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Dax: Erst einmal glimpflich davon gekommen – aber es droht Sisyphos-Frustration!

Der Index hat am Gründonnerstag einen Fehlausbruch absolviert über die Widerstands-Zone 12115-12140 – und dieses Niveau muß der deutsche Leitindex nun einmal mehr erklimmen, was anstrengend wird, aber auch frustrierend werden könnte, wenn der Aufstieg dann einmal mehr mißlingen sollte. Das wäre dann eine Art Sisyphos-Frustration, die Spuren hinterlassen würde..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Nach dem gestrigen Abverkauf an der Wall Street scheint der Dax heite erst einmal einigermaßen glimpflich davon zu kommen: der Index produziert natürlich ein Abwärts-Gap, aber es hätte angesichts der tiefroten Zahlen vor allem beim Nasdaq deutlich schlimmer kommen können. Dass dem nicht so ist, liegt vor allem an den asiatischen Märkten, die sich vergleichsweise gut halten und damit die US-Futures mit nahc oben ziehen. Schon gestern an der Wall Street konnten im späten Handel die Verluste eingedämmt werden, gleichwohl war das der schwächste Auftakt in das 2.Quartal seit der Finanzkrise.

Wieder einmal maßgeblich verantwortlich dafür ist die Trump-Administration, ist vor allem Trump selbst: nachdem die US-Indizes am Gründonnerstag stark gestiegen waren, kam der erste Tweet Trumps über Amazon und beendete die Rally schlagartig. Die gestrige Kursentwicklung war das Echo auf einerseits fortgesetzte Attacken Trumps auf Amazon, andererseits scheint den Märkten nun immer klarer geworden zu sein, was eigentlich jedem – bis auf Trump und den Seinen – ohnehin hätte klar sein müssen: dass China nicht zurück stecken wird, sondern den Kampf, wenn er denn sein muß, voll aufnimmt.

Wir hatten darauf immer wieder hingewiesen: nach asiatischer Logik kann sich das Reich der Mitte Schwäche und Nachgiebigkeit nicht leisten, wenn es der unangefochtene Hegemon der östlichen Welt bleiben will – also nimmt es lieber ökonomische Verluste in Kauf, als „sein Gesicht zu verlieren“.

Jetzt ist die entscheidende Frage: wird Trump es zum Äußersten treiben und den Konflikt weiter anheizen? Manches spricht dafür, es ist schließlich seine Kern-Ideologie, den Aufstieg Chinas zum gleich starken Konkurrenten der USA unbedingt zu verhindern. Hinzu kommt, dass er nun Leute in Führungspositionen gebracht hat, die die Dinge ähnlich sehen wie er.

Was den US-Märkten (und damit indirekt auch dem Dax) weiter Schwierigkeiten machen dürfte ist die Tatsache, dass wir jetzt tief in der blackout period sind, mithin also sehr viele US-Unternehmen derzeit keine eigene Aktien zurück kaufen können. Das Einzige, was für die Bullen spricht, ist die anstehende US-Berichtssaison, die überrragend ausfallen dürfte. Die Frage ist aber, ob das reicht, wenn die Ausblicke auf das nächste Quartal dann eher mau ausfallen werden (was zu erwarten ist, vor allem bei den Tech-Werten).

Im kurzen Zeitfenster ist davon auszugehen, dass die US-Märkte nun mindestens noch einen kräftigeren Rücksetzer erleben werden in den nächsten Tagen. Was aber bedeutet das für den Dax? Sehen wir uns die charttechnische Ausgangslage an:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Der Index hat am Gründonnerstag einen Fehlausbruch absolviert über die Widerstands-Zone 12115-12140 – und dieses Niveau muß der deutsche Leitindex nun einmal mehr erklimmen, was anstrengend wird, aber auch frustrierend werden könnte, wenn der Aufstieg dann einmal mehr mißlingen sollte. Das wäre dann eine Art Sisyphos-Frustration, die Spuren hinterlassen würde. Saisonal steht der Dax jetzt eigentlich „gut im Saft“, aber wenn die Wall Street nicht mitspielt, hat es auch der deutsche Leitindex schwer. Lassen wir uns überraschen, was der Dax heute abliefern wird!

 

Sinnfreie Versuche, einen Stein immer wieder nach oben zu tragen bei Sisyphos..

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Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

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Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

Die Aktienmärkte und die aktiv verwalteten Fonds

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