so stark, wie das schwächste seiner Organe!

Seien Sie vorsichtig!

11 Kommentare

11 Comments

  1. Avatar

    Emil

    14. November 2016 09:10 at 09:10

    Wenn Trump es schafft, mit lauwarmen Wasser zu kochen, dann ist er der Messias… ;)

  2. Avatar

    Peter

    14. November 2016 09:45 at 09:45

    Wir hatten lange keinen richtigen Shortsqueeze mehr, bei 10800+ gehts los,
    ab 11.000+ gehts richtig ab.
    11k wir kommen… :-)
    Peter

  3. Avatar

    Harry Pasiak

    14. November 2016 09:49 at 09:49

    Ich sehe die derzeitige Entwicklung auch eher skeptisch und warte derzeit auch gemütlich an der Seitenlinie… Von mir aus kann der DAX in seinem xten Anlauf versuchen seinen Widerstand von 10.800 nachhaltig nach oben zu durchbrechen, aber es scheint hier alles nur ein Strohfeuer zu sein.

    • Avatar

      Zinsangst

      14. November 2016 11:07 at 11:07

      Diese bullische Einschätzung wird weder durch die Terminmarktdaten der CFTC (COT-Daten) für den S&P 500 noch durch das DAX Put-/Call Ratio gestützt. Ganz zu schweigen von den Rahmenbedingungen. Aber träumen ist natürlich erlaubt ;o)

  4. Avatar

    klack

    14. November 2016 10:15 at 10:15

    Wenn man den Porfoliomanagern auf CNBC zuhört,so haben die den
    Inflationstrade ausgerufen raus aus Bonds rein in Equities und dieser Marktshift findet jetzt statt,bis jetzt stehen die Ungläübigen dazu an der Seitenlinie,aber das wird sich ändern

    • Avatar

      Peter

      14. November 2016 10:23 at 10:23

      und an der Seitenlinie wird es unruhiger … :-)

  5. Avatar

    M.Müller

    14. November 2016 10:31 at 10:31

    Mann könnte meinen es wird umgeschichtet!?
    Vom Anleihemarkt in den Aktienmarkt!?
    Wie lange dies wohl gut geht!!??
    Der ganze Hokuspokus ist so krank und ich bleibe dabei,der Tag x wird leider kommen.

  6. Avatar

    LookOut

    14. November 2016 10:46 at 10:46

    Ich bin in meiner Denkweise allerdings auch die letzte Zeit falsch gefahren.

    „BUY THE RUMOUR and SELL THE FACTS“ lautet das Motto, das ist auch genau das was an der Börse passiert.

    Lg

  7. Avatar

    gerd

    14. November 2016 10:55 at 10:55

    „Dazu kommt dann noch hinzu, dass der Abverkauf am Anleihemarkt völlig ignoriert
    wird,…“

    Wird ja nicht ignoriert. Im Gegenteil man freut sich, dass man mit dem Geld endlich mal wieder im Aktienmarkt investieren kann.

    „Und ein Crash an den Anleihemärkte ist nicht weniger als das worst case-Szenario für die Finanzmärkte schlechthin!“

    Und deshalb sucht man sich einen sicheren Hafen, oder einen der zumindest im Vergleich zum Rentenmarkt nicht überteuert ist – den Aktienmarkt.

    Ach, ja übrigens, jetzt erst recht: schöne Grüße von Tina

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      14. November 2016 10:57 at 10:57

      @Gerd, Sie werden sehen, dass diese Logik nicht lange funktionieren wird..

      • Avatar

        gerd

        14. November 2016 11:02 at 11:02

        Man wird ja noch mal träumen dürfen. :)

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Euro vs US-Dollar: Korrektur oder schon die große Trendwende?

Agata Janik

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am

Das Euro-Symbol

Der Euro zum US-Dollar konnte nach dem starken Fall vom Montag auch gestern keine Erholung erfahren. Der Verkaufsdruck auf den Euro ist immer noch da. Aber nicht nur der Euro gerät gegen den USD weiter unter Druck, auch die anderen Majors, wie das britische Pfund, der australischer Dollar oder der japanische Yen verlieren gegen den Greenback kräftig an Wert. Der Dollar scheint momentan seine Renaissance zu erfahren. Die Situation beim Euro zum USD ist aktuell sehr spannend. Der Major hat es bis jetzt nicht geschafft, die wichtige psychologische Grenze bei 1,20 nachhaltig zu erreichen. Darauf folgt jetzt eine starke Korrektur, die eventuell schon die große Trendwende eingeleitet hat.

In den gestrigen Morgenstunden haben die Bullen kurzfristig versucht, den Kurs nach oben zu treiben. Die Seitwärtsphase im kurzfristigen Zeitfenster, sollte somit nach oben durchbrochen werden. Der Widerstand bei 1,1767 hat sich jedoch als zu stark erwiesen. Es war ganz schnell zu erkennen, dass der Euro keine Kraft mehr hatte, den Break-Out nach oben zu erzielen. Im Bereich ab 1,1765 haben die Bären erneut angegriffen und es hat nicht lange gedauert bis der Major unter 1,1735 fiel. Der Euro wurde gegen den USD weiter abverkauft und die Abwärtsbewegung hat sich fortgesetzt. Gegen Mittag testete der Kurs von EUR/USD schon die 1,1700 „big figure“. Zwischenzeitlich wurde auch dieser Bereich unterschritten. Im tief notierte der Euro vs USD gestern bei 1,1690. Auf diesem Niveau konnte die Euro-Talfahrt vorerst gestoppt werden. Die kurzfristigen Daytrader haben ihre Short Positionen glattgestellt und schöne Gewinne realisiert. Danach ist EUR/USD in eine Seitwärtsphase übergegangen. Während der amerikanischen Session bewegte sich der Kurs nur noch sehr wenig, in einer engen Range von ca. 20 Pips. Im späten Handel notierte der Major bei ca. 1,1710.

Insgesamt war es gestern ein angenehmer Handelstag. Die Bewegungen waren konstant und relativ leicht zu erkennen. Wer gerne Trends handelt, hat gute Chancen gehabt, von der Short-Seite zu profitieren. Es gab Korrelationen zu den anderen Majors, also man konnte parallel auch das Cable oder den Aussie handeln. Der USD erholt sich schneller als gedacht. Das wird insbesondere für EUR/USD interessant werden. Es wird sich demnächst entscheiden, ob wir jetzt schon den großen Umkehrpunkt bei dem übergeordneten Aufwärtstrend gesehen haben.

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Der Tagesausblick für den Euro vs US-Dollar

Aktuell, am Mittwochmorgen, notiert der Euro zum USD bei ca. 1,1681. In der asiatischen Session heute Nacht, haben die Händler weiter den Euro verkauft und den USD favorisiert. Der Kurs hat die 1,1700 Marke unterschritten. Das zeigt jetzt schon, dass der Euro nach wie vor unter Druck steht. Der Dollar befindet sich weiter auf Erholungskurs. Es wird für den Euro schwer sein, einen Rebound zu erzielen. Die Bären wissen, dass sich der Kurs gerade in einer heißen Phase befindet und sie werden alles versuchen, um den großen Aufwärtstrend zu beenden. Wenn es ihnen gelingt, kann es für den Euro düster aussehen. Die langfristigen Trader werden ihre Long-Positionen schließen um die Gewinne abzusichern. Das wird den Euro weiter schwächen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass der Major in den nächsten Tagen noch mehr an Wert verlieren wird. Wenn sich die Abwärtsbewegung beschleunigt, kann es ganz schnell noch weiter tiefer nach unten gehen. Wer also auf der Long-Seite positioniert ist und gut im Gewinn liegt, kann über die Schließung der Positionen nachdenken. Solange EUR/USD die 1,1735 Marke nach oben nicht durchbricht, bin ich für das Währungspaar short gestimmt. Die nächste signifikante Unterstützung beim Euro zum USD liegt bei 1,1642 und dann bei 1,1604.

Die Grafik zeigt den Kursverlauf von Euro gegen US-Dollar

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Euro vs US-Dollar: Starke Korrektur – der Major verliert über 100 Pips

Agata Janik

Veröffentlicht

am

100 Euro Geldscheine

Der gestrige Handelstag verlief für den Euro zum US-Dollar überraschend spektakulär. Ich habe in meiner gestrigen Analyse davon gesprochen, dass sich beim Euro zum USD die Energie aufgestaut hat und dass die Händler langsam ungeduldig werden und auf eine Entscheidung warten. Aber dass diese Entscheidung so deutlich ausfallen wird, hätten wohl nur die Wenigsten vermutet. Vor allem haben viele mit einem Ausbruch auf der Oberseite gerechnet. Der Kurs ist in den frühen Morgenstunden noch leicht angestiegen und hat versucht, den Widerstand bei 1,1865 zu erobern. Als dieser Widerstand aber zum wiederholten Mal gehalten hat, spürten die Bullen, dass viel mehr Dynamik benötigt wird, um diese Hürde zu nehmen. Der Euro konnte nicht genügend Kraft aufbringen und die Händler haben angefangen, den Euro gegen den US-Dollar zu verkaufen.

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Die Abwärtsbewegung war zuerst langsam. Der Kurs fiel bis 1,1845 und machte eine Pause. Plötzlich, wie aus dem Nichts, fing der Euro gegen den USD an, weiter kräftig an Wert zu verlieren. Die Unterstützung bei 1,1840 wurde durchbrochen und die Short-Bewegung hat sich beschleunigt. Im Bereich von 1,1832 lag der 420er Moving Average, der ebenfalls ohne Probleme unterschritten wurde. Darunter lagen viele Stop-Loss Marken, die der Abwärtsbewegung eine zusätzliche Dynamik verliehen haben. Gegen Mittag notierte der Euro zum USD schon unter 1,1800. Die 1,18 „big figure“ konnte die Korrektur ebenfalls nicht beenden. Kurzfristig hat der Kurs eine leichte Gegenreaktion auf der Oberseite erfahren, doch dann ab 1,1805 haben die Bären erneut die Short-Seite angegriffen. Die zweite Abwärtswelle hat begonnen und ab dann gab es für den Euro keinen Halt mehr. Am Nachmittag, während der amerikanischen Session, wurde der Euro zum USD weiter abverkauft und der Kurs rutschte unter die Marke von 1,1750. Das war schon eine große Überraschung. Im Tief notierte der Major gestern bei 1,1733. Diese Unterstützung hat dann gehalten. Die Short-Trader haben ihre Gewinne realisiert und der Euro konnte eine leichte Erholung erfahren. In den Abendstunden notierte EUR/USD bei ca. 1,1765.

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Gründe für den heftigen Euro-Sturz

Viele Trader fragten sich gestern, warum der Euro vs USD so abgestraft wurde. Es gibt natürlich, wie immer, viele unterschiedliche Meinungen der Händler und Analysten. Ich glaube es war eine Kombination aus verschiedenen Faktoren, die den Euro zum USD so geschwächt haben. Zum einen war das der DAX, der gestern ebenfalls stark gefallen war (über 4,0%). Auch das Gold hat eine starke Korrektur erfahren, die den USD insgesamt wieder gestärkt hat. Wenn das Gold fällt, steigt meistens der USD. Zusätzlich befand sich EUR/USD sowieso kurz vor der nächsten Entscheidung und ein Ausbruch war zu erwarten. Der Widerstand bei 1,1865 hat gehalten, also haben die Händler angefangen, sich short zu positionieren. Alle diese Impulse haben die Abwärtsbewegung bei EUR/USD ausgelöst und beschleunigt. Solche Tage gibt es immer wieder am Devisenmarkt. Es ist deswegen sehr wichtig, dass man immer diszipliniert handelt und ein striktes Money-Management besitzt. Wer gestern die Long-Seite gewählt hat und ohne Stops arbeitete, hatte nicht viel zum Lachen gehabt. Es sind gestern mit Sicherheit, wie immer an solchen Tagen, viele Handelskonten an die Wand gefahren worden und manche Trader werden noch etwas Zeit brauchen, um ihre Wunden zu lecken.
Trading ist spannend und macht viel Spaß, man darf den Markt aber niemals unterschätzen. Nur dann kann man dauerhaft mit Freude und Enthusiasmus diese Tätigkeit ausüben.

Chart zeigt Kursverlauf des Euro gegen den US-Dollar

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Aktuell: Türkische Lira Opfer des US-Dollar – Donnerstag wird ein wichtiger Tag!

Redaktion

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Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira wertet immer weiter ab. Schon die letzten Tage legte sie ein neues Rekordtief nach dem anderen hin. So auch heute. So wie es aussieht, wird es für die Lira das siebte Tagestief in Folge!

US-Dollar drückt kräftig gegen die türkische Lira

Während letzte Woche eine Abstufung von Moody´s für die Türkei schon übel auf die Stimmung drückte, läuft heute am globalen Kapitalmarkt ein Risk Off Trade (siehe aktuelle Entwicklungen hier). In unsicheren Zeiten (Corona-Restriktionen weltweit nehmen zu) flieht heute gefühlt der ganze Planet in den US-Dollar, und der steigt kräftig an, egal ob gegen Euro, Pfund oder Franken. Und da ist die türkische Lira als anfällige Schwellenländerwährung natürlich mit dabei, in Form eines neuen Allzeittiefs gegen den US-Dollar.

Für 1 US-Dollar muss man aktuell 7,61 türkische Lira aufbringen. Letzten Freitag waren es noch 7,55 Lira. Eine Woche davor waren es noch 7,45, und Mitte August noch 7,25. Die Lira-Abwertung geht immer weiter. Sie wird aktuell neben der Dollar-Stärke noch angeheizt durch die zunehmende Nervosität in Sachen Leitzins. Denn die türkische Zentralbank entscheidet diese Woche Donnerstag (wahrscheinlich 13 Uhr deutscher Zeit) über den Leitzins. Es wird erwartet, dass er unverändert bleibt. Dies wäre einmal mehr eine Verschärfung des Problems, dass die Inflation in der Türkei deutlich höher liegt als der Leitzins. Kein schönes Umfeld für ausländisches Geld, das angelegt werden möchte!

Zu niedriger Leitzins

Man darf davon ausgehen, dass die Zentralbank in Ankara weiterhin agiert, wie Präsident Erdogan es wünscht. Nämlich die Zinsen möglichst immer weiter senken oder zumindest nicht erhöhen (aktuell 8,25 Prozent), um die türkische Wirtschaft mit möglichst günstigen Krediten versorgen zu können. Unter den zu niedrigen Leitzinsen leidet die türkische Lira, sowie unter dem stärkeren US-Dollar!. Und nicht vergessen, Augen auf für Donnerstag Mittag, wenn die Zentralbank in Ankara entscheidet. Derzeit scheint die Lira sich immer weiter von Rekordtief zu Rekordtief zu bewegen.

Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen Türkische Lira
Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen Türkische Lira in den letzten 12 Monaten.

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