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Dax Ende 2017: Aus Angst vorm „Daneben liegen“ lieber eine Langweiler-Prognose?

Der Dax startete ins Jahr 2016 mit einem großen Absturz von 10.700 runter auf 8.700 Punkte. Ins Plus drehte man erst jetzt kurz vor Ende des Jahres. Deswegen war es ein…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Der Dax startete ins Jahr 2016 mit einem großen Absturz von 10.700 runter auf 8.700 Punkte. Ins Plus drehte man erst jetzt kurz vor Ende des Jahres. Deswegen war es ein mehr als durchwachsenes Jahr für Fondsmanager und Bankanalysten, die jährliche Dax-Prognosen herausgeben. 24 von der FAZ befragte Analysten haben daher im Schnitt eine Dax-Prognose für 2017 von gerade mal 11.713 Punkten abgegeben, was gerade mal etwas mehr als +2% zum aktuellen-Dax-Stand darstellt. So negativ eingestellt waren die „Experten“ seit 14 Jahren nicht mehr. Für 2016 hatten sie im Schnitt ein Endstand von 11.859 Punkten prognostiziert, was um 400 Punkte verfehlt wurde.

Was wir dazu schon Öfters angemerkt haben: Gerade Bankanalysten fungieren oft als phantastische Kontraindikatoren. Gut möglich also, dass der Dax auf einer Trump- und Notenbank-Welle weiter nach oben zieht. So wie Trump jetzt schon jede Woche aufs Neue Jubelmeldungen von neuen Jobs in den USA verkündet, könnte seine Euphorie an der Börse wahre Wunder bewirken. Oder es geht voll in die Hose, seine geplanten Import-Zölle sorgen für Gegenmaßnahmen in Übersee – dazu noch ein bisschen Rechtsruck in Frankreich und den Niederlanden, und fertig ist ein fettes Dax-Minus in 2017?

JP Morgan und BNP Paribas sind für die kommenden 12 Monate am Optimistischsten mit einer Prognose von 12.300 Punkten im Dax. Vor allem geht es um eine mögliche Belebung der Weltwirtschaft, was gerade für das Exportland Deutschland gut sei. Ist da der Trump-Effekt mit seinen Importzöllen schon berücksichtigt? Auch blieben Aktien in Relation zu Anleihen attraktiv bewertet, so die Optimisten. Der negativste Analyst sitzt bei der ING Diba mit einer Dax-Prognose von 10.400 Punkten Ende 2017. Die Trump-Enttäuschung werde im Laufe des Jahres einsetzen, und die EZB werde später im Jahr das Ende ihrer lockeren Geldpolitik ankündigen (das ist gut möglich).

Interessant: Für 2016 war die Commerzbank der Optimist schlechthin mit einer Prognose von +18% auf 12.600 Punkte. Knapp verfehlt… daher wohl versucht man sich diesmal zu verstecken mit einer langweiligen Zahl von 11.700 Punkten für Ende 2017. Und unser aller liebstes Kind die Deutsche Bank? Sie geht für Ende 2017 von einem Dax bei 11.800 Punkten aus. Wir können mit unserer Glaskugel auch nicht voraussehen, wohin sich der Dax nächstes Jahr entwickelt. Aber ein müdes Plus von 2% im Vergleich zu heute scheint doch eher unwahrscheinlich. Wir vermuten, dass es schon eine klare Richtungsentscheidung geben wird. Die Risiken überwiegen, die für eine klare Korrektur sprechen. Aber wir wollen nicht ausschließen, dass die Trump-Euphoriewelle und weiterhin billiges Geld den Dax auch genauso gut kräftig raufziehen können.

Vergessen Sie bitte nicht den Faktor „Kontraindikator“. Wenn sich praktisch alle Banken in der Vergangenheit beispielsweise auf eine extrem euphorische Dax-Prognose einließen, war das oft ein schöner Kontraindikator. Wenn jetzt die meisten Banken ein langweiliges Plus von um die 2% voraussehen, geschieht das vermeintlich aus Vorsicht – oder besser gesagt aus Angst in so einem „Horror-Jahr“ wie 2017 (Trump, Brexit, Wahlen) nicht desaströs daneben zu liegen. Lautet diesmal das Motto „Prognose fast unverändert“, daher lautet das Ergebnis durch den Kontraindikator-Effekt „starker Ausschlag“? Bei dem, was vor uns liegt an Ereignissen, glauben wir an einen klaren Ausschlag in eine Richtung! Wir sind da eher pessimistisch. Nur leider wissen auch wir nicht mit völliger Gewissheit, wie es kommt. Sorry! Und jetzt einen guten Rutsch ins neue Jahr für Sie!

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    V

    30. Dezember 2016 17:32 at 17:32

    Wenn der Hahn kräht auf dem Mist . . .
    ändert sich das Wetter, oder es bleibt, wie es ist.

  2. Avatar

    Petkov

    30. Dezember 2016 18:06 at 18:06

    Liebe FMW-Redaktion, ich wünsche Ihnen eine stimmungsvolle Silvesterfeier und ein erfolgreiches und vor allem gesundes Jahr 2017. Ich glaube nicht, dass es ein gutes Jahr wird. Aber mit FMW wird es erträglicher sein.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      30. Dezember 2016 18:07 at 18:07

      @Petkov, Ihnen ebenfalls! Danke für Ihre Worte!

  3. Avatar

    bademeister

    30. Dezember 2016 18:42 at 18:42

    Vermutlich vorgezogene Neuwahl in Österreich bitte nicht vergessen!
    Der burgenländische Landeshauptmann Niessl (SPÖ) stichelt in den letzten Tagen ordentlich und regional sehr erfolgreich in diese Richtung….ein Trendsetter in Richtung Rot-Blau!
    Das Burgenland hat ja schon seit längerem eine rot-blaue Landesregierung, und so mancher Landsmann möchte das auch österreichweit so haben.
    Diese rot-blaue Landesregierung im Burgenland gibt’s jetzt bereits seit eineinhalb Jahren….und hat bisher weniger zusammengebracht als jede andere vorherige Regierungskonstellation im selben Zeitraum. Viele der konkreten Ankündigungen, die Herr Niessl noch am Wahltag von sich gab (…der nicht ganz so blonde Donald), wurden und werden seit eineinhalb Jahren nicht mal wort- oder satzweise mehr erwähnt.
    Vielleicht sollte man dem harten und weichen Kern der AfD einmal eine Woche Urlaub am Neusiedlersee spendieren, damit die Kollegen mal ihre zukünftigen Perspektiven „in action“ ausloten können.
    Der Rechtsruck geht wahrscheinlich 2017 durch halb Europa…nur…wie werden die dann verantwortlichen (rechten) Politiker mit den (teilweise) geschürten Ängsten, Anliegen und Problemen der jeweiligen Bevölkerung umgehen? Oder anders geschrieben:
    Wird dann alles gut oder wenigstens besser?
    Wenns nicht mal ansatzweise besser werden sollte (Burgenland), wie hoch ist der Preis der Gesellschaft dafür….und wie könnte es danach wirklich besser werden?

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