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Dax: Es geht so lange gut, bis es nicht mehr gut geht!

Der Devisenmarkt wittert das Unheil - während die Aktienmärkte meist eine längere Leitung haben und erst den Wink mit dem Zaunpfahl brauchen, um sich der Realität zu stellen..

Man könnte es so formulieren: in den Schwellenländenr herrscht Panik – aber an den westlichen Aktienmärkten eine Art Grabesruhe. Der Schlüssel zu den Märkten ist der Dollar: seine Aufwertung setzt zunächst die Schwellenländer unter Druck, weil dort Firmen und Konsumenten häufig in Dollar verschuldet sind – faktisch erhöhen sich durch die starke Aufwertung des Dollars also die Schulden in den Schwellenländern, die Notenbanken dieser Länder greifen zur Stützung der einheimischen Währung ein (so heute ein Hongkong und Indonesien). Das Problem ist also nicht nur die Türkei – die jedoch besonders gefährdet ist, weil dort mehr als jeder zweite Kredit in Dollar notiert – sondern es ist die Sogwirkung, die einerseits von der Fed ausgeht (Anhebung der Zinsen und immer stäkere Reduzierung der Bilanzsumme), andererseits kommt nun noch hinzu, dass Geld in die USA zurück fließt durch die US-Steuerreform.

Mit anderen Worten: mit und nach der Finanzkrise floß das unverzinste Dollar-Geld in andere Länder, nun fließt es wieder zurück – der legendäre Carry-Trade wird derzeit rückabgewickelt. Und das verändert die Tektonik an den Finanzmärkten, weil die Geldströme sich ändern. Änderungen der Geldströme aber wiederum sind regelmäßig der Auslöser von Krisen (so die Asien-Krise in den 1990er-Jahren) – und die Vergangenheit zeigt, dass es dann auch zu (meist zeitlich begrenzten, aber dennoch heftigen) Reaktionen an den westlichen Märkten kommt!

Und der liquiditätsarme August wäre eigentlich für eine heftige Reaktion durchaus prädestiniert: im August 2015, ziemloich genau vor drei Jahren, rappelte es heftig an den westlichen Märkten nach dem großen Abwertungsschritt Chinas, der Monat ist in Jahren mit US-Zwischenwahlen ohenhin nicht ungefährlich. Und so könnte es diesmal laufen, wie so oft: man ignoriert das Problem, und die Sache geht solange gut, bis sie dann plötzlich nicht mehr gut geht!

Wann es also zu einer heftigen Reaktion kommt, kann man nicht wissen – aber man sollte sich des Risikos eben besser bewußt sein und nicht glauben, dass die Tumulte an den Märkten der Emerging Markets mit dem Westen gar nichts zu tun hätten.

Der Dax, das kommt dazu, sieht charttechnisch nach wie vor nicht so furchtbar gut aus: die Schulter-Kopf-Schulter-Formation ist nach wie vor intakt, erst ein Bruch der Nackenlinie (da wiederholen wir uns) bei 12500 Punkten würde die Lage entspannen:


(Chart durch anklicken vergrößern)

So lange die 12500 aber nicht überboten ist, bleibt Vorsicht angesagt! Denn der Devisenmarkt wittert das Unheil – während die Aktienmärkte meist eine längere Leitung haben und erst den Wink mit dem Zaunpfahl brauchen, um sich der Realität zu stellen..


Von Justin1569 in der Wikipedia auf Englisch, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5943918



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1 Kommentar

  1. Bis jetzt is set immer noch jut jegange…. Und beim nächsten Geldregen wird et wieder jut.

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