Die Anleger am deutschen Aktienmarkt blicken in die neue Woche mit vorsichtigem Optimismus. Nach dem jüngsten Aufwärtstrend, der den DAX seit seinem November-Tief um knapp 1.000 Punkte nach oben getragen hat, wächst die Hoffnung auf eine Jahresendrally. Gleichzeitig müssen kurzfristige Rücksetzer einkalkuliert werden, da die Aktienmärkte nach der kräftigen Erholung zunächst an technischen Widerständen nach Orientierung suchen dürften. Der Wochenauftakt könnte entsprechend verhaltener ausfallen, da die Indizes dies- und jenseits des Atlantiks im vorbörslichen Handel schwächer tendieren.
Das Fundament für eine nachhaltige Erholung ist jedoch etwas fester geworden: Aus der möglichen KI-Blase wurde etwas Luft entlassen und die jüngste Berichtssaison zeigte robuste Unternehmenszahlen. Zudem steht die US-Notenbank Fed offenbar kurz vor einer weiteren Zinssenkung – ein Faktor, der die Ausgangslage für eine potenzielle Jahresendrally deutlich verbessert. Auch die laufenden Friedensverhandlungen im Ukraine-Konflikt könnten dem Leitindex zusätzlichen Rückenwind liefern.
Erholung trifft auf Widerstände
Charttechnisch bleibt die Lage jedoch anspruchsvoll: Im Bereich um die runde Marke von 24.000 Punkten trifft der DAX auf einen markanten Widerstand, der sich für die Bullen als hartnäckig erweisen könnte. Noch steht die Erholungsbewegung auf wackeligen Beinen. Erst ein nachhaltiger Sprung über die 50-Tage-Linie bei rund 23.850 Punkten würde dem Index genügend Schwung verleihen, um die 24.000-Marke überzeugend in Angriff zu nehmen. Solange der DAX nicht unter die Zone von 23.500 Punkten und damit unter den wichtigen 200-Tage-Durchschnitt fällt, bleibt die Chance auf eine Jahresendrally jedoch intakt.
Saisonale Faktoren spielen den Bullen ebenfalls in die Karten: Der Dezember gilt traditionell als starker Börsenmonat, häufig geprägt von der sogenannten Santa-Rally. Viel hängt jedoch nun von der Fed ab. Laut dem FedWatch-Tool der CME liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung mittlerweile bei über 85 Prozent – ein deutlicher Sprung gegenüber 33 Prozent vor gut eineinhalb Wochen. Eine Enttäuschung wäre daher fatal und könnte neuen Druck auf die Aktienmärkte auslösen. Allerdings gilt es eher als unwahrscheinlich, dass der scheidende Fed-Chef kurz vor Weihnachten für Turbulenzen an den Märkten sorgt. Nach der feiertagsbedingten Pause in den USA dürften die Impulse der Wall Street nun wieder an Einfluss gewinnen.
DAX-Rally auf dem Prüfstand
Der DAX gerät vor dem Wochenauftakt unter Druck. Im außerbörslichen Handel rutschte der Leitindex kurzzeitig bis auf 23.688 Punkte ab, bevor eine leichte Erholung einsetzte. Dennoch zeichnet sich zum Handelsstart ein Abwärts-Gap ab. Bereits am Freitag prallte der Index an der Widerstandszone um 23.850 Punkte ab – ein Bereich, der auch in dieser Woche entscheidend bleibt. Bleibt der DAX darunter, könnte sich der Rücklauf zunächst in die Zone zwischen 23.550 und 23.490 Punkten ausweiten, bevor die Bullen eine neue Chance erhalten, die runde 24.000er-Marke ins Visier zu nehmen.
Im Intraday-Handel richtet sich der Blick zunächst auf die Unterstützung bei 23.700/690 Punkten. Stabilisiert sich der DAX darüber, wäre ein erneuter Anlauf auf die 23.850er-Zone möglich. Dafür müsste er jedoch den Bereich um 23.800/815 überwinden. Unterhalb von 23.690 hingegen drohen weitere Abgaben bis in die Region um 23.550 Punkte.
Dax-Chart von TradingView
DAX Unterstützung:
Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.
Kommentare lesen und schreiben, hier klicken













